Quo vadis, Teilzeithelden?

Aug 15

Quo vadis, Teilzeithelden?

Nun gibt es uns schon ein Jahr. Gar nicht beson­ders lang eigent­lich, aber den­noch war es eine Zeit vol­ler span­nen­der Ent­de­ckun­gen über die Szene, die Welt der Spiele und nicht zuletzt auch über uns selbst. Zeit also zurück und vor­aus zu blicken.

 

 

 

Woher kamen wir?

Wir began­nen als Rol­len­spie­ler, die teils seit Ende der Acht­zi­ger Jahre spie­len, die sich für das Hobby begeis­tern und auch immer ein offe­nes und neu­gie­ri­ges Ohr haben für The­men, die irgend­wie dem Hobby „Tisch­rol­len­spiel“ anver­wandt sind, sei es nun LARP (egal, ob Fan­tasy oder Vam­pire: The Mas­quer­ade), MMORPG (World of War­craft, Runes of Magic, Star Wars: The Old Repu­blic, andere), Brett­spiel­wel­ten, Romane und eini­ges mehr.

Viele von uns haben schon in der einen oder ande­ren Form geschrie­ben, ent­we­der in Foren als Gil­den­lei­ter, in Form von Regel­wer­ken und Kon­zep­ten für ver­schie­dene Liverol­len­spiel­sys­teme, als pri­vate Blog­ger oder auch als hob­by­ba­sierte Romanschriftsteller.

Was muss­ten wir leis­ten? Na, wir haben die letz­ten 10 Jahre die Szene nicht kon­zen­triert beob­ach­tet. Roger hat wäh­rend des Stu­di­ums einige Zeit in einem Fan­tasy Laden gear­bei­tet und hat daher viel mit­be­kom­men. Aller­dings ging die ganze Lai­en­theo­rie (GSM, Forge, Big Modell, etc.) kom­plett an uns vor­bei. Das musste auf­ge­ar­bei­tet wer­den und hat zu Beginn, so muss ich ganz offen sagen, auch dafür gesorgt, dass wir uns durch unsere Unkennt­nis mehr als ein­mal in die Nes­seln gesetzt haben.

Vor einem drei­vier­tel Jahr stell­ten wir zudem fest, dass wir eine interne Qua­li­täts­si­che­rung brauch­ten, die haupt­säch­lich sprach­lich, aber auch zu Tei­len inhalt­lich die Arti­kel prüfte, bevor sie online gehen. Also haben wir eine Redak­tion auf­ge­baut. Naja, wer fällt, lernt auch wie­der aufzustehen.

Per­so­nell hat sich bei uns Eini­ges getan. Anfangs such­ten wir im Freun­des– und Bekann­ten­kreis, ob jemand Lust hatte, mit­zu­schrei­ben. Bald stellte sich her­aus, dass das regel­mä­ßige Schrei­ben, oder bes­ser fan­gen wir noch einen Schritt vor­her an, das Fin­den von The­men, gar nicht so ein­fach war. Also musste Struk­tur rein. Mitt­ler­weile haben wir Team­mit­glie­der, die zwei bis drei Arti­kel je Monat lie­fern, Mit­glie­der, die ein­mal im Monat lie­fern und Mit­glie­der, die je nach Lust und Laune schreiben.

Natür­lich kann die­ses Pro­jekt nicht beste­hen, wenn wir nur dar­auf war­ten, dass unsere Auto­ren gerade mal Lust haben, etwas zu schrei­ben.. Bestän­dig­keit ist wich­tig und muss gewahrt wer­den. Durch Kon­takte im Web fan­den wir wei­tere Auto­ren, die für uns rezen­sie­ren und dafür das Rezen­si­ons­ma­te­rial behal­ten dürfen.

Auch durch die Berichte im Fan­dom Obser­ver und Zunft­blatt fan­den wei­tere Auto­ren zu uns, so dass wir uns in der glück­li­chen Lage befin­den, zur Zeit 14 Leute im Team zu haben, die alle auf die eine oder andere Art hel­fen, dass die­ses Blog­ma­ga­zin lebt. Einige haben wir ange­spro­chen, andere haben sich von selbst bei uns gemel­det mit dem Wunsch, für uns zu schreiben.

The­ma­tisch bewe­gen wir uns immer wie­der zwi­schen den mei­nungs­ge­trie­be­nen Inhal­ten eines Blogs und den sach­lich beleuch­ten­den Arti­keln eines Maga­zins hin und her. Daher suchen wir schon seit etwas län­ge­rer Zeit ein neues Design, wel­ches dem Anspruch eines Web­zi­nes und unse­ren Vor­stel­lun­gen dazu gerecht wird.

Tech­nisch hat sich Eini­ges getan, nach­dem wir vor einem hal­ben Jahr Pro­bleme mit den Lade­zei­ten hat­ten und ver­schie­dene Caching Lösun­gen aus­pro­bie­ren muss­ten. Mitt­ler­weile haben wir in Fire­fox, Chrome und Inter­net Explo­rer gute, im Safari erträg­li­che Ladezeiten.

Auch konn­ten wir bin­nen die­ses Jah­res sehr gute Kon­takte zu Ver­la­gen, Auto­ren und Event-Organisatoren auf­bauen. Das hat beson­dere Bedeu­tung für uns, denn, auch wenn wir keine News­pos­ter sein wer­den und auch nicht sein wol­len, ist es wich­tig für uns, am Puls der Zeit zu sein.

Wohin gehen wir?

Ich betrachte uns immer mehr als Web­zine, denn als Blog. Es ist auch mein Wunsch, in diese Rich­tung zu gehen. Unser Design muss dafür mehr Con­tent auf glei­chem Raum bereit­stel­len, die Chance bie­ten, alte und gute Inhalte leicht auf­zu­fin­den, den Leser bin­den und ein­la­den, bei uns zu ver­wei­len. All das, ohne unüber­sicht­lich zu sein.

Ich betrachte uns auch als Multi-Autoren-Plattform. Eine Teilzeithelden-Meinung gibt es nicht. Es gibt die Mei­nung des Autors XYZ, der bei den Teil­zeit­hel­den schreibt. Das möchte ich unbe­dingt bei­be­hal­ten, denn es belebt die Viel­falt unse­res Pro­jek­tes. Auch möchte ich, dass jeder sei­nen eige­nen Schreib­stil bei­be­hält, voll­kom­men egal, ob die­ser ver­schlun­gen und quasi-wissenschaftlich ist oder eher auf einer per­sön­lich nahen kum­pel­haf­ten Art. Ich finde, genau das macht einen Teil des Pro­jek­tes „Teil­zeit­hel­den“ aus.

Wäh­rend wir frü­her Con­tent mehr oder min­der dann ver­öf­fent­licht haben, sobald er redi­giert wurde, pla­nen wir heut­zu­tage schon zwei bis drei Monate mit The­men im Vor­aus, las­sen aber genug Frei­raum, um spon­tane Ideen zwi­schen zuschie­ben. Nach jet­zi­ger Erkennt­nis wer­den wir künf­tig mon­tags, mitt­wochs und sams­tags neue Inhalte ver­öf­fent­li­chen, mit der Option am Frei­tag leicht­gän­gige Kost ein­zu­fü­gen. Das kön­nen Rezepte für den Spiel­tisch, Kurz­film­vor­stel­lun­gen, Anek­do­ten aus Tischrollenspiel-Runden sein oder vergleichbares.

Wir waren und wer­den nie auf eine bestimmte Strö­mung inner­halb der Spiel­stile aus­ge­rich­tet sein. Wir wer­den auch eher sel­ten wirk­lich tief in bestimmte Sys­teme abtau­chen. Wir sehen unse­ren Auf­trag als erklä­rend und auf­zei­gend an. Unsere Per­spek­tive ist sozu­sa­gen aus des Vogels Sicht.

Eine Bespre­chung über ein bestimm­tes Detail eines Spiels würde nicht zu unse­ren Inhal­ten pas­sen, diese Auf­gabe belas­sen wir bei den Fan­blogs, die sich auch in der wirk­li­chen Tiefe eines RPG Sys­tems deut­lich bes­ser aus­ken­nen, als wir es könn­ten. Wir möch­ten die Phan­tas­tik mit ihrer gan­zen Band­breite (wohl­ge­merkt aber aus­ge­hend vom Tisch­rol­len­spiel) bespre­chen und vorstellen.

Bin­nen eines Jah­res haben wir unsere Leser­zah­len ver­dop­peln kön­nen. Unter ande­rem haben wir die­sen Erfolg auch der Wer­bung durch Flyer und Visi­ten­kar­ten, die wir auf ver­schie­de­nen Con­ven­ti­ons ver­teilt haben, zu ver­dan­ken. Wir wer­den uns wei­ter­hin bemü­hen auf inter­es­san­ten Events zu erschei­nen und davon zu berich­ten, auch wenn die Akkre­di­tie­rung für ein Fan-Webzine nicht immer ein­fach ist.

Wohin geht es also? Ein klein wenig mehr Pro­fes­sio­na­li­tät, eine höhere Leser­quote, mehr Prä­senz auf Events, ein ande­res, aber ähn­li­ches Design und hof­fent­lich eine große Menge zufrie­de­ner Leser, die uns gerne oft besu­chen. Und viel­leicht noch­mal eine Ver­dopp­lung der Leserzahlen.


Was wür­det Ihr von uns erwarten?

 

Arti­kel­bild: muresan113 

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5 Kommentare

  1. Zunächst mal herz­li­chen Glück­wunsch. Ihr habt euch ja wirk­lich schnell eta­blie­ren kön­nen, und das auch aus­ge­spro­chen verdient.

    Was ich mir wün­schen würde: Ein biss­chen Bour­le­vard. Wer ist … eigent­lich, was treibt der noch so (außer Rol­len­spiel), wie sieht er aus. Aber um ganz ehr­lich zu sein, soll­tet ihr mich danach fra­gen (obwohl ich defi­ni­tiv nicht wich­tig bin), würde ich die Fra­gen nicht beant­wor­ten und nicht wol­len, dass ihr ein Bild von mir ver­öf­fent­licht. Also ist das viel­leicht gar nicht mög­lich, sol­che Por­taits über­haupt zu schreiben.

  2. Vie­len Dank — so ein wenig machen wir das ja schon, wenn wir Spie­le­au­to­ren inter­viewen oder andere Blog­ger vor­stel­len. Ich muss mal mit dem Team über­le­gen, ob man das gewinn­brin­gend für die Leser­schaft nutzen/erweitern kann.

  3. Hm, ja, keine schlechte Idee. So ein paar „bunte Hunde“ aus der deutsch­spra­chi­gen Rol­len­spiel­szene könnte man ja mal fra­gen. Oder meinst Du das auch in Ver­bin­dung mit einer Blog­vor­stel­lung zum Beispiel?

  4. Michael /

    Na das nenne ich doch mal ein gutes Credo und eine fun­dierte Vor­stel­lung von Eurer Zukunft. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

  5. Ich hoffe, wir kön­nen die gro­ßen Vor­stel­lun­gen hal­ten ;)

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