Geschätzte Lesezeit: 15 Minuten

Die Miniaturen sind zusammengebaut, die ersten Farben aufgetragen und die Armeen bereit für ihren ersten Einsatz. Zumindest theoretisch. Im dritten Teil unserer Reihe „Road to Warhammer 40k“ geht es endlich an den Spieltisch. Wie gelingt der Einstieg in die Regeln, welche Herausforderungen warten bei der ersten Partie und reichen drei Stunden für ein Spiel im Combat-Patrol-Format?

In Teil eins unserer Road to Warhammer 40k haben wir euch erzählt, warum sich ausgerechnet zwei Warhammer 40k-Neulinge an Orks und Space Marines versuchen. In Teil zwei standen anschließend die Herausforderungen beim Basteln und Bemalen im Mittelpunkt. Nun sollen die beiden Fraktionen endlich auf dem Spieltisch aufeinandertreffen.

Doch bevor die erste Schlacht geschlagen werden kann, müssen die passenden Regeln gefunden und verstanden werden. Mit Combat Patrol haben wir uns für einen Spielmodus entschieden, der einen unkomplizierten Einstieg verspricht. Ob das tatsächlich so einfach funktioniert, bleibt abzuwarten.

Im dritten Teil unserer Reihe berichten Nina und Bastian von ihren ersten Erfahrungen auf dem Schlachtfeld. Wie gut gelingt der Einstieg in die Regeln? Welche Unterstützung bieten die digitalen Angebote von Games Workshop? Und reichen drei Stunden tatsächlich aus, um eine erste Partie zu spielen?

Zeit also, die Würfel auszupacken und die Miniaturen endlich in die Schlacht zu schicken.

Keine Trigger, abseits bekannter Tabletop/Wargaming-Merkmale

Bastians Gedanken vor dem Spiel

Die (beinahe) finale Bemalung

Im letzten Artikel habe ich das finale Ergebnis versprochen. Leider muss ich gestehen, dass ich auch nach 35 Stunden bislang nur vier Figuren annähernd fertig habe.

Es fehlen noch die Helme, die Details an Waffen und Ausrüstung und die Bodentextur. Das Bemalen der schmalen Verzierungen mit dem Goldton erwies sich mit einem 0,3-mm-Pinsel als deutlich einfacher als erwartet. Daher habe ich mich entschieden, die römische Fünf auf eine der Schulterplatten zu malen. Sicherlich habe ich nicht alle Stellen perfekt bemalt. Aber dank meiner neuen Geheimwaffe hatte ich genügend Zeit und Farbe, um Fehler zu korrigieren. Man sollte sich immer vor Augen führen, dass man beim Spielen mindestens 20 bis 50 cm Abstand zu den Figuren hat. Somit fallen diese „Happy little accidents“, wie Bob Ross sie nannte, nicht so sehr ins Gewicht.

Als Anfänger geht dennoch viel Zeit für Experimente und Lernprozesse verloren. So habe ich zum Erstaunen und Entsetzen meiner Mitredakteur*innen sämtliche Figuren von Hand mit dem Starterpinsel grundiert. Denn das Starterset bietet dafür nur den beigefügten Pinsel und die schwarze Grundfarbe. Eine Sprühgrundierung gehört nicht zum Lieferumfang.

Ich würde jedem Neuling dennoch empfehlen, ein bis zwei Figuren von Hand zu grundieren. Mir hat das ein Gefühl für Pinsel, Farbmischung, Pinseldruck und meine eigene Feinmotorik gegeben. Danach würde ich zur Sprühgrundierung greifen. Im Internet gibt es Speed-Painter, die teilweise eine ganze Armee an einem Wochenende bauen und bemalen. Dabei kommen neben Sprühgrundierungen auch Sprühfarben und andere zeitsparende Techniken zum Einsatz. Wer vor allem spielen möchte und seine Armee schnell auf den Tisch bringen will, findet dort sicherlich Anregungen für die eigene Vorgehensweise.

Der finale Stand für die Artikelreihe
Der finale Stand für die Artikelreihe

Ich möchte mir dagegen die Zeit nehmen, meine Figuren in Ruhe von Hand zu bemalen. Mein persönlicher Weg sieht so aus: Ich grundiere die Figuren und werde später vielleicht noch eine Highlightfarbe aufsprühen. Den Rest bemale ich in Ruhe von Hand. Der Weg ist mein Ziel.

Neben dem Lerneffekt beim Grundieren möchte ich noch einen weiteren Tipp geben: NASSPALETTE! Mir war dieses Thema anfangs suspekt, und ich war wegen der Gefahr von Schimmel besorgt. Ich habe mich trotzdem getraut und möchte sie nun nicht mehr missen. Es ist sozusagen meine neue Geheimwaffe. Die Farben lassen sich besser verdünnen und mischen, und vor allem trocknen sie nicht so schnell ein. Bei meiner letzten Malsession habe ich darauf geachtet und denke, dass ich etwa die Hälfte weniger Farbe gebraucht habe, weil die einzelnen Farbkleckse nicht eingetrocknet sind.

Auf in die Schlacht

Auf dem Sommerfest der Teilzeitheldenredaktion war es schließlich so weit. Nina und ich, eine Tabletop-Veteranin und ein Neuling, wollten unser Duell austragen. Mit Geoffrey und Roger hatten wir dafür zwei erfahrene Spieler an unserer Seite, die uns bei den ersten Schritten durch die Regeln begleiteten. Vorab hatte ich mir die laut Beiheft notwendige App auf meinem Smartphone installiert und mich ein wenig damit befasst. Doch dazu später mehr.

Unser Schlachtfeld war bereits mit schön bemaltem Gelände ausgestattet und ich konnte Ninas Orkboyz in Ruhe bewundern. Da wir beide die Regeln noch nicht kannten, ließen wir uns von Geoffrey und Roger in die Abläufe einführen. Das war auch bitter nötig. Denn gefühlt jeder Satz ist dort in einer Aufklappbox verpackt. Die Suchfunktion hilft nur, wenn man weiß, wonach man suchen muss. Einen „Anfänger bitte hier klicken“-Button gab es auf der Startseite nicht.

Bei jedem Start muss man sich nicht nur einloggen, sondern auch bestätigen, dass man weiterhin die kostenlose Variante benutzen möchte. Bei der sind wir geblieben. Hätte ich für die App bezahlt, hätte ich mich sehr geärgert. Doch dazu mehr in meinem Fazit zum Regelabschnitt.

Ninas Gedanken vor dem Spiel – von der Theorie zur Praxis

Eigentlich sollten meine Orks inzwischen deutlich mehr Farbe bekommen haben. Doch wie so oft kam der Alltag dazwischen und seit dem letzten Artikel hat sich an meinem Status der Bemalung nichts geändert. Immerhin waren alle Miniaturen zusammengebaut und damit einsatzbereit. Schließlich wollte ich endlich herausfinden, wie sich Warhammer 40k eigentlich spielt.

Das Fraktions-Starterset war dabei keine große Hilfe. Nach den Bau- und Bemalanleitungen war praktisch Schluss. Lediglich ein kurzer Hinweis auf die App gab einen Anhaltspunkt, wie es weitergehen könnte.

Also lud ich mir die App herunter und versuchte, mich mit den Regeln vertraut zu machen. Als ich kurz nach der Veröffentlichung von Armageddon hineinschaute, waren teilweise noch veraltete Regeln hinterlegt. Auch im Internet fanden sich ältere Combat Patrol-Regeln, die weiterhin abrufbar waren. Für Neueinsteiger ist es nicht gerade einfach, zwischen verschiedenen Regelständen zu unterscheiden, wenn man noch gar nicht weiß, wonach man eigentlich suchen muss.

Mittlerweile wurde die App aktualisiert. Zusätzlich hat Games Workshop mit der Warhammer Academy eine neue Plattform geschaffen, die beim Einstieg ins Hobby helfen soll. Mein erster Eindruck fiel allerdings eher ernüchternd aus. Die Seite ist bunt, bietet zahlreiche Möglichkeiten, eigene Schwerpunkte zu setzen, und verfügt offenbar über eine Art Achievement-System, dessen Funktionsweise sich mir nicht unmittelbar erschlossen hat.

Für jemanden, der sich erst einmal mit den Grundlagen beschäftigen möchte, war mir das schlicht zu viel auf einmal. Vielleicht erschließen sich die Möglichkeiten bei intensiverer Beschäftigung, aber dafür fehlte mir die Zeit. Einen schnellen Einstieg hatte ich mir jedenfalls anders vorgestellt.

Zum Glück musste ich mich nicht allein durch die Regeln kämpfen. Mit Geoffrey und Roger standen uns zwei erfahrene Warhammer 40k-Spieler aus unserem Team zur Seite. Bei unserem alljährlichen Teamtreffen zum Ende des Sommers reservierten wir deshalb einen eigenen Zeitslot für die erste Partie.

Drei Stunden sollten es werden. Das erschien bereits recht großzügig. Wie sehr wir uns dabei verschätzt hatten, sollte sich noch zeigen.

Es geht ans Eingemachte – Drei Stunden für eine kleine Schlacht

Für die erste Partie hatten wir uns auf Combat Patrol festgelegt. Der Spielmodus erschien für den Einstieg gut geeignet, zumal Bastian und ich die dafür vorgesehenen Miniaturen bereits besitzen.

Zunächst galt es allerdings, die richtigen Regeln in der App zu finden. Obwohl diese mittlerweile aktualisiert worden war, gestaltete sich die Suche nicht besonders intuitiv. Deutlich besser funktionierte dagegen die eigentliche Spielverwaltung. Die Partie ließ sich schnell einrichten und die Verbindung mit meinem Mitspieler herstellen. Anschließend konnten wir sowohl die Spielzüge als auch die Siegpunkte bequem nachhalten.

Auch bei der Vorbereitung führte uns die App durch die notwendigen Schritte. Sie zeigte an, welche Würfe erforderlich waren und wer zuerst aufstellen beziehungsweise den ersten Spielzug durchführen durfte. Geoffrey und Roger erklärten uns dazu die Aufstellungsregeln der Mission, die wir direkt umsetzten.

Ich hatte mir im Vorfeld natürlich bereits einen großartigen Schlachtplan überlegt. Die Grotz sollten vorpreschen und als Köder dienen, während die Boyz und der Waaaghboss nachrückten. Der Ketta sollte über die Flanke kommen und möglichst von hinten zuschlagen. Den Weirdboy wollte ich zunächst im Hintergrund halten und einer Einheit anschließen.

Die Realität sah allerdings etwas anders aus. Die Aufstellungszone war ziemlich klein, sodass sich meine Orks eher gegenseitig auf die Füße traten, als sich besonders taktisch zu positionieren. Immerhin standen die Grotz vorne und der Weirdboy hinten. Ob der Ketta beim Rangieren versehentlich einen Grot überfahren hatte, ließ sich zunächst nicht eindeutig feststellen.

WAAAGH! – Die Orks marschieren

Den ersten Spielzug durfte ich übernehmen. Ich hatte mich inzwischen spontan entschieden, den Weirdboy doch allein im Hintergrund stehen zu lassen. Eine Einheit Boyz blieb zunächst in seiner Nähe, während die andere gemeinsam mit dem Waaaghboss auf das erste Missionsziel vorrückte.

Der Ketta ratterte zur nächsten Deckung, um von dort aus die Lage zu sondieren. Anschließend wurden die Grotz vorgeschickt. Dabei stellte sich immerhin heraus, dass alle zehn noch am Leben waren. Offenbar hatte der Ketta bei der Aufstellung doch niemanden überfahren.

Auf der gegnerischen Seite rückten die mit großen Jetpacks ausgerüsteten Space Marines auf das zweite Missionsziel vor, während ein schweres Fahrzeug aus der Deckung kam und meine Grotz unter Beschuss nahm.

Das hätte ziemlich unangenehm werden können. Allerdings ist das mit dem Würfelglück bekanntlich so eine Sache. Trotz der vollen Ladung blieben von meinen zehn Grotz ganze sieben stehen. Auch der anschließende Beschuss durch die übrigen Space Marines richtete bei meinen Boyz nur wenig aus.

Die Grotz hatten ihre Aufgabe als Köder damit bereits erfüllt. Tatsächlich sollten die sieben Überlebenden für den Rest unserer Partie unbehelligt bleiben.

Bastian:

Dann ging es ans Eingemachte. Ich wollte diese kleine Horde Xenos mit der vollen Härte des Imperiums im Feuer der Läuterung brennen lassen. Leider war es wohl eher das Feuerzeug der freundlichen Verwarnung. Aber so sind die Würfel eben. Rückblickend hätte ich lieber auf deine Boyz schießen sollen.

Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade dabei, den ersten Durchblick zu bekommen. Dass der Beschuss nicht so ausfiel, wie ich es mir erhofft hatte, nahm ich daher erst einmal hin. Würfel sind eben Würfel.

Von einer ausgefeilten taktischen Analyse war ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch weit entfernt. Ich war hauptsächlich damit beschäftigt, herauszufinden, welche Einheiten sich in Reichweite befanden, welche Waffen eingesetzt werden konnten und wie viele zusätzliche Attacken durch verschiedene Sonderregeln zustande kamen.

Im zweiten Spielzug erschien es mir deshalb eine ausgezeichnete Idee, einfach den Waaagh! auszurufen. Die Orks kannte ich schließlich schon lange aus Warhammer Fantasy, und auch dort gehörte der Waaagh! als stärkste Fähigkeit dazu. Warum also lange fackeln?

Bastian:

Dank meiner rudimentären Kenntnisse aus den Total War-Spielen zu Warhammer wusste ich, was ein Waaagh! bedeuten konnte. Als du ihn ausriefst, musste ich erst einmal schlucken. Aber ich liebe es, wenn man hart, aber fair spielt. Einen Welpenbonus brauche ich nicht.

Im Nachhinein war die Entscheidung sogar ziemlich gut. Durch den Waaagh! konnten meine Orks schnell in die Spielfeldmitte und darüber hinaus vorrücken. Auf der rechten Flanke setzte ich Bastians Landspeeder mit dem Ketta, den Boyz und dem Waaaghboss ordentlich unter Druck. Am Ende blieb davon nur noch eine Rauchsäule übrig.

Bastian:

Dann verlor ich meinen Landspeeder mit dem Melter. Ich war entsetzt. Der Landspeeder war das Rückgrat meiner Truppen, und nun war er zerstört. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt noch zu sehr mit den Regeln und der App beschäftigt, um mich wirklich auf die taktischen Konsequenzen konzentrieren und spontan auf den Verlust reagieren zu können.

Auf der anderen Flanke lief es weniger gut. Die dortigen Space Marines waren ordentlich bewaffnet und setzten meinen Boyz gehörig zu. Allerdings sind Orks im Nahkampf nicht zu unterschätzen. Mir reichte es zunächst, das Missionsziel umkämpft zu halten. Solange mein Gegner es nicht kontrollierte, konnte er dort auch keine Siegpunkte erzielen.

Gleichzeitig sammelte ich selbst Punkte durch das Halten eines Missionsziels und das Ausschalten einer gegnerischen Einheit. Außerdem übten meine Orks zunehmend Druck auf die gegnerische Aufstellungszone aus. Diese war ebenfalls für die Punktewertung relevant: Mein Gegner erhielt Punkte, wenn er sie hielt, während ich für ihre Einnahme belohnt werden konnte.

Zwischen Würfelglück und Regelsuche

Dass ich bei den Missionszielen recht zielstrebig vorging, lag sicherlich auch an meiner Erfahrung mit anderen Tabletop-Systemen. Besonders mit Age of Sigmar: Speerspitze bin ich inzwischen gut vertraut. Dort spielen Missionsziele ebenfalls eine entscheidende Rolle. Während ich mich mit den konkreten Regeln von Warhammer 40k noch schwertat, konnte ich zumindest auf meine bisherigen taktischen Erfahrungen zurückgreifen. Die Bedeutung der Siegpunkte war mir von Anfang an bewusst, und ich versuchte, meinem Gegner möglichst wenige Gelegenheiten zum Punkten zu lassen.

Trotzdem fühlte ich mich während der Partie keineswegs besonders souverän. Die meiste Zeit verbrachte ich weiterhin damit, Regeln zu suchen, Reichweiten zu überprüfen und mir die verschiedenen Mechaniken erklären zu lassen. Bei all dem Trubel hatte ich meinen Weirdboy sogar vollständig vergessen. Der stand weiterhin im Hintergrund und wartete vermutlich darauf, endlich etwas Sinnvolles tun zu dürfen. Immerhin wurden mir die Abläufe nach und nach verständlicher. Auch wenn ich noch lange nicht alle Regeln verinnerlicht hatte, konnte ich zunehmend besser nachvollziehen, was gerade auf dem Spielfeld passierte.

Im dritten Spielzug geriet die gegnerische Aufstellungszone zunehmend unter Druck. Schließlich rückte auch der Anführer der Space Marines vor, um sich mit meinem Waaaghboss zu messen. Für ihn endete diese Begegnung tödlich. Für mich bedeutete das weitere Siegpunkte.

An dieser Stelle war allerdings auch unser Zeitfenster abgelaufen. Von den ursprünglich angesetzten drei Stunden war nichts mehr übrig. Wir hatten gerade einmal zwei vollständige Spielzüge geschafft und waren mitten im dritten stecken geblieben. Bastian musste sich schließlich geschlagen geben, der Stand bei den Siegpunkten war eindeutig. Meine Orks hatten damit ihre erste Schlacht gewonnen, auch wenn wir die Partie nicht regulär zu Ende spielen konnten.

Bastian:

Nach drei Stunden war Schluss. Wir hatten etwas mehr als zwei vollständige Runden geschafft und steckten mitten in der dritten. Direkt im Anschluss hatte ich eine Pen-and-Paper-Runde angeboten. Ohne diesen Folgetermin hätte ich gerne bis zum Ende weitergespielt. Deshalb war ich durchaus etwas traurig, dass die ständige Regelsuche so viel Zeit gekostet hatte.

Bastians Fazit

Mein Fazit zum Thema Basteln und Malen: Es ist eine sehr erdende Tätigkeit. Ich persönlich bin überrascht, dass ich als bekennender Grobmotoriker und malerisch weitgehend unbedarfter Mensch so schöne Ergebnisse erzielen konnte. Das zeigt mir, dass man kein besonderes Talent mitbringen muss, um mit etwas Geduld etwas Schönes zu schaffen. Perfektion ist dabei gar nicht notwendig. Am Ende zählt, dass man selbst mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Auch das Spielen hat mir Lust auf mehr gemacht. Trotzdem bin ich noch auf der Suche nach dem Setting und System, in dem ich mich zunächst richtig austoben möchte. Warhammer 40k ist dabei keineswegs aus dem Rennen – im Gegenteil: Ich liebe das Universum. Gleichzeitig reizen mich Fantasy-Miniaturen und historische Modelle. Ich möchte herausfinden, welche Welten mich nicht nur beim Spielen, sondern auch beim Bemalen und Gestalten langfristig am meisten begeistern.

Ein Punkt, der meinen Einstieg in Warhammer 40k nicht unbedingt erleichtert hat, ist die App. Sie bietet zwar Unterstützung bei der Verwaltung einer Partie, aber gerade beim Erlernen der Regeln hätte ich mir einen geradlinigeren Zugang gewünscht. Vielleicht liegt mir ein System mehr, dessen Regeln ich mir direkt aus dem Regelbuch erschließen kann, ohne ständig auf digitale Unterstützung angewiesen zu sein. Das ist für mich allerdings kein Grund, Warhammer 40k den Rücken zu kehren. Dafür habe ich noch zu viel Freude am Universum und zu wenig Spielerfahrung gesammelt, um mir ein abschließendes Urteil zu erlauben.

Wie es für mich im Hobby weitergeht? Ich möchte meine Patrouille fertig bemalen. Danach stehen die Speerspitze-Miniaturen für Warhammer Age of Sigmar bereits in den Startlöchern. Sie liegen schon bei mir zu Hause und warten darauf, dass die Space Marines Platz auf dem Maltisch machen. Natürlich werden wir auch weitere Runden spielen. Nina hat mir ordentlich Dampf gemacht und fair gewonnen. Nächstes Jahr duellieren wir uns dann in Herr der Ringe – genauer gesagt beim Middle-earth Strategy Battle Game. Ich freue mich darauf!

Ninas Fazit – Ein Sieg macht noch keinen 40k-Fan

Drei Stunden für etwas mehr als zwei Spielzüge sind eine ziemlich ernüchternde Bilanz, wenn man eigentlich nur eine kleine Einsteigerpartie spielen möchte. Allerdings mussten wir nicht nur spielen, sondern gleichzeitig die Regeln kennenlernen. Ohne die geduldige Unterstützung von Geoffrey und Roger wären wir vermutlich noch deutlich langsamer vorangekommen.

Die App hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Die Verwaltung der Partie funktionierte ausgesprochen gut und erleichterte das Nachhalten der Spielzüge und Siegpunkte erheblich. Die benötigten Regeln zu finden, war dagegen wesentlich umständlicher. Auch die Warhammer Academy konnte mich bei meinem ersten Besuch nicht überzeugen. Statt eines unkomplizierten Einstiegs erwartete mich eine Fülle an Informationen, mit der ich mich zunächst überfordert fühlte.

Das eigentliche Spielsystem möchte ich nach dieser Erfahrung ausdrücklich nicht bewerten. Dafür habe ich mit etwas mehr als zwei Spielzügen schlicht zu wenig davon gesehen. Viele Mechaniken habe ich gerade erst kennengelernt, andere vermutlich noch gar nicht eingesetzt. Mein vergessener Weirdboy dürfte davon ein Lied singen können.

Auch meine Erfahrungen aus anderen Tabletop-Systemen haben mir sicherlich geholfen. Während ich mich mit den konkreten Regeln von Warhammer 40k noch schwertat, konnte ich zumindest auf ein gewisses taktisches Grundverständnis zurückgreifen.

Trotz meines Sieges hat sich meine grundsätzliche Einstellung allerdings nicht verändert. Warhammer 40k ist weiterhin nicht unbedingt die Art von Science-Fiction-Tabletop, die ich persönlich suche. In dieser Hinsicht fühle ich mich bei Star Wars: Legion deutlich besser aufgehoben.

Das bedeutet aber nicht, dass ich meine Orks jetzt wieder in die Schachtel verbanne. Eine weitere Partie Combat Patrol kann ich mir durchaus vorstellen. Vielleicht geht es mit etwas mehr Regelerfahrung beim nächsten Mal auch zügiger voran.

Und vielleicht darf dann sogar der Weirdboy mitspielen.

 

Titelbild: Szene & Köpfe – Games Workshop; Platte & Löcher – depositpotos hanohiki & PanaceaDoll
Fotografie: Bastian Kotthaus-Hohendahl
Layout und Satz: Dominic Niederhoff

Lektorat: Giovanna Pirillo

1 Kommentar

  1. Immer schön, wenn Leute ihren Weg ins Hobby finden. Aber muss es unbedingt der FC Bayern des Tabletop sein? Bayern-Fan kann ja jeder :) Gibt so viele geile Systeme, von Anbietern die nicht so fürchterlich sind.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein