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Mit der Rückkehr des Helden von Armageddon, Kommissar Yarrick, eröffnet Games Workshop eine neue Serie von Figuren für das Astra Militarum. Abseits der beiden neuen Kommissare ist hier eine Verstärkung der motorisierten Verbände. Lohnt sich daher die neue Box, und wie schlagen sich die Figuren an sich?

Erst Anfang des letzten Jahres kam die Armeebox für die imperiale Garde raus und zeigte die neuen Modelle des Todeskorps von Krieg. Nun legt Games Workshop nach und bringt den todgeglaubten Kommissar Yarrick jetzt zurück. In seinem Kielwasser erscheinen weitere Fahrzeuge und eine neue Kommissarin.

Doch welchen Mehrwert bringen die neuen Figuren mit sich, und fügen diese sich gut in bestehende Armeekonzepte ein?

Exekution

Aus der Asche erhebt sich eine Legende erneut – Kommissar Sebastian Yarrick

Die Geschichte um den alten Kommissar und seinen Widerstand gegen die Grünhäute auf Armageddon macht ihn vielleicht zu einer der legendärsten Figuren des Astra Militarum. Ursprünglich ein strenger, kompromissloser Kommissar, erlangte er während des Zweiten Krieges von Armageddon große Bekanntheit, als er die Verteidigung der Makropolwelt Hades Hive gegen die Orks unter Ghazghkull Thraka organisierte. Trotz überwältigender Übermacht hielt Yarrick stand und wurde zum Symbol imperialer Standhaftigkeit. In dieser Zeit verlor er einen Arm, den er später durch eine mächtige Energieklaue ersetzte. Zudem trägt er das gefürchtete „Bale Eye“, das unter Feinden – besonders Orks – als tödliche Waffe gilt. Interessanterweise wuchs Yarricks Ruf so sehr, dass selbst die Orks ihn als würdigen Gegner respektierten. Hierzu gibt es seit einiger Zeit sogar eine Zeichentrick-Folge,

Bis zum Dritten Krieg von Armageddon war Yarrick bereits eine lebende Legende. Er kehrte zurück, um erneut gegen Ghazghkull zu kämpfen, und übernahm eine zentrale Rolle bei der Koordination imperialer Streitkräfte. Dabei führte er nicht nur Truppen an, sondern inspirierte sie auch durch seine bloße Präsenz zu außergewöhnlichen Leistungen. Bis zu diesem Zeitpunkt verkörpert Yarrick den unbeugsamen Willen der Menschheit im Angesicht scheinbar unaufhaltsamer Feinde. In einer Art persönlicher Vendetta versuchte der Kommissar, den großen Waaagh-Boss niederzuringen und verfolgte ihn stets. In einer letzten Auseinandersetzung zerschmetterte der Ork den Körper des Kommissars und wandte sich letzten Endes lachend ab. Viele haben den Fall Yarricks gesehen und ihn für tot erklärt, weshalb sogar die Todesglocke auf Terra für ihn erklang. Doch der Lebensfunke brennt unaufhörlich in dem Politoffizier, der sich weigerte zu sterben und so wurde er von den Space Wolves vom Schlachtfeld geborgen. Jetzt, wo Armageddon in der schlimmsten Not ist und wieder einmal von Ghazghkull bedroht wird, eilt der Held von Armageddon zur Rettung herbei.

Aus dem Gussrahmen auf das Schlachtfeld – Der Zusammenbau

Die neuen Figuren lassen sich schnell und einfach zusammenfügen und bereiten hierbei keine Schwierigkeiten. Die Gussqualität von Games Workshop ist, wie immer, auf einem hohen Niveau und zeigt hierbei weiterhin einen hohen Detailstandard. Bei gewissen Figuren, wie zum Beispiel bei dem Panzer der Kommissarin, muss etwas mehr als sonst der eine oder andere Gussgrat entfernt werden, aber dies fällt nicht weiter ins Gewicht. Jedoch hält hier die kleine Fehlerquote weiterhin Einzug. Es ist schön zu sehen, dass hier wieder zu dem ursprünglichen Aussehen der Fahrzeuge der Imperialen Garde zurückgekehrt wird. So weisen die neuen Fahrzeuge das bekannte kantige, eckige Aussehen auf, anstatt Rundungen.

Beim neuen Transporter kann man Insassen im Transportabteil hinzufügen. Wenn man dies tut, gibt es einen Funker; hier gibt es nur die Bauoption, dass dieser ins Funkgerät spricht. An sich ist das nicht schlimm. Jedoch gibt es eine zweite Option, bei der das Funkgerät nicht benutzt wird und im Transporter festgeklebt wird. Dann gibt es jedoch keine andere Bauoption für den Arm des Soldaten, was dafür sorgt, dass man diesen entweder weglässt oder auf andere Bits, die man selbst hat, zurückgreift. Hier wurde also eine weitere Bauoption vergessen.

Truppenaufmarsch auf Armageddon – Die neuen Figuren

Tod geglaubte leben länger – Kommissar Yarrick.

Wie es sich für einen Helden gehört, kann Yarrick bis zu zwei Einheiten Befehle erteilen, unabhängig davon, welcher Einheitentyp es ist. Des Weiteren wird hier der ewige Lebenswille in eine Regel gegossen: Mit Will of Iron kann Yarrick auf die 2+ mit drei Lebenspunkten zurück ins Spiel kommen, wenn er das erste Mal stirbt. Mit Hero of Hades Hive kann in der Befehlsphase eine von drei Fähigkeiten gewählt werden. So gibt Inspiring Hero (Aura) jeder Astra-Militarum-Einheit in sechs Zoll um dieses Modell die Möglichkeit, Erschütterungstests oder Moralwerttests zu wiederholen. Yarrick glänzt, im wahrsten Sinne des Wortes, mit seinem Auge Bale Eye, welches feindliche Charaktermodelle mit Präzision aus Einheiten herausnehmen kann. Der altgediente Kommissar ist aber auch im Nahkampf gut ausgerüstet, für menschliche Verhältnisse, und behauptet sich daher gut gegen einfache bis mittelschwere Infanterie.

Mit eiserner Faust wird die Disziplin wiederhergestellt – Kommissarin Graves.

Diese Einheit kommt in zwei Varianten. Einmal ist die Kommissarin zu Fuß unterwegs und das andere Mal in einer verstärkten Variante des Centaur RSV. Generell hat die Kommissarin die Möglichkeit, Modelle mit Brutal Disciplinarian zu motivieren; dafür verliert eine erschütterte Einheit ein Modell und ist dann nicht mehr erschüttert. Wenn die Kommissarin in dem Transportpanzer ist, verdoppelt sich die Reichweite auf 24 Zoll. Weiterhin verkörpert diese Polit-Offizierin den Willen, in den Nahkampf zu wollen: Ihre Attacken haben auf dem fahrbaren Untersatz die Regel Lanze, und der Transporter hat auch noch die Möglichkeit, bis zu W3+3 tödliche Verwundungen durch Aquiline Prow zu verursachen, wenn ein erfolgreicher Angriff ausgeführt wird.

Die hartgesottene Kommissarin verliert ihre guten Attacken nicht, falls sie ihr Gefährt verlieren sollte. Auch hält ihr Wille die Truppe zusammen und lässt mit Icon of Discipline ihrer Einheit die Möglichkeit, anzugreifen und zu schießen, wenn man sich zuvor aus dem Nahkampf zurückgezogen hat.

Ein neuer Truppentransporter – Der Centaur RSV.

Der Centaur RSV ist so groß wie ein Taurox-Panzer und bedroht eindeutig das Aufgabengebiet der altbekannten Chimäre. Nicht nur lässt sich der neue Panzer aufgrund der geringeren Größe besser verstecken, sondern er verfügt auch über eine höhere Bewegungsreichweite. Dies macht ihn für zwei Aufgaben besonders geeignet. Erstens können Missionsziele schnell eingenommen beziehungsweise übernommen werden. Die Regel Rapid Strike Vehicle sorgt dafür, dass sich für jeweils drei Modelle, welche sich in dem Fahrzeug befinden, der Missionszielkontrollwert um Eins erhöht. Da 12 Figuren in den Panzer passen, kann der Centaur so schnell einen Missionszielkontrollwert von bis zu 6 erreichen. Die zweite gute Einsatzmöglichkeit besteht darin, eine schnelle und effektive Feuerplattform bereitzustellen, da das Fahrzeug über die Regel Feuerplattform 12 verfügt. Selbst Games Workshop weist auf die Möglichkeit hin, mehrere schwere Waffenteams in das Fahrzeug zu verladen. All dies hat jedoch seinen Preis: Der neue Transporter weist ein größeres Überlebensproblem auf. Der Widerstand liegt nur bei 7, was dazu führt, dass selbst leichter Beschuss die 10 Lebenspunkte schnell aufbrauchen kann.

Schnelle Feuerunterstützung hat das Einsatzgebiet erreicht – Der Hippogriff AFV

Der neue Hippogriff ist als mobile Feuerunterstützung für Transportfahrzeuge gedacht. Damit er mit dem Centaur RSV Schritt halten kann, verfügt er ebenfalls über eine entsprechende Bewegungsreichweite. Allerdings stellt auch hier der Widerstand ein größeres Problem dar. Während ein Leman-Russ-Chassis einen Rüstungswurf von 2+, eine zweistellige Anzahl an Lebenspunkten und einen Widerstand von 11 aufweist, hat der Hippogriff AFV einen um eins schlechteren Rüstungswurf, lediglich 7 Lebenspunkte und einen Widerstand von 8 – ein eklatanter Nachteil. Trotz dieser Schwächen bringt der neue Kampfpanzer auch einige Vorteile mit sich. Wie zuvor ist die geringere Größe nicht zu vernachlässigen. Zwar fehlen diesem Panzer die Seitenwaffen, wie sie beim Leman Russ üblich sind, jedoch verfügen alle seine Waffen über die Sonderregel Sturm. Für eine erfahrene Panzerkommandantin oder einen erfahrenen Panzerkommandanten sollte es daher kein Problem sein, mit dem Fahrzeug vorzurücken, ein Ziel unter Beschuss zu nehmen und anschließend die Sonderregel Convoy Escort Vehicle zu nutzen. Diese Regel ermöglicht es dem Panzer, sich nach dem Schießen noch bis zu W6 Zoll zu bewegen. Zwar darf danach kein Angriff erfolgen, doch eignet sich diese Fähigkeit hervorragend, um das Feuer zu eröffnen und sich anschließend direkt hinter einem Geländestück in Sicherheit zu bringen. Ob es sinnvoll sein wird, diese Fahrzeuge in Zweiergruppen zu spielen, bleibt abzuwarten, da solche Manöver dadurch erschwert werden könnten.

Armageddon Battalion – Nützlichkeit der Armeebox

Die neue Battalions-Box der Armageddon-Reihe enthält einen Rogal Dorn, zwei Hippogriffs, einen Centaur RSV sowie 10 cadianische Fußsoldaten. Wer aufgrund der neuen Panzer mit der imperialen Armee beginnt, hat mit dieser Box eine sehr solide Basis. Gerade zu Beginn benötigt man mehrere Einheiten an Infanterie, wodurch hier bereits ein wichtiger erster Schritt gesetzt ist. Wie zuvor erläutert, ist der Centaur RSV ein sehr gutes Mittel zur Einnahme von Missionszielen und bietet einen entsprechenden fahrbaren Untersatz für die eher langsame Infanterie. Darüber hinaus erhält man durch die beiden unterschiedlichen Kampfpanzer eine stark motorisierte Feuerbasis. Die Hippogriffs bieten eine schnelle und schlagkräftige Unterstützung für die Armee, welche sich dann auch noch gut in Sicherheit bringen kann. Somit bilden zwei Panzer eine solide Grundlage für den Anfang einer Armee. Ein Rogal Dorn fügt sich gut in nahezu jede Armee ein, da dieser Kampfpanzer flexibel gegen verschiedenste gegnerische Einheiten eingesetzt werden kann. Somit stellt die Box auch für erfahrene Spielende eine sinnvolle Erweiterung dar, da sich ein zweiter Rogal Dorn problemlos in die eigene Armee integrieren lässt. Fürs Erste werden die neuen Panzer nicht einzeln erhältlich sein, somit lohnt sich die Investition in diese Armeebox umso mehr.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Sprache: Deutsch
  • Preis:
    • Kommissar Yarrick: 38,00 EUR [UVP]
    • Kommissarin Graves: 80,00 EUR [UVP]
    • Armageddon Battalion: 206,00 EUR [UVP]
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Die Meister der Kriegsführung – Ein Fazit

Die neue Battalions-Box der Armageddon-Reihe für das Astra Militarum bietet eine starke Kombination aus Infanterie und moderner Panzerunterstützung und richtet sich sowohl an neue als auch an erfahrene Spieler*innen. Mit einem Rogal Dorn, zwei Hippogriffs, einem Centaur RSV sowie cadianischen Fußsoldaten liefert sie eine solide Grundlage für den Aufbau einer schlagkräftigen Armee. Besonders der Centaur RSV überzeugt durch seine Mobilität und seine Fähigkeit, Missionsziele schnell zu sichern, während die beiden Hippogriffs als flexible Feuerunterstützung dienen. Der Rogal Dorn ergänzt dies als robuster Allround-Kampfpanzer, der gegen verschiedenste Bedrohungen eingesetzt werden kann.

Die neuen Modelle zeichnen sich durch eine hohe Gussqualität und detailreiche Gestaltung aus, wobei das klassische, kantige Design der imperialen Fahrzeuge wieder stärker in den Fokus rückt. Der Zusammenbau gestaltet sich größtenteils unkompliziert. Leider fehlt hier ein Bauteil, falls man den Funker nicht gerade in das Mikrofon sprechen lassen möchte.

Da die neuen Fahrzeuge wahrscheinlich erst einige Wochen oder gar Monate später einzeln erhältlich sein werden, ist die Box derzeit der einzige Weg, an die neuen Figuren zu kommen. Dementsprechend führt kein Weg an der Box vorbei, wenn man seine Armee flexibler gestalten möchte. Zum Glück ist jede darin enthaltene Einheit sinnvoll und bietet somit einen guten Mehrwert.

  • Rückkehr von Yarrick, obwohl viele Gerüchte auf sein Ableben hingedeutet haben
  • Neue, detailreiche Figuren
  • Gute Regeln, welche eine starke motorisierte Brigade in den Vordergrund bringen
 

  • Logikfehler beim Zusammenbau des Transporters

 

Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Lidia Strauch
Fotografien: Robert Wolfes
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