Manchmal braucht es nur ein paar begeisterte Leute und ein gemeinsames Hobby, und schon kann aus einem Comic-Club eine kleine Bewegung werden, die gemeinsam Geschichten erzählt. In Der Comic-Club geht es um Teenager*innen, die ihren ganz eigenen Ausdruck in der neunten Kunst entdecken.
Vier ganz unterschiedliche junge Menschen haben eine jeweils einzigartige Art und Weise sich auszudrücken, sei es durch Zeichnungen oder kreative Ideen mit ungewöhnlicher Ausführung. Als sie in der Schule aufeinander treffen, verbinden sie ihren Einfallsreichtum und gründen den Comic-Club.
Krankheit eines Elternteils
Handlung
Makayla und Howard sind zwei Schulfreund*innen, die gerne Geschichten erzählen und zeichnen. Es liegt also nicht fern, dass sie auf die Idee kommen, gemeinsam ihre fantastischen Ideen in einem Werk festhalten zu wollen. In der Schule bekommen sie dafür zum Glück von einer netten Lehrerin den Raum, die Anleitung und etwas Struktur, um ihre Einfälle auf Papier zu bringen. Makayla hat eine blühende Fantasie, und Howard fällt manchmal im Unterricht auf, wenn er Lehrerkarikaturen zeichnet. Beim ersten Comic-Club-Treffen stößt zudem Art zu ihnen, der (xier) durch unkonventionelle Basteleien das kreative Team ergänzt.
Außerdem ist da noch die stille Lynda, die gerne tiefsinnige Erzählungen schreibt und liest. Frau Fatima, die Lehrkraft in der Bibliothek, füttert die begeisterten Lernenden mit Input und Methoden rund um Layout, Comics und Charakterdesign, aber auch zur Erzählweise und Ausdruck von Szenen, sodass die Vier sehr bald ihr eigenes Comicheft in den Händen halten können und auch eine kleine Fangemeinde in der Schule aufbauen. Ihr Mut und Begeisterungsfähigkeit helfen ihnen schließlich dabei, sich bei einer Convention anzumelden, auf der sie das erste Mal ihre Werke ausstellen können. Was sie dort erleben und wen sie dort treffen, sei hier nicht verraten.
Bonus
Am Ende folgt ein Interview mit den beiden Autor*innen, ein Glossar sowie Einblicke in Comicberufe und in die Entstehung des Comics, den man eben gelesen hat. Das Ganze bietet einen wunderbaren Einstieg in das Handwerk und die Wege, wie man beruflich mit Comics arbeiten kann.
Zeichenstil
Scott McCloud und Raina Telgemeier haben sich in diesem Comic beim Zeichnen und Layouten abgewechselt. Beide Stile passen sehr gut zusammen und gehen in eine ähnliche Richtung, welche eher cartoonartig und sehr sauber und aufgeräumt ist. Die Colorierung und einige Tuschezeichnungen wurden von anderen Zeichner*innen vorgenommen, die Farben sind satt, deckend und durchgehend kräftig.
Die harten Fakten
- Verlag: Carlsen Verlag
- Autor*in(nen): Raina Telgemeier und Scott McCloud
- Zeichner*in(nen): Ray Baehr
- Seitenanzahl: 288
- Preis: 19 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon
Fazit des Monats

Diese Einführung in die Entstehung von Comics, Comic-Clubs oder auch ersten Schritten als Comic-Schaffende*r richtet sich vorrangig an Kinder. Da aber auch einiges an Scott McCloud berühmter Comic-Theorien von Frau Fatima erklärt wird, ist es auch ein interessanter Comic für Erwachsene. Die vier Kinder sind sehr repräsentativ und inklusiv ausgewählt, Art stellt sich zum Beispiel mit seinen Pronomen vor, die Kinder haben alle eine sehr deutliche charakterliche Eigenschaft, die stark hervorgehoben wird (quirlig, sehr schüchtern,…). Die Kinder wachsen über sich hinaus und schaffen etwas ganz Eigenes für sich, trotz ihrer Unterschiedlichkeit. Dennoch wirkt dieser Teil für mich etwas aufgesetzt und gewollt, da die Charaktere, ihre Hintergründe und Familien etwas zu konstruiert wirken.
Im gesamten Comic ist ein Sprudeln von Ideen und Begeisterung, aber auch Gemeinschaftsgefühl und der Reiz des Neuanfangs zu spüren, was wirklich schön transportiert wird. Viele Themen, mit denen sich Kunstschaffende beschäftigen, sind hier nachvollziehbar dargestellt.
Die kreativen Ideen, zum Beispiel wie man ein Zine bastelt, sind niedrigschwellig erklärt, und auch die Wirkweisen von sequentieller Kunst sind verständlich erläutert. Die Autor*innen spielen mit Panels, dem Layout und Comicstil an sich, was ebenfalls gut gemacht ist. Alles in allem eine Ode an die Gemeinschaft, die Fantasie und daran, was man auf die Beine stellen kann, wenn man zusammen kreativ ist.

- Niedrigschwellige Vermittlung des Themas Comic
- Inklusiv
- Besonders für Jüngere geeignet
- Wirkt zum Teil aufgesetzt
Artikelbilder: © Carlsen Verlag
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Rick Davids
Fotografien: Verena Tribensky
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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