Oliver Korpilla ist rein auf Tischrollenspiel ausgerichtet. Regeln sollen überschaubar und leicht zu handhaben sein. Zu seinen Lieblingssystemen gehören einige d20-Varianten und Savage Worlds, auch in den Themen Horror und OSR fühlt er sich daheim. Mehr über Oliver erfahrt ihr mit einem Klick auf seinen Namen im Kopf des Artikels.

 

Pen&Paper - Rezensionen
Januar 20, 2016 Geschrieben von Oliver Korpilla

Rezension: Symbaroum – Ökos, Krieg und Korruption

Rezension: Symbaroum – Ökos, Krieg und Korruption

Crowdfunding hat es mal wieder möglich gemacht: Ein schwedischer Verlag beglückt uns mit seinem Produkt Symbaroum nun auch in einer internationalen Fassung auf Englisch. Kampagnen und Abenteuer sind auch in der Pipeline oder zumindest angedacht. Das schwedische Sortiment ist laut Webseite aber noch nicht wesentlich größer als das englische. Das Spielerhandbuch, das Optionenvielfalt in allen SC-relevanten Bereichen verspricht, gibt es noch nicht auf Englisch. Jedenfalls hat Symbaroum bereits ein gewisses Echo in der Rollenspielszene erzeugt, man spricht über dieses Spiel. Wir haben uns mal angesehen, was dahinter steckt.

Die Spielwelt

Symbaroum hat sich einen Kniff vorbehalten, den ich sehr begrüße: Es lässt weiße Flecken auf der Karte. Genauer gesagt, stellt Symbaroum uns nur einen Teil der Spielwelt vor – das Köngreich Ambria und den Davokar-Wald. Das gab es auch schon früher, so z.B. in der Box Forgotten Realms Campaign Set, in der das Setting teilweise undefiniert war und dem SL Freiraum ließ. Die Autoren von Symbaroum teilen aber schon jetzt klar mit, dass sie das Setting in weiteren Veröffentlichungen ausbauen wollen.

Dieser Teil der Welt ist durch einen zentralen Konflikt definiert: Die Ambrianer stammen eigentlich aus dem Süden und sind über die Gebirgskette der Titanen gekommen, weil ihr Land nach einem Krieg unbewohnbar geworden ist. Ihre ganze Zivilisation musste sich also eine neue Heimat suchen. Die spärlich besiedelten Lande südlich des Davokar-Walds hatten sich da angeboten. Dünn besiedelt heißt aber nicht unbesiedelt. „Barbarische“ Clans siedeln hier genauso wie Elfen, Goblins und Oger. Die Barbaren, die in der weiten Ebene zwischen den Bergen und dem Wald siedelten, wurden durch die Ambrianer unterworfen und deren Königreich nimmt jetzt diesen Raum ein. Die anderen Stämme und Rassen leben hingegen überwiegend im Wald.

Der Konflikt wird weiterhin angeheizt, weil der Sonnenkult der Ambrianer die Natur als Unordnung ansieht und den Menschen als ordnendes Element. In Bezug auf die unzivilisierte Wildnis stehen Interessen und Ideologie der Ambrianer also denen der „Ureinwohner“ diametral gegenüber. Die sehen sich mehr als Bewahrer der Natur. Der Wald wird zum Konfliktort, wo Ideologie, Gier, Selbstbehauptung und ähnliche Motive aufeinander treffen.

Symbaroum ist übrigens der Name der fortgeschrittenen Zivilisation, die diese Lande einst besiedelt hat. Die Schätze dieser versunkenen Zivilisation locken dementsprechend Schatzsucher und Abenteurer an.

Das Setting kann sich gewisser Düsternis nicht erwehren - die Illustrationen zollen dieser Stimmung Tribut

Das Setting kann sich gewisser Düsternis nicht erwehren – die Illustrationen zollen dieser Stimmung Tribut


Die Regeln

Die Regeln von Symbaroum sind beinahe banal. Es gibt acht Attribute (Accurate, Cunning, Discreet, Persuasive, Quick, Resolute, Strong, Vigilant), die Werte von 5 bis 18 annehmen können. Eine Probe wird mit 1W20 gewürfelt. Den Zielwert zu unterwürfeln oder zu erreichen ist ein Erfolg. Der Zielwert ist entweder der Attributwert oder es kommt noch ein Modifikator hinzu.

Das hört sich ein wenig nach Dungeonslayers oder ähnlichen Systemen an, aber ein zusätzlicher Kniff bei Symbaroum ist, dass alle Proben von den Spielern geleistet werden. Wie bei Numenera oder The Strange würfelt der Spieler seine eigenen Angriffe. Für Angriffe der NSC wirft der Spieler Verteidigungsproben. Das System ist also nicht symmetrisch. Für jeden Punkt, den der NSC im relevanten Attribut über 10 hat, wird die Probe um 1 erschwert, und für jeden Punkt darunter, erleichtert. Andere Umstände ergeben ebenso einen Modifikator von -5 (maximale Erschwernis) bis +5 (maximale Erleichterung).

Die Notation für Proben ist [ <getestetes Attribut> ← <modifizierendes Attribut> ].

Ein SC schleicht sich an einen NSC an. Das ist eine [ Discreet ← Vigilant ] Probe. D.h., der Charakter muss auf sein Discreet-Attribut würfeln, und Erleichterung oder Erschwernis werden durch das Vigilant-Attribut des NSC bestimmt.

Ein NSC schleicht sich an einen SC heran. Das ist eine [ Vigilant ← Discreet ] Probe.

Beide Proben werden durch den Spieler ausgeführt.

Viel einstecken, wenig aushalten

Der pragmatische Charakterbogen - erste Seite

Der pragmatische Charakterbogen – erste Seite

Nach Abgleich der Zahlenwerte in Symbaroum wurde mir klar, dass die Einzelheiten im Kampf bei Symbaroum etwas anders gewichtet sind. Bei D&D oder Fantasy AGE hat man Trefferpunkte, die einen (mit steigender Stufe wachsenden) Puffer darstellen. In Symbaroum hat man mindestens 10 Punkte Toughness, oder den Wert des Strong-Attributs. Kein Monster im SL-Teil hat mehr als 18 Toughness. Das kann ein besonders starker SC maximal auch erreichen.

Ein SC mit Strong 15 (Maximalwert für neue Charaktere) kann durch das Erwerben von Fähigkeiten maximal 18 Strong und somit auch 18 Toughness erreichen. Spieler mit niedrigeren Startwerten entsprechend weniger, daher werden andere Faktoren wichtiger. Waffen und Rüstung der Spieler werden durch Würfel ausgedrückt – ein Bastardschwert macht 1W10 Schaden, eine mittelschwere Rüstung fängt 1W6 Schaden ab. Monster hingegen würfeln nicht – sie erzeugen fixen Schaden und reduzieren erhaltenen Schaden auch um einen fixen Betrag. Für Nahkämpfer ist gute Rüstung also ein Muss, um sich die wenigen Toughness-Punkte zu erhalten.

Hier gibt es ein kleines Paradox – Rüstung fängt zwar Schaden ab, verringert aber die Fähigkeit, Treffern auszuweichen. Bei den besten Rüstungen zum Glück nur im geringen Umfang (-2 für eine besonders gute schwere Rüstung, -4 für eine normale schwere Rüstung). Die Rüstung hilft zwar, wenn man einstecken muss, ist aber ansonsten eher hinderlich.

Ein SC mit Accurate 12 will einen ausgehungerten Troll angreifen, eine [ Accurate ← Defense ] Probe. Der Troll hat Defense +7, weil er groß und geschwächt und somit leicht zu treffen ist. Die Zielzahl ist also 19. Er würfelt eine 8 und trifft. Das Schwert richtet 1W8 Schaden an. Der Troll hat eine fixe Rüstung von 4. Der Spieler würfelt eine 5 und macht somit nur 1 mickrigen Punkt Schaden. Die Toughness des Trolls sinkt von 15 auf 14. Ohne weitere Vorteile wird es schwierig sein, den Troll ernsthaft zu verletzen!

Nun greift der Troll an: eine [ Defense ← Accurate ] Probe. Der SC hat Quick 12, trägt aber mittelschwere Rüstung, was ihn mit -3 behindert. Das Sekundärattribut Defense hat somit den Wert 9. Der Troll hat Accurate auf 13, das ist auch eine -3. Somit ist der Zielwert 6. Der Spieler wirft eine 18 und wird getroffen. Die Klauen des Trolls verursachen 8 Schaden. Der Spieler hält mit 1W6 dagegen und würfelt eine glückliche 6! 2 Schaden muss die Spielfigur hinnehmen, aber lange wird das ungleiche Duell nicht andauern können.

Wie man sieht, erfordern hohe fixe Werte beim Gegner entweder viel Würfelglück oder entsprechende Boni, die den Schaden erhöhen. Dies kann durch die Anwendung von Sonderfertigkeiten, bessere Ausrüstung oder das Erringen von taktischen Vorteilen erreicht werden.

Magie und Korruption

In den Wäldern gibt es Dinge ....

In den Wäldern gibt es Dinge ….

„Korruption“ ist ein zentrales Thema in Symbaroum und so auch als numerischer Spielwert abgebildet. Sie ist am ehesten mit der sinkenden geistigen Gesundheit von Call of Cthulhu SC zu vergleichen. Zaubern bewirkt Korruption. Dunkle Orte bewirken Korruption. Das Erlernen von Ritualen bewirkt Korruption. Sogar das Erreichen einer bestimmten Schwelle an Korruption bewirkt noch mehr Korruption.

Erreicht der Charakter die Hälfte seines Resolute-Attributs an Korruption, erhält er ein Stigma, das erst verschwindet, wenn die Korruption abgebaut werden konnte. Erreicht er den Wert seines Resolute-Attributs, dann ist es vorbei: Ohne weiteren Test verwandelt sich der Charakter in ein Monster und wird NSC.

Genauso wie bei den Trefferpunkten (Toughness) hat man hier nicht viel Spielraum. Nur wer einer magischen Tradition angehört, kann die Korruptionskosten senken, und das auch nur für die Sprüche und Rituale, die zum Repertoire der Tradition gehören. Priester, Hexen und Zauberer (englisch Wizard) können Rituale wirken, um sich von permanenter Korruption zu heilen. Die anderen Spruchwirker senken immerhin die Kosten für den Erwerb und das Wirken ihrer eigenen Magie. Völlig der Korruption ausgeliefert sind die Mystiker ohne Schule – sie haben weder den Zugang zu Ritualen, um die Korruption zu senken, und zahlen auch noch überall die vollen Kosten. Das kann sehr schnell heikel werden!

Noch schlimmer ist es für alle nichtmagischen SC. Es gibt Effekte, ob durch verwunschene Orte oder Monster, die Korruption bewirken. Temporäre Korruption kann man noch am Ende der Szene abschütteln. Aber permanente Korruption kann zum ernsthaften Problem werden und den SC unspielbar machen. Die relativ niedrigen Schwellen, gerade wenn man Resolute nicht besonders hoch gewählt hat, könnten bei Spielern schnell zu Frustration führen.

Charaktererschaffung

Mag Symbaroum sonst sehr viel Wert auf die Würfel legen, ist es beim Erschaffen einer Spielfigur streng deterministisch. Man kann für die acht Attribute entweder eine vorgegebene Reihe an Zahlen verwenden oder 80 Punkte verteilen. Kein Attribut darf unter 5, keines über 15, und nur eines genau auf 15 sein. Wer mehr Struktur will, kann sich an einem Archetyp orientieren.

Danach wählt man eine Rasse. Die Rasse gibt oft ein oder mehrere Eigenschaften (Trait) mit, manchmal muss man diese auch kaufen. So haben Oger z.B. die Möglichkeit, die Eigenschaft Robust zu wählen und so übermenschengroß zu werden.

Eigenschaften bleiben auf die jeweiligen Rassen beschränkt, allgemeine Fähigkeiten (Abilities) und mystische Kräfte (Mystical Powers) kann hingegen jeder erwerben. Hierbei gilt, dass man entweder fünf auf dem Rang Novice kaufen darf oder zwei auf dem Rang Novice und eines auf dem Rang Adept. Die Auswahl ist also zwischen Spezialisierung oder mehr Talenten mit wenig Tiefgang. Sollte man Rasseneigenschaften erwerben wollen, die ebenfalls einen Rang haben, so muss man dafür entsprechend weniger Fähigkeiten und Zauber wählen.

Hier verbirgt sich auch ein irreführender Fehler. Es wird insgesamt zweimal von „creation points“ gesprochen, eine entsprechende Regel findet sich aber nicht. Anscheinend ist damit die Anzahl der Ränge gemeint, die man in Eigenschaften, Fähigkeiten und Zauber investieren darf. Entweder wurde hier eine ursprüngliche Regelfassung unvollständig umgeschrieben oder beim Übersetzen die Terminologie inkonsequent gehandhabt.

Man bestimmt im Folgenden noch die Korruption zu Spielbeginn und die Farbe des eigenen Schattens, einer mystischen Aura, die Mystikern etwas über das eigene Wesen verrät. Nach Startausrüstung und Geld kommen noch die üblichen Sachen ohne mechanische Auswirkung wie Persönlichkeit und Ziele des Charakters. Es ist gut, wenn Spieler sich darüber Gedanken machen, belohnt wird es vom System jedoch nicht.

Später ändern sich nur noch Rang und Anzahl der Fähigkeiten und Zauber. Diese können je nach Rang – Novice, Adept, Master – für je 10-30 XP gekauft werden. Es gibt Fähigkeiten, die bestehende Talente noch um bis zu drei Punkte maximal steigern können. Eine Formel der Art „neuer Rang in Attribut * x XP“ kommt dankenswerterweise nicht zum Einsatz.

Mehr ....Dinge

Mehr ….Dinge


Spielbarkeit aus Spielleitersicht

Es gibt einen SL-Teil, der das Übliche beinhaltet: Wie baue ich Geschichten auf? Tipps und Tricks. Eine Sammlung von etwas über dreißig Monster(-varianten) unterteilt in neun Kategorien. Monsterspezialfähigkeiten. Auf 58 Seiten wird die Spielwelt erklärt, der SL weiß aber kaum mehr als die Spieler. Es gibt jedoch Empfehlungen, welche Kreaturen wo anzutreffen sind und eine Liste mit den Details magischer Gegenstände.

Spielbarkeit aus Spielersicht

Die größte Herausforderung an den Spieler ist die Wahl der Fähigkeiten und Zauber und somit die spielmechanische Entwicklung des SC. Der Rest des Systems ist für Spieler anhand der simplen Probenmechanik banal.

Die Wichtigkeit bestimmter Attribute mag den Spielern auf den ersten Blick nicht auffallen. Es gibt immerhin einen warnenden Satz in der Attributbeschreibung für Resolute, damit der Spieler erkennt, wie zentral dieses Attribut sein kann. Für Anfänger mag sich erst im Spiel entscheiden, welche Attribute nun wirklich am besten zum Konzept passen. Eine Verschiebung von Punkten nach Spielbeginn ist zulässig, zumal die Werte nur noch in sehr begrenztem Umfang steigen werden. Dies ist besonders zu beachten, weil es keine separaten Skills gibt, sondern nur Attributproben.

Preis-/Leistungsverhältnis

Zumindest für das PDF ist der Preis von 18,99 USD angemessen. Die knapp 60 USD für das Print-on-Demand-Hardcover sehe ich dann schon kritischer, gemessen an der Seitenzahl von 264. Betrachtet man die schönen Illustrationen, kann eigentlich nur ein Premium-Hardcover in Frage kommen, sonst hätte man sich die Druckoption auch sparen können. Dass man dann für das PDF noch einmal 8,50 USD draufzahlen soll, ist mir persönlich definitiv zu viel.

Die Preisstruktur auf der Verlagshomepage ist ähnlich: 49,95 USD für die Printversion, da kommen nach Deutschland aber nochmal satte 19,95 USD an Versandkosten hinzu.

Spielbericht

Kein Testspiel.

Erscheinungsbild

Symbaroum Core CoverjpgDas vielleicht Tollste an Symbaroum ist das Design und die Illus. Das Layout ist knackig, augenfreundlich, gut lesbar. Tabellen sind ansehnlich, auch die Blöcke, die Sonderfertigkeiten beschreiben, sind gut strukturiert. Als Indie (zumindest auf internationaler Ebene) muss Symbaroum ein geringeres Budget als die meisten Mainstream-Produkte gehabt haben, dennoch sind alle Illustrationen einfach nur gut, stimmungsvoll, inspirierend. Bei solcher Bebilderung hätte man sich glatt den Settingteil sparen können, da muss einem doch einfach etwas dazu einfallen! Die Bilder sind in Farbe und leicht verwaschen, vermitteln Eindrücke und Impressionen aus einer fremden Welt mit atemberaubender Landschaft und mit riesenhaften Monstern.

Um einen Vergleich anzustellen: Vom Artwork reicht es, in seinem eigenen Stil, an Numenera und The Strange heran, nur dass Monte Cook seine Produkte mit noch mehr Bildern bestücken konnte. Selten hat mir das Design eines Buchs so gut gefallen.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Järnringen
  • Autor(en): Mattias Johnsson, Mattias Lilja
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • Sprache: Englisch
  • Format: PDF
  • Seitenanzahl: 264
  • Preis: 18,99 USD
  • Bezugsquelle: DriveThruRPG, Sphärenmeisters Spiele

 

Bonus/Downloadcontent

Keine Downloads auf der Verlagshomepage.

Fazit

Ein großes Manko gleich vorweg: Symbaroum ist als Regelbuch nicht gut strukturiert. Relevante Informationen sucht man oft quer durch das ganze Buch. Selbst das Erstellen eines Charakters ist nur auf den ersten Blick klar wiedergegeben, nach den Details sucht man einfach zu lange, obwohl sie anscheinend eigene Kapitel haben. Ein Konzept wird an einer Stelle eingeführt, aber nicht erklärt. Seitenverweise führen oft in Kapitel, die auch nur die halbe Wahrheit enthalten. SL werden das ganze Buch strukturiert durcharbeiten müssen, am besten mit der Suchfunktion im PDF, um diese Unzulänglichkeiten ausgleichen zu können. Seit der Erstauflage von The One Ring ist mir kein Spiel untergekommen, dass so unnötig viel Verwirrung und Nachschlagen (und Suchen) erfordert hat, um das Zusammenspiel der Mechaniken zu verstehen.

Die Regelbasis von Symbaroum ist einfach und gut verständlich, die Abwicklung sollte weder Spielern noch SL Probleme bereiten. Hat man erst mal die Sonderfertigkeiten ausgewählt, kann schnell los gespielt werden. Das Steigerungssystem ist simpel, der Charakter entwickelt sich stetig fort. Individuelle Charakterkonzepte lassen sich gut umsetzen, es gibt im eigentlichen Sinn keine Klassen.

Die Welt wird (vor allem durch die Bebilderung im Buch) so manchen ansprechen können. Und wenn nicht, wird es sicher in Zusatzprodukten andere Gegenden mit anders gearteten Abenteuern geben. Die Ambrianer sind ja einerseits militaristisch geartete Kolonialherren, andererseits aber auch Flüchtlinge einer Katastrophe. Die Idee, eine Völkerwanderung zum Konflikt auszubauen, ist sicher reizvoll und setzt diese Spielwelt von anderen Produkten ab.

Trotz einiger handwerklichen Schnitzer macht das Gesamtwerk einen guten Eindruck. Die relativ hohe Verletzlichkeit der SC sowohl in Bezug auf physischen als auch spirituellen Schaden ist zwar ein Faktor, mit dem man bei Symbaroum leben muss. Als Spielsystem wird es aber sicher Anhänger finden.

Daumen4Maennlich

Artikelbilder:  Järnringen
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

 


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2 Kommentare

  • Vielen Dank für die Rezension.
    Habe Symbaroum seit kurzem auf dem Schirm und mir bereits vor ein paar Tagen das Buch bestellt (zum Zeitpunkt dieses Kommentars noch nicht angekommen).
    Bin momentan dabei mich durch die PDFs des Core Rulebook und des Adventures Pack 1 zu lesen und bin genau wir Hr. Korpilla vom Setting und Grundton des Rollenspiels angetan.

    Ich habe auch direkt frecherweise diese Rezension im reddit von Symbaroum verlinkt.

  • Moin,

    eine profunde Rezension, allerdings kommt mir hier ein Aspekt definitiv zu kurz: die schlanken Regeln, die übersichtlich sind und trotzdem viele taktische Variationen ermöglichen (z.B. Hellebardenkämpfer, die Gegner auf Distanz halten) oder die Möglichkeit, durch bestimmte Fertigkeiten seinen Charakter um einzelne Attribute herum aufzubauen: Selbst ein kopflastiger Char ist als Taktiker unentbehrlich für eine gut funktionierende Gruppe – auf ein gut zusammenarbeitendes Team ist alles ausgelegt, allein hat in Symbaroum niemand eine echte Überlebenschance. Das macht einfach Spaß und Sinn. Jetzt kann man über einige regeltechnische Hürden stolpern. Aber man sehe sich erst mal DSA an: Ich habe mich jedenfalls endlich mal über ein Regelwerk gefreut, dass schnell durchzuarbeiten ist und keine Professur benötigt, um in eine durch und durch stimmige Welt einzutauchen.

    Auch erfrischend – Regelwerke, die mal nicht alles über eine Spielwelt vorkauen, sondern bewusst weiße Flecken auf der Landkarte lassen. Stimmung steht hier im Vordergrund, nicht akribische Reiseberichte oder Zutatenanleitungen für magischen Gegenstand xy. Symbaroum macht fast alles richtig. Ach ja: Die Korruption ist in diesem Fall ein zentrales dramaturgisches Element. Magie und Davokar sollen sich gefährlich anfühlen. Wer davon als Spieler frustriert ist, sollte sich schnell wieder Pathfinder und all den anderen Munchkin-Dungeoncrawlern da draußen zuwenden.

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