Die neuen Miniaturen von Games Workshop bringen frischen Wind auf das Schlachtfeld. Chaos Space Marines, Adeptus Mechanicus und Imperiale Ritter erhalten spannende Ergänzungen, deren Profile bereits vielversprechend wirken. Lohnt sich hier ein Kauf oder sollte man hier doch lieber auf die nächste Charge der Manufakturen warten?
Mit dem Kampagnenband Auge des Schreckens: Herrschaft des Eisens prallen Iron Warriors, Imperial Knights und die Truppen des Adeptus Mechanicus aufeinander. Diese dienen als Grundlage für Games Workshop, um neue Figuren zu veröffentlichen. Hier erhalten die Chaos Space Marines, das Adeptus Mechanicus und die Imperialen Ritter neue Modelle.
Wer wird hier die Oberhand behalten? Die gnadenlosen Kräfte des Chaos oder doch eher die kalt berechnende Logik des Omnissiah? Wir werfen daher einen Blick auf die neuen Miniaturen. Können diese wenigstens den Standard der letzten Neuveröffentlichungen halten?
Inhaltsverzeichnis
- 1 In der Schmiede wird alles in Form gegossen – Der Zusammenbau
- 2 Die Streitkräfte der imperialen Schmieden – die neuen Einheiten des Mechanicus und der imperialen Ritter
- 3 Die Dämonenschmieden lassen alte Schrecken neu frei – die Mächte der Chaos Space Marines
- 4 Die Meister der Kriegsführung – Ein Fazit
In der Schmiede wird alles in Form gegossen – Der Zusammenbau
Bei den neuen Modellen zeigt sich die gewohnt hohe Gussqualität, die man von Games Workshop erwartet. Die Bauteile überzeugen durch saubere Kanten, eine exakte Passform und nahezu vollständig fehlende Gussgrate, was den Zusammenbau angenehm und effizient gestaltet. Besonders hervorzuheben ist der feine Detailgrad: von filigranen Mechanicus-Verzierungen bis hin zu den rauen, kriegsgezeichneten Oberflächen der Chaos Space Marines.
Doch jeder Zusammenbau hat seine Schattenseiten. Diese zeigen sich eindeutig bei der neuen Klasse des imperialen Ritters. Hier wurden beim Zusammenbau der Beine-Bauteile die Nummerierungen vertauscht. Das ist an sich nicht schlimm, da beide Teile im gleichen Bauschritt benötigt werden und man sich meist eher an der grafischen Veranschaulichung orientiert als an den Nummern, dennoch sorgt es kurz für Verwirrung.
Weiterhin wurde eine Nummerierung vergessen; dies betrifft das Magazin des schweren Maschinengewehrs. Als letzter Punkt ist der Zusammenbau des Ritters zu erwähnen, da dieser etwas Geduld verlangt. Hier wird ständig zwischen vier Gussrahmen hin- und hergewechselt, anstatt einen Gussrahmen vollständig abzuarbeiten. Diese fehlende Organisation der Gussrahmen ist eher untypisch für Games Workshop.
Die Streitkräfte der imperialen Schmieden – die neuen Einheiten des Mechanicus und der imperialen Ritter
Der Ordo Reductor sieht die Zerstörung als den Willen des Omnissiahs – Thulia Ghuld
Die neue Magos Dominus kommt mit dem gleichen Profil wie Belisarius Cawl daher. Im Fernkampf weist sie dabei eine Waffe auf, die zwei verschiedene Modi besitzt. Der erste Modus ist eher gegen Panzer gedacht und hat das Potenzial, bis zu 8 tödliche Verwundungen pro Schuss zu verursachen. Der zweite Feuermodus ist auf die Auslöschung einfacher Infanterie ausgelegt. Hierbei helfen die Regeln Explosiv und Trefferhagel 1, sodass fast jeder Schuss sein Ziel finden sollte.
Den Nahkampf hat Thulia Ghuld aber ebenfalls nicht zu fürchten. Mit ihrer speziellen Axt des Omnissiahs kann sie einen Schlag ausführen, der mit Stärke 10, einem Durchschlag von 2 und jeweils 3 Schaden überzeugt. Sollten die Horden der Infanterie durch Beschuss noch nicht ausreichend ausgedünnt sein, steht zudem ein Rundumschlag mit 12 Attacken zur Verfügung.
Die Techpriesterin kann eine Skitarri oder ihre eigene Einheit verstärken, in dem sie zum Beispiel schießen oder angreifen darf, obwohl diese vorgerückt sind. Auch werden feindliche Fahrzeuge mit Secutor of Olympus schnell beschädigt, da hier W3+1 tödliche Wunden verteilt werden können.
Schwere Infanterie heizt dem Feind ein – die Hastarri.
Die Hastarri gibt es in zwei Varianten: die Exterminators und die Fusiliers. Jede Variante ist minimal langsamer als ein normaler Skitarii-Infanterist, verfügt dafür jedoch über einen höheren Widerstand, einen besseren Rüstungswurf und mehr Lebenspunkte. Diese Einheit ist klar auf den Fernkampf ausgelegt, weshalb die Nahkampfwerte zu vernachlässigen sind.
Die Fusiliers sind reine Panzerjäger, und jede Wunde des Vernichtungswerfers hinterlässt ein großes Loch in einem Fahrzeug. Interessant ist hierbei, dass die Phosphor-Blaster nun direkt mit zwei Schuss daherkommen, während es zuvor ein Schuss mit Schnellfeuer 1 war – eine Entwicklung, die sich auch beim neuen Ritter zeigt.
Die Exterminators sind hingegen darauf ausgelegt, statt Fahrzeugen eher schwere Infanterie zu beseitigen. Je näher der Feind kommt, desto besser wird der Durchschlag der Vernichtungswerfer, allerdings unter Aufgabe von Anti-Infanterie 3+. Dennoch kann die Einheit auch Fahrzeugen gefährlich werden, da die Nebenwaffe Anti-Fahrzeug 4+ und Verheerende Verwundungen kombiniert.
Die Exterminators verfügen über Broad-Spectrum Targeting Augurs. Sobald sie Nicht-Monster- und Nicht-Fahrzeug-Einheiten anvisieren, erhalten ihre Waffen die Sonderregel Trefferhagel 1. Die Fusiliers erhalten auf ihren Vernichtungswerfern Deckung ignorieren, wenn hier Monster oder Fahrzeuge als Ziel deklariert werden.
Die Bellatus-Klasse betritt das Schlachtfeld – der Schlachtritter.
Dieser Ritter verfügt laut Hintergrund über Raketenantriebe, neben den Bewegungswert von 12 Zoll erhält er zusätzlich W3 als Bewegung, wenn er sich normal bewegt oder vorgerückt wird. Da dieser Ritter eine Zwischenstufe zwischen den Knappen und der Questoris-Klasse darstellt, war ein Widerstandswert von 10 bereits zu erwarten. Mit 22 Lebenspunkten kann diese Miniatur zudem relativ gut auf dem Schlachtfeld bestehen.
Wie bereits erwähnt, unterscheidet sich das schwere Maschinengewehr von den bisherigen Varianten der Questoris-Klasse. Hier stehen direkt 6 Schuss zur Verfügung, statt 3 mit Schnellfeuer 3. Letztere Sonderregel wurde jedoch beibehalten, sodass man relativ sicher von 9 Schuss ausgehen kann, um einfache Infanterie effektiv zu bekämpfen.
Wertetechnisch scheint die Fragmentbombarde zunächst die bessere Wahl gegenüber der Bestrafer-Gatlingkanone zu sein, da sie statistisch mehr Schüsse bei höherem Schaden liefert. Allerdings ist Explosiv hier Fluch und Segen zugleich. Da dieser Ritter aktiv den Nahkampf sucht, besteht immer die Möglichkeit, dass entweder die gegnerische Einheit überlebt oder ein Gegenangriff erfolgt. In der darauffolgenden Schussphase kann die Bombarde dann nicht mehr eingesetzt werden. Daher lohnt es sich eher, die Gatlingkanone zu wählen.
Der Donnerschockspeer verfügt im Rundumschlag zwar über weniger Attacken, ist im Durchschnitt jedoch die klügere Wahl, da das Bellatus-Schnitter-Kettenschwert nicht über die Sonderregel Lanze verfügt. Zusätzlich gibt Saturation Fire dem Ritter die Sonderregel Deckung ignorieren, wenn hier feindliche Figuren als Ziel gewählt werden, falls diese sich auf einen Missionszielmarker befinden.
Die Dämonenschmieden lassen alte Schrecken neu frei – die Mächte der Chaos Space Marines
Der Kriegsschmied der 17. Großkompanie – Kravek Morne.
Als Kriegsschmied führt Kravek Morne von vorne und somit Neuerungen für den Codex der Chaos Space Marine an. Für solche Auseinandersetzungen sollte man entsprechend gerüstet sein, in eine altehrwürdige Cataphractii-Rüstung gehüllt, schlägt sich dies in seinem Profil entsprechend nieder. Sie sorgt für gute Verteidigungswerte, doch ein Kriegsschmied der Iron Warriors ist auf die Belagerung und somit auf die Vernichtung seiner Feinde ausgelegt. Neben einem starken Flammenwerfer, der zwei Schaden verursacht, ist auch ein Sturmbolter vorhanden. Die wahre Stärke liegt jedoch im Nahkampf: Energiehammer und Energiefaust ermöglichen 7 Attacken, die jeweils zwei Schaden mit Verheerenden Verwundungen verursachen können. Weiterhin ist ein Servoarm mit Mechadendriten vorhanden, der mit Zusatzattacken und Anti-Fahrzeug 2+ feindlichen Fahrzeugen ordentlich einheizen kann. Kravek Mornes Einheit erhält einen Bonus auf den Durchschlag der Waffen, wenn diese die nächstmögliche Einheit anvisiert. Weiterhin hasst dieser Iron Warrior seine Feinde bis aufs Blut und darf mit Architect of Ruin eine feindliche Einheit markieren, gegen diese dann der Verwundungswurf wiederholt werden darf. Falls diese Einheit ausgelöscht wird, darf ein neues Ziel gewählt werden.
Die Seelenschmieden verbessern stetig ihre Maschinen – die neue Geißel.
Die Dämonenschmieden haben dieses Modell in vielen Belangen verbessert. Die Geißel ist nun um einiges schneller und verfügt über eine Bewegung von 12 Zoll. Zudem wurden der Widerstand auf 11 und die Lebenspunkte auf 18 erhöht.
Dieses riesige Modell bietet eine Vielzahl an Waffenoptionen. Viele davon sind bekannt, wie beispielsweise das Geißel-Geschütz. Dieses kann jedoch durch die bereits bekannte Ectoplasmakanone ersetzt werden, die zwar eine geringere Reichweite und weniger Schüsse besitzt, dafür aber mit höherer Stärke und besserem Durchschlag überzeugt. Neu hinzugekommen ist die Auswahl an Nebenwaffen: Hier stehen entweder zwei Melter oder zwei Excruciator-Kanonen, welche der Venomcrawler auch besitzt. Klassische Waffen wie die Laserkanone oder die Autokanone sind ebenfalls vorhanden, weisen hier jedoch teils verbesserte Schadens- oder Stärkewerte auf.
Zwar kann die Geißel sich auf den Fernkampf fokussieren, schlägt sich aber auch im Nahkampf nicht schlecht. Die Geißel-Peitsche bietet nun fünf zusätzliche Attacken statt drei und verfügt über die Regel Trefferhagel 2. Zudem wurde der Rüstungsdurchschlag auf 2 erhöht. Auch die Geißelklauen wurden überarbeitet und verfügen nun über zwei Profile: Stoß und Rundumschlag. Das Stoßprofil entspricht dem bekannten Muster, während der Rundumschlag mit 10 Attacken, Stärke 6 und einem Durchschlag von 2 daherkommt. Damit kann die Geißel sowohl Infanterie als auch Fahrzeuge effektiv bedrohen. Die Sonderregel Vielbeiniger Läufer bleibt erhalten, wurde jedoch angepasst, nun kann Gelände in der Bewegungsphase komplett ignoriert werden. Je nachdem, in welcher Armee dieser Defiler enthalten ist, ändert sich die zweite Regel. Bei den Chaos Space Marines, ist es Daemonforge, welche dieser Einheit erlaubt bei dem Durchführen eines Dunklen Paktes zusätzlich Verwundungswürfe von Eins zu wiederholen. Einmal im Spiel kann der Läufer entscheiden seinen Moralwertwurf für den dunklen Pakt automatisch zu verpatzen. Hierdurch werden sofort drei tödliche Verwundungen dem Modell zu gewiesen, dafür darf aber jeder Verwundungswurf wiederholt werden.
Vom Technovirus infiziert, bereit stets zu töten – die Neuauflage der Mutilatoren.
Die Mutilatoren sind langsame Kolosse, die mit einem Widerstand von 7 und soliden Verteidigungswerten selbst leichtes Feuer kaum fürchten müssen. Dieses wird eher ignoriert, während sie auf den Feind zustürmen, um ihn im Nahkampf zu zerreißen. Dabei ist die Einheit auf nahezu jeden Gegner vorbereitet: Die Waffen können je nach Ziel angepasst werden – ob einfache Infanterie, schwer gepanzerte Einheiten oder Fahrzeuge. Je besser der Gegner gerüstet ist, desto höher fallen Durchschlag und Schadenspotenzial aus, allerdings auf Kosten der Anzahl an Attacken. Crushing Charge gibt dieser Einheit zwei Regeln: Zuerst darf jeder Angriffswurf dieser Einheit wiederholt werden, des Weiteren verursachen die Modelle dieser Einheit Aufpralltreffer. Für jedes Modell, welches es in Nahkampfreichweite schafft, wird ein Würfel geworfen. Für jede 4+ erleidet die feindliche Einheit W3 tödliche Verwundungen.
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2026
- Sprache: Deutsch
- Preis:
- Thulia Ghuld 38,50 GBP [UVP]
- Hastarii 37,00 GBP [UVP]
- Knight Destrier 105,00 GBP [UVP]
- Kravek Morne 29,00 GBP [UVP]
- Geißel 88,00 GBP [UVP]
- Mutliatoren 42,50 GBP [UVP]
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Die Meister der Kriegsführung – Ein Fazit
Spielerisch bieten die neuen Einheiten vielseitige Möglichkeiten: von der flexiblen Thulia Ghuld über spezialisierte Fernkampfeinheiten, den Hastarri, bis hin zum kampfstarken Schlachtritter. Auch Chaos-Einheiten wie Kriegsschmied, Geißel und Mutilatoren decken ein breites Spektrum aus Nah- und Fernkampf ab und bringen starke, teils anpassbare Waffenoptionen mit. Besonders der Fokus auf Fahrzeugabwehr bei den neuen Einheiten von Chaos Space Marines und Adeptus Mechanicus sowie der neue Imperiale Ritter machen das Set zudem interessant für größere Schlachten, etwa im Apokalypse-Spielmodus des aktuellen Kampagnenbands.
Die neuen Figuren von Games Workshop überzeugen vor allem durch ihren hohen Detailgrad und die gewohnt starke Gussqualität. Gerade die feinen Verzierungen und dynamischen Designs machen die Miniaturen zu echten Hinguckern auf dem Spielfeld. Etwas schade ist jedoch, dass der Schlachtritter beim Zusammenbau kleinere Schwächen zeigt.
Das trübt den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck jedoch nur leicht. Insgesamt machen die neuen Modelle dennoch Lust auf mehr und wecken die Neugier.

- Neue detailreiche Modelle
- Gute Waffenauswahl
-
Kleine Baufehler in der Anleitung
Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Mika Eisenstern
Lektorat: Sabrina Plote
Fotografien: Robert Wolfes
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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