Bericht: RatCon 2012

Aug 12

Bericht: RatCon 2012

Am ver­gan­ge­nen Sams­tag besuch­ten unser Gast­au­tor Jan und ich den Rat­Con 2012. Erst­mals fand er in der Stadt­halle Unna statt und bemühte sich, mit einem neuen Kon­zept zu glänzen.

Bedingt durch andere Ter­mine reis­ten wir erst um 17 Uhr an und blie­ben bis ca. 22 Uhr. Die neue Loca­tion teilte sich auf 3 Ebe­nen auf. Im Erd­ge­schoss fan­den sich haupt­säch­lich Aus­stel­ler wie Ver­lage und Händler.

Neu­gie­rig ließ ich mir beim Uhr­werk Ver­lag die Neu­ig­kei­ten zei­gen. Das neue Space 1889 Regel­werk in der limi­tier­ten und unli­mi­tier­ten Ver­sion macht einen sehr guten Ein­druck, wenn es um Optik geht, hat aber auf den ers­ten Blick sehr lange Text­wände, die kaum durch Gra­fi­ken auf­ge­bro­chen wer­den. Voll­far­big wird es bei den Cha­rak­ter­kon­zep­ten, unter denen sich typi­sche Aetherpunk/Pulp-Charaktere wie der For­scher, die Che­mi­ke­rin oder der Diplo­mat ver­ber­gen. Aber auch der mar­sia­ni­sche But­ler. Ja, marsianisch.

Worum geht es in Space 1889? Tho­mas Edi­son hat den Aether­pro­pel­ler erfun­den, der Ihm erlaubt, die Wei­ten des Welt­alls zu erkun­den. Bei einem Flug hava­riert er auf dem Mars und fin­det dort in der Tat intel­li­gen­tes Leben, eine ehe­ma­lige Hoch­kul­tur. Bald haben alle kolo­nia­li­sie­ren­den Mächte die neue Tech­no­lo­gie und das Wett­ren­nen um Res­sour­cen und Kolo­nien auf Mars, Mer­kur und Venus beginnt. (Kau­fen bei Ama­zon)

Das Con­tact RPG Aben­teuer „Zug um Zug“ ist eine Soft­co­ver Aus­gabe. Die Cha­rak­tere müs­sen einen atom­ge­trie­be­nen Zug stop­pen, der, außer­ir­di­sche Fracht trans­por­tie­rend, außer Kon­trolle gerät. Beim Durch­blät­tern macht es einen soli­den Ein­druck, beinhal­tet Kar­ten­ma­te­rial des Zuges (nicht in Battlemap-Größe) und auch eini­ges an Tabel­len und klei­ne­ren Regeln, um den Anspruch des kampf­si­mu­la­ti­ven Sys­tems gerecht zu wer­den. (Kau­fen bei Ama­zon)

Für Myra­nor erschien die Antho­lo­gie namens „Im Zei­chen der Göt­ter“. Die­ses bie­tet drei Aben­teuer rund um reli­giöse Kulte. Im Netz der Spinne befreien die Hel­den das Rat­ten­vier­tel in Esh­ba­thya Nah­am­bath von einem Kult. In Wind und Wogen erhebt die Göt­tin Cha­rypta ihr Haupt, als ein Arte­fakt gestoh­len wird. In Die Tage des Sie­ges liegt ein Schat­ten über den all­jähr­li­chen Spie­len in Sidor Har­pax. (Kau­fen bei Ama­zon)

Beim Gast­ge­ber Ulis­ses habe ich lei­der die Auto­ren ver­passt, die mir tie­fere Infor­ma­tio­nen zu den Ver­öf­fent­li­chun­gen hät­ten geben kön­nen, was mich aber nicht davon abge­hal­ten hat, den­noch einen Blick auf all die schö­nen Dinge zu werfen.

Begin­nen wir mit dem wohl am meist erwar­te­ten „Geheim­band“ für DSA, der als Ele­men­tare Gewal­ten offen­bart wurde. Hier geht es um Djinne, Ele­men­tar­geis­ter und art­ver­wandte Wesen. Deren Habi­tate, Ver­hal­ten, Kräfte und Mög­lich­kei­ten wer­den beschrie­ben, zusätz­lich gibt es Regeln, diese Wesen zu ban­nen oder zu versklaven/binden. Wel­che Aus­wir­kun­gen auf die Spiel­ba­lance dar­aus her­vor­ge­hen wer­den, konnte man mir lei­der nicht sagen. Die limi­tierte Ver­sion sieht im Leder­co­ver sehr schick aus und liegt auch gut in der Hand, mit 50 EUR ist der Preis auch nicht zu hoch. Im Herbst erscheint die unli­mi­tierte Vari­ante mit einem Preis rund um die 30 EUR.

Nicht weni­ger inter­es­sant waren die Minia­tu­ren für Schick­sals­pfade, das kom­mende Skirmisher-Tabletop für DSA. Die Minia­tu­ren für das kai­ser­li­che Heer und Boron’s Hand konnte man bereits bemalt wie unbe­malt sehen und auch in zwei­ter Aus­füh­rung kau­fen. In Bezug auf Fili­gra­ni­tät kann ich hier sagen, dass sie sich im guten Mit­tel­feld befin­den, man wird ver­mut­lich bei der Bema­lung noch eini­ges her­aus­ho­len müs­sen, da alle Struk­tu­ren nicht son­der­lich tief oder aus­ge­prägt waren.

Wei­tere Neu­hei­ten umfassen:

  • Im Feuer der Esse von Judith C. Vogt. Hier wird die Geschichte aus Im Schat­ten der Esse fort­ge­führt. (Kau­fen bei Ama­zon)
  • Der Fluch des Fluß­va­ters, ein neuer Aben­teu­er­band rund um Havena, mit Thor­wa­lern, der Hrann­gars­brut  und lau­ter fins­te­ren Machen­schaf­ten der Dämo­nin Cha­ryp­to­roth. (Kau­fen bei Ama­zon)

Wei­tere Infor­ma­tio­nen u.a. zu den anste­hen­den Relea­ses für DSA fin­den sich bei orkenspalter.de. (Klick und Klick)

Pega­sus hatte kei­nen Ver­triebs­stand, aber dafür einen Stu­fen­saal mit vie­len Ein­füh­rungs­run­den. Bei einem Plausch erfuhr ich neben vie­len ande­ren Din­gen auch eine kleine Rand­in­for­ma­tion: Pega­sus hat die Ver­triebs­li­zenz für D&D 5 (oder wie immer es hei­ßen wird). Eine Über­set­zung ist anfangs nicht geplant, wie es sich in der Zukunft ver­hält, muss sich erst zei­gen. Aber zuerst muss es erst mal auf dem Markt sein.

Über­rascht hat es mich nicht, Ulis­ses hat DSA als Zug­pferd, da wür­den sie sich nicht noch D&D dazu holen. Beide Spiele wür­den sich nur ins Gehege kom­men, mei­ner Ein­schät­zung nach.

In den obe­ren Eta­gen fand ich einige andere Ver­lage, schaute zu bei den Batt­le­tech Meis­ter­schaf­ten und traf auch Tom Daut. Für viele Vor­träge und Semi­nare, die mich inter­es­siert hät­ten, kam ich lei­der zu spät.

Eines muss man der neuen Loca­tion las­sen. Durch die starke Ver­win­ke­lung der Räum­lich­kei­ten, die eigent­lich keine ist, denn viele Räume sind durch zuklapp­bare oder her­ab­lass­bare Wände wei­ter auf­teil­bar, hat man zum einen das Manko, dass die Ört­lich­keit irgend­wie leer erscheint, obgleich bereits 500 Park­plätze ver­ge­ben sind, zum ande­ren aber den Vor­teil, nur sel­ten durch den etwai­gen Lärm ande­rer Spiel­run­den beim eige­nen Spiel gestört zu werden.

Ein Kom­pass im Haupt­ein­gang hilft Spie­lern, den Weg in den ent­spre­chen­den Flü­gel des Gebäu­des zu fin­den. Her­um­ir­rende Con­be­su­cher fand ich selten.

Für uns klang der Abend bei einem Nackensteak und kal­tem Bier im Gar­ten des Gelän­des aus, wo wir den ange­neh­men und anspre­chen­den Klän­gen von Cat­hain lausch­ten, die ein Kon­zert gaben.

Fotos und Impres­sio­nen fin­det ihr auf dem Foto­stream von mchen­ryarts auf Flickr. Eine schöne Besu­cher­be­trach­tung fin­det sich hier: Der Wür­fel­held auf dem Rat­Con. Das Haupt­manko der letz­ten Jahre — nach außen hin wirr wir­kende Orga­ni­sa­tion und man­gelnde Sau­ber­keit wur­den offen­bar ange­packt und in wei­ten Berei­chen deut­lich verbessert.

 

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2 Kommentare

  1. Dass Pega­sus kei­nen Ver­kaufs­stand hatte, sollte eigent­lich nicht über­ra­schen — haben die jemals einen auf der Rat­Con gehabt? Ich meine, den Ver­kaufs­stand immer nur auf RPC, SPIEL und Nord­Con zu sehen — nicht ein­mal auf der Feen­Con ist einer, IIRC. Da war schon eher ‚neu‘, dass Pega­sus über­haupt wie­der auf der Ratte stand und auch das ‚tra­di­tio­nelle‘ Crusade-Turnier wie­der statt­fand. Auf der Rat­Con war Pega­sus ja die letz­ten Jahre nicht mehr ver­tre­ten gewesen…

  2. Bis vor eini­gen Jah­ren hat­ten Pega­sus durch­aus einen „out­ge­sourc­ten“ Ver­kaufs­stand auf der RatCon.

    „Über­rascht hat es mich nicht, Ulis­ses hat DSA als Zug­pferd, da wür­den sie sich nicht noch D&D dazu holen. Beide Spiele wür­den sich nur ins Gehege kom­men, mei­ner Ein­schät­zung nach.“

    Ulis­ses ver­legt mome­tan Path­fin­der, den größ­ten D&D Able­ger auf dem Markt. Der scheint nicht so sehr im DSA-Revier zu wil­dern. D&D UND Path­fin­der wären aller­dings wohl zu viel des Guten.

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