Alles begann irgendwann in den frühen Neunzigern mit einem Buch. Dieses Buch war nicht wie andere Bücher – man konnte es nicht einfach von vorne bis hinten durchlesen, nein, man musste bestimmten Regeln folgen, um die Geschichte weiter verfolgen zu können. Auch war es keine lineare Geschichte, sondern es war (in gewissem Ausmaß) vom Lesenden abhängig, wie die Geschichte ausgeht. Mit der Geschichte von Zagor, dem Hexenmeister vom flammenden Berg (bzw. der Geschichte, wie man in seine Wohnung eindringt, ihn und seine Schergen erschlägt und seine Schatztruhe aufbricht, wenn man denn im Dungeon hoffentlich die passenden Schlüssel für die drei Schlösser zu seiner Truhe gefunden hat, ohne die sie nicht zu öffnen ist. Ich habe sie bis heute nicht gefunden.) von Steve Jackson und Ian Livingstone sollte meine Begeisterung für Fantasy beginnen.
Nach den Spielbüchern kam Warhammer als nächste große Liebe. Zunächst nur ein Leser dieser großartig absurden Welt mit ihrem 80er-Sword&Sorcery-Charme, begann ich 1998 als Dreizehnjähriger mit dem Sammeln von Zinnfigurenarmeen – Chaos, Zwerge, Bretonen und Oger schafften es bis zur spielfertigen Truppe. Zusammen mit ein paar Schulkollegen begann eine langjährige Turnierspielerkarriere, jedoch ohne jedwede Form von Erfolg.
Neben den Zinnfiguren kam erst während des Studiums das Pen-and-Paper-Rollenspiel dazu. Nach einem Oneshot mit Warhammer 2nd stieß ich rein zufällig zu einer langfristig angelegten Runde: In dem Warhammerforum, in welchem ich damals den Großteil meiner Freizeit verbrachte, hatte ein Spielleiter freie Plätze für seine gerade geplante DSA-Kampagne ausgeschrieben. Ich war neugierig, meldete mich und wir trafen uns zum Kennenlernen in einem Gasthaus in der Nähe der Universität. Es ging in dieser Geschichte um einen Typ namens Borbarad, glaube ich. Wir spielen inzwischen leider nicht mehr an dieser Kampagne.
Es vergingen ein paar Jahre, mittlerweile war ich im Vorstand meines lokalen Tabletopvereins (die WoW/Keepers) gelandet. In unseren Räumlichkeiten hatte sich ein Rollenspielverein namens Athenaes Siegel auf der Suche nach einer Unterkunft eingemietet. Im Laufe der Zeit spielte ich immer öfter und lieber mit ihnen Rollenspiele als Tabletop, auch wegen der Entspanntheit, mit der man Rollenspiel gemeinsam betreibt. Im Laufe der Zeit wechselte ich immer mehr auf die Rollenspielschiene, mit dem Ende von Warhammer durch Games Workshop wurden meine Figuren dann endgültig fürs Erste eingemottet. Bei eben diesen Rollenspieler*innen durfte ich mit Rogue Trader meine ersten Versuche als Spielleiter unternehmen. Mittlerweile leite ich lieber, als dass ich spiele.
Als SL beschreibe ich die Beziehung zu den Spieler*innen gerne als Bällewerfen zwischen beiden Seiten. Beide Seiten benötigen einander, um eine Geschichte zu erleben, und je mehr man dem anderen gibt, desto mehr können die Gegenüber damit anfangen und zurückgeben. Beim Meistern der ersten DSA 1–Abenteuer aus der Kaiser-Retro-Box habe ich immer mehr gemerkt, dass ich kein SL für vorgefertigte Abenteuer bin. Viel lieber improvisiere ich Abenteuer und Welten, letztere aber gerne aus bereits bestehenden Settings. So habe ich die Welten aus Fallout und den Elder Scrolls ebenso gerne wie Aventurien oder Ravnica als Hintergrund verwendet.
Nach dem Ende des gemeinsamen Engagements meines Tabletop- und Rollenspielvereines blieb ich ausschließlich bei den Rollenspieler*innen. Wir suchten und fanden in den nächsten Jahren zwei neue Vereinslokale, in denen wir unser Hobby präsentieren und ausüben konnten. In dieser Zeit der Suche und Konsolidierung war wohl meine aktivste Spielphase. Etwas später durfte ich gemeinsam mit einer motivierten Gruppe das System HeXXen 1733 in seiner Betaphase auf Probleme und Fallstricke hin testen. Nach dreieinhalb Jahren als Obmann entschloss ich mich dann im September 2019, die Mitgliedschaft bei Athenaes Siegel nach einem internen Streit zu beenden.
Seit Winter 2019 darf ich Teilzeithelden im Bereich Pen-and-Paper unterstützen.
Im echten Leben arbeite ich in einer Bibliothek, habe den Master in Geschichtswissenschaften und den Bachelor in Deutscher Philologie und arbeite am Master in ebenjenem Fach. Daneben zeichne ich gerne, ob mit Kugelschreiber oder Aquarell (oder beidem zusammen), und singe im Chor der Universität (ich durfte mal den Pumba im Lion King geben).
Direkt kontaktieren könnt ihr mich gerne unter: johannes.haslhofer@teilzeithelden.de


