Im Marvel-Universum gibt es einige Großmächte, die Teile des Weltalls beherrschen. Doch irgendjemand spielt ein Spiel mit ihnen und zwingt sie in den Krieg. Jonathan Hickman bringt Hulk, Black Panther, Star-Lord und Nova in ein intergalaktisches Abenteuer bei dem nie klar ist, wer auf welcher Seite steht.
Seit dem Empyre ist es eher ruhig im Weltall geworden. Zeit, dass sich Marvels Allzweckwaffe Jonathan Hickman dem Themenfeld widmet und einmal alles durcheinander wirbelt. Mit dabei ist natürlich das Kree-Skrull Imperium unter Hulkling. Spartax, die Heimatwelt von Star-Lords Vater, das Shi’Ar Imperium, das aktuell von Gladiator angeführt wird, das galaktische Imperium von Wakanda, das durch eine temporale Anomalie entstand. Aber auch Sakaar En Nevo, der Planet, auf den die Überlebenden von Planet Hulk geflohen sind, nachdem Galactus ihre Heimatwelt verschlang. Hickman, der momentan überall seine Finger im Spiel hat, verknüpft alle offenen Fäden miteinander, um ein neues Weltraum-Epos im Stile von beispielsweise Annihilation zu erzählen. Das Ganze kommt erfreulicherweise in nur zwei Paperbacks heraus, so dass die Geschichte kompakt und schnell erzählt ist. Wir haben uns den ersten Band einmal angeschaut und erzählen euch, ob sich das intergalaktische Event lohnt.
Krieg
Inhaltsverzeichnis
Imperial – ein intergalaktisches Marvel-Event
Auf Sakaar En Nevo regierte Hiro-Kala, der zweite Sohn von Hulk. Doch Hiro-Kala ist tot, weswegen Hulk gemeinsam mit She-Hulk und Brawn dorthin aufbricht, um den Mord zu untersuchen. Es stellt sich heraus, dass Gift-Anschläge auf die Anführer aller großen Weltraum-Mächte durchgeführt wurden. Die Spuren führen zu einer der Mächte, so dass ein Großangriff beginnt. Doch dies ist erst der Anfang in einer Reihe von Intrigen und Verrat. Dabei werden alle Figuren wie in einem lang angelegten Spiel manipuliert. Doch wer zieht wirklich die Fäden und wer ist nur eine Marionette?
Hier werden einige Geschichten parallel erzählt: Peter Quill versucht Nova zu überreden, sich aus dem Ruhestand wieder in den aktiven Dienst zu begeben. Hulk will Rache für den Tod seines Sohns. Black Panther will die Missverständnisse aufklären und seine Schwester Shuri befreien. Dazu gibt es Verrat in den Reihen der Shi’Ar und der Skrulls. Und immer wieder sieht man Ausschnitte eines Spiels zwischen zwei Drahtziehern, deren Identität als Höhepunkt des ersten Bands offenbart wird. Dabei gibt es einige Überraschungen und Änderungen des Status Quo, welche die Momente des stabilen Friedens ins Schwanken bringen wird.
Wer ist der Drahtzieher?
Wir werden euch nicht erzählen, wer hinter dem Spiel steckt. Es ist aber erstaunlich mit welcher Bravour es Hickman schafft, die ganzen Erzählstränge gleichberechtigt nebeneinander zu erzählen. Dieser Comic ist aber ganz eindeutig nicht für Lesende geeignet, welche noch keine der Fraktionen kennen. Dafür gibt es zu viele Figuren und zu viel Vorgeschichte, die relevant ist. Dieser Comic ist klar für die Fans von anderen Weltraum-Epen, Space Operas und den galaktischen Figuren des Marvel-Kosmos. Das einzige Kapitel, das etwas negativ heraussticht, ist das Zusatzkapitel um Black Panther, das als Bonus angehängt ist und von Victor LaValle und CAFU gestaltet wurde. Dem Kapitel fehlt das richtige Pacing und Fokus auf eine Kernhandlung. Das stört den insgesamten Lesefluss aber nicht.
Die Zeichnungen von Federico Vicentini und Iban Coello erinnern stärker als sonst bei Marvel üblich an Manga. Dennoch ist der typische Superhelden-Stil erkennbar. Die Bilder sind voller Dynamik und Action. Sie helfen dabei der Handlung zu folgen und spiegeln die Grautöne in der Erzählung trotz knallbunter Farben wieder, indem jede Figur je nach Situation wie ein*e Held*in oder ein*e Schurk*in dargestellt wird. So ist nie klar, ob nicht doch einer der bekannten Charaktere ein doppeltes Spiel treibt.
Die harten Fakten:
- Verlag: Panini Comics
- Autor*innen: Jonathan Hickman, Victor LaValle
- Zeichner*innen: Federico Vicentini, CAFU, Iban Coello
- Erscheinungsjahr: 2026
- Sprache: Deutsch
- Format: Paperback
- Seitenanzahl: 152
- Preis: 20 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, Panini
Fazit
Der Comic macht Spaß! Eine Actionszene reiht sich an die nächste und es werden prächtige Weltraumschlachten geboten. Die Handlung funktioniert vor allem durch das Mysterium um die Drahtzieher im Hintergrund. Was fehlt, sind Indizien, die beim Lösen des Mysteriums helfen. Hier hätte man den Leser mehr fordern können. Die Handlung springt wild umher und erfordert einiges an Wissen über die politischen Verhältnisse des Marvel-Kosmos. Trotz dieser Komplexität ist die grundlegende Geschichte relativ seicht. Daher kann man hier auch ohne Vorwissen Spaß haben und einfach das Verwirrspiel und die Schlachten genießen.
Es wird schnell deutlich, dass dieses Event vor allem das Ziel hat, den Status Quo so zu ändern, dass in Zukunft wieder mehr Abenteuer erzählt werden können und das Weltall wieder voller Gefahren ist. Die Held*innen kommen hierbei aber etwas zu kurz. Sie sind selbst größtenteils nur Marionetten, die sich manipulieren lassen und in die Schlachten schlagen. Klare Protagonisten würden dabei helfen, den roten Faden zu behalten. Dennoch kann ich diesen Comic jedem Fan von Annihilation, Planet Hulk oder Emypre empfehlen.

- Ein großes Weltraum-Epos
- Action und knallbunte Bilder
- Ein Mysterium um Drahtzieher
- Etliche Charaktere und Erzählstränge
- Protagonisten sind eher schwach
- Eher seichte Handlung
Artikelbilder: © Panini Comics
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Nina Horbelt
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