Roger Lewin ist Chefredakteur von Teilzeithelden und wurde in den frühen 70ern geboren. Er schätzt atmosphärisches Spiel und cineastische Systeme, die taktischen Tiefgang bieten. Mit simulativen Schwergewichten kann man ihn jedoch jagen. Seinen mathematisch-taktischen Anspruch erfüllt er bei Tabletops, da vor allem WH40K und X-Wing. Mehr über Roger erfahrt ihr mit einem Klick auf seinen Namen im Kopf des Artikels.

 

Treffpunkte
Januar 3, 2012 Geschrieben von Roger Lewin

Vorstellung: Gilde der Fantasy Rollenspieler e.V.

Vorstellung: Gilde der Fantasy Rollenspieler e.V.

Wir von den Teilzeithelden sind der Meinung, dass die Szene nur Wiedererstarken kann, wenn Vernetzungen viel stärker an der Tagesordnung sind. Die Berufswelt hat das schnell verstanden und auch unser Hobby sollte das Potential nutzen.

In diesem Rahmen werden wir Euch immer wieder Vereine und Clubs vorstellen, die sich die Phantastik zur Aufgabe gemacht haben. Wir machen heute den Anfang mit einem sehr alten Verein, der schon viele Jahrzehnte in Deutschland glänzt.

Die Rede ist von der Gilde der Fantasyrollenspieler e.V., kurz GFR, die sich zum Ziel gemacht hat, das Rollenspiel zu fördern.

Lokal ist die GFR in Nordrhein-Westfalen aufgestellt und ist regional von den sogenannten Regionalvertretungen repräsentiert. Zurzeit sind das Köln, Wesseling, Düsseldorf und Krefeld. Diese Regionalvertretungen oder der Verein im Gesamten organisieren regelmäßig Conventions, von denen die wohl bekannteste der FeenCon in Bonn ist. Andere bekannte Namen sind Morpheus, Hannover spielt, Grüner Drache  und so weiter.. Auch findet man die GFR auf der RPC, sowie auf der SPIEL in Essen. Eigentlich ist also alles wichtige heutzutage dabei!

Neben den Conventions existieren einige AGs (Arbeitsgruppen), die bestimmte Facetten des Hobbies herausgreifen und tiefer bearbeiten. Unter anderem finden sich dort AGs zu DSA, dem Morpheus-Con und Tabletop. Zusätzlich finden sich regelmäßige Stammtische bei den Regionalvertretungen. Im Web tauscht sich die GFR über das vereinseigene Forum aus.

Dem Verein steht der Magistrat vor, hier finden sich die Vorsitzenden, der Schatzmeister und der Chronist. Jede Regionalvertretung hat diese Struktur im Kleinen auch. Durch gute Kommunikation wird für einen Abgleich und eine solide Steuerung gesorgt. Wem das zu sehr nach Brieftauberzüchter klingt, dem sei gesagt, dass zum einen das deutsche Gesetz eine Struktur für Vereine vorschreibt, zum anderen ich selbst durch frühere Mitgliedschaft in der GFR bestätigen kann, dass es lange nicht so bürokratisch ist, wie es sich anhört. Als Verein, der auch Ausgaben hat, fordert die GFR einen Mitgliedsbeitrag im jährlichen Turnus ein.

Die GFR hat sich zum Ziel gesetzt, das Hobby bekannter zu machen und Interessierten die Möglichkeit zu bieten, das Hobby unverfänglich kennenzulernen.

Durch Anwesenheit auf Messen (etc) wird schnell und formlos Kontakt geschlossen und auch wenn es einen Mitgliedsantrag benötigt, um ganz beizutreten, ist dieses Procedere sehr entspannt und stressbefreit.

Wir hatten die Chance, ein Interview mit Willi Schumacher, dem zweiten Vorsitzenden des  Magistrates, zu führen, dieses wollen wir Euch hier unverändert zur Verfügung stellen:


Roger: Hallo Willi, danke, dass Du Dir etwas Zeit für uns genommen hast. Wir wollen unseren Lesern ein etwas besseres Bild der GFR vermitteln und haben daher einige Fragen an Dich!

Roger: Wann wurde die GFR gegründet?

Willi: Die Gilde als Verein wurde 1987 gegründet.

Roger: Was war in diesen vielen Jahren euer grösstes Event?

Willi: Seit Beginn unserer Con-Tätigkeit ist die alljährlich stattfindene FeenCon das besucherstärkste der von uns organisierten Events.

Roger: Wie kam die Idee zu diesem Event?

Willi: Der gemeinsame Wunsch eine Rollenspielconvention auf die Beine zu stellen und Besuchern die Möglichkeit zu geben, neue Leute kennen zu lernen und neue Spiele auszuprobieren.

Roger: Wodurch hebt Ihr Euch ab von anderen Vereinen?

Willi: Die Gilde ist sicherlich etwas anderes aufgestellt als andere Rollenspielvereine, da sie mit ihrer überregionalen Struktur etwas weiter agiert. Ansonsten hat der Verein wie andere auch seine Schwerpunkte gebildet und sich mit seinen Cons in der Rollenspiellandschaft etabliert.

Roger: Die GFR war doch früher grösser. Wie viele Mitglieder habt ihr jetzt  und was hat zu dem Schwinden geführt?

Willi: Von der reinen Mitgliederstärke hatte die Gilde Mitte der Neunziger ihren höchsten Stand, danach unterlag sie leider auch dem Problem vieler Vereine  was den Nachwuchs angeht. Aktuell hat die Gilde etwa 200 Mitglieder, wobei  bemerkenswert ist, dass der Verein auch mit der geschrumpften Zahl an  Aktiven fast sämtliche Events und Inhalte weiterhin ausführt bzw. anbietet,  und in den letzten Jahren sogar weitere Aufgaben , wie z.B. bei der RPC,  übernommen hat.

Roger: Wo trifft man Euch?

Willi: Wo immer ein Rollenspieler… Nein, ernsthaft, konkret kann man uns auf  unseren eigenen Veranstaltungen (FeenCon, Pfingst- und Winter-Pogo, Hspielt,  FanCon, Morpheus, DorfCon, Grüner Drache), auf anderen Veranstaltungen wie  der Spielemesse in Essen, der RPC oder dem DreieichCon mit Vereinsstand,  oder auf unseren regelmäßigen Stammtischen z.B. in Düsseldorf, Herne, Köln  oder Bonn treffen. Kontakt kann man natürlich auch über Email oder unser  Vereinsforum aufnehmen. 

Roger: Rückbetrachtet über die Historie – was war der grösste Patzer, was war der grösste Erfolg?

Willi: Patzer? Quatsch, immer alle Würfelproben bestanden.  Es gab viele Patzer,  wo viel gemacht wird, kann viel schief gehen, aber „den einen großen Patzer“  könnte ich so aus dem Stehgreif nicht benennen. Als größter Erfolg könnte man vielleicht die Tatsache sehen, dass es die Gilde immer noch als Aktivposten gibt (demnächst immerhin 25jähriges Vereinsjubiläum), und dass sie dabei immer noch zahlreiche Events durchführt.

Roger: Was plant ihr in der Zukunft grosses?

Willi: Business as usual, die Planungen für FeenCon 2012 sind schon im vollen Gange. Am 14. und 15. Juli wird wieder ein Wochenende in Godesberg gezockt und alle haben hoffentlich wieder eine Menge Spaß.

Roger: Wie geht ihr vor, wenn ihr die Bekanntschaft unseres Hobbies mehren wollt und auch für ein Wiedererstarken der Szene sorgen wollt?

Willi: Unseren Möglichkeiten entsprechend versuchen, Nicht-Rollenspieler mit den Inhalten unseres Hobbys vertraut zu machen, und den Rollenspielern Möglichkeiten zu geben, sich in unser aller Hobby einzubringen. Dafür arbeiten wir auch schon seit Beginn mit den Verlagen und Geschäften zusammen. In diesem Zusammenhang freuen wir uns über den verstärkten Einsatz der Verlage in den letzten Jahren auf den Cons.

Roger: Was war die grösste Innovation im Rollenspiel für Euch in den letzten zwei Jahren?

Willi: Es gibt viele Innovationen und es wäre falsch ,da nur eine als „die“ Grösste  hinzustellen.

Roger: Würdet ihr sagen, dass die SPIEL dieses Jahr eher ein weiterer Schritt weg von der SPIEL, hin zur RPC war?

Willi: Ich denke, die Unterschiede sind dieses Jahr deutlicher hervorgekommen als in den Jahren zuvor. Die SPIEL bietet ein größeres „fachfremdes“ Publikum, für Werbezwecke unserer Hobbys sicherlich nicht uninteressant, die RPC dafür geeignetere Spielmöglichkeiten und mehr RSP-lastiges Angebot für den Besucher. Wir werden auch in Zukunft auf beiden Veranstaltungen vertreten sein.

Roger: Habt ihr ein paar abschließende Worte für unsere Leser?

Willi: Spielt wieder mehr mit Freunden, Verwandten, Bekannten, statt am Computer und bringt so auch Neulingen den Reiz des Rollenspiels bei.

Roger: Danke für deine Zeit, Willi. Dem möchten wir uns anschliessen!

 


Weiterführende Links

  • Website
  • Mitgliedsantrag 
  • Satzung
  • Geschäftsordnung
  • Der Film über die GFR

 


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