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Auf Armageddon wird Glaube zur Waffe und Versagen zur Sünde. Die Adepta Sororitas stellen sich den erdrückenden Orkmassen mit Buße, Fanatismus und schweren Geschützen entgegen. Auf dem Spielfeld werden diese verzweifelten Gefechte mit dem neuen Bataillon greifbar, angeführt von der unerbittlichen Dogmata Superior Intranzia Fraye.

Der Planet Armageddon ist kein Ort für halbe Überzeugungen. Seit Generationen prallen Streitkräfte des Imperiums auf Orkhorden, deren Angriffswellen selbst befestigte Linien ins Wanken bringen. Nachdem der Planet zuletzt durch den Einfall Angrons und seiner dämonischen Horden erschüttert wurde, wirft nun der Ork-Oberboss Gazghkull Thraka erneut seinen gigantischen Schatten auf die Welt und entfesselt seine schäumenden Truppen. In diesem Dauerfeuer aus Schlachten und Rückzugsgefechten sind es oft die Adepta Sororitas, die dort standhalten, wo andere längst gefallen sind.

Mit dem Armageddon Bataillon: Adepta Sororitas greift Games Workshop genau dieses Bild auf und liefert eine Streitmacht, die thematisch tief im Martyrium der Schwestern verwurzelt ist. Begleitet wird die Veröffentlichung von Intranzia Fraye, einer Dogmata Superior des Ordens der Heiligen Märtyrerin, deren kompromissloser Glaube selbst in den eigenen Reihen keine Schwäche duldet.

Triggerwarnungen

Krieg, religiöser Fanatismus, Selbstverstümmelung, Folter

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Fanatismus als Fundament – die Adepta Sororitas

Die Adepta Sororitas sind keine Armee von Söldner*innen oder zwangsrekrutierter Untertan*innen. Sie sind der bewaffnete Arm des imperialen Glaubens. Sie sind Werkzeuge des Imperators. Zweifel ist Schwäche und wird bei der Wurzel gepackt und entfernt. Die Schwestern des Ordens der heiligen Märtyrerin, der sich mit eiserner Entschlossenheit den Orks auf Armageddon entgegenstellt, sind noch mehr als ihre Schwesterorden zu jedem Opfer bereit. Bis zur Selbstaufgabe bieten sie Welle um Wellen des Gegners die Stirn.

Intranzia Fraye – die Dogmata als Hüterin des Glaubens

Innerhalb der Adepta Sororitas nehmen Dogmata eine besondere Rolle ein. Sie führen keine Truppen im klassischen Sinne, sondern überwachen die Einhaltung des Glaubens im Gefecht. Sie sprechen Liturgien, legen fest, welche Riten gelten, und sorgen dafür, dass der religiöse Eifer ungebrochen und der Glaube rein bleibt.

Intranzia Fraye treibt dieses Prinzip auf die Spitze. Sie ist keine Figur, die Mut zuspricht oder inspiriert. Sie urteilt. Von ihrem Throne of Blame aus entscheidet sie, wer sich bewährt und wer versagt hat. Ihre Präsenz sorgt dafür, dass Glaube nicht verhandelbar ist.

Das betrifft nicht nur den Feind. Auch die eigenen Schwestern stehen unter Beobachtung. Wer Schwäche zeigt, wird nicht aufgefangen, sondern umgelenkt. Repentia und Mortifier sind keine Ausnahmen im System, sondern Teil davon.

Die Schwestern der Sororitas bleiben unerschütterlich im Kampf und im Glauben.
Die Schwestern der Sororitas bleiben unerschütterlich im Kampf und im Glauben.

Zwischen Hingabe und Buße – die Einheiten des Bataillons

Die Zusammenstellung der Box zeigt genau diese Bandbreite innerhalb der Sororitas.

Die Novitiates stehen am Anfang dieses Weges. Sie sind neu im Orden, noch nicht vollständig geformt und müssen sich erst beweisen. Ihr Glaube ist vorhanden, aber noch nicht gefestigt. Auf dem Schlachtfeld bedeutet das oft, dass sie dorthin geschickt werden, wo Erfahrung fehlt, aber Entschlossenheit gefragt ist.

Am anderen Ende stehen die Repentia. Sie haben versagt und suchen Erlösung im Kampf. Ohne Rüstung, bewaffnet mit schweren Kettenschwertern, stürzen sie sich in den Nahkampf. Ihr Ziel ist nicht das Überleben, sondern Vergebung durch Opfer.

Dazwischen bewegen sich Einheiten wie die Paragon Warsuits und die Palatine. Sie verkörpern den disziplinierten Kern der Sororitas. Erfahren, ausgerüstet und gefestigt im Glauben, halten sie die Linie zusammen und sorgen für Feuerkraft und Befehlsgewalt.

Die Modelle auf dem Spielfeld – eine Taktische Einschätzung

Die Adepta Sororitas spielen sich als Mischung aus Risiko und gezielten Schadensspitzen. Viele Einheiten halten nicht besonders viel aus, können aber im richtigen Moment sehr zuverlässig Schaden machen. Miracle Dice sorgen dafür, dass wichtige Aktionen planbarer werden, ersetzen aber keine saubere Positionierung.

Das Armageddon Bataillon folgt genau diesem Ansatz. Es ist weder reine Nahkampfarmee noch klassische Fernkampfliste. Stattdessen kombiniert die Box einen stabilen Kern mit Einheiten für Missionsspiel und klaren Damage-Pieces. Die Paragon Warsuits bringen Haltbarkeit und konstanten Output, während Repentia für den eigentlichen Durchbruch gedacht sind. Die Novitiates kümmern sich um das Spielfeld und zwingen den Gegner früh zu reagieren. Die Palatine ergänzt das Ganze als Unterstützungscharakter.

Die Einheiten im Detail

Die Novitiates übernehmen vor allem die frühe Spielfeldkontrolle. Durch Infiltration sichern sie schnell Missionsziele oder blockieren wichtige Bereiche. Sie zwingen den Gegner dazu, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, statt selbst das Tempo zu bestimmen. Das Simulacrum sorgt für zusätzliche Miracle Dice. Gleichzeitig bleibt die Einheit fragil und mit rund 100 Punkten kein reines Wegwerf-Tool. Ihr Einsatz will gut geplant sein.

Die Palatine kann sich den Novitiates anschließen, wirkt dort aber nicht optimal eingesetzt. Ihre Stärke liegt darin, Einheiten effizienter zu machen. Lethal Hits erhöht den Output spürbar, und mit Rapturous Blow kann sie im richtigen Moment zusätzlichen Nahkampfschaden erzeugen, wenn ein Miracle Dice investiert wird. Sie bringt damit verlässlichen Zusatzdruck, braucht aber eigentlich eine Einheit, die das auch gut verwerten kann.

Die Repentia sind klare Nahkampfmaschinen. Sehr zerbrechlich, aber mit hohem Schadenspotenzial. Durch das Wiederholen von Treffer- und Verwundungswürfen sind sie überraschend verlässlich. Wenn sie ihr Ziel erreichen, räumen sie auf. Wenn sie falsch stehen, sind sie schnell vom Tisch.

Die Paragon Warsuits bilden das Rückgrat der Box. Gut gepanzert und mit starken Nah- und Fernkampfoptionen ausgestattet, können sie flexibel eingesetzt werden. Je nach Ausrüstung lassen sie sich gegen leichte oder schwere Infanterie ausrichten. Besonders effektiv sind sie gegen Monster und Fahrzeuge. Sie sind die Einheit, die auch dann noch funktioniert, wenn der Rest der Armee bereits Verluste erlitten hat.

Intranzia Fraye ist weniger ein Unterstützungscharakter als eine eigenständige Kampfmaschine. Mit schwerem Bolter, Flamer und Melta-Raketen bringt sie die typische Bewaffnung der Sororitas zusammen. Auch im Nahkampf sollte man sie nicht unterschätzen. Einheiten in ihrer Nähe müssen Battleshock-Tests ablegen, zudem kann sie eine gegnerische Einheit markieren, die anschließend besonders anfällig für Angriffe wird. Klare Synergien mit den übrigen Einheiten bringt sie darüber hinaus kaum mit und kann sich keiner Einheit anschließen. Für ihre 150 Punkte ist sie damit eher ein eigenständig agierendes Druckelement als ein klassischer Support.

Armageddon Bataillon: Adepta Sororitas

 Palatine – 50 Punkte

Novitiate Squad – 100 Punkte

– 1 Novitiate Superior

– 9 Novitiates

 Repentia Squad – 160 Punkte

– 1 Repentia Superior

– 9 Repentia

 Paragon Warsuits – 210 Punkte

– 1 Paragon Superior

– 2 Paragons

 Intranzia Fraye – 150 Punkte

 Gesamt: 720 Punkte

Als Einstieg ist die Box nur bedingt geeignet, da klassische Linientruppen fehlen. Auch die Palatine ist hier nicht die erste Wahl, was vor allem daran liegt, dass die enthaltenen Infanterieeinheiten keinen effizienten Einsatz ihrer Punkte darstellen.

Abgesehen davon deckt die Box zentrale Schlachtfeldrollen ab: haltbare Feuerkraft durch die Warsuits, aggressiver Nahkampfdruck durch die Repentia und frühe Spielfeldkontrolle durch die Novitiates. Mit Intranzia Fraye kommt ein weiteres Druckelement hinzu, das diesen direkten, kompromisslosen Spielstil konsequent fortführt.

Vom Bataillon zur Armee – die nächsten Schritte

Das Armageddon Bataillon bringt bereits viele aggressive Werkzeuge mit, lässt aber zentrale Grundlagen bewusst offen. Entsprechend sollte der erste Ausbau nicht bei weiteren Schadensspitzen ansetzen, sondern bei Stabilität. Der wichtigste Schritt sind klassische Battleline-Einheiten. Battle Sisters geben der Armee verlässlichere Präsenz auf Missionszielen und schaffen überhaupt erst den soliden Unterbau, den viele erfolgreiche Sororitas-Listen mitbringen. Auch ein Rhino ist schnell sinnvoll, gerade um fragile Nahkampfeinheiten wie die Repentia besser nach vorne zu bringen.

Danach lohnt sich zusätzliche Feuerunterstützung. Fahrzeuge wie der Castigator ergänzen den eher direkten Druck der Box um Reichweite und konstanten Beschuss. Für mehr Flexibilität bieten sich zudem mobile Einheiten wie Seraphim oder Zephyrim an, die Flanken bedrohen, Missionsspiel übernehmen und den Gegner breiter binden.

Bei den Charakteren ist die Canoness eher eine solide Option als ein Muss. Wirklich spannend wird der Ausbau dann mit Morvenn Vahl. Sie ist nicht der naheliegendste erste Kauf, harmoniert aber hervorragend mit den bereits enthaltenen Paragon Warsuits und macht aus ihnen einen deutlich gefährlicheren Kern der Armee.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Sprache: Deutsch/Englisch
  • Spieler*innen-Anzahl:
  • Alter: ab 12
  • Preis [UVP]: Armageddon Bataillon: Adepta Sororitas 135,00 EUR, Intranzia Fraye 57,50 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Bonus/Downloadcontent

Die Regeln und Spielwerte der neuen Einheiten finden sich auf der Seite der Warhammer Community.

Fazit

Das Bataillon enthält eine Mischung an Truppentypen aus unerfahrenen Novitiates, büßenden Repentia und den schwer gepanzerten Paragon Warsuits. Sie zeigen die Spannbreite der Fraktion. Intranzia Fraye als kompromisslose Dogmata fügt sich von der Hintergrundgeschichte eher bedingt in diese Kombination ein.

Auf dem Spielfeld funktioniert die Box als druckvoller, aber unvollständiger Baukasten. Wichtige Rollen sind vorhanden: haltbare Feuerkraft, starker Nahkampf und frühe Spielfeldkontrolle. Was fehlt, ist die stabile Basis in Form klassischer Linientruppen. Auch die Palatine fügt sich nicht optimal in die vorhandenen Einheiten ein. Als Ergänzung oder thematischer Kern funktioniert das Bataillon gut, als eigenständige Armee nur eingeschränkt. Es ist nachvollziehbar, dass die Box der Combat Patrol keine Konkurrenz machen soll. Trotzdem wäre eine etwas abgeschlossenere Kombination erfreulich gewesen.

Aus kompetitiver Sicht liefert die Box daher einzelne starke Bausteine, aber keine fertige Liste. Paragon Warsuits und Repentia sind bewährte Werkzeuge, die auch in erfolgreichen Armeen ihren Platz finden. Intranzia Fraye bringt soliden Druck. Ohne Battleline, Transport und zusätzliche Unterstützung bleibt das Bataillon jedoch hinter dem, was eine ausgewogene Liste ausmacht, zurück.

  • Ungewöhnliches neues Charaktermodell.
  • Box enthält taktisch sinnvolle Elemente.
 

  • Für ein ausgewogenes Spiel fehlen zentrale Einheiten.
  • Box passt nicht ganz zum Charaktermodell.
  • Palatine nur bedingt sinnvoll eingebunden.

 

 

Artikelbilder: © Games Workshop Ltd. (Upscaling)
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Sabrina Plote
Fotografien: Geoffrey Förste
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