Roger Lewin ist Chefredakteur von Teilzeithelden und wurde in den frühen 70ern geboren. Er schätzt atmosphärisches Spiel und cineastische Systeme, die taktischen Tiefgang bieten. Mit simulativen Schwergewichten kann man ihn jedoch jagen. Seinen mathematisch-taktischen Anspruch erfüllt er bei Tabletops, da vor allem WH40K und X-Wing. Mehr über Roger erfahrt ihr mit einem Klick auf seinen Namen im Kopf des Artikels.

 

Bücher&Comics
Februar 4, 2016 Geschrieben von Roger Lewin

Rezension: Spider-Man 2099 #03 – Gammastrahlen-Endzeit (Marvel Comics)

Miguel O’Hara, der Spider-Man aus der Zukunft, mit genetischen Verbesserungen und einer holografischen Beraterin, ist wieder zurück. Wie bereits in den ersten zwei Bänden, handelt es sich auch in Band #03 um eine Seitengeschichte, die in anderen Comicserien fortgesetzt wird. Dieses Mal trifft Miguel auf Maestro – den gealterten Hulk von einer anderen Erde mit der Stärke des grünen Hühnen und der Intelligenz von Bruce Banner.

Peter David widmet sich weiter dem Storyboard und wird dabei zeichnerisch durch Will Sliney unterstützt. Es handelt sich bei dem Sammelband um die Übersetzung der US-amerikanischen Ausgaben Spider-Man 2099 #09 bis #12.

Handlung

Eigentlich sollte Miguel, nachdem er mit anderen Spider-(Wo)Men aus anderen Universen endlich die Inheritors und Morlun besiegt hatte, wieder durch ein Portal in seiner Zeit ankommen. Doch etwas ging schief und so findet er sich in einer Endzeitwelt wieder, in der die Gebäude in Trümmern liegen und Menschen von Militärtruppen unter Kontrolle gehalten werden. 

Es kommt, wie es kommen muss und Spidey prügelt sich mit den Truppen, bis sich Maestro einschaltet und Miguel so schwer verletzt, dass er aufgeben muss.  Auf dem Weg in die Festung des grünen monströsen Genius erfährt Miguel, dass ein Atomkrieg diese Erde verwüstete und die Firma Alchemax unmittelbar am Auslösen des Kriegs beteiligt war. Miguel selbst reagiert schockiert, hat er doch in seiner Zeit für Alchemax gearbeitet.

In der Zelle angekommen, bekommt er unerwartete Unterstützung – denn in derselben Zelle wie er sitzt die weibliche Doctor Strange seiner Zeit auch als Insasse.

In der zweiten Geschichte geht es um Miguels krebskranke Nachbarin Tempest. Er brachte aus seiner Zeit ein Heilmittel gegen den Krebs mit, der sie töten wird und verabreicht es ihr im Schlaf. Das Ganze verläuft nicht ohne Nebenwirkungen. Zeitgleich bemüht sich Peter-Parker-Spider-Man ein Gefängnis für Superschurken bauen zu lassen. Aber auch dieser Plan geht nicht ohne Probleme einher.

Beide Geschichten sind über ein feines Teilstück miteinander verbunden. Weiter können wir nicht ins Detail gehen, da wir sonst unweigerlich die überraschenden Wendungen verraten würden. Es passiert nicht viel in den beiden Kapiteln, würde man es aufs Wesentliche zusammenfassen.

Ein Hinweis: Verderbt euch keinesfalls die Spannung und lest die beiden letzten Panels nicht als erstes!

Charaktere

Spider-Man rettet Strange und anders herum

Spider-Man rettet Strange und anders herum

Der Leser bekommt nicht allzu viele Informationen über Miguel – das kann als Manko angesehen werden. Es gelingt jedoch gut, wie bereits in den vorherigen Bänden und auch durch die direkte Interaktion mit Peter Parker, aufzuzeigen, wie sich Miguel von Peter unterscheidet. Er ist bereit, drastischer und entschiedener vorzugehen und lässt sich vor allem nicht durch sein Herz ablenken. Nur einmal kommt es fast dazu, dass Hormone den Verstand übersteuern, aber dann dreht sich das Blatt doch nochmal.

Farblos wirken Maestro, Tempest und auch die anderen Akteure. Aus der Masse der ganzen Superwesen sticht jedoch zum Ende hin ein normaler Mensch, ein Cop, hervor. Er beeindruckt durch seinen Mut heraus und das kurze Spotlight, was er bekommt. Das legt die Mutmaßung nahelegt, dass diese Person in einem Folgeband noch wichtig werden wird.

Zeichenstil

Will Sliney setzt Akzente durch Details und strahlende Lichteffekte, so zum Beispiel, wenn Maestro von Blitzen umtost über Spider-Man thront. Das knallt und macht Laune. Auch sind seine Figuren reich an Konturen, was sie lebendiger wirken lässt.

Besonders Bewegungsstudien erlangen so eine gewisse innewohnende Energie und beschleunigen den Lesefluss. Eindringlich tritt dies bei einem Unterwasserkampf in der zweiten Geschichte zu Tage.

Preis-/Leistungsverhältnis

12,99 EUR ist der listengebundene Preis. Angesichts dessen, dass wieder nur Handlungsfäden zu Teilen aufgelöst werden, aber immerhin die zweite Geschichte mehr oder minder abgeschlossen ist, erscheint der Preis fast angemessen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, insbesondere, weil die Spider-Man 2099-Comics oft locker und leicht erzählt sind. Dennoch hätte der Preis geringfügig niedriger sein können.

Erscheinungsbild

SPIDERMAN2099SONDERBAND3_Softcover_440Handwerklich bieten Panini Comics fast gewohnte hohe Qualität. Wieso fast? In der uns vorliegenden Ausgabe war die Klebung bereits spröde geworden und die Seiten beginnen, sich loszulösen. Am Druck – Kontrast, Schärfe und Farbintensität gibt es nichts auszusetzen.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Panini Comics
  • Autor(en): Peter David
  • Zeichner(in): Will Sliney
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • Sprache: Deutsch
  • Format: Paperback
  • Seitenanzahl: 100
  • Preis: 12,99 EUR
  • Bezugsquelle: Amazon

 

Bonus/Downloadcontent

Die Originalcover der amerikanischen Ausgaben trennen die Kapitel und kurze Textboxen zu Ende und Anfang des Sammelbandes liefern Wissenswertes rund um Charaktere und Zeichner.

Fazit

Die Serie Spider-Man 2099 zeichnet sich vor allem durch die Leichtigkeit und den Pepp aus, mit der sie erzählt wird. Dabei wird der Spannungsbogen immer hochgehalten und langweilige Passagen fehlen fast vollständig. Zudem nutzt die Serie ihre Chance als Seitenast der Erzählung der Hauptlinie, ungewöhnliche und selten eingeführte Charaktere wieder aufzugreifen.

Das ist zugleich charmant, aber auch Hauptmanko der Serie. Auch wenn die kleinen Kapitel in sich abgeschlossen sind, enden sie immer als Absprungpunkt in die Hauptserien des Verlages.  Mir hat die zweite Geschichte mit Tempest besser gefallen. Seine holografische Assistentin kann nicht Sidekick genug für den einsamen Miguel sein, da tut diese möglicherweise aufkommende Romanze der Geschichte ganz gut. Aber es würde zu viel vorwegnehmen, hier nun näher auszuführen, was ich meine. Das Kapitel rund um die Flucht aus Maestros Festung ist spannend und endet mit einer „Oh Mist“-Szene.

Zeichnerisch bekommt der Leser gut inszenierte Kost, die die Action gekonnt mit Leben füllt.

In Summe hat mit der Band bis auf kleinere Schwächen gut gefallen, so dass ich die Serie weiter zu verfolgen versuchen werde.

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Artikelbilder: Panini Comics
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

 


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