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Die Boten des Morgens gehen in die fünfte Runde und Krethusas Blick lässt die Boten des Morgens sowie die Anhänger von Khaine bis ins Mark erschüttern. Bringt die Gabe der Seherin mehr Licht in die Schatten der Zukunft? Spannend wird es auf jeden Fall.

Jetzt wird es mystisch und eine waschechte Seherin gibt sich die Ehre. Buch fünf der Boten des Morgens-Reihe erzählt nicht nur die Geschichte des zweischweifigen Kreuzzuges weiter, es hat auch noch weitere spannende Begegnungen im Gepäck. Natürlich haben wir uns den fünften Band der Reihe angeschaut und auch die parallel veröffentlichte Box Krethusa´s Cronehost unter die Lupe genommen. Der Leichenfresser-Hof von Ushoran, dem Mortarch des Wahns liegt hinter uns, doch was erwartet uns jetzt?

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Krethusa, die Akolythin

Schon als junge Akolythin war Krethusa eine Einzelgängerin und Ausgestoßene in der Schwesternschaft der Khaine. Mit ihren Kampffähigkeiten erzielte sie nur dürftige Ergebnisse und Interesse an den Tugenden der Schwesternschaft ließ sie auch vermissen. Doch wo es ihr an Begeisterung für den Kampf fehlte, entwickelte sie ein großes Interesse für die alten Bibliotheken Hagg Nars. Ihre Forschungen umfassten alte Wälzer einer längst vergessenen Gottheit. Mit jedem Wort, was sie las, erstarkte eine Stimme in ihrem Kopf, eine Stimme, die sie antrieb, weiterzusuchen, zu forschen und den alten Lehren der Morai-Heg zu folgen.

Krethusa, die Seherin
Krethusa, die Seherin

Dem Dogma der Khainiten zum Trotz öffnete sie sich der Stimme und folgte ihren Anweisungen, bis zu einem finsteren Tempel tief in den Schattentälern von Ulguroth. Dort legte sie den Stirnreif der Morai-Hegs an. Ein Kopfschmuck aus Messing mit umgekehrten Stacheln, der jedem, der ihn trug, die Augen ausstechen würde. Unter großen Schmerzen legte Krethusa den Stirnreif an, erhoffte sie sich doch die Macht, die ihr die Stimme in ihrem Kopf versprach. Doch ihr drittes Auge öffnete sich nicht, als ihre zwei weltlichen Augen zerstochen wurden. Mehr noch, die Stimme verschwand, einzig Schmerz und Stille blieben zurück.

Morai-Heg wird befreit – Krethusa, die Seherin erwacht

Die Jahre vergingen und Krethusas Glaube ist gefestigt wie am Tag, wo sie den Stirnreif anlegte. Immer mit dem Vertrauen, dass Morai-Heg sich Ihrer annimmt und ihr Versprechen von Macht einlöst. Als Morathi-Khaine ihre Göttlichkeit erkämpft und Slaaneshs Bauch aufschnitt, erreicht ein Bruchteil der Göttlichkeit von Morai-Heg, welche in der alten Zeit von Slaaneshs verschlungen wurde, die düstere Zelle von Krethusa. Plötzlich von der Präsenz dieser Göttlichkeit erfüllt, windet sich Krethusa vor Schmerz, schreiend erhebt sie sich in die Luft, an ihrem Rücken brechen schwarze, mit Federn bestückte, Flügel hervor. Eine Flut von Bildern strömt durch ihren Kopf, Bilder der Vergangenheit, aber auch Bilder der Zukunft. Begleitet wird dieser Strom von der Stimme Morai-Hegs, welche Krethusa den Titel Seherin verleiht.

Durchströmt von dieser neuen Macht, beherrscht Krethusa die Gabe der Vorahnung und der Magie, als ob sie damit geboren wurde. Mit Leichtigkeit beschwört sie Blitze reiner Dunkelheit oder auch Fesseln aus Schatten, um ihre Feinde gleichermaßen zu strafen. Schwärme von Aasvögeln begleiten sie auf ihrem Weg und dienen ihr als Boten, Wachposten oder als Augen, um die Welt im Jetzt zu betrachten. Die Deutung der Vorahnung erweist sich so manches Mal noch als unklar. Die Vision, wie das Volk der Aelf wiedergeboren wird oder wie das Volk der Aelf dem völligen Untergang ausgeliefert ist, ohne genau zu wissen, welches der beiden mit Sicherheit eintrifft, quält sie. Doch ihr Glaube an Morai-Heg ist nach der Verwandlung zur Seherin umso stärker und sie wird ihrem Willen folgen, egal welches Ende kommt.

Krethusa und ihre Anhänger
Krethusa und ihre Anhänger

Boten des Morgens V – Schatten der Seherin

Die Geschichte geht weiter
Die Geschichte geht weiter
Über die Handlung der Kampagne

Nur schwerlich erholen sich die Boten des Morgens von den Strapazen der vergangenen Kämpfe. Der groteske Hof des Wahn-Königs hallt immer noch in den Köpfen der Krieger nach. In Aqshy kämpfen die Boten ums Überleben und müssen sich der Bedrohungen von innen erwehren. Dann taucht noch eine mystische Seherin auf, und wer sind eigentlich Callis und Toll?

Die Lage von Hammerhal Aqsha ist mehr als brenzlich, obwohl es eine der am stärksten verteidigten Städte war, muss sie sich gegen die Kräfte des Chaos behaupten, welche an ihre Tore hämmern. Während auf den Außenmauern eine ausgewachsene Schlacht tobt, braut sich im Inneren zunehmend eine Unruhe zusammen, die den Untergang der Stadt besiegeln könnte. Hexenjäger Hanniver Toll und sein Begleiter Armand Callis, ein ehemaliger Freigilden-Soldat, untersuchen diese inneren Bedrohungen und setzten alles daran, sämtliche Übel in der Stadt auszumerzen. Auf ihrer eigenen Mission begegnen sie immer wieder der geheimnisvollen Seuche, dem Königsblutfluch, eine Krankheit, die normale Bürger dem Wahnsinn anheimfallen lässt und sie grotesk verändert. In den Untiefen der Stadt treffen die Agenten Callis und Toll auf eine Horde Leichenfresser, welche die Wasserversorgung der Stadt mit verwesendem Schmutz vergiften. Ein heftiger Kampf entbrennt und die Luft ist erfüllt von pfeifenden Bolzen. In der Stunde höchster Not, als sich der König der Ghule auf einem Zombiedrachen in den Kampf wirft und die Agenten zu töten droht, taucht eine geflügelte Aelfe auf. Krethusa, die Seherin mischt sich ein und entfesselt ihre dunkle Magie! Callis und Toll sind vorerst gerettet und befassen sich mit dem vergifteten Wasser. Und auch da tritt die Seherin samt ihrem Gefolge hervor, mit einem Plan das vergiftete Wasser zu reinigen.

Die Boten des Morgens aus Hammerhal Aqsha haben derweil mit ganz anderen Problemen fertig zu werden. Die anstrengende Reise durch die dürren Lande und immer wiederkehrenden Kämpfe stecken den Boten noch in den Knochen, doch die Wichtigkeit des Unterfangens steht nach wie vor im Vordergrund. Die Siedlung Glutwacht wird auf Befehl von Pontifex Zenestra gegründet und ausgebaut. Mont Asch, ein unheilvoller Berg in der Nähe, wird von einer Expedition aus Duradin und Magiern, als Expeditionsziel ausgesucht. Wächterkönig Norffi gelingt es, so tief in den Berg vorzudringen, um die gewaltigen Aqthrazit-Adern zu entdecken. Doch auch eine verschollene Reichspforte wird erforscht, die Magier kennen die Gefahr einer solchen Pforte an diesem Ort, der wie ein einziges Mausoleum geformt ist. Etwas Gefährliches kündigt sich mit steigender Kälte an. Den Raureif begleiten gespenstische Tote in zerfetzten Lumpen und mit rostigen Dolchen bewaffnet, angeführt von einem schädelgesichtigem Schrecken auf geflügeltem Leichenross. Reikenor, der Unheilskünder bringt der Expedition den Tod. Auch der tapfere Versuch des Wächterkönigs Norffi, den Unheilskünder zu stellen, endet mit dem Rollen des Kopfes des Duradin. So ergeht es auch dem Rest der Expedition und der Berg ist um weitere Gebeine reicher.

Reikenor, der Unheilskünder
Reikenor, der Unheilskünder

Als die Nachricht der verlorenen Expedition Zenestras Ohren erreicht, strömen bereits Scharen von Geistern auf Glutwacht nieder. Die Verteidiger stemmen sich so gut es geht, gegen den geisterhaften Feind und auch Zenestras selbst muss sich gegen den Angriff Reikenors erwehren. Auf seinem geflügelten Ross schlägt er eine blutige Schneise in die Verteidiger von Glutwacht, bis Zenestra den Unheilskünder stellt. In diesem ersten Aufeinandertreffen prallen die Jahrhunderte alte Todesmagie von Reikenors auf die gläubige Macht Zenestras. Aus unerklärlichen Gründen hat die Magie Reikenors keine Wirkung auf die Pontifex Zenestra, und so werden die Geister zurück nach Mont Asch gedrängt. Da der Feind noch nicht geschlagen ist und weiterhin eine große Bedrohung für Glutwacht darstellt, müssen die Boten des Morgens in Mont Asch eindringen und den Kampf zu Ende bringen. Mit letzter Kraft schaffen es die Boten, angeführt von Zenestra, ins Herz des Berges, dem Mausoleum. Und wieder treffen die geballte Todesmagie von Nagashizzars auf das gleißende Licht Zenestras, wissentlich, dass nur einer diesen Kampf gewinnen wird.

Die Boten des Morgens aus Hammerhal Ghyra kämpfen immer noch mit den schrecklichen Ereignissen des Leichenhofes von Ushoran. Kaum ein Überlebender leidet nicht unter nächtlichen Alpträumen. Fast täglich mehren sich die Geschichten über Krieger die komische Verhaltenszüge annehmen, sich nur noch von Fleisch ernähren und ihre Freunde angreifen. Iscilla Thorian erteilt den Befehl, sofort jeden, der eine solche Geistesstörung zeigt, zu isolieren. Selbst als die Boten die alte Siedlung Naithwaites Überfahrt erreichen, verlassen sie die Schrecken der vergangenen Kämpfe nur schwer. Die Gelegenheit zum Ausruhen kommt den Boten gelegen, auch wenn Thorian den Schwung des Kreuzzuges nicht verlieren möchte. So schickt sie immer wieder kleine Gruppen hinaus, um die Ländereien auszukundschaften. Dabei werden sie immer wieder von Hedonisten Slaaneshs überfallen, welche aber keine offene Schlacht riskieren, sondern vielmehr plündernd den Boten zusetzen. Während die Boten die Siedlung Grünspann gründen, wendet sich die Gastfreundschaft von Naithwaites Überfahrt und die Boten müssen sich erneut gegen die Diener Ushorans erwehren.

Gerade als die Kämpfe sich zu Gunsten der Diener Ushorans verschieben, erreicht eine geflügelte Aelfe die Boten. Die Seherin Krethusa ist gekommen und hat ihre Kriegerinnen mitgebracht, um den Boten im Kampf beizustehen. Nur ungläubig nimmt Marschallin Thorian die Hilfe Krethusas an, welche erklärt, sie sei eine Verbündete des Kreuzzuges und habe bereits in Hammerhal Aqsha gekämpft. Gemeinsam bekämpfen sie die Diener Ushorans am Voryll-Staudamm, die Schlacht tobt wild und der Sieg steht auf der Kippe, als Krethusa sich in die Lüfte erhebt, um den geflügelten Vampir Glymloch, Anführer der Untoten Streitmacht, zum Zweikampf herauszufordern. Der Ausgang dieses Kampfes wird die Schlacht entscheiden.

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Taktische Einschätzung

Die Box Krethusa´s Cronehost beinhaltet eine Streitmacht von knapp vierhundert Punkten. Das ist nicht genug für ein Spiel, aber erweist sich als potenzielle Erweiterung für die Daughters of Khaine. Den Wert der Schlächterschwestern und Fluchfeuerhexer wurde bereits in unserer Taktikanalyse der Daughters of Kaine beschrieben. Somit schauen wir uns Krethusa näher an.

Auch wenn sie von der Geschichte her Magie beherrscht, ist sie hier als Priesterin ausgezeichnet und nicht als Zauberin. Mit einem durchschnittlich ausgestatteten Kampfprofil ist Krethusa nicht unfähig im Nahkampf, aber auch keine Schlächterin. Sicher möchte man die Seherin genau wegen ihrer Prophezeiungen spielen, welche eindrucksvolle Boni für verbündete Einheiten geben, doch an eine harte Bedingung gebunden sind.

Denn für alle Prophezeiungen benötigt Krethusa die unmittelbare Nähe zu einem Blutkessel (6 Zoll). Ohne einen Blutkessel kann sie auch keine Prophezeiungen wirken und ist somit nur eine bessere Priesterin mit Nahkampfpotenzial. Hinzu kommt noch, dass sie zwar das Keyword „fliegen“ hat, sich aber, um zu funktionieren, ständig in der Nähe eines Blutkessels aufhalten muss. Das macht sie leider gezwungen unbeweglich und lässt sie eher in der zweiten oder dritten Schlachtreihe stehen, in der sie ihre Unterstützungsfähigkeiten dann nutzen kann und sollte.

Ausstattung

Im der Box finden sich Gussrahmen, aus denen Krethusa, zehn Schlächterschwestern und fünf Fluchfeuerhexer gebaut werden können. Die Anleitung ist verständlich und die Bilder führen Bastelnde anschaulich ans Ziel.

Die Regeln für Krethusa, Callis und Toll finden sich im Buch V der Boten des Morgens wieder.

Das Buch Boten des Morgens V – Schatten der Seherin hat mit knapp 100 Seiten im Hardcover, neuen Szenarien, Warscrolls für die berühmten Regimenter der Daughters of Khaine, Tolls Gefährten und Regeln für kleine Belagerungsspiele einiges zu bieten. Auch finden sich wieder schöne Bilder und Kurzgeschichten.

Die harten Fakten:

Boten des Morgens Buch V – Schatten der Seherin

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Sprache: Deutsch, Englisch
  • Preis: 40 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Krethusa´s Cronehost

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Preis: 85 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Bonus/Downloadcontent

Das Buch Boten des Morgens V – Schatten der Seherin hat einen Code für die App, damit man auch die PDF zur Verfügung hat.

Fazit

Der Preisvorteil und das schöne Charaktermodell sind die großen Stärken der Box. Die zwei Einheiten neben Krethusa erweitern jede Daughters of Khaine-Streitmacht und Krethusa selbst ist eine sehr schön modellierte Miniatur mit einer erschreckenden Hintergrundgeschichte. Leider überzeugen die Regeln für Krethusa in keinster Weise, sodass man sich wirklich überlegen muss, wie man sie in eine Streitmacht einbaut und geschickt ausspielt. Helden*innen, die ihre stärksten Fähigkeiten nur mithilfe von anderen Einheiten entfalten können, bargen immer ein gewisses Risiko. Für erfahrende Spielende ist dies sicher leichter umzusetzen als für Anfänger*innen oder Gelegenheitsspieler*innen.

Die Kampagne um den Kreuzzug wird weiter spannend erzählt und bringt mit verschiedenen Duellen auch den epischen Faktor wieder in die Geschichte. Die größte Stärke von Buch V ist definitiv seine Regeln für Belagerungen und Gelände. Ganze Szenario-Reihen bietet das Buch und schafft es so, Age of Sigmar einmal mehr komplett anders zu erleben.

 

  • Neue Szenario für Belagerungen

  • Verstärkung für die Allianz der Ordnung

  • Exklusives Modell: Krethusa

 

  • Hoher Preis

  • Schwache Regeln für Krethusa

 

 

Artikelbilder: © Games Workshop
Miniaturbemalung: Jenny Paintpaw
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Saskia Harendt
Fotografien: Christian Kallweit
Diese Produkte wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
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