Die Chaosbarbaren haben bereits letztes Jahr die alte Welt ein wenig erschüttert. Jetzt wird nachgelegt mit den Kriegern des Chaos. Eine weitere Welle von Neuerscheinungen steht an. Wir haben uns angeschaut, was Games Workshop angekündigt hat. Sind die Krieger des Chaos weiterhin eine ernstzunehmende Bedrohung auf dem Schlachtfeld?
Das Grundset ist erschienen und wir können die weiteren Neuerscheinungen für die Krieger des Chaos kaum erwarten. Das Summer Preview von Games Workshop hat einen breiten Überblick über Neuheiten gegeben und The Old World hat dort einen ordentlichen Teil vom Kuchen abbekommen. Neben den neuen Modellen für die Krieger des Chaos, die im Grundset enthalten sind, schauen wir uns außerdem den neuen Chaosdrachen an.
Neues aus der Chaoswüste
Im letzten Jahr haben die Chaosbarbaren bereits Unfrieden in den Westerlanden gestiftet. Im Arcane Journal The Razing of the Westerlands wurden die Chaosbarbaren mit neuen Profilwerten und zwei Armies of Infamy beglückt und deren Hintergrund behandelt. Im frisch angekündigten Arcane Journal The March of Chaos wird damit auf keinen Fall Schluss sein, und der Eroberungszug geht weiter. Hier wird eine weitere Armee der Berüchtigten eingeführt, ergänzt durch jede Menge Fluff und Illustrationen.
Mit der Geschichte, die im Arcane Journal Breaking of the Great Bastion rund um Groß-Cathay begonnen wurde, dürfte im neuen Arcane Journal fortgeführt werden. Darauf lässt auch das Grundset schließen, denn es enthält die Groß-Cathay und die neuen Chaoskrieger und Chaosritter. Aber eine Neuankündigung sticht besonders heraus: der zweiköpfige Chaosdrache.
Chaos auf dem Schlachtfeld
Die Stärke der Krieger des Chaos liegt zu einem großen Teil bei ihren stark gerüsteten Einheiten. Diese bilden den Kern der Armee mit Infanterie und Kavallerie. Sie haben punktemäßig ihren Preis, aber allein die optische Wirkung, wenn diese als Einheiten auf dem Schlachtfeld stehen, ist enorm. Jede*r hat sich schon einmal davon beeindrucken lassen, wenn die Krieger des Chaos einem als gegnerische Armee auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen. Ein Angriff der schwergerüsteten Kavallerie kann die gegnerische Armee schon empfindlich schwächen, wenn dieser zu einem günstigen Zeitpunkt ausgeführt wird. Dazu die Armeefähigkeit der dämonischen Rüstung, die zusätzlich zum Rüstungswurf noch einen Rettungswurf gewährt, lässt die Chaoskrieger und -ritter fast unzerstörbar erscheinen.

Der nächste Aspekt ist die Magie. Die Hexer des Chaos haben Zugriff auf die Lehren des Chaos und können damit für viel Unruhe auf dem Schlachtfeld sorgen. Wenn man sich das Arcane Journal Razing of the Westerlands besorgt hat, gibt es dazu auch noch die Lore of the Shadowlands, mit der die Hexer das Schlachtfeld im Schatten versinken lassen können.
Ob es neue Profilwerte für den Chaosdrachen geben wird, ist noch nicht bekannt. Die momentanen Profilwerte spiegeln nicht ganz die epischen Ausmaße des Modells wider, jedoch muss natürlich das Balancing berücksichtigt werden.
Blick in die Drachenhöhle – was ist in der Box?
Die Box ist nicht mehr in Plastik eingeschweißt, sondern nur noch mit einem kleinen Aufkleber versiegelt – erfreulicherweise schon seit einiger Zeit Standard bei Games Workshop. Öffnet man die Box kommt eine oben offene Schachtel aus Karton zum Vorschein, in der obenauf die Bauanleitung liegt. Darunter befinden sich insgesamt vier Gussrahmen und ganz unten die beiden Bases, 3 cm mal 3 cm und 10 cm mal 15 cm. Die Bastelanleitung ist durchgehend farbig gestaltet. Unterschiedliche Bastelpfade sind hier grün und blau hinterlegt. Wenn man Optionen bei Waffen oder Köpfen hat, wird das durch eine orange hinterlegte Box angedeutet. Die Nummerierungen findet man eindeutig auf den Gussrahmen wieder, auch wenn man hier und da ein wenig suchen muss. Werkzeuge und Kleber sind, wie immer, nicht enthalten.
Der Chaosdrache im Zusammenbau
Der Chaosdrache gehört zu den umfangreicheren Bausätzen im aktuellen Sortiment und dürfte allein durch seine Größe bei manchen Hobbyist*innen zunächst gewissen Respekt hervorrufen. Trotz des beachtlichen Umfangs wirkt die Konstruktion insgesamt durchdacht. Es ist definitiv empfehlenswert, die Bauanleitung in Ruhe zu studieren, da man sich zum einen entscheiden muss, ob der Hexer oder der Champion auf dem Chaosdrachen sitzt. Im weiteren Verlauf wird die Option des Champions auf dem Drachen und dem Hexer zu Fuß betrachtet.

Um sich zu orientieren ist es sinnvoll, neben der Bauanleitung auch zu schauen, wo sich die einzelnen Bauteile befinden. Der Drache selbst ist hauptsächlich über die drei großen Gussrahmen verteilt, Champion und Hexer befinden sich im kleineren Gussrahmen. Bis auf die Köpfe – diese sind in einem der großen Gussrahmen versteckt.
Gemäß der Bauanleitung wird jetzt der blau hinterlegte Teil verfolgt, der der vorhin festgelegten Auswahl entspricht. Um ehrlich zu sein, unterscheidet sich der Teil mit dem Zusammenbau des Drachens beim blauen und grünen Teil nicht. Hier hätte man vielleicht ein paar Seiten Papier sparen können.
Der Zusammenbau des Chaosdrachen startet mit der Felsformation, auf der er sitzt. Hier sind eindeutig die spitzen Felsformationen, die in der Chaoswüste beschrieben werden, eine Inspiration gewesen. Darauf lässt auch das Skelett am Fuß des Felsen schließen, das entweder ein Snack für den Chaosdrachen war, oder ein armes Wesen, das sich in der Wüste verirrt und dort sein Ende gefunden hat.

Die Passform der Einzelteile ist relativ gut, jedoch sollte man die einzelnen Teile unbedingt vorher ohne Kleber zusammenfügen, um zu sehen, wo die Flächen zum Auftrag des Klebers sind und wie es sich eigentlich zusammensetzt. Manche Teile passen so gut zusammen, dass man die nur mit etwas Widerstand wieder auseinandernehmen kann. Einzig die Passform der Schwanzspitze fällt hier negativ auf, weil man die Klebestelle einfach sieht. Hier ist noch etwas Nacharbeit erforderlich.
Der nächste Schritt ist der Körper des Chaosdrachen. Hier muss man vor allem beim Zusammensetzen der Krallen etwas aufpassen, das ist unerwartet fummelig und nur mit der Hilfe einer Pinzette frustfrei zu erledigen. Die weiteren Klebestellen sind großzügig ausgelegt und befinden sich entweder an Felsfugen oder im Schuppenkleid des Drachen und verzeihen kleine Ungenauigkeiten beim Zusammenbau sehr gut. Die Aufteilung der einzelnen Teile wirkt sehr durchdacht, doch bei den Krallen könnte man kurz meinen, dass die Designer*innen uns Bastler*innen etwas ärgern wollten.
Zum Körper gehören natürlich auch die Flügel, doch die sollen laut Anleitung erst am Ende zusammengesetzt werden. Hier könnte man auch von der Bauanleitung abweichen, ohne dass dies Probleme verursacht. Da ja der Chaosdrache auch ohne Reiter zusammengebaut werden kann, warum nicht auch den Zusammenbau der Flügel einfach vorziehen? Die beiden Flügel bestehen jeweils aus drei Teilen, die sich sehr einfach zusammenfügen lassen. Die Klebefugen sind genau an das Knochengerüst angelehnt und hinterher so gut wie unsichtbar.
Danach geht es endlich daran, den Reiter zusammenzusetzen. Hier wurde dem Champion der Vorzug gegeben, weil er auf dem beeindruckenderen Sattel mit Chaosstern sitzt. Der Hexer hätte zwar ein dickes Zauberbuch vor sich, jedoch nicht diesen beeindruckenden Sitz. Hier könnte man sicherlich ein wenig individueller gestalten und umbauen, aber für den Bausatz, so wie er ist, spielt das erstmal keine Rolle.
Zunächst ist wieder eine Auswahl angesagt: Welche Helmform soll der Champion haben und vor allem, soll es eine zweite Waffe oder ein Schild sein? Hier hat die etwas martialischere Variante mit der zweiten Waffe gewonnen: Ein Schwert in der Haupthand und eine Axt in der zweiten Hand, so soll es in die Schlacht gehen, in der Hoffnung, dass der Champion gut im Sattel sitzt.

Der einzige Fehler in der Bauanleitung – es fehlte der Schritt, um dem Reiter seine linke Schulter anzukleben – ist schnell vergessen, wenn man die Maße des fertig zusammengebauten Chaosdrachen realisiert. Er passt nicht mehr in die kleine Box aus der Packung und lässt sogar den Mumakil in der Vitrine klein aussehen. Wir haben auch das alte Modell von den normalen Drachen wieder ausgepackt für einen Größenvergleich. Der alte Chaosdrache war leider nicht zur Hand.
Über die beindruckende Größe des Chaosdrachen wäre doch fast das Modell des Chaoshexers unter den Tisch gefallen. Der muss jetzt leider damit leben, dass er mit dem Chaosdrachen einfach nicht mithalten kann. Jedoch finden sich hier auch schöne Details. Man kann zwischen zwei Köpfen wählen und optional eine Schädelmaske auf den Kopf setzen. Am Gürtel trägt er einen Folianten und der Stab ist mit einem Chaosstern verziert.

Die größte Herausforderung stellen stellenweise die Abbildungen der Bauanleitung dar. Einige Montageschritte lassen Raum für Interpretationen, sodass eine zusätzliche Perspektive hier für deutlich mehr Klarheit gesorgt hätte. Selbst mit gutem räumlichem Vorstellungsvermögen und einem Blick auf die Produktabbildungen bleibt an einzelnen Stellen nur Ausprobieren zum eindeutigen Erkennen der richtigen Positionierung. Umso wichtiger ist der bewährte Grundsatz des Miniaturenbaus: Vor dem Griff zur Kleberflasche sollten die betreffenden Teile zunächst trocken angepasst werden, im Zweifelsfall auch gemeinsam mit angrenzenden Bauteilen. Das erspart unnötige Korrekturen und erleichtert den Zusammenbau des imposanten Modells spürbar.
Zum Abschluss des Zusammenbaus wird das Maßband hervorgeholt, denn wir wollen wissen, wie groß ist der Drache denn jetzt? Er steht auf der großen 10 cm mal 15 cm Base. Die Spannweite der Flügel liegt bei etwas mehr als 30 cm, also etwa dreimal so viel. An der Flügelspitze ist das Modell ungefähr 28 cm hoch. Das wird definitiv eine Herausforderung, den Chaosdrachen zu verpacken!
Die harten Fakten:
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2026
- Sprache: Englisch
- Spieldauer: variiert
- Spieler*innen-Anzahl: 2
- Alter: ab 12 Jahren
- Preis: Chaosdrache 150 EUR, Arcane Journal: The March of Chaos 22 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Fazit
Mit den angekündigten Neuerscheinungen bauen die Krieger des Chaos ihre Präsenz in The Old World weiter aus. Das Arcane Journal The March of Chaos verspricht neue Hintergrundgeschichten, zusätzliche Regeln und eine weitere Armee der Berüchtigten, die den Spielstil der Armee noch vielseitiger gestalten dürfte. Besonders der neue zweiköpfige Chaosdrache sticht als imposantes Modell hervor und dürfte sowohl auf dem Spieltisch als auch in der Vitrine für Aufmerksamkeit sorgen.
Auch der Bausatz hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck. Die Passgenauigkeit ist überwiegend überzeugend, die Details sind hervorragend ausgearbeitet und die Gestaltung des Modells weiß zu begeistern. Kleinere Schwächen bei der Bauanleitung und einige etwas knifflige Montageschritte trüben den positiven Gesamteindruck nur geringfügig. Wer sich Zeit für den Zusammenbau nimmt und die Teile vor dem Verkleben trocken anpasst, wird mit einem beeindruckenden Modell belohnt.
Für Fans der Krieger des Chaos sind die kommenden Neuerscheinungen daher eine gelungene Erweiterung der Armee. Sie verbinden atmosphärischen Hintergrund mit spielerischen Neuerungen und einem echten Blickfang für jede Sammlung. Nun bleibt nur noch abzuwarten, welche weiteren Regeln Games Workshop bis zur Veröffentlichung enthüllt – das Potenzial für eine der eindrucksvollsten Armeen in The Old World ist jedenfalls vorhanden.

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Chaosdrache sehr schönes Modell
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Kampfstarke Armee
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Man kann mit wenigen Modellen starten
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Schwächen beim Fernkampf
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Hohe Punktekosten für Standardmodelle
Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Giovanna Pirillo
Fotografien: Nina Horbelt
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