Ich habe mich als Kind leicht von Bildern beeindrucken lassen. So auch vom damaligen Werbespot für das Brettspiel HeroQuest: ein Verlies, geheimnisvolle Türen, gruselige grüne Kobolde, ein schwertschwingender Muskelmann und quasi null Informationen über das eigentliche Spiel – das musste ich haben! Und als ich es endlich in Händen hielt, verbrachten ein Kumpel und ich die gesamten Sommerferien damit.
Einige Jahre später, auf der täglichen, dreiviertelstündigen Busfahrt von der Schule, berichtete ein Freund von diesem krassen Spiel, das er mit seinem großen Bruder und dessen Freunden gespielt hatte. Da war er ein axtschwingender Zwerg, der die tollsten Abenteuer erlebte. Der Name des Spiels: Das Schwarze Auge. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie solche Geschichten in einem Brettspiel vor sich gehen sollten. Die Erklärung war einfach: Es gibt gar kein Brett.
Das musste ich natürlich ausprobieren. Bald darauf hatte ich mein erstes Pen & Paper-Regelwerk in der Hand. Einige Freunde aus der Schulklasse, die mitmachen wollten, waren auch gefunden, und ehe ich mich versah, wurde im heimischen Wohnzimmer meines Klassenkameraden mein allererster Elf von seinem allerersten Ork chancenlos in die Flucht geschlagen. Doch ohne davon entmutigt zu werden, stürmte ich bald mit meinen Freunden die Höhlen des Seeogers und plünderte den Orkenhort, verschlang Kiesow, Tolkien und Salvatore, machte Abstecher in die düsteren Kosmen von Space Gothic und Warhammer 40.000, duellierte mich in Magic: The Gathering und nahm allgemein alles irgendwie mit, was phantastisch war – inklusive Videospiele (meine Favoriten: Baldur’s Gate, Final Fantasy VII), Filme (Star Wars, Herr der Ringe), Serien (Buffy, Star Trek) und Romane (Brandon Sanderson, Margaret Weis / Tracy Hickman, Patrick Rothfuss). Mittlerweile sind meine Lieblingssysteme DSA und D&D, Splittermond und, obwohl ich es fast nie aktiv gespielt habe, Shadowrun.
Durch diese nun fast 20 Jahre des phantastischen Hobbylebens lernte ich einige meiner besten Freund*innen kennen – mit dem oben erwähnten HeroQuest-Kumpel zum Beispiel spielte ich noch 20 Jahre später DSA. Und auch wenn ich jetzt nicht mehr oft zum Spielen komme, bleibt das Hobby mir und ich dem Hobby erhalten. Nicht nur bin ich mit ganz großartigen Menschen im Teilzeithelden-Lektoratsteam, das ich sogar eine Zeitlang leiten durfte. Nein, mittlerweile habe ich sogar hauptberuflich mit phantastischen Spielen zu tun und quasi im Hobby meine Berufung gefunden.
Wer Lust hat, sich über Deppenleerzeichen, Rochshaz-Gladiatoren oder Nebelgeborene zu unterhalten, schreibt an simon.burandt[at]teilzeithelden.de.








