Rollenspiel: ‚Theorie‘ vs. ‚Forschung‘

Sep 22

Rollenspiel: ‚Theorie‘ vs. ‚Forschung‘

Die­ser Arti­kel ist Teil 2 der Serie rund um Rol­len­spiel­for­schung und –wis­sen­schaft von Laura Flöter.

 

 

 

 

 

Ein­lei­tung: Was gab’s bis­her, und wie geht’s weiter?

Der letzte Bei­trag hat sich mit den Theo­rien und Model­len befasst, die als ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ bekannt gewor­de­nen sind. Die Idee hin­ter GNS, Big Model und Spie­ler­ty­pen wurde kurz erör­tert, ihr kon­kre­ter Nut­zen am Spiel­tisch dar­ge­stellt, und der ‚Erkennt­nis­an­spruch‘ umris­sen, den die Theo­reme gel­tend machen kön­nen: Es geht ihnen darum, Rol­len­spiel nicht nur ‚naiv‘ zu spie­len, son­dern auch auf einer Meta-Ebene dar­über zu spre­chen, um das Rol­len­spiel bes­ser zu ver­ste­hen und letzt­lich auch ‚bes­ser‘ zu machen bzw. zu spie­len; es geht also um Spiel­pra­xis. Es bie­tet sich an, nach dem Blick auf ihre Pro­dukte nun danach zu fra­gen, was die ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ selbst eigent­lich ist, und sie im Rah­men ihres Bezugs­sys­tems ein­zu­ord­nen – der Theo­rie. Darum geht es in die­sem Beitrag.

 ,Rol­len­spiel­theo­rie‘ vs. ‚Rol­len­spiel­for­schung‘ – der kleine Unterschied

In der Ein­lei­tung: Ein Spiel macht Ernst – So kam die Theo­rie ins Spiel! zum letz­ten Bei­trag ist eine begriff­li­che Bestim­mung der ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ bereits ange­klun­gen: Sie ist eine Modell­samm­lung von Spie­lern für Spie­ler – Erfah­run­gen aus Dut­zen­den von Stun­den Spiel­zeit, die inter­es­sierte und enga­gierte Auto­ren mit gro­ßer Sorg­falt zusam­men­ge­tra­gen, sys­te­ma­ti­siert und kate­go­ri­siert haben, um sie auf Fra­gen oder Pro­blem­stel­lun­gen anzu­wen­den, wie sie sicher­lich viele Spiel­run­den in der einen oder and­ren Form kennen.

Die Pro­dukte der ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ wer­den über­wie­gend im Inter­net ver­öf­fent­licht, in Blogs, Wikis und Foren1, und dann wei­ter­ent­wi­ckelt durch die Ideen Dut­zen­der krea­ti­ver und theo­re­tisch inter­es­sier­ter Spie­ler. So sind die Inhalte der ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ auto­ma­tisch durch­setzt mit Nie­der­schlä­gen aus der Sozio­lo­gie, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft, Infor­ma­tik – woran auch immer Auto­ren und Benut­zer sich gedank­lich abge­ar­bei­tet haben, um die­ses ‚Kon­den­sat‘ impli­zi­ten Wis­sens dann zum phan­tas­ti­schen Rol­len­spiel in Bezug zu set­zen. Impli­zit – das heißt nun ‚auf aka­de­misch‘: ohne Ver­weise auf ein­schlä­gige Arbei­ten aus den ent­spre­chen­den wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen, die für die Ideen der ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ Pate standen.

Die ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ ist sich des­sen voll­kom­men bewusst. Laws selbst legt es auch expli­zit dar – weil seine Spie­ler­ty­pen auf brei­ter Ebene wahr­ge­nom­men und ein ‚Para­de­bei­spiel‘ für die Ergeb­nisse der ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ gewor­den sind, kann auch seine Ein­schät­zung als bei­spiel­haft gel­ten: „Ever­y­thing in this docu­ment is not­hing more nor less than „What Ron Thinks.“ […] It is not a con­sen­sus view of mem­bers of the Forge, nor is it a com­mit­tee effort of any kind. It is most espe­cially not an expec­ta­tion for what you’re sup­po­sed to think or believe.“2 Aus die­sem ‚Bekennt­nis‘ las­sen sich einige wich­tige Fol­ge­run­gen ablei­ten – und diese wie­derum hel­fen, die ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ einzuordnen.

Die ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ nutzt weder ein ein­heit­li­ches Voka­bu­lar, noch herrscht Über­ein­stim­mung hin­sicht­lich des ‚Gel­tungs­be­reichs‘ ihrer Pro­dukte – z.B., ob die Erkennt­nisse nur auf ein bestimm­tes oder grund­sätz­lich auf alle Rollenspiel-Systeme zu über­tra­gen sind. Sie erhebt kei­nen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit oder auch nur auf Rich­tig­keit ihrer Ergeb­nisse.3 Hierin besteht an und für sich kein Pro­blem – diese Punkte for­mu­lie­ren im Grunde die Gren­zen der Mög­lich­kei­ten des mensch­li­chen Wis­sens an sich.

Ein ande­rer Punkt aber fällt stär­ker ins Gewicht. Wenn­gleich die ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ mit einem gewis­sen Recht als Auto­ri­tät auf dem Gebiet der abs­trak­ten Dis­kus­sion von Rol­len­spie­len emp­fun­den wer­den mag – es ist ein­deu­tig, dass sie weit davon ent­fernt ist, alles über Rol­len­spiel gesagt zu haben, was es zu sagen gibt. Vor allem aber, dass sie an ihre Gren­zen stößt, wenn es um eine ‚Theo­rie des Rol­len­spiels‘ gehen soll, die sich auch nur im Ent­fern­tes­ten als ‚wis­sen­schaft­lich‘ und in die­sem Sinne ver­bind­lich ver­steht. Warum ist das so?

In der über­wie­gen­den Zahl der Bei­träge zur ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ fin­det man keine Ver­weise auf die wis­sen­schaft­li­chen Instru­mente, die zu ihrer Erar­bei­tung her­an­ge­zo­gen wur­den. ‚Ohne Fuß­no­ten‘ aber kann ein Text nicht als ‚wis­sen­schaft­lich‘ gel­ten, auch, wenn er sich auf hohem intel­lek­tu­el­len Niveau mit einem Sach­ver­halt befasst.4 Ent­spre­chend kann er kei­nen Anspruch auf theo­re­ti­sche Ver­bind­lich­keit erhe­ben. Um trotz­dem den intel­lek­tu­el­len Anspruch zu wür­di­gen, der hin­ter den Ent­wick­lun­gen der ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ steht, bie­tet sich m.E. der Begriff ‚para­wis­sen­schaft­lich‘5 an, denn auf inhalt­li­cher Ebene las­sen sich in vie­len Bei­trä­gen Merk­male aka­de­mi­schen Arbei­tens fest­stel­len – so z.B. die Abs­trak­ti­ons­ebene, auf der z.T. argu­men­tiert wird, die Sys­te­ma­ti­sie­rung und Kate­go­ri­sie­rung der Gedan­ken­gänge, die genaue Beschrei­bung des Gegen­stan­des etc. Die Bedeu­tung von ‚para­wis­sen­schaft­lich‘ kann also, bezo­gen auf diese Texte, in etwa mit ‚dem For­ma­len nach nicht aka­de­misch‘ umschrie­ben werden.

Der ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ an sich und ihrem Zweck braucht das nicht viel aus­zu­ma­chen – es geht ihr ja ohne­hin nicht um eine Erör­te­rung des Gegen­stan­des ‚phan­tas­ti­sches Rol­len­spiel‘ im akademisch-wissenschaftlichen Sinne, son­dern in der Haupt­sa­che eben um den ‚All­tags­ge­brauch.‘ Also kann die ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ kann so zwar nicht als ‚theo­re­tisch‘ im wis­sen­schaft­li­chen Sinne ver­stan­den wer­den, aber in dem Sinne, dass sie eine gewisse Ver­all­ge­mei­ner­bar­keit anstrebt – Rol­len­spiel von einer Meta-Ebene herab betrachtet.

Es geht an die­ser Stelle kei­nes­falls darum, die in ihrem Rah­men erbrach­ten Leis­tun­gen Ein­zel­ner und Spiel­er­grup­pen zu ent­wer­ten – im Gegen­teil: Ohne die lang­jäh­rige Vor­ar­beit, die Begeis­te­rung und den Ehr­geiz der akti­ven Spie­ler­schaft wäre die ‚Rol­len­spiel­for­schung‘, wie wir sie heute im aka­de­mi­schen Kon­text ken­nen, wahr­schein­lich so nicht denk­bar – die aktive Spie­ler­schaft treibt auch im deutsch­spra­chi­gen Raum ‚die For­schung‘ voran, the­ma­ti­siert immer neue Aspekte, regt zur Dis­kus­sion an. Dies zeigt nicht zuletzt auch, wie viel­sei­tig der Gegen­stand ist, wie viel es auf der ‚wis­sen­schaft­li­chen Land­karte‘ des phan­tas­ti­schen Rol­len­spiels noch zu ent­de­cken gibt – und gilt. Wer hier als Rol­len­spiel­for­scher im aka­de­mi­schen Sinne genau hin­hört, kann wert­volle Hin­weise erhalten.

Es geht also viel­mehr darum, ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ in den rich­ti­gen Zusam­men­hang zu stel­len, in dem sie glän­zen kann – eben den der aktu­el­len Spiel­pra­xis. Hier leis­tet sie unend­lich viel mehr als jede noch so fun­dierte aka­de­mi­sche For­schungs­ar­beit, und sei sie mit tau­send Fuß­no­ten gespickt!

Den dar­ge­leg­ten Pro­duk­ten der ‚Rol­len­spiel­theo­rie‘ ste­hen nichts­des­to­we­ni­ger aka­de­mi­sche Texte ent­ge­gen; der Hin­ter­grund und die Inten­tion die­ser Rol­len­spiel­for­schung aber ist eine andere. Aus ihren Erkennt­nis­sen kön­nen zwar durch­aus best prac­tices erwach­sen – das Ver­ste­hen von Zusam­men­hän­gen muss sich ja wenigs­tens indi­rekt auswirken.

Flo­rian Ber­ger zeigt den Unter­schied so auf: „[…] Fra­ge­stel­lun­gen nach der Aus­wahl von Zufalls­ta­bel­len, Anzahl und Art der Wür­fel beim Sys­tem­de­sign, Trans­for­ma­tion von Regel­wer­ken auf Set­tings, Musik ja/nein und sogar for­gige Sachen wie „Kicker“ [gehö­ren nach mei­nem Emp­fin­den, Mod. LF] zu best prac­tices, haben aber nichts oder nur wenig mit „Rol­len­spiel­theo­rie“ nach mei­ner Les­art zu tun (obwohl das selbst­ver­ständ­lich durch­aus theo­re­ti­sche Fra­ge­stel­lun­gen sind).“6

Best prac­tices sind für die aka­de­mi­sche Rol­len­spiel­for­schung aber nur von unter­ge­ord­ne­ter Bedeu­tung. Sie nimmt sich viel­mehr vor, „das Phä­no­men „Rol­len­spiel“ erschöp­fend wis­sen­schaft­lich zu beschrei­ben. Ein kur­zes Satz für ein gewal­ti­ges Vor­ha­ben!“7

Und viel­leicht auch nicht auf den ers­ten Blick gleich ein­sich­tig. Da in die­sem Bei­trag ja nun die aka­de­mi­sche Rol­len­spiel­for­schung neben die Rol­len­spiel­theo­rie gestellt wer­den soll, ist es viel­leicht nötig, vorab ein paar Worte zu ihrem Sinn und Zweck zu verlieren…

Rol­len­spiel­for­schung – wie, warum und wozu?

Um diese Frage zu beant­wor­ten, möchte ich den unbe­kann­ten User dazu bit­ten, der Flo­rian Ber­gers Arti­kel zur aka­de­mi­schen Rol­len­spiel­for­schung und ihrem Sta­tus Quo (vor allem in Deutsch­land) fol­gen­der­ma­ßen kom­men­tiert: „Schließ­lich ist es [wahr­schein­lich gemeint: das Rol­len­spiel, Erg. LF] ein Nische. Warum sollte sich ein Wis­sen­schaft­ler damit beschäf­ti­gen und erst ein­mal die Grund­la­gen defi­nie­ren?“8

Wer sich aus wis­sen­schaft­li­cher Per­spek­tive mit dem phan­tas­ti­schen Rol­len­spiel befas­sen möchte, begeg­net frü­her oder spä­ter Aus­sa­gen wie die­sen – und eigen­ar­ti­ger­weise stam­men sie genauso aus der Szene selbst wie von Leu­ten, die über Rol­len­spiele nur das wis­sen, was in die Kate­go­rie ‚Kli­schee‘ fal­len dürfte. Die Quint­es­senz meint unge­fähr: ‚Rol­len­spiel ist kein Gegen­stand für echte wis­sen­schaft­li­che For­schung. Also kann Rol­len­spiel­wis­sen­schaft auch keine ‚echte‘ Wis­sen­schaft sein!‘ Was ist ‚dran‘ an die­ser Argumentation?

Bekannt­lich muss Wis­sen­schaft ihre Metho­dik legi­ti­mie­ren – also wie sie etwas unter­su­chen, die Ergeb­nisse doku­men­tie­ren und deu­ten und in die­sem Sinne zu einer ver­läss­li­chen Aus­sage kom­men will.9 Was Wis­sen­schaft aber nicht legi­ti­mie­ren muss, ist ihr Gegen­stand – also was sie unter­sucht. Gegen­stand der Wis­sen­schaft ist, kurz und bün­dig, alles, was es über­haupt über irgend etwas zu wis­sen geben kann: Die ganze Welt und alles darin und darum – wenn man also so möchte, die ‚Summe aller Nischen.‘ Denn jede Wis­sen­schaft besteht im Grunde aus ‚Nischen­fra­gen‘: Wis­sen­schaft­li­che Fra­ge­stel­lun­gen sind zumeist sehr prä­zise, ent­spre­chend eng gestellt und so auf einen bestimm­ten Aspekt fokus­siert. Es geht ihr ja gerade darum, Zusam­men­hänge im Detail zu ver­ste­hen. Nur, wenn die Wis­sen­schaft sich einem ganz neuen Gegen­stand zuwen­det, fragt sie all­ge­mein und bemüht sich, „erst ein­mal die Grund­la­gen [zu] defi­nie­ren“, um ein trag­fä­hi­ges Fun­da­ment für die auf­bau­en­den Gedan­ken­gänge zu schaffen.

Ver­steht man ‚Nische‘ im zwei­ten mög­li­chen Sinne – näm­lich als ‚inter­es­sant nur für eine geringe Zahl an Leu­ten, aus die­sem und jenem Grund‘ – so trägt das Argu­ment noch weni­ger. Denn Wis­sen­schaft an sich ist nur ihren Kri­te­rien ver­pflich­tet – aber kei­ner Lobby, kei­nem öko­no­mi­schen Kal­kül, der Beliebt­heit o.ä. Natür­lich ist es unleug­bar, dass den einen For­schungs­be­rei­chen, z.B. der Luft– und Raum­fahrt­tech­nik, mehr Geld für For­schungs­zwe­cke zur Ver­fü­gung gestellt wird als den sog. ‚Orchi­de­en­fä­chern‘ wie z.B. der Kris­tal­lo­gra­phie. Rol­len­spiel­for­schung kann sicher­lich zu die­sen gerech­net wer­den. Genauso wahr ist, dass es vor­nehm­lich öko­no­mi­sche Inter­es­sen sind, die den Grad der finan­zi­el­len Zuwen­dung an bestimmte Fächer bestim­men. Aber dies sind Umstände, die in den Bereich ‚Wis­sen­schafts­be­trieb‘ fal­len, und nicht in den der For­schungs­pra­xis selbst.

Die Ant­wort auf die Frage: ‚Aber warum erforschst du das denn?‘ wird also immer sein: ‚Weil es exis­tiert. Und weil es mich als Gegen­stand interessiert.‘

Und wie geht’s jetzt weiter?

Die­ser Arti­kel hat die bei­den ‚Zugänge‘ zur theo­re­ti­schen Unter­su­chung von Rol­len­spiel von­ein­an­der unter­schie­den und ihre jewei­li­gen Schwer­punkte und Inter­es­sen dar­ge­stellt. Der dritte und letzte Teil der Arti­kel­reihe über das Rol­len­spiel als theo­re­ti­schen Gegen­stand stellt die unter­schied­li­chen Blick­win­kel vor, unter denen ein­zelne aka­de­mi­sche Dis­zi­pli­nen das Rol­len­spiel betrachten.

 

Laura Flö­ter hat an der Uni­ver­si­tät Duisburg-Essen Kunst­päd­ago­gik, Deutsch und Phi­lo­so­phie auf Lehr­amt stu­diert. Seit 2010 arbei­tet sie am Insti­tut für Kunst und Kunst­wis­sen­schaft an ihrer Dis­ser­ta­tion über die Ästhe­tik des phan­tas­ti­schen Rol­len­spiels – seit 2011 ist sie auch Mit­glied der „Gesell­schaft für Fan­tas­tik­for­schung“. Neben ihrer aka­de­mi­schen Tätig­keit ist sie als Auto­rin (DER ENGEL­SE­HER, NIR­GEND­LAND) und frei­schaf­fende Künst­le­rin tätig. Seit sie sich vor mehr als zehn Jah­ren mit „RPG“ infi­ziert hat, ist Rol­len­spiel nicht nur ihr Hobby, son­dern ihre Phi­lo­so­phie. Mehr über Laura fin­det man auf ihrer Web­site: http://laurafloeter.de/
 

 


 

 1 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Rollenspieltheorie, Abschnitt „Das Big Model“, „Neuere Ent­wick­lun­gen“ [Abruf 25.06.12, 15:21h]

 2 http://www.indie-rpgs.com/articles/1/ [Abruf 26.07.12, 17:40h]

 3 vgl. http://www.indie-rpgs.com/articles/1/ ff. [Abruf 26.07.12, 17:40h]

 4 Die Ver­pflich­tung an die Stan­dards wis­sen­schaft­li­chen Arbei­tens erüb­rigt sich m.A. auch beim Thema ‚Rol­len­spiel‘ nicht, im Gegen­teil: Sie unter­mau­ert den theo­re­ti­schen Wert eines Gedan­kens oder Gegen­stan­des und zeigt, dass der Autor nicht nur seine eigene Mei­nung ver­tre­ten, son­dern Objek­ti­vi­tät her­stel­len möchte. Objek­ti­vi­tät ist der Kern­ge­danke aller ambi­tio­nier­ten For­schung, da sie nach Erkennt­nis strebt und so ech­ten Wis­sens­fort­schritt und kul­tu­relle Ent­wick­lung beför­dert. Die not­wen­dige Ver­bind­lich­keit erlan­gen Aus­sa­gen ent­spre­chend erst, wenn sie sich zu bereits ‚gesi­cher­tem‘ Wis­sen in Bezie­hung set­zen kön­nen – d.h. auf bereits erbrachte For­schungs­leis­tun­gen berufen.

 5 Prä­gung die­ses Begrif­fes zur Abgren­zung diese Modelle von Rollenspiel-Forschung im aka­de­mi­schen Ver­ständ­nis insb. durch Flo­rian Ber­ger in Anleh­nung an den kon­ven­tio­nel­len Gebrauch des Terms ‚Para­wis­sen­schaft‘, vgl. z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Parawissenschaft

 8 http://florian-berger.de/de/texte/rollenspiel/ade-rollenspieltheorie-ein-streifzug, [Abruf 16.09.2011, 07:26 h Anony­mous – bzw. the­Clone, www.herzliches-rollenspiel.de; wobei auch ein nick­name ja der Anony­mi­sie­rung dient…]

 9 zu den Kri­te­rien des wis­sen­schaft­li­chen Arbei­tens vgl. z.B. Eco, Umberto: Wie man eine wis­sen­schaft­li­che Abschluss­ar­beit schreibt. Doktor-, Diplom– und Magis­ter­ar­beit in den Geis­tes– und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten. 13., unver­än­derte Auf­lage. Wien, Facul­tas 2010. Aus dem Ita­lie­ni­schen von Wal­ter Schick

Auch lesens­wert:

8 Kommentare

  1. Inter­es­sant zu lesen, bitte mehr davon :)

  2. Adrian Bongarts via Facebook /

    :
    — und wie­der etwas schlauer…

    …ich als böser Spiel­lei­ter führe stän­dig Ver­su­che an mensch­li­chen Test­sub­jek­ten durch! Muhahaha

    — Alles für die Wis­sen­schaft ver­steht sich -

  3. Melanie Phantagrafie via Facebook /

    Sehr inter­es­sant! Genau so gut wie der erste Teil!

  4. Lol. Ich hab gerade wenig Zeit, aber zu dem unbe­kann­ten Kom­men­ta­tor bei Flo­rian Ber­ger werde ich mich noch­mal län­ger äußern. Den kenne ich näm­lich sehr gut, das war ich *g* Tol­ler Artikel!

  5. Also mein dama­li­ger (“etwas“ generv­ter) Kom­men­tar hatte weni­ger die Berech­ti­gung der Wis­sen­schaft, als viel mehr einen Anlass dafür zum Ziel. Rein sta­tis­tisch kann es nicht allzu viele Wis­sen­schaft­ler geben, die sich mit Rol­len­spiel beschäf­ti­gen, dann ist das keine nahe­lie­gen­des Thema. Für das Publi­kum gilt ähn­li­ches, da sind andere The­men sicher öfter gewünscht. Trotz­dem eig­net sich Rol­len­spiel sicher tech­nisch wie jedes andere Thema und ist sicher kein “fal­sches“ Gebiet For­schungs­ge­biet. Deine Inter­pre­ta­tion mei­nes Kom­men­tars hat aber sicher die inter­es­san­tere Ant­wort erge­ben ;)

  6. @alle:

    ich freue mich sehr, dass mein arti­kel euch gefällt — wenn ihr kon­krete fra­gen habt, dann beant­worte ich diese natür­lich jeder­zeit und gerne!

    @jan: ich habe den kom­men­tar ein­fach ein wenig „zweck­ent­frem­det“ — zu demons­tra­ti­ons­zwe­cken :) man weiß ja nie, wer so etwas fin­det und es als „pul­ver“ für seine schüsse nimmt, des­halb dachte ich, ich komm dem ein­fach mal zuvor!

  7. Beatboy /

    Hallo Laura,

    habe Deine bei­den Texte mit gro­ßem Ver­gnü­gen gele­sen. Ich mag Deine Schreibe sehr. Inhalt­lich finde ich das auch klasse. Viel­leicht noch — als altem Klug­schei­ßer sei mir das gestat­tet — ein Hin­weis: der Begriff des impli­zi­ten Wis­sens wird gemein­hin anders ver­stan­den und mag im Rah­men Dei­ner Diss, so Du denn dort über­haupt Dein Bestre­ben gegen­über der „Rol­len­spiel­theo­rie“ abzu­gren­zen gedenkst, die Gut­ach­ter ver­wun­dern. Mehr hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Implizites_Wissen

    Freue mich sehr auf Teil 3!

    Bes­ten Gruß vom Beatboy

    P.S.: Die Spat­zen pfei­fen von den Dächern, dass Du auf der RPC Daten erho­ben hast. Ist das gut gelau­fen? Würde mich sehr inter­es­sie­ren, was dabei so her­um­ge­kom­men ist!

  8. hej beat­boy!

    da hast du natür­lich recht — ‚impli­zi­tes wis­sen‘ ist an die­ser stelle nicht pas­send. ersetze es viel­leicht durch ‚gesun­ken‘, dann ist es bes­ser ;)

    die daten­er­he­bung auf der rat­con ist noch in einem sehr frü­hen sta­dium, ich habe zunächst mal daten­sätze gesam­melt. lei­der bin ich im augen­blick so stark mit brötchen-verdienen beschäf­tigt, dass die aus­wer­tung eine weile auf sich war­ten las­sen muss ;( trotz­dem danke für dein inter­esse :)

    grüße!

Trackbacks/Pingbacks

  1. [September] Teilzeithelden – Artikelübersicht | Aktion Abenteuer - [...] abgrenzen kann. Laura Flöter führt uns ein weiteres Mal in die Welt der Rollenspielforschung und grenzt Theorie von Forschung ...

Einen Kommentar schreiben