Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Der Ansturm des Mechanicums lässt nicht nach. Erneut treten die Diener des Maschinengottes auf das Schlachtfeld und entfesseln ihre zerstörerische Kraft. Doch dieses Mal geschieht es im kleinsten Format: Die neueste Fraktion der Legio Imperialis schickt ihre kalten Maschinen in Form einer Kampfgruppe des Mechanicums.

Bisher gab es nur zwei Fraktionen in Legio Imperialis: die genmodifizierten Space Marines und die menschliche Verteidigungseinheit, die Solar Auxilia. Nun tritt auch das Mechanicum auf den Plan – indirekt sogar in Form zweier Fraktionen, da auch das Dark Mechanicum im Armeebuch erscheint. Sowohl kleine als auch größere Kampfmaschinen erwachen zum Leben und marschieren mit Servitoren auf das Schlachtfeld, begleitet von größeren mechanischen Abnormitäten. Wir wollen die grundlegenden Fragen zu Inhalt und Aufbau klären und eine Einschätzung zur Spielweise dieser Fraktion geben.

Vorweg muss leider gesagt werden, dass die Datenkarten und das Kampagnenbuch bisher nur auf Englisch erhältlich sind.

Triggerwarnungen

Entmenschlichung, Massenvernichtung

[Einklappen]

Die Maschinen und die lobomitisierten Menschen – Die neuen Figuren

Der Inhalt der Box beläuft sich auf 10 Tech-Thralls, 8 Thallax-Kohorten, 2 Auxilia-Tech-Priestern, 2 Domitar Kampf-Automata, 4 Myrmidon Destructoren, 2 Myrmidon Secutoren, 4 Castellax Kampf-Automata, 4 Ursarax-Kohorten, 2 Vorax Kampf-Automata, 2 Arlatax-Kampfautomata, 2 Archmagos Prime auf Abeyant, 4 Triaros-Transportern, insgesamt 8 Thanatar Belagerungs-Automata und 2 Vultrarax Stratos-Automata. Die Box enthält also 56 Bases mit vielen kleinen Figuren.

 

Eine bildliche Darstellung des gesamten Inhalts.

Die Gussrahmen sind von der bekannten, hohen Qualität. Games Workshop hat sich bei diesen Figuren selbst übertroffen: Für ihre Größe weisen sie eine beeindruckende Detailfülle und einen hohen Detailgrad auf. Das Bemalen könnte jedoch anspruchsvoll werden, da bereits ein einzelner Pinselstrich die kleinen Details verdecken kann, was beim Betrachten schnell auffällt. Schon bei den Tech-Thralls, der einfachen Linieninfanterie, beginnt die hohe Detaildichte – etwa durch zahlreiche Augenlinsen. Das Anmalen könnte somit zur Herausforderung werden und weniger geübte Malerinnen und Maler sogar etwas einschüchtern.

 

Der Zusammenbau gestaltet sich je nach Figur unterschiedlich: Bei einigen Figuren, vor allem bei den einfachen Infanteristen, geht er schnell und unkompliziert vonstatten. Bei den komplexeren Kampfautomaten jedoch wird der Aufbau deutlich anspruchsvoller und erfordert Geduld, da die Klebpunkte sehr klein sind – und die Figuren sollen schließlich nicht im Kleber ertrinken. Je größer die Figuren werden, desto eher ähnelt der Zusammenbau dem der größeren Figuren aus dem 30k-Universum.

Auch bei größter Vorsicht beim Zusammenbau gibt es zwei Figuren, die beim Herausnehmen aus dem Gussrahmen oder beim Zusammenkleben leicht brechen können. Dazu zählen die Munitionsgurte der Vorax-Kampfautomaten und die Tentakel der Vulturax-Stratos-Automata.

 

Hier sind die möglichen Bruchstellen zu sehen.

Diese Teile sind so fein, dass sie schnell beschädigt werden. Dadurch wird der Zusammenbau noch anspruchsvoller, da hier mehr Sorgfalt und Konzentration gefragt ist. Letztlich stellt sich die Frage, ob die hohe Detaildichte bei so kleinen Figuren den zusätzlichen Aufwand beim Zusammenbau rechtfertigt, da möglicherweise die Stabilität darunter leidet. Es ist außerdem dringend zu empfehlen, die Figuren erst zu bemalen und anschließend auf die Bases zu kleben, anstatt der Abfolge auf den Bildern zu folgen. Ein einfaches Farbschema kann sich hier ebenfalls lohnen, um die zahlreichen Figuren effizient und dennoch ansprechend zu bemalen.

Die Schmieden des Omnissiahs öffnen sich. – Die Armeen des Maschinengottes

Dies ist zunächst der Beginn einer neuen Armee, was bedeutet, dass derzeit nur eine begrenzte Anzahl an Einheiten zur Verfügung steht. Doch was nicht ist, kann ja noch werden: Momentan fehlen etwa Flieger oder effektive Abwehrwaffen gegen Luftziele. Trotz dieser Einschränkungen eröffnet die Armee dennoch neue taktische Möglichkeiten im Kampf. Viele Einheiten sind nämlich furchtlos, da sie nicht von Moraltests betroffen sind und sich nicht aus Nahkämpfen zurückziehen. Dies gilt für jeden Roboter und Tech-Thrall – also für einen Großteil der Armee. Allerdings erhalten die Roboter nur eine eingeschränkte Auswahl an Befehlen.

Da Befehle in diesem Spiel jedoch wichtig sind, möchte man in der Regel einige Tech-Priester mit Cortex-Controllern in der Armee haben. Diese Controller heben die Einschränkungen der Befehle auf, solange sich eine Figur vollständig innerhalb eines 8-Zoll-Radius um den Controller befindet.

Ein genauerer Blick auf die Infanterie kann zunächst abschrecken, da die Tech-Thralls kein besonders gutes Profil haben. Ihre Furchtlosigkeit gleicht jedoch die sicher eintretenden Verluste rasch wieder aus. Wer mit den Werten der Einheiten im 30K-Universum vertraut ist, weiß zudem, wie die Thallax-Roboter und Myrmidon-Hosts eingesetzt werden sollten. Die Thallax sind mobile Truppen mit Sprungmodulen und effektiven Fernkampfwaffen gegen Infanterie. Die Myrmidon-Priester sind spezialisierte, schwere Elite-Einheiten, die entweder auf Nah- oder Fernkampf fokussiert sind.

Doch wer würde das Mechanicum nur mit kleinen Kampfautomaten verbinden? Es gibt auch größere Kampfmaschinen. Ein kleiner Widerspruch ist jedoch, dass die Roboter kleiner sind als die meisten Fahrzeuge, aber dennoch zwei Lebenspunkte besitzen. Zugleich teilen diese Kampfmaschinen ordentlich aus, was sie besonders effektiv macht, wenn man viele von ihnen ins Feld führt. Praktischerweise sinken die Punktkosten pro Modell, je größer die Einheit wird.

Eine der wichtigsten Transportmaschinen ist der gepanzerte Triaros Conveyor, der ein besonders gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis bietet und bis zu vier Tech-Thrall-Modelle transportieren kann. Auch größere Roboter passen problemlos hinein und beanspruchen dann zwei anstelle eines einzelnen Transportplatzes. Der einzige Nachteil dieses Modells ist, dass es sich nicht um ein Angriffsfahrzeug handelt, was jedoch verschmerzbar ist.

Zusätzlich gibt es die zweite Fraktion, das Dark Mechanicum, die allerdings in dieser Box nicht enthalten ist. Diese Fraktion verfügt über zahlreiche bösartige Läufer, die mit sogenannten Construct Shields ausgestattet sind, die ähnlich wie Void Shields funktionieren, jedoch weniger widerstandsfähig sind als die Schilde eines Titanen. Eine Besonderheit dieser Schilde ist, dass mehrere Läufer ihre Schildenergie fusionieren können, um länger standzuhalten. Dabei müssen die gegnerischen Spieler*innen zuerst alle Schilde ausschalten, bevor Schaden auf die eigentlichen Figuren verteilt wird. Zudem kann man selbst die Reihenfolge der Trefferzuweisungen bestimmen, sodass stärkere Waffen gezielt auf die Schilde gelenkt werden können, während schwächeres Feuer dann auf die Rüstung trifft.

Eine weitere Regel betrifft die Networked Anima – eine Fähigkeit ähnlich dem Cortex-Controller, jedoch für eine andere Fraktion. Diese Anima-Module sollten daher in der Nähe der eigenen Roboter platziert werden, damit sie Befehle erteilen können.

Abgesehen davon, dass jeder dieser Läufer eine spezielle Ausrichtung entweder auf Nah- oder Fernkampf hat, sind diese dunklen Maschinen des Dark Mechanicums relativ robust und besitzen stets zwei Lebenspunkte – mit Ausnahme des Harpax-Läufers.

Bisher wurden für Legions Imperialis ausschließlich Modelle veröffentlicht, die bereits im 30K-Universum existierten. Dies ändert sich nun mit den Läufer-Modellen des Dark Mechanicums. Es bleibt zu hoffen, dass diese Figuren künftig auch in einer größeren Ausführung erscheinen werden. Dies wurde auch mit einer Fußnote bei der Warhammer Community angekündigt.

Lohnt sich der Kauf der Box, oder sollte man sich lieber gezielt einzelne Einheiten anschaffen? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten und hängt stark vom eigenen Spielstil und der gewählten Seite im großen Bruderkrieg ab. Wer die Waffen für das Mechanicum erheben will, ist mit einer oder sogar mehreren Boxen gut beraten. Wer jedoch auf der Seite des Chaos steht, sollte möglicherweise nur eine Grundbox erwerben oder gezielt auf die individuellen Einheiten setzen und diese einzeln kaufen.

 

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Sprache: Deutsch
  • Preis:
  • Legio Imperialis – Kampfgruppe des Mechanicums 125,00 EUR (UVP)
  • Legio Imperialis The Rise of the Dark Mechanicum 41,00 EUR (UVP)
  • Datenkarten für das Mechanicum 21,50 EUR (UVP)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Fazit

Es ist erfreulich zu sehen, dass Games Workshop für dieses Spielsystem eine neue Armee veröffentlicht hat, die dazu beiträgt, mehr Variation und strategische Tiefe ins Spiel zu bringen. Diese Erweiterung ermöglicht es den Spielenden, unterschiedliche Taktiken und neue Spielstile auszuprobieren.

Der Detailgrad der Figuren ist für diese Größe beeindruckend hoch. Jedes Modell weist eine Vielzahl von feinen Details auf, die die Charakteristik und die individuelle Ästhetik der Armee unterstreichen. Allerdings ist es wichtig, bei der Handhabung dieser Figuren vorsichtig zu sein, insbesondere bei bestimmten filigranen Bauteilen. Diese können bei unachtsamem Umgang oder beim Zusammenbau schnell brechen, diese Problematik zieht sich generell durch diese Fraktion, egal ob bei Legions Imperialis oder im größeren Format.

Ein weiterer Punkt, der derzeit zu beachten ist, ist die relativ begrenzte Breite der verfügbaren Einheiten. Diese Einschränkung könnte dazu führen, dass die Armee im Moment eher auf ein einfaches Vorrücken auf den Feind reduziert wird. Dennoch besteht berechtigte Hoffnung, dass in Zukunft weitere Einheiten eingeführt werden, die neue Strategien und Spielstile ermöglichen. Insgesamt vermittelt diese Armee ein Gefühl von Schnelligkeit und Beweglichkeit. Letztendlich kann hier eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden, wenn man bereit ist, die anfängliche Begrenztheit zu akzeptieren und des Englischen mächtig ist. Andernfalls ist diese neue Fraktion nichts für einen.

  • Schöne, neue Modelle
  • Neue Fraktionen

 

 

  • Buch und Karten nur in Englisch
  • Noch nicht alle Figuren veröffentlicht
  • Dünne Figurenteile können kaputt gehen

 

Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Laura Pascharat
Fotografien: Robert Wolfes

Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Durch einen Einkauf unterstützt ihr Teilzeithelden, euer Preis steigt dadurch nicht.

 

2 Kommentare

  1. Ich erlaube mir den Hinweis, das es hier eine (zur Abwechslung mal wieder, aber zugegeben: ich lese nicht alle Artikel bei euch) inhaltlich sinnvolle Triggerwarnung gibt, die sicherlich versehentlich als „Spoiler“ bezeichnet wird.
    Vielleicht mag das wer korrigieren.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein