Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

Schwere Panzer, filigrane Servitoren und jede Menge Bastelspaß: Games Workshop liefert neues Kriegsgerät für die Horus-Häresie. Doch nicht jeder Bausatz ist ein Selbstläufer. Wir zeigen, wo Tücken lauern – und welche Modelle beim Zusammenbau wirklich überzeugen.

Im Laufe des Jahres hat Games Workshop die Reihe der Horus-Häresie kontinuierlich ausgebaut. Der Schwerpunkt lag bisher vor allem auf Transportfahrzeugen und Infanterieeinheiten für die Solar Auxilia und das Mechanicum. Mit den aktuellen Veröffentlichungen wird dieser Fokus nun um schwer gepanzerte Fahrzeuge und Kriegsmaschinen ergänzt. Viele dieser neuen Bausätze haben wir bereits zusammengebaut und auf ihre Qualität geprüft.

In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die verschiedenen Bauweisen, die Verarbeitung der Komponenten sowie die Passgenauigkeit der Teile. Wir gehen darauf ein, wie sich die neuen Plastikmodelle im Vergleich zu den bisherigen Resinvarianten schlagen – sowohl beim Zusammenbau als auch im Hinblick auf Spielbarkeit und Detailgrad.

Triggerwarnungen

Keine Trigger

[Einklappen]

Bereit für den nächsten Einsatz – Der allgemeine Zusammenbau und Preis-Leistung

Ein gewohnt hoher Standard lässt sich in der Gussqualität über alle Gussrahmen hinweg feststellen – weder Gussfehler noch Verformungen sind ersichtlich. Die Übertragung der vormals aus Resin bestehenden Modelle auf Kunststoff scheint problemlos funktioniert zu haben. Die Details bleiben scharf, und die Passgenauigkeit der Bauteile ist durchweg überzeugend. Dennoch sollte bei den meisten Bausätzen etwas Geduld mitgebracht werden, da der Zusammenbau teilweise fordernd sein kann und die Komplexität des Designs die Geduld hin und wieder auf die Probe stellt.

Besonders hervorzuheben ist die Box Schwere Unterstützung des Mechanicums, die sich sowohl preislich als auch inhaltlich lohnt. Hier lassen sich über achtzig Euro gegenüber dem Einzelkauf sparen – der Thanatar-Calix-Belagerungsautomaton ist in dieser Konfiguration praktisch kostenlos enthalten. Wer also plant, mehrere der enthaltenen Modelle in seiner Armee einzusetzen, sollte ernsthaft über die Anschaffung dieser Box nachdenken. Sollte jedoch nur ein spezielles Modell aus dem Set gewünscht sein, ist der Einzelkauf die wirtschaftlichere Alternative.

Das Mechanicum produziert stetig neue Maschinen für den Krieg.

Starten wir also mit den kalt kalkulierenden Kriegsmaschinen der Techpriester: Der Zusammenbau der neuen Mechanicum-Modelle ist zwar grundsätzlich nachvollziehbar und solide konstruiert, allerdings weniger zügig zu erledigen, als man es von Games Workshop gewohnt ist. Das liegt vor allem am erhöhten Aufwand in der Nachbearbeitung. Sowohl bei den Panzern als auch bei den Sprungeinheiten ist eine Vielzahl von Gussverbindungen zu glätten – besonders die Fahrzeuge weisen zahlreiche, teils ungünstig platzierte Angüsse auf, die eine sorgfältige Bearbeitung erfordern.

Die Ursarax-Kohorte zeigt dieses Problem nicht in gleicher Deutlichkeit, besteh jedoch aus zahlreichen kleinen Einzelteilen. Dadurch entsteht ein nicht unerheblicher Zeitaufwand beim Versäubern und beim präzisen Zusammenfügen – Geduld ist hier definitiv erforderlich. Leider ist das Ergebnis am Ende ernüchternd, die Sprungeinheit wirkt doch sehr statisch, trotz der vielen verschiedenen Bauteile.

Beim neuen Krios-Panzer-Chassis zeigt sich erfreulicherweise eine gewisse Modularität: Die Hauptbewaffnung kann technisch ausgetauscht werden, wenn man etwas Panzerung anpasst. Der Gussrahmen erlaubt grundsätzlich den Bau eines Venator, wobei bei der alternativen Variante eine Entscheidung zwischen dem Irradiator oder dem klassischen Kampfpanzer getroffen werden muss. Das bedeutet, dass zumindest zwei sinnvolle Bauoptionen mitgeliefert werden, was den Gussrahmen flexibel und interessant macht.

Weniger erfreulich ist der Zusammenbau einiger filigraner Servitor-Komponenten. Hier gibt es sehr kleine Bauteile, die exakt positioniert werden müssen – ein unruhiges Händchen oder mangelnde Konzentration können schnell zu Frust führen. Dennoch: Das Endergebnis überzeugt visuell und passt hervorragend zum restlichen Ästhetikstandard des Mechanicums.

Die Solar Auxilia ist taktisch flexibel.

Auch bei den menschlicheren Kräften der Solar Auxilia verläuft der Zusammenbau nicht durchgängig reibungslos und erfordert stellenweise mehr Geduld, als man es von neueren Plastikbausätzen gewohnt ist. Zwar vermitteln große Panzerplatten beim Zusammenbau schnell das Gefühl von Fortschritt, doch der Eindruck trügt – vor allem bei kleinteiligen Bereichen wie dem Cockpit des Arvus-Leichters, dem kleinen Transportflugzeug, kommt Frust auf. Die transparente Kanzel ist anfällig für sichtbare Klebespuren, je nachdem, wie sorgfältig (und sparsam) man den Kleber einsetzt. Das ist besonders ärgerlich, da die Kanzel eigentlich den Blick auf den Piloten ermöglichen soll – was durch Schlieren stark getrübt wird. Hier empfiehlt es sich dringend, Cockpit und Figur separat zu bemalen und erst zum Schluss zusammenzufügen. Das erfordert allerdings, bestimmte Bauabschnitte bewusst abweichend zu bearbeiten, etwa durch temporäres Weglassen von Kanzel oder Frontwaffe.

Die Auswahl der verschiedenen Bauteile und Waffen lässt Bauspaß erahnen.

Apropos Frontwaffe: Wer die Anleitung genau befolgt, merkt beim Arvus-Leichter schnell, dass es sinnvoller ist, die direkt aneinander liegenden Waffenteile zuerst zusammenzusetzen und anschließend als Baugruppe einzufügen – eine kleine, aber hilfreiche Abweichung von der offiziellen Schrittfolge.

Für einen einfacheren Zusammenbau sollten zuerst die Bauteile 79 und 81 verbunden werden.

Wem das alles zu filigran ist und wer lieber ein massives Modell bauen möchte, greift vielleicht zum Valdor-Jagdpanzer – doch auch hier lauert eine Stolperfalle. Der grundsätzliche Aufbau verläuft problemlos, bis man zu den Panzerplatten über den Ketten kommt. An dieser Stelle sorgt ein größerer Fehler in der Bauanleitung für Verwirrung: Die Anleitung zeigt ein geschlossenes Kettensegment, obwohl an dieser Stelle über der Energiematrix eine Öffnung vorgesehen ist. Wer unkritisch der Anleitung folgt, kann hier unnötig Bauteile falsch platzieren. Erst viele Bauschritte später wird gezeigt, dass eine Lücke bleiben sollte. Wer bereits Modelle wie den Malcador Infernus gebaut hat, dem fällt der Fehler eventuell frühzeitig auf – beide Panzer teilen dasselbe Chassis.

Positiv hervorzuheben ist die modulare Gestaltung der Seitenkuppel: Alle Waffenoptionen sind vorhanden, und man kann sich entscheiden, ob eine Waffe fest verbaut oder durch Magnetisierung austauschbar gestaltet werden soll – das erhöht die Flexibilität beim Spielen erheblich.

Die Space Marines nutzen auch konzentrierte Feuerkraft.

Der erwartete Frust beim Zusammenbau bleibt beim neuen Deredeo-Dreadnought erfreulicherweise aus. Der Bausatz überzeugt durch klare Passgenauigkeit und durchdachte Bauabschnitte, sodass sich das Modell ohne Probleme zusammensetzen lässt. Besonders hervorzuheben ist die optionale Gestaltung der Panzerplatten: Spieler*innen haben die Wahl zwischen loyalistischen Ornamenten, den Symbolen des Kriegsherrn Horus oder einer schlichten, neutralen Variante. Dadurch lässt sich der Cybot optisch perfekt an jede Legion anpassen – ganz gleich, ob sie dem Imperator treu geblieben ist oder dem Verrat verfiel.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Waffensysteme (mit Ausnahme der fest eingebauten Waffen im Sarkophag) sind so konstruiert, dass sie leicht austauschbar sind. Wer mag, kann hier sogar magnetisieren, um den Cybot flexibel für unterschiedliche Spielsituationen auszurüsten. Das macht den Bausatz nicht nur einsteigerfreundlich, sondern auch für erfahrene Bastler attraktiv, die Wert auf Modularität legen.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Deutsch
  • Preis:
  • Malcador Infernus 85,00 EUR
  • Jagdpanzer Valdor 70,00 EUR
  • Arvus-Leichter 62,50 EUR
  • Schwere Unterstützung des Mechanicums 145,00 EUR
  • Kampfpanzer Krios / Krios Venator 60,00 EUR
  • Sturmpanzer Karacnos 85,00 EUR
  • Thanatar-Calix-Belagerungsautomaton 82,50 EUR
  • Ursarax-Kohorte 60,00 EUR
  • Deredeo-Dreadnought 67,50 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

Fazit

Mit den neuen Plastikbausätzen für die Horus-Häresie liefert Games Workshop Miniaturen, die in Sachen Gussqualität, Passform und Detailtiefe weitgehend überzeugen. Viele der Modelle punkten durch durchdachte Bauabschnitte, modulare Gestaltung und ein hohes Maß an gestalterischer Freiheit, etwa bei Waffenoptionen oder Panzerplatten.
Gleichzeitig fordern die Bausätze aber auch Geduld und Präzision: Filigrane Teile, unpraktisch platzierte Gussansätze und nicht immer stringente Bauanleitungen können den Aufbau unnötig erschweren. Besonders der Arvus-Leichter, der Valdor-Jagdpanzer oder die Ursarax-Kohorte verlangen mitunter Anpassungen an der offiziellen Baufolge und ein gutes Auge für sinnvolle Zwischenschritte.

Wer mit diesen Herausforderungen umzugehen weiß, wird mit stimmigen, vielseitigen Modellen belohnt, die sowohl optisch als auch in ihrer Spielbarkeit viel Potenzial mitbringen. Einsteiger*innen sollten sich auf einen anspruchsvolleren Zusammenbau einstellen – erfahrene Hobbyist*innen hingegen finden hier lohnenswerte Projekte mit Substanz.

  • Schöne Modelle, nun aus Plastik
  • Kostenersparnis bei der Mechanicums-Box
  • Waffentausch ist bei manchen Modellen möglich
 

  • Bauanleitungen weisen manchmal Fehler auf

 

 

Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Alexa Kasparek
Fotografien: Robert Wolfes

Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Durch einen Einkauf unterstützt ihr Teilzeithelden, euer Preis steigt dadurch nicht.

 

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein