Filme
Februar 21, 2013 Geschrieben von Andreas Butzkies

Angeschaut: Warm Bodies

Angeschaut: Warm Bodies

…oder: Meine Freun­din will mit mir einen Zom­bie-Film schauen.

Ich lebe manch­mal in einer sehr klas­si­schen Bezie­hung. Und das ist auch schön so. Dazu gehört, dass die Begeis­te­rung für Action-, Fantasy-, (vor allem) Science-Fiction– und Martial-Arts-Filme eher auf mei­ner Seite liegt. Meine Freun­din freut sich dann doch eher über „Filme mit Hand­lung“, „Filme für Frauen“ und „schöne Filme“ (was auch immer sie damit meint). Was wir meis­tens beide mögen, sind Comic-Verfilmungen und Thril­lern. Als sie dann aber zu mir sagte „Ich möchte mit Dir die­sen Zom­bie Film sehen“ hätte es doch eigent­lich schon klin­geln sollen.

Zuge­ge­ben, ich wusste über­haupt nicht, um was es in Warm Bodies geht. Das Wort Zom­bie reichte aus, um mein Inter­esse für die­sen Film zu wecken. Und so gin­gen wir also, mit reich­lich Nachos bewaff­net, in die Vorstellung.

Der Film beginnt, als ein Zom­bie, gespielt von Nicho­las Hoult, durch einen von Zom­bies bevöl­ker­ten Flug­haf­en­ter­mi­nal wan­dert, und ein wenig dar­über sin­niert, wie es ist, ein Zom­bie zu sein. Wo er her­kommt, hat er ver­ges­sen, und seine Gedan­ken pas­sen auch nicht recht zu sei­nem vom Zom­bie­sein gepräg­ten Han­deln. In einer „Unter­hal­tung“ mit sei­nem „Zom­biefreund“ (viel anknur­ren und stöhnen….dann das Wort „Hunger“…worauf das Wort „Stadt“ erwi­dert wird) wird kurz dar­auf klar gemacht, dass man als Zombie-Mob doch ein­mal in die Stadt gehen könnte, um sich etwas zu Essen zu orga­ni­sie­ren. Auf der ande­ren Seite sehen wir Julie, gespielt von Teresa Pal­mer, die im Über­le­ben­den­camp gemein­sam mit ihrem Freund und ande­ren aus­rückt, um Medi­zin in der Stadt zu suchen. Wie der Teu­fel es will, tref­fen diese bei­den Grup­pen in einem ver­las­se­nen Gebäude auf­ein­an­der. Die Zom­bies rot­ten die Men­schen­gruppe kur­zer­hand aus, vom Hun­ger angetrieben.

Unser Prot­ago­nist frisst das Gehirn des nun Nicht-mehr-Freundes von Julie, und kann so des­sen Erin­ne­run­gen „erle­ben“. Er ent­schließt sich kur­zer­hand, Julie zu ret­ten, indem er sie mit sei­nem Glib­ber ein­schmiert (und das schon beim ers­ten Date. Respekt). Der Zom­bie, Julie wird ihn R. tau­fen, nimmt die vor Angst starre Julie mit in sein Flug­zeug, in dem er wohnt und wo er aller­lei Dinge auf­be­wahrt, die er gefun­den hat.

Spä­tes­tens hier mer­ken wir: An R. ist mehr dran, als man einem Zom­bie sonst so zutraut. Und hier beginnt die Geschichte eigent­lich so rich­tig. Durch die Anwe­sen­heit von Julie ent­wi­ckelt sich R. mehr und mehr wie­der zurück zu einem mensch­lich den­ken­den und füh­len­den Wesen. Das wäre natür­lich toll, bzw. lang­wei­lig… wenn da nicht die ande­ren Zom­bies, die Bones (eine ganz spe­zi­elle Art beson­ders hung­ri­ger Unto­ter) und auch die Über­le­ben­den wären.

Der Film hat einen für mich sehr erfri­schen­den Humor. Meine Befürch­tung, hier mit einer wei­te­ren Ver­sion von Twi­light kon­fron­tiert zu wer­den, erfüllte sich, Gott sei Dank, nicht. Ich mochte die Selbst­ge­sprä­che von R., sowie die Art, wie er mit Julie inter­agiert, und wie sich hier, lang­sam, zwi­schen den Bei­den mehr und mehr Nähe aufbaut.

Die Schwelle zum Kitsch wurde ein oder zwei­mal zumin­dest berührt. Da war ich mir dann auch nicht sicher, ob das Satire gewe­sen sein sollte, oder eben nicht. Das „Lie­bes­ge­du­sel“ blieb aber in einem für mich erträg­li­chen Maße. Trotz­dem hat es dem Film sein eige­nes Flair gege­ben. Man fie­berte mit R. mit, ob er es denn schafft, Julie zu über­zeu­gen, einen Mann mit eini­gen Han­di­caps zu neh­men. In mei­nen Augen ist der Film eine gelun­gene Satire, die auch einige Kli­schees von Zombie-Filmen auf­greift und mit ihnen bricht.

Ich musste an eini­gen Stel­len recht herz­haft lachen. Trotz­dem ist der Film auch ein gan­zes Stück Lie­bes­schnulze. Die Hand­lung wusste zwar nicht wirk­lich zu über­ra­schen, aber für mich waren schon ein bis zwei span­nende Stel­len dabei. Mir hat er auf jeden Fall ein wenig Inspi­ra­tion für mein Zombie-Setting gege­ben. Und man ver­än­dert auch ein wenig die Sicht­weise auf diese gemüt­li­chen, fau­len­den Wesen und bringt ihnen gesunde Sym­pa­thie ent­ge­gen. Selbst wenn sie Gehirne fres­sen. Ein rich­ti­ger Scho­cker-Film war es aber nicht. Wer Blut-Zombie-Hirn-Action sehen will, wird ent­täuscht sein.

In Ame­rika spielte der Film zum Start 19,5 Mil­lio­nen Dol­lar ein und drängte damit Han­sel und Gre­tel vom Thron. Er war dort der erfolg­reichste Film des Wochen­en­des. Wie er sich in Deutsch­land schla­gen wird, muss sich zei­gen. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt.

Fazit

Ich fand Warm Bodies sehr sehens­wert. Ich bin voll­kom­men zufrie­den aus dem Kino hin­aus­ge­gan­gen. Und auch mei­ner Freun­din hat er gefallen. 

Daumen4Maennlich

Trai­ler

 Arti­kel­bild: chriscrespo.com

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1 Kommentar

  • Gei­les Review, Andreas! Du mein Lieblings-„gemüt­li­ches, fau­len­des Wesen“ ;-)

    Wollte eigent­lich die Tage in Hän­sel und Gre­tel gehen, weil er auf Rot­ten TOma­toes nur 15% bekom­men hat und der Trai­ler so gei­ler, blu­ti­ger Trash ist. Aber dann kon­kur­riert Warm Bodies doch auch stark damit…

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