Illustratoren-Interview: Janina Robben

Nov 02

Illustratoren-Interview: Janina Robben

Wei­ter geht es im bun­ten Rei­gen der Illustratoren/innen, die wir vor­stel­len möch­ten. Heute hat­ten wir Janina Rob­ben auf der Couch und haben inter­es­san­tes von Ihr erfahren.

 

 

 

 

Inter­view 

Annika: Bitte stelle Dich kurz vor: wie ist Dein Name? Wo wohnst Du? Wie alt bist Du? etc.

Janina: Mein Name ist Janina Rob­ben (nein, mit Arjen Rob­ben bin ich nicht ver­wandt, ich kann den­noch keine Elf­me­ter schie­ßen) und ich komme mit­ten aus dem Ruhr­pott — um genau zu sein aus Ober­hau­sen. Ich habe mitt­ler­weile das Alter erreicht, von dem böse Zun­gen behaup­ten, dass Frauen die­ses den Rest ihres Lebens haben (oder zumin­dest nen­nen) wer­den: 29.

Seit Anfang 2012 gehöre ich zu den Illus­tra­to­ren für Das Schwarze Auge.

Aller­dings zeichne ich nicht nur fürs Rol­len­spiel, son­dern bin darin auch sel­ber aktiv: ich larpe seit 1998 und seit 2000 spiele ich auch Pen&Paper — mal ein umge­kehr­ter Ein­stieg. Meine liebs­ten Sys­teme des Pen&Paper sind DSA und Cthulhu, ich spiele aber auch Shado­wrun, WoD und Star Wars (D20).

Ich arbeite vor­wie­gend digi­tal mit Pho­to­shop und Manga Stu­dio, ver­wende aber auch sehr gerne tra­di­tio­nelle Mit­tel wie Blei­stift, Tusche und Kreide.

Annika: Wie bist Du zum Zeich­nen gekommen?

Ani­mal Inside

Janina: Ich zeichne eigent­lich schon, seit ich einen Stift hal­ten kann. Im Prin­zip begann alles mit Disney-Figuren, ging dann über zu Manga und Comic und lan­dete dann schließ­lich im Fan­tasy– und Horror-Bereich, ins­be­son­dere durch das Zeich­nen von Steck­brie­fen und Schrift­rol­len fürs LARP, Cha­rak­ter– und Mons­ter­bil­der fürs Pen&Paper und für freie Pro­jekte (z.B. Kon­zept­zeich­nun­gen für die Half-Life 2 Mod „Resi­dent Evil: Twi­light“). Nach der eher frus­trie­ren­den Berufs­aus­bil­dung im Gra­fik­be­reich, hatte ich mir eigent­lich vor­ge­nom­men, mein gelieb­tes Hobby nicht zum Beruf zu machen, wurde aber zum Glück durch meine Rol­len­spiel­runde eines bes­se­ren belehrt, die mich über­zeugt hat, mich bei Ulis­ses Spiele zu bewerben.

Annika: Hast Du eine zeich­ne­ri­sche Aus­bil­dung (Stu­dium o. ä.) oder bist Du ein „Self­made Illustrator“?

Janina: Wie bereits oben erwähnt, habe ich eine und zwar zur staat­lich geprüf­ten gestal­tungs­tech­ni­schen Assis­ten­tin. Das hat zwar einige Türen geöff­net, ins­be­son­dere was Mate­ria­lien und Tech­ni­ken betrifft (dar­über habe ich zum Bei­spiel Pho­to­shop und das Arbei­ten mit Copic Mar­kern ken­nen­ge­lernt), aber was das Üben und Bes­ser­wer­den betrifft, wurde ich bei die­ser Berufs­aus­bil­dung eigent­lich sehr allein gelas­sen. Ins­be­son­dere, da sich die ganze Aus­bil­dung mehr auf Wer­be­de­sign bezog; Buch­il­lus­tra­tio­nen und ähn­li­ches waren da eher Neben­sa­che und weck­ten nicht son­der­lich viel Inter­esse im Lehr­plan. Die meis­ten Dinge habe ich mir selbst durch stän­di­ges Beob­ach­ten, Zeich­nen und Üben beigebracht.

Annika: Bist Du ein Vollzeit-Illustrator oder ist das eher ein Neben­job? Womit ver­dienst Du sonst Dein Geld?

Janina: Ich bin Vollzeit-Freiberuflerin und neben dem Illus­trie­ren arbeite ich auch als Sozialwissenschaftlerin.

Annika: Wel­chen Tipp wür­dest Du jeman­dem geben, der eben­falls als Illus­tra­tor sein Geld ver­die­nen möchte? Wel­che Stol­per­steine gibt es Dei­ner Mei­nung nach?

Janina: Erst ein­mal sollte man sich dar­über bewusst sein, dass man als Ein­stei­ger mit sei­nen Bil­dern sicher nicht reich wird. Daher bie­tet sich das Illus­trie­ren zumin­dest zu Anfang mehr als Neben­job an. Ob es dann spä­ter reicht, wirk­lich sein Leben damit zu finan­zie­ren, kommt auf die Auf­trags­lage an.

Die erste große Hürde auf dem Weg zum Illus­tra­tor ist natür­lich, mit sei­nen Bil­dern über­haupt auf­zu­fal­len, einen Platz für diese zu fin­den und auf sich auf­merk­sam zu machen.

Bad Joke

Platt­for­men, auf denen man schnell seine Bil­der der brei­ten Öffent­lich­keit zei­gen kann, wären unter ande­rem Face­book und Devi­ant Art (wobei man bei Face­book auf­grund des Daten„schutzes“ wirk­lich vor­sich­tig sein sollte). Hier hat man auch die Mög­lich­keit, Kri­tik zu sam­meln. Kon­struk­tive Kri­tik sollte man kei­nes­falls igno­rie­ren, auch wenn man sich in sei­ner Künst­ler­ehre gekränkt fühlt. Hin­weise von Betrach­tern, die bei­spiels­weise auf fal­sche Pro­por­tio­nen oder ähn­li­che Män­gel hin­wei­sen und nicht des­we­gen nör­geln, weil der Stil ihnen nicht gefällt, soll­ten auf jeden Fall beher­zigt wer­den, wenn man sich ver­bes­sern will.

Kon­struk­tive Kri­tik ist dein Freund! Des­we­gen sind die meis­ten Freunde und Ver­wand­ten lei­der keine guten Kri­ti­ker, da sie häu­fig um nett zu sein, nicht zu ehr­lich sind oder sich ein­fach nicht mit der The­ma­tik auskennen.

Auch wenn es noch so viel Spaß macht, unter­schied­li­che Mate­ria­lien aus­zu­pro­bie­ren, sollte man sich ein „Spe­zi­al­ge­biet“ aus­su­chen, in dem man sich erst ein­mal immer wei­ter ver­bes­sert — seien es digi­tale Zeich­nun­gen via Pho­to­shop oder die klas­si­schen Blei­stift­zeich­nun­gen. Expe­ri­men­tie­ren ist natür­lich den­noch erlaubt, aber umso bes­ser man mit einem Medium umge­hen kann, umso schnel­ler kann man seine Auf­träge erle­di­gen, ohne dabei böse Über­ra­schun­gen mit den unbe­kann­ten Mate­ria­lien oder Werk­zeu­gen zu erleben.

Gibt es ein bestimm­tes Genre, in dem man sich mit sei­nen Zeich­nun­gen zu Hause fühlt — z.B. Fan­tasy oder SciFi — lohnt es sich, aus­ge­rüs­tet mit einem Port­fo­lio pas­sende Ver­lage anzu­spre­chen. Das kann man auf Con­ven­ti­ons wie die Rat­Con, RPC oder die Drei­eich­con ver­su­chen, oder direkt pos­ta­lisch oder per Mail Kon­takt mit einer Redak­tion auf­neh­men. Ganz wich­tig, wenn man sein Port­fo­lio per Post ver­sen­den will: keine Ori­gi­nale bei­le­gen, son­dern Kopien der Bil­der verwenden!

Ansons­ten heißt es natür­lich „üben, üben, üben“ und nicht aufgeben.

Annika: An wel­chen Pro­jek­ten hast Du bis­her gear­bei­tet (gerne wel­che mit Rol­len­spiel­be­zug)? Wel­ches hat Dir am meis­ten Spaß gemacht und wieso?

Janina:  Seit Anfang die­ses Jah­res zeichne ich für Ulis­ses Spiele und habe bereits ein paar Zeich­nun­gen für den Aven­tu­ri­schen Boten beige­steu­ert. Hinzu kom­men noch Kar­ten, Wap­pen und Illus­tra­tio­nen in wei­te­ren DSA-Publikationen wie „An frem­den Gesta­den“, „Ele­men­tare Gewal­ten“, „Däm­mer­stun­den“, „Mit wehen­den Ban­nern“ und wei­tere, die noch nicht erschie­nen sind wie zum Bei­spiel die Gareth-Box und „Stät­ten okkul­ter Geheimnisse“.

Für das geplante E-Book des Fantasy-Romans „Shaphi­riane und die Seele des Dra­chen“ von Lars Cze­kalla habe ich das neue Cover illustriert.

Schlan­gen­wolf

Bis­her hat es mir beson­ders viel Spaß gemacht, Krea­tu­ren wie die Raub­pflanze (in „An frem­den Gesta­den“) und die Wolfsechse (Aven­tu­ri­scher Bote #154) zu zeich­nen. Ich liebe es, Mons­ter und selt­same Tiere zu ent­wer­fen, die es so eigent­lich nicht gibt und mir Gedan­ken zu machen, wie sie denn „funk­tio­nie­ren“ könn­ten. Toll war auch der Auf­trag für das InGame-Portrait von Prinz Storko (eben­falls in AB #154), in dem ich mich mal rich­tig in einem alter­tüm­li­chen Kup­fer­stich­stil aus­to­ben konnte.

Annika: An wel­chen Pro­jek­ten arbei­test Du grade? Was hast Du für die Zukunft geplant?

Janina: DSA betref­fend möchte ich da keine Details zu den ein­zel­nen Illus­tra­tio­nen geben, da ich nie­man­den spoi­lern möchte. Nur so viel: Unter den aktu­el­len Auf­trä­gen befin­den sich wei­tere Zeich­nun­gen für einen neuen Uthuria-Band „Grüne Hölle“ und für den Aka­de­mie­band „Stät­ten okkul­ter Geheimnisse“.

Da ich mitt­ler­weile ins Design­team der Dra­chen­zwinge gestol­pert bin, wird es dort auch in naher Zukunft ein paar Bil­der von mir geben. Ansons­ten arbeite ich noch an eini­gen pri­va­ten Pro­jek­ten, wie einer Samm­lung gru­se­li­ger Kurz­ge­schich­ten und einem nicht weni­ger gru­se­li­gen Roman. Bei­des natür­lich bebildert.

Außer­dem über­lege ich, ob ich mich ein­mal an einen DSA-Comic wagen soll und schmiede schon flei­ßig an der Geschichte…

Ich bin auch immer gerne bereit, Pri­vat­auf­träge für Cha­rak­ter­zeich­nun­gen anzunehmen.

Annika: Hast Du eine Inter­net­seite oder ein Online-Portfolio, wo man sich Deine Werke angu­cken kann? (wenn ja bitte Adresse mit angeben)

Janina: Klar: www.soulhuntress.de

Annika:  Du als Super­held – wie sähe das aus? Bitte eine kurze Zeich­nung und ein coo­ler Name (falls Dir was einfällt?)

Janina: Super­HELD? Hm, nun ja… es gibt ja auch Anti­hel­den XD

Soulh­un­tress

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14 Kommentare

  1. Seri Samara via Facebook /

    Ähm. Klei­ner hin­weiß. Bei euren Fra­gen steht noch Annika ;)

  2. Äh, ja, die wer­den ja auch von Annika gestellt?

  3. Seri Samara via Facebook /

    Oh dann hab ichs falsch gel­sen sorry *rotwerd*

  4. So, so. Ihr hat­tet Janina auf der Couch … ;-)

  5. NOCH haben wir keine Cas­ting­couch :P

  6. Ne, wir cas­ten nur per Skype ;)

  7. Es ist eben eine vir­tu­elle Coach ;) Danke für das schöne Inter­view, Annika, hat wirk­lich Spaß gemacht!

  8. Bitte, gern gesche­hen. Ich fand es inter­es­sant (wie auch bei den ande­ren Illus­tra­to­ren) mal einen Ein­blick in Dein Schaf­fen zu erhal­ten. ^Annika

  9. Schö­nes Inter­view :)

    Was ich mir wün­schen würde, wären indi­vi­du­ell auf den jewei­li­gen Künst­ler zuge­schnit­tene Fra­gen und keine Fra­gen­scha­blo­nen, das wirkt auch ein­fach inter­es­sier­ter von eurer Seite aus :)

    Inter­res­se­hal­ber: gibt es denn keine männ­li­chen Künst­ler in die­sem Bereich, ist das so ein frau­en­do­mi­nier­tes Thema? Oder Frauen sind ein­fach rede­freu­di­ger als ihre männ­li­chen Kol­le­gen *g*

  10. Die glei­chen Fra­gen gescha­hen mit Absicht, um eine Ver­gleich­bar­keit zu gewährleisten.

    Wir haben bis­lang einen männ­li­chen Künst­ler, des­sen Inter­view im spä­te­ren Novem­ber erscheint

  11. Finde ich trotz­dem nicht opti­mal. Glaube nicht, dass so eine Art der „Ver­gleich­bar­keit“ ein wich­ti­ger Fak­tor ist in die­ser Sache.

    Ich freue mich auf den männ­li­chen Künst­ler! :D

  12. Mich hat inter­es­siert, wie unter­schied­lich jeder der vor­ge­stell­ten Illus­tra­to­ren an bestimmte Dinge her­an­geht bzw. wie unter­schied­lich ihr Lebens­lauf so ist. Des­we­gen diese Mini-Interviews. In aus­führ­li­chen Inter­views haben wir ja schon immer indi­vi­du­elle Fra­gen, aber im Falle die­ser Inter­view­reihe wollte ich es mal so machen. Das hat nichts mit man­geln­dem Inter­esse zu tun.

  13. Der Bad Joke ist ziem­lich cool. Schi­ckes Inter­view (schon wie­der ;-) ). Indi­vi­du­elle Fra­gen gönne ich auch schick. Viel­leicht kann man das als zwei­ten Abschnitt dazu packen?

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