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Unermüdlich feuert die Artillerie des Todeskorps von Krieg auf die feindlichen Stellungen, während die Fußsoldaten tapfer ins feindliche Abwehrfeuer vorrücken. Doch stellt sich die Frage: Sind diese Verluste und die Materialverschwendung im Namen des Goldenen Thrones tatsächlich notwendig? Wir haben uns das neue Armeebuch sowie die dazugehörige Armeebox genauer angesehen.

Games Workshop hat vor etwa anderthalb Monaten die neue Armeebox und den dazugehörigen Codex angeteasert und nun ist das Set veröffentlicht. Das neue Armeebuch wurde sehnsüchtig erwartet, und das trotz der beeindruckenden Leistungen der Imperialen Garde in der letzten World Championship of Warhammer, bei der sie vier der ersten neun Platzierungen erzielte. Auch auf vielen anderen Turnieren schneidet die Fraktion durchweg stark ab.

Der gesamte Inhalt der Box.
Der gesamte Inhalt der Box.

Doch kann das neue Armeebuch insbesondere nach den jüngsten Regeln und Punktänderungen vom 11.12.2024 diesen hohen Erwartungen weiterhin gerecht werden. Wir werfen einen genauen Blick auf die neue Armeebox und den Codex, um diese Frage zu beantworten.

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Rückt unter dem Feuer der Geschütze vor! – Die Armeebox und der Zusammenbau

Werfen wir zunächst einen Blick auf den Inhalt der neuen Armeebox. Die Box enthält folgende Modelle: Lord Marschall Dreir, fünf Kampfpioniere von Krieg mit einer ferngesteuerten Mine, zehn Todesreiter und eine Artilleriemannschaft. Darüber hinaus sind eine Bauanleitung, Datenkarten mit silbernem Schnitt sowie das neue Armeebuch enthalten, das mit einem einzigartigen Cover in einem speziellen, hochwertigen Karton verpackt ist.

Eine sehr schöne Aufmachung für die Bücher der Box.
Eine sehr schöne Aufmachung für die Bücher der Box.

Im Vergleich zu den vorherigen Armeeboxen hat Games Workshop sichtlich dazugelernt. Besonders bemerkenswert ist der Schutz der Inhalte während des Transports. Eine speziell gestaltete Pappeinlage mit Warhammer-Logo verhindert, dass die Gussrahmen in der Box verrutschen und dadurch Bücher zerkratzt oder Druckstellen verursacht werden. Dieses durchdachte Design wertet die Box zusätzlich auf.

Der Zusammenbau der Figuren gestaltet sich angenehm und zügig. Zwar sind mehr Gussgrate als üblich vorhanden, diese lassen sich jedoch problemlos entfernen. Insgesamt treten beim Zusammenbau nur selten Unstimmigkeiten auf.

Allerdings haben sich in der Bauanleitung zwei Beschriftungsfehler bei den Todesreitern eingeschlichen: Beim ersten Reiter sind die Steigbügel und die Füße vertauscht beschriftet, während beim zweiten Reiter die Lanze und der Speer verwechselt wurden. Diese Fehler sorgen zunächst für Verwirrung, da man möglicherweise ein falsches Teil bei der angegebenen Nummer findet. Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich die betroffenen Bits jedoch problemlos zuordnen und korrekt verbauen.

Ein positiver Aspekt ist, dass bei der Artilleriemannschaft keine endgültige Entscheidung für eine Waffenoption getroffen werden muss. Dank des modularen Designs können alle vier Optionen problemlos gebaut und flexibel ausgetauscht werden.

Die Figuren überzeugen zudem durch ihre detailverliebte Gestaltung und lassen sich ohne größere Komplikationen zusammenbauen. Besonders beeindruckend ist die dynamische Ausstrahlung der Modelle: Sie vermitteln den Eindruck, als würden sie gerade vorrücken, Befehle erteilen, einen Angriff ausführen oder sich um das Geschütz kümmern. Diese lebendige Darstellung hebt die Figuren deutlich hervor und verstärkt den Eindruck von Aktivität auf dem Spielfeld.

Die Soldaten des Kriegs – Das neuen Einheiten der Box

Lord Marschall Dreir ist ein berittenes Charaktermodell und kann ausschließlich Todesreiter anführen. Die grimmige Entschlossenheit der Soldaten von Krieg spiegelt sich in der Sonderregel Schwer zu töten wider, die es ihm erlaubt, einmal pro Spiel ins Gefecht zurückzukehren. Zusätzlich verfügt der Lord Marschall über einen Verletzungen-ignorieren-Wurf von 6.

Sein Nahkampf-Säbel zeigt für menschliche Verhältnisse beeindruckende Werte: Mit Stärke 6, Durchschlag -2 und der Sonderregel Anti-Infanterie 4+ ist die Waffe solide, wenn auch nicht überragend. Allerdings erhält Dreir gemeinsam mit der Einheit, die er anführt, die Regel Verheerende Verwundungen, was ihn deutlich gefährlicher macht.

Die Todesreiter überzeugen durch ihre hohe Geschwindigkeit und eine solide Stärke von 4. Ausgerüstet mit Fragmentlanzen können sie eine Vielzahl von Attacken generieren. Eine Einheit kann bis zu 10 Modelle umfassen und kostet dabei lediglich 120 Punkte. Erfahrene Spieler*innen wissen jedoch, dass die eigentliche Gefahr von den Reittieren ausgeht. Jedes Pferd verursacht zwei zusätzliche Attacken, die ebenfalls über Durchschlag verfügen.

Ein Ansturm, angeführt von Dreir, kann verheerende Wirkung haben.
Ein Ansturm, angeführt von Dreir, kann verheerende Wirkung haben.

Zusätzlich bietet die Einheit durch die Regel Abschirmen taktische Flexibilität: Einmal pro Zug können die Todesreiter auf eine feindliche Bewegung innerhalb von 9 Zoll reagieren und sich selbst um bis zu 6 Zoll repositionieren.

Die Kampfpioniere von Krieg verfügen über die Sonderregel Kundschafter 6 Zoll, die es ihnen ermöglicht, sich vor dem Spielbeginn um 6 Zoll zu bewegen. Zudem können sie als Grenadiere die Gefechtsoption einmal pro Runde kostenlos einsetzen, was ihnen zusätzliche taktische Flexibilität verleiht.

Eine optionale Aufrüstung der Einheit ist die Ferngesteuerte Mine, die ihr eine mächtige Einmal-Fähigkeit verleiht. Zu Beginn der Schussphase kann eine gegnerische Einheit als Ziel gewählt werden. Auf einen Wurf von 3+ erleidet die Einheit W6 tödliche Wunden. Handelt es sich bei dem Ziel um ein Fahrzeug oder eine Befestigung, wird der Wurf zu W3+3 tödliche Wunden modifiziert.

In vorgelagerten Positionen sind die Pioniere bereits vor dem Rest der Armee tätig.
In vorgelagerten Positionen sind die Pioniere bereits vor dem Rest der Armee tätig.

Mit dieser Fähigkeit ist die Einheit äußerst flexibel einsetzbar und eignet sich perfekt für überraschende Aktionen. In Kombination mit ihrer Geschwindigkeit und Vielseitigkeit ist sie eine gefährliche Bereicherung für jede Armee.

Die letzte neue Einheit ist die Artilleriemannschaft, deren Geschütz vier unterschiedliche Waffenoptionen bietet. Diese reichen von Ausrüstungen gegen einfache Infanterie bis hin zur Bekämpfung schwer gepanzerter Fahrzeuge. Jede Waffe verfügt über die Sonderregeln Indirekt und Schwer, die ihre Effektivität auf dem Schlachtfeld unterstreichen.

Wie es sich für mächtige Geschütze gehört, haben ihre Angriffe spürbare Auswirkungen auf die beschossenen Einheiten. Dank der Sonderregel Gnadenloses Sperrfeuer muss jede feindliche Einheit, die von einer indirekt feuernden Waffe getroffen wird, einen Erschütterungstest ablegen. Wird die Waffe dabei als Mehrfachraketenwerfer gegen eine Infanterieeinheit eingesetzt, erfolgt der Test zusätzlich mit einem Malus von -1. Die Vielseitigkeit dieser Einheit macht sie zu einem wertvollen Werkzeug im Kampf, sei es gegen Infanteriemassen oder schwer gepanzerte Ziele.

Doch wie lassen sich diese neuen Modelle in eine bestehende Armee integrieren? Ist es möglich, die Armee weiterhin problemlos mit den Index-Regeln zu spielen?

Für den Kampf geboren – Das neue Armeebuch

Bevor wir einen Blick in das neue Armeebuch werfen, sollten wir uns an die Regelanpassungen von Mitte Dezember 2024 erinnern. Diese Änderungen betreffen insbesondere das Astra Militarum, dessen Punktkosten entweder unverändert geblieben oder gestiegen sind. Dadurch sind einige der Punktkosten im Codex bereits bei Veröffentlichung nicht mehr aktuell. Das Gleiche gilt für einige Sonderregeln: Ein Beispiel hierfür sind die Tempestus-Aquilons. Laut den Regelanpassungen darf keine Einheit mehr innerhalb von 6 Zoll schocken, im Regeltext der Einheit ist jedoch weiterhin ein Wert von 3 Zoll angegeben. Dies zeigt die Diskrepanz, die durch den Druck und die Bindung der Bücher Monate vor der Veröffentlichung entsteht. Für Spieler*innen, die kompetitiv spielen möchten, ist es bedauerlich, dass die Regeln und Punktkosten direkt zum Start veraltet sind.

Die Armeeregel bleibt die gleiche wie im Index, ebenso das Kontingent, das Einheiten die Sonderregel Tödliche Treffer verleiht. Es wurden also bewährte Konzepte übernommen. Allerdings bietet das Armeebuch genug Optionen, um für verschiedene Spielstile geeignet zu sein: Das erste Kontingent ist das Belagerungsregiment, welches sich durch ein stetiges Sperrfeuer repräsentiert, bei dem verschiedene Granattypen auf den Feind niedergehen. Die Angriffe können den Gegner verlangsamen oder ihm den Vorteil der Deckung nehmen. Spieler*innen, die auf Panzer setzen möchten, haben die Wahl zwischen zwei verschiedenen Kontingenten, die unterschiedliche Ansätze für gepanzerte Kriegsführung bieten. Für Liebhaber*innen von großen Truppenmassen gibt es ein Regiment, das auf Infanterie setzt und deren Zahl die entscheidende Stärke darstellt.

Neu ist zum Beispiel, dass ein Rogal Dorn Kampfpanzer nun auch als Offizier gewählt werden und somit Befehle erteilen kann. Es wurden zudem bei einigen Einheiten Anpassungen vorgenommen oder neue Einheiten hinzugefügt. Ein Beispiel dafür sind die Rattlinge. Diese können nun einmal pro Spiel tödliche Treffer erhalten und haben außerdem das Schlüsselwort für Granaten erhalten.

Bei den Attilanischen Gardereitern hat sich die Einheitenregel geändert. Früher konnten diese Reiter Bewegungsmodifikatoren ignorieren und nach einer Rückzugsbewegung schießen oder angreifen. Jetzt haben diese Kavalleristen das Ignorieren der Bewegungsmodifikatoren verloren. Diese Änderungen betreffen nicht nur Infanterie- und Kavallerie-Einheiten, sondern auch einige Panzer.

Eine letzte schöne Sache ist, dass alle Arten von Waffen im Armeebuch gezeigt und benannt werden. Dies ist besonders erfreulich, da nicht jede*r neue Spieler*in sofort mit jeder Waffe vertraut ist und hier eine kurze optische Einordnung vorgenommen werden kann.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Deutsch
  • Preis:
  • Todeskorps von Krieg: Astra Militarum Armeebox 170,00 EUR (UVP)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Fazit

Die neue Armeebox und das begleitende Armeebuch für das Todeskorps von Krieg überzeugen durch eine durchdachte Gestaltung, hochwertige Inhalte und detaillierte Miniaturen, die den Geist dieser ikonischen Fraktion gut einfangen. Das modulare Design der Modelle gibt hier viele Optionen.

Allerdings trüben kleinere Fehler in der Bauanleitung und veraltete Regeltexte im Codex den ansonsten positiven Gesamteindruck. Für passionierte Sammler*innen und Gelegenheitsspielende bieten die neuen Einheiten und Optionen dennoch große Spielfreude und taktische Vielseitigkeit. Kompetitive Spieler*innen könnten sich jedoch an den bereits zum Veröffentlichungszeitpunkt überholten Punktkosten und Regeländerungen stören.

Unterm Strich bleibt die Veröffentlichung eine starke Ergänzung für Fans der Imperialen Garde, auch wenn sie nicht jede Erwartung uneingeschränkt erfüllt.

  • Neues Armeebuch
  • Schöne, neue Modelle – Artillerie hat austauschbare Waffenoptionen
  • Hintergrundgetreue Kontingente

 

  • Nicht mehr aktueller Codex
  • Beschriftungsfehler

 

Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Mika Eisenstern
Lektorat: Alexa Kasparek
Fotografien: Robert Wolfes
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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