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Januar 3, 2012 Geschrieben von Roger Lewin

Vorstellung: Gilde der Fantasy Rollenspieler e.V.

Vorstellung: Gilde der Fantasy Rollenspieler e.V.

Wir von den Teil­zeit­hel­den sind der Mei­nung, dass die Szene nur Wie­der­er­star­ken kann, wenn Ver­net­zun­gen viel stär­ker an der Tages­ord­nung sind. Die Berufs­welt hat das schnell ver­stan­den und auch unser Hobby sollte das Poten­tial nutzen.

In die­sem Rah­men wer­den wir Euch immer wie­der Ver­eine und Clubs vor­stel­len, die sich die Phan­tas­tik zur Auf­gabe gemacht haben. Wir machen heute den Anfang mit einem sehr alten Ver­ein, der schon viele Jahr­zehnte in Deutsch­land glänzt.

Die Rede ist von der Gilde der Fan­tasy­rol­len­spie­ler e.V., kurz GFR, die sich zum Ziel gemacht hat, das Rol­len­spiel zu fördern.

Lokal ist die GFR in Nordrhein-Westfalen auf­ge­stellt und ist regio­nal von den soge­nann­ten Regio­nal­ver­tre­tun­gen reprä­sen­tiert. Zur­zeit sind das Köln, Wes­se­ling, Düs­sel­dorf und Kre­feld. Diese Regio­nal­ver­tre­tun­gen oder der Ver­ein im Gesam­ten orga­ni­sie­ren regel­mä­ßig Con­ven­ti­ons, von denen die wohl bekann­teste der Feen­Con in Bonn ist. Andere bekannte Namen sind Mor­pheus, Han­no­ver spielt, Grü­ner Dra­che  und so wei­ter.. Auch fin­det man die GFR auf der RPC, sowie auf der SPIEL in Essen. Eigent­lich ist also alles wich­tige heut­zu­tage dabei!

Neben den Con­ven­ti­ons exis­tie­ren einige AGs (Arbeits­grup­pen), die bestimmte Facet­ten des Hob­bies her­aus­grei­fen und tie­fer bear­bei­ten. Unter ande­rem fin­den sich dort AGs zu DSA, dem Morpheus-Con und Table­top. Zusätz­lich fin­den sich regel­mä­ßige Stamm­ti­sche bei den Regio­nal­ver­tre­tun­gen. Im Web tauscht sich die GFR über das ver­eins­ei­gene Forum aus.

Dem Ver­ein steht der Magis­trat vor, hier fin­den sich die Vor­sit­zen­den, der Schatz­meis­ter und der Chro­nist. Jede Regio­nal­ver­tre­tung hat diese Struk­tur im Klei­nen auch. Durch gute Kom­mu­ni­ka­tion wird für einen Abgleich und eine solide Steue­rung gesorgt. Wem das zu sehr nach Brief­tau­ber­züch­ter klingt, dem sei gesagt, dass zum einen das deut­sche Gesetz eine Struk­tur für Ver­eine vor­schreibt, zum ande­ren ich selbst durch frü­here Mit­glied­schaft in der GFR bestä­ti­gen kann, dass es lange nicht so büro­kra­tisch ist, wie es sich anhört. Als Ver­ein, der auch Aus­ga­ben hat, for­dert die GFR einen Mit­glieds­bei­trag im jähr­li­chen Tur­nus ein.

Die GFR hat sich zum Ziel gesetzt, das Hobby bekann­ter zu machen und Inter­es­sier­ten die Mög­lich­keit zu bie­ten, das Hobby unver­fäng­lich kennenzulernen.

Durch Anwe­sen­heit auf Mes­sen (etc) wird schnell und form­los Kon­takt geschlos­sen und auch wenn es einen Mit­glieds­an­trag benö­tigt, um ganz bei­zu­tre­ten, ist die­ses Pro­ce­dere sehr ent­spannt und stressbefreit.

Wir hat­ten die Chance, ein Inter­view mit Willi Schu­ma­cher, dem zwei­ten Vor­sit­zen­den des  Magis­tra­tes, zu füh­ren, die­ses wol­len wir Euch hier unver­än­dert zur Ver­fü­gung stellen:


Roger: Hallo Willi, danke, dass Du Dir etwas Zeit für uns genom­men hast. Wir wol­len unse­ren Lesern ein etwas bes­se­res Bild der GFR ver­mit­teln und haben daher einige Fra­gen an Dich!

Roger: Wann wurde die GFR gegründet?

Willi: Die Gilde als Ver­ein wurde 1987 gegründet.

Roger: Was war in die­sen vie­len Jah­ren euer gröss­tes Event?

Willi: Seit Beginn unse­rer Con-Tätigkeit ist die all­jähr­lich statt­findene Feen­Con das besu­cher­stärkste der von uns orga­ni­sier­ten Events.

Roger: Wie kam die Idee zu die­sem Event?

Willi: Der gemein­same Wunsch eine Rol­len­spiel­con­ven­tion auf die Beine zu stel­len und Besu­chern die Mög­lich­keit zu geben, neue Leute ken­nen zu ler­nen und neue Spiele auszuprobieren.

Roger: Wodurch hebt Ihr Euch ab von ande­ren Vereinen?

Willi: Die Gilde ist sicher­lich etwas ande­res auf­ge­stellt als andere Rol­len­spiel­ver­eine, da sie mit ihrer über­re­gio­na­len Struk­tur etwas wei­ter agiert. Ansons­ten hat der Ver­ein wie andere auch seine Schwer­punkte gebil­det und sich mit sei­nen Cons in der Rol­len­spiel­land­schaft etabliert.

Roger: Die GFR war doch frü­her grös­ser. Wie viele Mit­glie­der habt ihr jetzt  und was hat zu dem Schwin­den geführt?

Willi: Von der rei­nen Mit­glie­der­stärke hatte die Gilde Mitte der Neun­zi­ger ihren höchs­ten Stand, danach unter­lag sie lei­der auch dem Pro­blem vie­ler Ver­eine  was den Nach­wuchs angeht. Aktu­ell hat die Gilde etwa 200 Mit­glie­der, wobei  bemer­kens­wert ist, dass der Ver­ein auch mit der geschrumpf­ten Zahl an  Akti­ven fast sämt­li­che Events und Inhalte wei­ter­hin aus­führt bzw. anbie­tet,  und in den letz­ten Jah­ren sogar wei­tere Auf­ga­ben , wie z.B. bei der RPC,  über­nom­men hat.

Roger: Wo trifft man Euch?

Willi: Wo immer ein Rol­len­spie­ler… Nein, ernst­haft, kon­kret kann man uns auf  unse­ren eige­nen Ver­an­stal­tun­gen (Feen­Con, Pfingst– und Winter-Pogo, Hspielt,  Fan­Con, Mor­pheus, Dorf­Con, Grü­ner Dra­che), auf ande­ren Ver­an­stal­tun­gen wie  der Spie­le­messe in Essen, der RPC oder dem Drei­eich­Con mit Ver­eins­stand,  oder auf unse­ren regel­mä­ßi­gen Stamm­ti­schen z.B. in Düs­sel­dorf, Herne, Köln  oder Bonn tref­fen. Kon­takt kann man natür­lich auch über Email oder unser  Ver­eins­fo­rum aufnehmen. 

Roger: Rück­be­trach­tet über die His­to­rie — was war der grösste Pat­zer, was war der grösste Erfolg?

Willi: Pat­zer? Quatsch, immer alle Wür­fel­pro­ben bestan­den.  Es gab viele Pat­zer,  wo viel gemacht wird, kann viel schief gehen, aber „den einen gro­ßen Pat­zer“  könnte ich so aus dem Steh­greif nicht benen­nen. Als größ­ter Erfolg könnte man viel­leicht die Tat­sa­che sehen, dass es die Gilde immer noch als Aktiv­pos­ten gibt (dem­nächst immer­hin 25jähriges Ver­eins­ju­bi­läum), und dass sie dabei immer noch zahl­rei­che Events durchführt.

Roger: Was plant ihr in der Zukunft grosses?

Willi: Busi­ness as usual, die Pla­nun­gen für Feen­Con 2012 sind schon im vol­len Gange. Am 14. und 15. Juli wird wie­der ein Wochen­ende in Godes­berg gezockt und alle haben hof­fent­lich wie­der eine Menge Spaß.

Roger: Wie geht ihr vor, wenn ihr die Bekannt­schaft unse­res Hob­bies meh­ren wollt und auch für ein Wie­der­er­star­ken der Szene sor­gen wollt?

Willi: Unse­ren Mög­lich­kei­ten ent­spre­chend ver­su­chen, Nicht-Rollenspieler mit den Inhal­ten unse­res Hob­bys ver­traut zu machen, und den Rol­len­spie­lern Mög­lich­kei­ten zu geben, sich in unser aller Hobby ein­zu­brin­gen. Dafür arbei­ten wir auch schon seit Beginn mit den Ver­la­gen und Geschäf­ten zusam­men. In die­sem Zusam­men­hang freuen wir uns über den ver­stärk­ten Ein­satz der Ver­lage in den letz­ten Jah­ren auf den Cons.

Roger: Was war die grösste Inno­va­tion im Rol­len­spiel für Euch in den letz­ten zwei Jahren?

Willi: Es gibt viele Inno­va­tio­nen und es wäre falsch ‚da nur eine als „die“ Grösste  hinzustellen.

Roger: Wür­det ihr sagen, dass die SPIEL die­ses Jahr eher ein wei­te­rer Schritt weg von der SPIEL, hin zur RPC war?

Willi: Ich denke, die Unter­schiede sind die­ses Jahr deut­li­cher her­vor­ge­kom­men als in den Jah­ren zuvor. Die SPIEL bie­tet ein grö­ße­res „fach­frem­des“ Publi­kum, für Wer­be­zwe­cke unse­rer Hob­bys sicher­lich nicht unin­ter­es­sant, die RPC dafür geeig­ne­tere Spiel­mög­lich­kei­ten und mehr RSP-lastiges Ange­bot für den Besu­cher. Wir wer­den auch in Zukunft auf bei­den Ver­an­stal­tun­gen ver­tre­ten sein.

Roger: Habt ihr ein paar abschlie­ßende Worte für unsere Leser?

Willi: Spielt wie­der mehr mit Freun­den, Ver­wand­ten, Bekann­ten, statt am Com­pu­ter und bringt so auch Neu­lin­gen den Reiz des Rol­len­spiels bei.

Roger: Danke für deine Zeit, Willi. Dem möch­ten wir uns anschliessen!

 


Wei­ter­füh­rende Links

  • Web­site
  • Mit­glieds­an­trag 
  • Sat­zung
  • Geschäfts­ord­nung
  • Der Film über die GFR

 

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