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Februar 9, 2013 Geschrieben von Roger Lewin

Rezension: Einsamer Wolf 10 — Die Kerker von Torgar

Rezension: Einsamer Wolf 10 — Die Kerker von Torgar

Ein­sa­mer Wolf ist eine Buch­reihe von Solo­spiel­bü­chern. Mitt­ler­weile in Runde 12 gegan­gen, wid­met sich diese Rezen­sion der Über­set­zung des zehn­ten Ban­des von Man­ti­kore Ver­lag, ursprüng­lich von Joe Dever.

Erschei­nungs­bild

Mit üppi­gen 402 Sei­ten ist Band 10 gute 50 Sei­ten dicker als die zuvor von mir gele­se­nen Spiel­bü­cher. Das ist auch kein Wun­der, denn was in dem Band zu fin­den ist, ist wahr­haft episch.

The­ma­tisch geht es um ein span­nen­des und bedeut­sa­mes Solo-Abenteuer des Kai-Lords, des letz­ten Über­le­ben­den sei­ner Art nach dem Angriff der dunk­len Lords. Cover und Papier beste­chen durch eine gute Qua­li­tät, der Druck ist scharf und gut lesbar.

Trotz der Sei­ten­an­zahl liegt das Buch gut in der Hand und wird auch nicht auf Dauer zu schwer. Wäh­rend des Lesens wird man sich ange­wöh­nen, mit zwei Lese­zei­chen zu arbei­ten (und seien es nur die dazwi­schen geklemm­ten Fin­ger). Eines für die Stelle, bei wel­cher man gerade war, eines für die Stelle zu der man springt. Lei­der ist nicht mal eines vor­han­den. Das emp­finde ich als Manko.

Wieso zwei? Weil man an bestimm­ten Stel­len immer wie­der zu bestimm­ten Orten zurück­keh­ren kann, wie z.B. dem zen­tra­len Platz eines Dor­fes. Aber zwei Fin­ger hel­fen auch.

Die Illus­tra­tio­nen im Inne­ren wis­sen durch ihren Stil zu über­zeu­gen und pas­sen in das Ambi­ente der 80er Jahre. Auch das voll far­bige Cover besticht durch eine gut in Szene gesetzte, nicht unwich­tige Kampf­se­quenz in der zwei­ten Hälfte der Geschichte.

Schlage ich das Buch auf, begrüßt mich eine Karte der Zone, in wel­cher die Hand­lung die­ses Buches statt­fin­det. Das gefällt gut und hilft auch bei der Ori­en­tie­rung wäh­rend des eigent­li­chen Spielerlebnisses.

Die har­ten Fakten:

  • Bro­schiert: 402 Seiten
  • Ver­lag: Mantikore-Verlag; Auf­lage: 1 (18. Juli 2012)
  • Spra­che: Deutsch
  • ISBN-10: 3939212199
  • ISBN-13: 978–3939212195
  • Preis: 14,95
  • Bezugs­quelle: Ama­zon (Klick)

Hand­lung

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Um die Fins­ter­nis zu besie­gen, bedarf es der sie­ben Weis­heits­teine. Vier sind bereits in unse­rer Hand, die letz­ten drei sind in der Hand unse­res Erz­fein­des. Diese wol­len nun erlangt wer­den und dafür braucht es keine gerin­gere Auf­gabe, als das Infil­trie­ren einer sei­ner schwar­zen Städte.

Über­all tobt Krieg und der Weg zur Stadt Tor­gar erscheint ver­sperrt. Bereits zu Start kön­nen wir wäh­len, ob wir uns einer gro­ßen Schlacht anschlie­ßen wol­len oder uns alleine durch Wäl­der und Sümpfe zu Par­ti­sa­nen durch­schla­gen wol­len. In der Annahme, dass meine Anwe­sen­heit auf der Schlacht das Blatt maß­geb­lich wen­den kann, habe ich mich für die­sen Weg ent­schie­den. Und hossa – was mein Kopf­kino durch die guten Beschrei­bun­gen da gezau­bert hat, war eines Herr der Ringe Films würdig.

Aller­dings wird hier bereits klar, dass ich das Buch nicht als ers­tes der Serie spie­len sollte, son­dern alle der Reihe nach. Denn was hier kämp­fe­risch gefor­dert wird, ist am Rande des­sen, was man leis­ten kann. Ohne das mys­ti­sche Schwert Som­mers­werd wird es noch härter.

Die blu­ti­gen und gefähr­li­chen Kon­fron­ta­tio­nen neh­men auch so wei­ter ihren Weg, denn nach der Schlacht habe ich mich wei­ter zur Bela­ge­rung der Stadt Tor­gar durch­ge­schla­gen, fand Par­ti­sa­nen, wurde auf eine unheim­li­che und von Geis­tern heim­ge­suchte Insel ver­schla­gen, fand den Weg zur Bela­ge­rung nach vie­len Tagen vol­ler Ent­beh­run­gen, öff­nete das Tor der Stadt mit einer magi­schen Bombe und fand mich fast wie­der im fina­len Kon­flikt gegen Lord Gnaarg. Dann aber kommt alles anders, als man erwar­tet hat. Was ein furio­ser Rei­gen! Mir hat die­ses Buch von den bis­her rezen­sier­ten Wer­ken der Reihe am meis­ten Spaß gemacht.

Solo-Abenteuer jed­we­der Art sind immer Rail­roading, schon alleine durch die pure Art des Mach­werks. Das liegt in der Natur der Dinge und wirkt sich hier nicht nega­tiv aus, denn die Chan­cen abzu­zwei­gen waren immer jene, die auch mir vor dem geis­ti­gen Auge lagen. Nur ein oder zwei habe ich mich gefragt, wieso unbe­dingt diese bei­den Weg genom­men wer­den müs­sen, aber sei’s drum. (Das ist wenn ich mich erin­nere fast iden­tisch mit dei­ner For­mu­lie­rung in der ande­ren Rezi… beson­ders am Anfang)

Die Mög­lich­kei­ten, die einem das Buch bie­tet, sind viel­fäl­tig, ich habe aber nicht jede Abzwei­gung genom­men. Dadurch wird Wie­der­spiel­an­reiz gege­ben. Start und Ende sind gleich, doch der Weg dazwi­schen kann man­nig­fach sein.

Anschlie­ßend an den Cliff­han­ger des Haupt­aben­teu­ers gibt es noch ein wei­te­res kur­zes Kapi­tel rund um den Kai-Lord.

Regeln

Die Regeln von Ein­sa­mer Wolf sind sehr ein­fach und schnell gehal­ten. Der Cha­rak­ter hat zwei füh­rende Werte. Der eine ist seine Aus­dauer, also die Menge an Erschöp­fung oder Scha­den, die er erlei­den kann, des andere ist Kampf­stärke. Auf letzte wir­ken sich Waf­fen aus.

Kommt es zum Kampf, die ein­zige Situa­tion, die einen Wert­ver­gleich benö­tigt, wird auf einer Tabelle der soge­nannte Kampf­quo­ti­ent ermit­telt. Die­ser bestimmt dann mit Hilfe einer ermit­tel­ten Zufalls­zahl von 0 bis 9 den Erfolg eines Tref­fers und auch den Schaden.

Als Kai-Lord beherrscht der Spie­ler­cha­rak­ter auch einige Spe­zi­al­fä­hig­kei­ten, die soge­nann­ten Dis­zi­pli­nen. Diese hel­fen im Kampf oder bei ande­ren Situa­tio­nen. Das Kampf­sys­tem ist übri­gens sehr schnell sehr töd­lich. Also über­schätzt Eure Chan­cen nicht…

Aus­rüs­tung wird sehr klas­sisch im Ruck­sack getra­gen und ist auf 8 Gegen­stände, zwei Waf­fen und soge­nannte Spe­zi­al­ge­gen­stände beschränkt.

Die Regeln behin­dern den Spiel­fluss in kei­ner Weise und wer kei­nen D10 zur Hand hat, kann eine Zufalls­ta­belle am Ende des Buches nutzen.

Hat man die vor­he­ri­gen Bücher gespielt, kann man den Cha­rak­ter wei­ter­füh­ren und bekommt eine neue Disziplin.

Schreib­stil

Das Buch ver­steht es gut, durch bild­hafte Umschrei­bun­gen plas­ti­sche Bil­der der Sze­ne­rien und Umge­bun­gen im Kopf zu erzeu­gen. Das erhöht den Spiel­reiz unge­mein. Die Krieg­s­at­mo­sphäre ist sehr gut ein­ge­fan­gen und wirkt bedrü­ckend bis ansta­chelnd. Hier muss ich der Über­set­zung echte Plus­punkte zusprechen.

Anzu­mä­keln, weil nicht zeit­ge­mäß, sind die Namen von Per­so­nen und Orten. Sie klin­gen etwas wie aus den 80er Jahre des letz­ten Jahr­hun­derts. Aber: Das ist auch der avi­sierte Stil der Spiel­bü­cher und passt somit ins Kon­zept. Ver­mut­lich wirkt begüns­ti­gend auch die gerade aktive Welle der soge­nann­ten Old School Rol­len­spiele. Begrün­det sind diese Bezeich­nun­gen schlicht in der Zeit, in der die Bücher ori­gi­nal ent­stan­den sind.

Preis-/Leistungsverhältnis

14,95 EUR kos­tet das Spiel­buch im preis­ge­bun­de­nen deut­schen Druck­werk­han­del. Dafür war ich einige Stun­den beschäf­tigt und habe nicht jede kleine Chance wahr­ge­nom­men. Bedenke ich, dass ich bis zu 60 EUR heut­zu­tage für ein Com­pu­ter­spiel aus­gebe, wel­ches ich in 6 Stun­den durch­ge­spielt habe, ist der Preis fair.

Natür­lich kann man das Buch auch zu zweit spie­len – einer liest vor, der/die andere ent­schei­det, was getan wird.

Bonus/Downloadcontent

In der Down­load­ka­te­go­rie der Seite des Man­ti­kore Ver­la­ges kann man den Cha­rak­ter­bo­gen, wie auch das Akti­ons­blatt her­un­ter­la­den. Ebenso fin­det man dort auch die Karte.

Fazit

Das ist har­ter Tobak, ganz auf­rich­tig. Da ich im God­mode rezen­siert habe, also nicht besieg­bar war, kam ich gut durch. Ich habe mir aller­dings den Spaß gemacht und durch­ge­rech­net, wie ich Kämpfe ohne Som­mers­werd und ohne Spie­len seit dem ers­ten Buch über­ste­hen würde. Ver­ges­sen wir’s. Ich emp­finde das nicht als Nach­teil, denn die Geschichte, die lang­sam über die bis­he­ri­gen zehn Bücher auf­ge­baut wird, spitzt sich immer mehr zu und ich frage mich schon, wie es zu Ende gehen wird. Es macht also Sinn, von Anfang an zu spielen.

Das Hin– und Her­blät­tern wäh­rend des Spiels bin ich mitt­ler­weile gewohnt, auch wenn es mich am Anfang etwas genervt hat.

Betrachte ich ein Ein­sa­mer Wolf–Buch als Epi­sode einer Serie, ist der Abschluss als Cliff­han­ger gut gelun­gen. Nüch­tern betrach­tet ist es eine Mar­ke­ting­stra­te­gie. Aber: Nicht schlimm, denn Fans der Serie wer­den sich das Buch eh kaufen.

Ich kann nur dazu raten!

Der Schreib­stil ist gut, die Regeln sind schnell. Gefal­len hat es mir auf jeden Fall und genau genom­men bin ich schon sehr gespannt, wie es wei­ter­geht. Auf jeden Fall der bis­lang beste Teil, den ich lesen durfte!

Daumen4Maennlich 

Arti­kel­bild: Man­ti­kore Verlag

 

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