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Die Solar Auxilia wurden oft als Verstärkungen bei den Expeditionsflotten eingesetzt. Im großen Bruderkrieg kämpften diese Streitkräfte auf beiden Seiten je nach Loyalität der Expeditionsflotte. Daher erhält diese Armee nicht nur neue Einheiten, sondern auch viele Plastikmodelle, weshalb wir einen kurzen Blick in das 30. Jahrtausend werfen wollen.

Bisher waren die Solar Auxilia nur als Resinmodelle erhältlich. Da für menschliche Fraktionen eine große Anzahl von Modellen benötigt wird, war diese Armee entsprechend kostenintensiv. Nun bietet Games Workshop viele Neuerungen an. Viele der Einheiten kommen als Plastikmodelle neu heraus, was sie kostengünstiger und auch etwas robuster gegenüber möglichen Transportschäden macht. Gleichzeitig ergänzt Games Workshop die Streitkräfte mit neuen Einheiten, die später für das 40. Jahrtausend auch ein ikonisches Bild der imperialen Armee darstellen. Diese Einheiten sind die Wächter, im englischen Sentinels genannt, die neben den Kampfpanzern für das Astra Militarum stehen.

Diese Neuerungen lassen daher auf einiges hoffen. So könnten bisherige Fraktionen wie das Mechanicum auch irgendwann als Plastikmodelle erscheinen und auf Armee-Ergänzungen hoffen. Doch wie ist der Inhalt der neuen Boxen gestaltet, und wie wirken sich die neuen Einheiten auf dem Schlachtfeld aus?

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Der Grundstein der menschlichen Streitkräfte – Die neuen Figuren

Im 30. Jahrtausend wird fast jede Expeditionsflotte von den Solar Auxilia unterstützt oder gar geleitet. Dementsprechend schauen wir uns die Figuren genauer an.

Die Gussqualität von Games Workshop ist gut bekannt und enttäuscht auch hier nicht. Beim Zusammenbau ist Vorsicht geboten, da es filigrane Teile gibt, die leicht abbrechen können, wie zum Beispiel Bajonette oder Energieklingen. Die Bauanleitungen sind generell gut gestaltet, jedoch fällt bei einem der neuesten Modelle, dem Aethon-Wächter, auf, dass hier zwei Zahlen im gleichen Bauschritt vertauscht wurden. Da beide Teile unterschiedlich aussehen und gleichzeitig benötigt werden, ist die Verwirrung minimal und nur kurzzeitig vorhanden. Ansonsten gestaltet sich der Zusammenbau problemlos.

Aus vorangegangenen Editionen ist es möglicherweise einigen Personen bekannt, dass nicht alle Waffenoptionen vorhanden beziehungsweise nur einmal vorhanden sind. Bei den Hermes-Wächtern ist jedoch jede Option zweimal vorhanden, da zweimal der gleiche Bausatz enthalten ist. Dies führt zum nächsten Punkt: In der großen Box der Kampfgruppe der Solar Auxilia sind fünf identische Gussrahmen für die Schützengruppe vorhanden, sowie ein Upgrade-Rahmen für den Kommandotrupp. Hier wurden also indirekt zwei Einheiten in einer vereint, da dies zuvor zwei komplett separate Bausätze waren.

Für Veteran*innen der Solar Auxilia, die befürchten könnten, dass mit dieser Kampfgruppe entweder nur der volle Kommandotrupp oder ein Marschall mit einem unterbesetzten Kommandotrupp gebaut werden kann, kann Entwarnung gegeben werden. Im neuen Buch The Battle for Beta-Garmon gibt es eine Lösung dafür. Es besteht die Möglichkeit, dem Marschall eine Leibwache zur Seite zu stellen, die beispielsweise eine Standarte oder das Vox mitführen kann. Bei der Zusammenstellung der Box wurden also die neuen Optionen mitbedacht.
Warum Games-Workshop am Ende die Regeln für den Aethon-Wächter bei Warhammer Community online gestellt hat, aber für die Hermes-Wächter nicht, bleibt ein Rätsel.

Die Doktrinen der Solar Auxilia – Die Einheiten auf dem Spielfeld

Wir werfen hier einen Blick auf die Einheiten der neu aufgelegten Boxen, für eine kurze Einschätzung sowie Ausrüstungsmöglichkeiten und Vorgehensweisen.

Die taktische Solar-Auxilia-Kommandogruppe ist eine elitäre Einheit, die über eine Vielzahl von Waffen verfügt und daher für jede Situation auf dem Schlachtfeld ausgerüstet werden kann. Das Wichtigste ist, dass das Kommando-Vox und die Vexila der Kompanie mitgenommen werden. Dadurch erhält die Einheit einen Moralwert von 10 und kann diesen an befreundete Einheiten weitergeben, wodurch die Solar Auxilia oft einen höheren Moralwert aufweisen als die Space Marines.

Mit vielen Verbesserungen ist dieser Trupp bereit die gesamte Armee zu unterstützen.

Die Velatrais-Angriffsgruppe verfügt über eine bessere ballistische Fähigkeit als die normalen Truppen der Solar Auxilia, was ihre Ausrüstung mit Volkit-Energiegewehren effektiv gegen Space Marines macht. Theoretisch kann jedoch der Sergeant des feindlichen Trupps versuchen, die verursachten Wunden auf sich zu nehmen. Normalerweise wird hier eine meisterhafte Rüstung für den Truppführer mitgenommen.

Eine alternative Ausrüstungsmöglichkeit sind Sturmäxte, die einen Rüstungsdurchschlag von 2 aufweisen und gegnerische Einheiten sofort ausschalten können. Vor letzterem müssen sich feindliche Cybots in Acht nehmen, da sie mit etwas Glück von der Angriffsgruppe ausgeschaltet oder für den Rest des Spiels gebunden werden können.

Auch der gepanzerte Dracosan bietet sich als effektives Transportfahrzeug an. Wenn er mit einer Demolisher-Kanone ausgerüstet ist, eignet er sich optimal für die Jagd auf Space Marines, kann aber seine Waffe auch gut gegen feindliche Fahrzeuge einsetzen. Die Verteidigung des Fahrzeugs kann durch Aufrüstungen verstärkt werden, beispielsweise kann die Frontpanzerung auf 14 erhöht und gegen Schablonenwaffen ein Panzerungswert von 15 erreicht werden. Generell ist dieser Panzer mit 5 Lebenspunkten sehr widerstandsfähig. Einziger großer Nachteil ist, dass er kein Sturmpanzer ist.

Die Schützengruppe bildet das Rückgrat jeder Solar Auxilia-Armee. Daher sind sie solide Standardtruppen, die genug aushalten können, um bestimmte Missionsziele einzunehmen und zu halten. Je näher feindliche Einheiten kommen, desto stärker kann das eigene Feuer ausfallen, was dazu führt, dass feindliche Einheiten vorsichtig sein sollten. Sollten die gegnerischen Truppen dennoch den Nahkampf erreichen, können sich die Soldaten recht gut verteidigen. Zuletzt profitieren diese Soldaten von der Tercio-Regel und können entsprechende Reaktionen ankündigen.

Wenn der Leman Russ-Kampfpanzer das Rückgrat der Fahrzeugstreitkräfte der imperialen Armee bildet, dann sind die Wurzeln in der Horus Häresie natürlich nicht abwegig. Diese Angriffspanzer können den feindliche*n Spieler*in das Gegenüber sehr gut unter Druck setzen. Mit der Option zu flankieren, kann dem*der gegenüber stehenden Gegenspieler*in diktiert werden, seine die eigenen Flanken zu schützen oder entsprechende Truppen in der Rückhand zu lassen, um reagieren zu können. Diese taktische Option ist nur zu begrüßen, da der*die feindliche Spieler*in diesen Panzer mit einer Vanquisher-Kanone beachten muss, egal ob das Ziel der Waffe die feindliche Infanterie oder Cybots sind. Sollte der*die feindliche Spieler*in das Gegenüber dies vernachlässigen oder vergessen, kann ein günstiger Winkel genutzt werden, um die Seitenpanzerung oder sogar die Heckpanzerung eines Fahrzeugs zu treffen und möglicherweise auszuschalten. Wichtig ist nur, dass die koaxiale Autokanone zuerst abgefeuert wird, um einen Wiederholungswurf für das Treffen mit dem Vanquisher-Geschütz zu erhalten. Ein Nachteil des Flankierens kann jedoch sein, dass der eigene Panzer dann selbst exponiert ist und sich möglicherweise nicht schnell genug bewegen kann, um weiterzufeuern.

Der Schwere Malacador Kampfpanzer bietet ähnliche Waffenoptionen wie der Leman Russ, jedoch hat er nicht die Möglichkeit, den Wiederholungswurf der koaxialen Autokanone zu nutzen. Stattdessen kann dieser Panzer seine Waffen auf verschiedene Ziele abfeuern, erleidet hierbei jedoch einen Malus. Daher bieten sich hier vielleicht Flammenwerfer als Schablonenwaffen eher an als normale Fernkampfwaffen. Im Gegensatz zum Leman Russ ist der Malcador jedoch besser geschützt und kann, wie der Dracosan, Flare Shields erhalten.

Wer denkt, dass es unsinnig ist, neben großen, erschreckenden Panzern und dem massenhaften Einsatz von Infanterie, Läufer zu spielen, liegt falsch. Diese Einheit ist der geborene Panzerjäger, wenn sie mit einer Melter-Lanze und den vier Raketen ausgerüstet wird. Dabei ist zu beachten, dass diese Melterwaffe die Sonderregel Panzerfluch hat, die jedoch über die gesamte Reichweite wirkt und nicht erst ab der halben Reichweite wie bei anderen Melterwaffen. Der Aethon-Wächter kann jedoch auch gegen Infanterie ausgerüstet werden, wenn andere Fernkampfwaffen in Betracht gezogen werden. Somit bietet dieses Fahrzeug Flexibilität und kann Lücken in der Armeekomposition füllen.
Die Widerstandsfähigkeit ist nicht zu unterschätzen, da dieses Modell einen Rüstungswurf von 2 und einen Widerstand von 6 aufweist. Der Läufer ist also eine kleinere Variante eines Contemptor Cybots. Trotz all dieser Flexibilität und Widerstandsfähigkeit kann es jedoch schnell vorkommen, dass der schwere Aethon-Wächter zurückbleibt, da er eine geringere Bewegung von 7 Zoll hat und daher langsamer ist als die anderen Fahrzeuge der Solar Auxilia.

Vorwärts zum Sieg! – Eine mögliche Armeeliste

Aus der neuen Box und einigen Erweiterungen lässt sich schnell eine gute und flexible Armeeliste zusammenstellen, die einige der zuvor genannten Punkte berücksichtigt. Die dargestellte Armee bietet ausreichend Panzerabwehr sowie genügend Feuerkraft gegen leichte und schwere Infanterie. Mit mehr als 60 Infanteristen bietet sie zudem ausreichend Möglichkeiten, den*die feindlichen Spieler*in das Gegenüber durch schiere Masse unter Druck zu setzen, um Missionziele erfolgreich einzunehmen und zu halten.

Companion Gruppe: 115

  • Plasmagewehre

Taktische Kommandogruppe: 230

  • Energiefaust, Marschall, Stoischer Verteidiger, Melter, Kommando-Vox, Vexilla

Velataris-Angriffsgruppe: 355

  • Volkitewaffen
  • Dracosan mit Demolisher Cannon und Flare Shields

Veletaris-Angriffsgruppe: 355

  • Volkitewaffen
  • Dracosan mit Demolisher Cannon und Flare Shields

Schützengruppe: 75

Schützengruppe: 75

Schützengruppe: 75

Schützengruppe: 75

Sturmpanzer Leman Russ: 165

Schwere Malcador Kampfpanzer: 295

  • Flare Shields, Laserkanonen in den Seitenkuppeln

2 Schwere Aethon-Wächter: 185

  • Melter Lanze, Aethon Raketen-Batterie

Insgesamt: 2.000 / 2.000

 

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Sprache: Deutsch
  • Preis verstehen sich UVP:
  • Kampfgruppe der Solar Auxilia: 170 EUR
  • Schwerer Panzer Malcador: 70 EUR
  • Gepanzerter Transporter Dracosan: 70 EUR
  • Veletaris-Angriffsgruppe: 45 EUR
  • Basilisk / Medusa: 55 EUR
  • Hermes Wächter Squadron: 55 EUR
  • Schwerer Aethon-Wächter: 45 EUR
  • The Battle for Beta-Garmon – Englisch: 45 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Fazit

Es lässt sich sagen, dass die Solar Auxilia eine schön anzuschauende Armee sind und sich auf dem Schlachtfeld nicht schämen müssen. Mit dem Umsteigen auf Plastikmodelle ist es auch eine günstigere Armee geworden als zuvor. Die neuen Wächter-Modelle ergänzen sowohl die Optik, als auch die Armeekonzeption gut. Einziges Manko ist hier der Bauanleitungsfehler für den Aethon-Wächter.

Abseits dieser kleinen Problematik fühlen sich die Armee, die Modelle und alles drumherum gut an und man kann guten Gewissens eine nicht genveränderte Armee in die Schlachten des 30. Jahrtausends führen. Nicht nur bietet diese Armee ein ganz anderes Aussehen auf dem Spielfeld, sondern auch jede Space Marine-Armee sollte sich vor der Schusskraft, welche Rüstungen ignoriert, oder der Menge der Schüsse, irgendwann wird der Schutzwurf nicht mehr halten können, in Acht nehmen. Dieses Konzept wird nun nur noch mehr durch die starken und kostengünstigen Wächtermodelle verstärkt.

  • Schöne, neue Modelle
  • Neue Einheiten
  • Plastik-Modelle

 

  • Kleiner Beschriftungsfehler in der Bauanleitung

 

Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Maximilian Düngen
Fotografien: Robert Wolfes

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