Seit Beginn der Edition ist eine effektive Spielweise der Chaos Knights nur mit War Dogs zu spielen, mit dem neuem Codex der Chaos Knights sind die Hoffnungen auf einen Wandel hoch gesetzt. Kann das Armeebuch diesen Anforderungen gerecht werden, oder sollte man dem Index nachtrauern?
Viele Fraktionen des Chaos haben bereits ihr neues Armeebuch erhalten – entsprechend groß war die Vorfreude auf den Codex der Chaos Knights. Schließlich ist es schon lange her, dass es nennenswerte größere Neuigkeiten für diese Fraktion gab. Nun ist das neue Armeebuch endlich erschienen, und mit ihm stellen sich einige berechtigte Fragen:
Die letzten Codices haben die aktuelle Spielumgebung stark beeinflusst und stetig verändert. Werden die Chaos Knights nun noch gefürchteter als zuvor, oder setzt sich der Niedergang ihrer adligen Häuser weiter fort? Werden gegnerische Armeen nun vermehrt auf Anti-Fahrzeug-Waffen setzen?
Und schließlich: Mit dem neuen Knight Ruinator hält ein frischer Einheitentyp Einzug. Lohnt sich also der Kauf der neuen Box?
Keine Trigger
Inhaltsverzeichnis
Die Klinge der Furcht – Der neue Codex
Die schwerwiegendste Änderung zwischen Index und neuem Armeebuch betrifft alle Modelle der Armee und fällt schnell auf, wenn man sich durch die ersten Datenblätter arbeitet. Jeder Chaos Knight hat einen Punkt an Widerstand verloren und einige Punkte beim Missionszielkontrollwert eingebüßt. Für diese Schwächungen gibt es jedoch auch positive Aspekte für die Armee: Jede Einheit hat mehr Lebenspunkte erhalten, und vor allem die größeren Ritter kosten nun weniger Punkte.
Die Armeeregel Harbingers of Dread hat sich ebenfalls grundlegend geändert. Es gibt eine Tabelle mit sechs verschiedenen Boni. Hier gibt es zwei Wahlmöglichkeiten: Entweder wird ein Bonus gezielt ausgewählt, oder es wird zweimal gewürfelt – somit können bis zu zwei Boni gleichzeitig aktiviert werden. Wird jedoch zweimal derselbe Bonus erwürfelt, darf der Wurf nicht wiederholt werden. Diese Würfe erfolgen in der ersten, dritten und fünften Schlachtrunde – alternativ werden die Boni dann entsprechend ausgewählt. Diese Boni sind additiv und bleiben ab der Runde, in welcher Sie in Kraft treten, bestehen. Einer dieser Boni bewirkt zum Beispiel, dass jede gegnerische Einheit innerhalb von neun Zoll einen Malus von -1 auf ihren Moralwert erhält. Auf diese Weise können verschiedene Boni – im Idealfall sogar alle – zum Einsatz kommen und die Chaos Knights wahrlich furchterregend machen.
Um dies noch weiter zu verstärken, enthält diese Armee vier verschiedene Kontingente zusätzlich zu dem Kontingent aus dem Grotmas-Adventskalender. So bietet die Traitoris Lance die Möglichkeit, nach dem Würfeln oder Wählen der Armeeregel eine zusätzliche Fähigkeit auszuwählen, wodurch die meisten Boni spätestens in der dritten Runde aktiv sein sollten. Eines der Relikte der Traitoris Lance unterstützt dabei nicht nur die offensive, sondern auch die defensive Seite der Armee. So bietet das Relikt Veil of Medrengard einen Rettungswurf von 4+ gegen Fernkampfattacken und einen Rettungswurf von 5+ gegen Nahkampfangriffe.
Hier ist jedoch noch nicht Schluss mit den möglichen Gefechtsoptionen: Wenn einer der eigenen Ritter verwundet wurde, kann durch Pterrorshades die Vitalität der Figur verbessert werden. Es werden sechs Würfel gegen eine feindliche Einheit innerhalb von 12 Zoll um den ausgewählten Knight geworfen. Für jeden Würfelwurf von 4+ erleidet die feindliche Einheit eine tödliche Wunde. Die Anzahl der verursachten tödlichen Wunden heilt in gleichem Maß das verwundete Modell.
Die Infernal Lance erinnert an ein Kontingent vergangener Editionen, hier können die eigenen Figuren Schaden erleiden, falls ein Moralwerttest misslingt, um Boni der Fähigkeit Malefic Surge erhalten zu können. Sei es eine erhöhte Bewegung oder Tödliche Treffer oder Trefferhagel 1 auf den eigenen Waffen. Wer in die Defensive gehen möchte, hat natürlich einen Rettungswurf von 5+, also auch im Nahkampf, oder Verletzungen ignorieren 6+. Es ist ein flexibles Kontingent, was Verbindungen zum verdorbenen Mechanicum aufweist. So zeigt auch das Relikt Blasphemous Engine dies, da hier die Anzahl der Wunden um 2 erhöht wird und bei jedem Maelfic Surge Test der Moralwerttest wiederholt werden kann.
Wer den kleinen War Dogs weiterhin treu bleiben will, kann das Houndpack Lance Kontingent spielen. Mit der Kontingentsregel Marked Prey, durch die am Anfang der Befehlsphase ein feindliches Ziel markiert wird. Solange dieses für ein War Dog Modell sichtbar ist erhält man bei Attacken gegen diese Einheit Trefferhagel 1. Des Weiteren erhalten die War Dogs dieser Armee das Schlüsselwort Linientruppen. Mit der Gefechtsoption Encircling Pack, kann in der gegnerischen Nahkampfphase eine Einheit, welche nicht gebunden ist und vollständig innerhalb von 12 Zoll von einer Spielfeldkante steht, in die strategische Reserve versetzt werden, um im nächsten Spielerzug auf der anderen Seite aufzutauchen.
Einige Bilder wurden bereits auf Warhammer Community bekannt gegeben zu dem Kontingent Lords of Dread, daher gehen wir hier nur kurz drauf ein. Putrid Carapace ist eine Möglichkeit einem Chaos Knight einen Rüstungswurf von 2+ zu ermöglichen und einmal in einer beliebigen Befehlsphase, auch in der gegnerischen, kann das Relikt aktiviert werden und das Modell erhält bis zu 6 Lebenspunkte zurück. Die Widerstandsfähigkeit und die Verderbnis sind hier gepaart mit den tödlichen Waffen dieser Kriegsmaschinen.
Die übrigen Änderungen bei den Knights halten sich in Grenzen oder betreffen nur kleinere Anpassungen. So erhält die Fernkampf-Variante des Knight Tyrants etwas mehr Durchschlag, wenn die Ectoplasma-Waffe überhitzt wird. Dagegen trifft die Harpune nun um eins besser. Der Knight Abominant hat hingegen keine wesentlichen Änderungen erfahren – lediglich die Reichweite seiner Aura Vortex Terrors wurde verdoppelt. Beim Knight Rampager ist neu, dass er die Sonderregel verheerende Verwundungen erhält, wenn er erfolgreich angreift. Dies wirkt sich meist jedoch nur als Zünglein an der Waage aus, da die meisten Ziele ohnehin bereits vernichtet werden sollten – auch ohne diesen Bonus.
Beim Despoiler wurde die Sonderregel angepasst: Die War Dogs erhalten nun +1 auf ihren Missionszielkontrollwert und Moralwert. Somit wird der Verlust des ursprünglichen Werts etwas kompensiert.
Schauen wir uns doch nun die kleinen Ritter an. Der Huntsman wurde verbessert, da er nun einen vollständigen Wiederholungswurf beim Verwunden erhält. Die kleinen Verbesserungen machen hier nicht halt: Beim Executioner wurde ebenfalls etwas hinzugefügt. Wenn diese Einheit eine feindliche Einheit vernichtet, müssen alle feindlichen Einheiten innerhalb von drei Zoll einen Erschütterungstest machen. Vielleicht lohnt es sich also, ein kleines, schwaches Ziel auszuschalten, damit andere eigene Einheiten gegebenenfalls mehrere Armeeboni erhalten können.
Der kleine Nahkampf-Knight, der Karnivore, hat eine Waffenänderung erhalten: Sein Kettenschwert hat nun kein Stoß-Profil mehr, und es gibt jetzt eine klare Trennung zwischen seinen beiden Nahkampfwaffen – also eine positive Änderung. Außerdem kann dieses Modell nun nicht nur Angriffswürfe, sondern auch Vorrückenwürfe wiederholen.
Als Letztes werfen wir nun einen Blick auf den Brigand. Dieser hat eine komplett überarbeitete Sonderregel erhalten: Man bekommt nun nicht mehr erhöhten Durchschlag, wenn auf das nächste Ziel geschossen wird. Stattdessen ignorieren die eigenen Waffen nun Deckung, wenn sich die feindliche Einheit auf einem Missionsziel befindet.
Eine weitere Änderung betrifft alle Knights, die mit einem Daemonbreath Spear ausgestattet werden können: Die Reichweite wurde erneut um sechs Zoll reduziert. Über die Editionen hinweg ist man somit von 36 Zoll auf nunmehr 18 Zoll gekommen. Das macht es natürlich riskanter, die Sonderregel Melta 4 effektiv einsetzen zu können.
Wer sich nun denkt, dass zwei Einheiten ausgelassen wurden, hat Recht: Der Knight Desecrator und der War Dog Stalker sind hier nicht aufgeführt, da bei ihnen keine nennenswerten Änderungen vorgenommen wurden – abgesehen vom bereits erwähnten reduzierten Widerstand, den zusätzlichen Wunden und der Anpassung des Missionszielkontrollwerts.
Schreckensbringer des Untergangs – Der neue Knight Ruinator

Der Zusammenbau der neusten Schocktruppe der Chaos Knights.
Der Bausatz enthält nun alle vier Knights der Abhorrent-Klasse, welche eine klare Chaossymbolik tragen – also den Abominant, den Rampager, den Desecrator und nun auch den neuen Ruinator. Man erhält mehrere Gussrahmen mit verschiedenen Waffenoptionen, die für Umbauten oder andere Projekte vielleicht einmal nützlich sein könnten. Wie gewohnt bietet Games Workshop hier eine gute Gussqualität und größtenteils keine Probleme beim Zusammenbau.
Es gibt jedoch einen kleinen Stolperstein im Bauabschnitt, wenn man die ersten Teile für die Arme zusammensetzt: An dieser Stelle ist der falsche Buchstabe zur Benennung angegeben, wodurch die entsprechenden Teile im komplett falschen Gussrahmen gesucht werden müssen. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass die Gussrahmen für die ersten zwei Chaos Knights anders aufgeteilt waren und nun nicht entsprechend angepasst wurden. Das sorgt kurzfristig für Verwirrung.
Wenn der Bau weiter voranschreitet und das Modell schließlich nach Anleitung fertiggestellt wurde, kann auffallen, dass das Cover der Box an einer Stelle nicht mit dem gebauten Ritter übereinstimmt. Beim abgebildeten Modell wurde der Arm mit der Darkflame Lance offenbar nicht korrekt zusammengesetzt.
Alles in allem ist das Modell jedoch sehr schön anzusehen und bietet definitiv ein stimmiges Erscheinungsbild für jede bestehende Chaos-Knight-Armee.
Stets auf der Jagd nach der nächsten Herausforderung
Nun stellt sich die Frage, ob der Knight Ruinator nicht nur durch sein Aussehen besticht, sondern auch durch seine Fähigkeiten auf dem Schlachtfeld. Diese Einheit teilt sich zwar das gleiche Profil mit ihren Vettern der Abhorrent-Klasse, doch ihre Bewaffnung unterscheidet sich deutlich und macht sie zu einer idealen Wahl für die Jagd auf schwere Infanterie, Monster sowie Fahrzeuge. Die Darkflame Lance ist das Gegenstück zur Darkflame Cannon des Knight Tyrant – mit dem Unterschied, dass zur Bestimmung der Schussanzahl nur zwei statt drei Würfel geworfen werden. Die Terrorpulse Missiles verfügen über die Regel Explosiv, Stärke Acht, Durchschlag und zwei Schaden – perfekt geeignet, um beispielsweise Space Marines effektiv vom Spielfeld zu räumen.
Seine Nahkampfwaffe kann im Schwung-Modus bis zu zehn Attacken ausführen. Gegen Fahrzeuge reduziert sich die Anzahl der Attacken zwar – wie bei jedem Stoß-Profil – dafür steigt jedoch die Tödlichkeit pro Treffer.
Besonders interessant sind die Sonderregeln des Ruinator: Mit Methodical Destruction wählt man zu Beginn der ersten Schlachtrunde eine feindliche Einheit, gegen die der Ruinator Verwundungswürfe wiederholen darf. Wird diese Einheit vernichtet, kann selbstverständlich ein neues Ziel gewählt werden.
Die Aura für die War Dogs trägt den Namen Close-range Killers. Diese ermöglicht es allen War Dogs innerhalb von neun Zoll, den Durchschlag ihrer Waffen gegen das nächste Ziel um Eins zu erhöhen – ein starker Bonus, der besonders bei konzentriertem Feuer wertvoll sein kann.
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2025
- Sprache: Deutsch
- Preis:
- Codex: Chaos Knights 47,50 EUR
- Knight Ruinator 155,00 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Meister der Verdamnis – Ein Fazit
Im Großen und Ganzen kann man die Änderungen des Armeebuchs nur begrüßen. Die neuen Kontingente eröffnen den Weg für viele verschiedene Spielweisen – unterstützt vor allem dadurch, dass es sich nun wieder lohnt, größere Modelle zu spielen. Diese sind punktetechnisch deutlich günstiger geworden, und der erhöhte Widerstand macht sie im Vergleich zu den War Dogs wesentlich robuster – gerade gegen all die Waffen, die auf Fahrzeuge abzielen.
Gleichzeitig wirkt der Codex sehr ausbalanciert. Es wurden nur wenige Änderungen vorgenommen – ein gutes Indiz dafür, dass diese Armee bereits zuvor gut aufgestellt war und nun sinnvoll weiterentwickelt wurde.
Auch auf der Modellseite bietet Games Workshop der Spielerschaft ein neues Highlight: Zwar sind lediglich die Waffenarme des Knight Ruinator wirklich neu entworfen worden, da der Rumpf dem bereits bekannten Design entspricht – doch gerade deshalb fügt sich der neue Knight optisch hervorragend in bestehende Armeen ein.
Fazit: Sowohl das neue Buch als auch das Modell können ohne Bedenken empfohlen werden – beides dürfte das korrumpierte Herz eines*r jeden Chaos-Spielers*in höherschlagen lassen.

- Schönes, neues Modell
- Ausgeglichenes, neues Armeebuch
- Änderung der Punkte und Spielstile
- Abbildungsfehler auf der Box
- Ein Beschriftungsfehler in der Bauanleitung
Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Hendrik Pfeifer
Fotografien: Robert Wolfes
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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