Die Straßen von Glutwacht sind zu Staub zerfallen und die Hoffnung gleich mit. In den Schatten lauern Klingen, auf den Plätzen stehen die letzten Verteidiger. Spearhead: Stadt der Asche bringt zwei Erzfeinde der vierten Edition von Age of Sigmar mit frischen Modellen in einem Stand-Off zusammen.
Das Spielformat Spearhead erfreut sich großer Beliebtheit. Dieses kleinere Format von Age of Sigmar bricht das System gelungen herunter und macht so schnelle und doch spannende Spiele möglich. Nach der ersten Erweiterung Spearhead: Sand und Knochen erscheint nun erstmals ein 2-Spieler*innen-Starterset, welches sich nur auf dieses Format fokussiert.
Im Kern stehen zwei Spearhead-Streitkräfte mit insgesamt 42 Miniaturen. Auf Seiten der Cities of Sigmar führt Jorvan Kreel eine kleine, aber erfahrene Truppe aus Junkern, Grenadieren und einem Mallus-Schmiedepriester ins Feld. Ihnen gegenüber stehen die Skaven vom Clan Eshin unter Meisterassassinen Crixxit, der ein ganzes Jagdrudel aus einem Assassinen, Gossenläufern, Schattenläufern und… bombentragenden Nager nach Glutwacht führt.
Dazu kommt alles, was man für den direkten Einstieg braucht: ein 72-seitiges Handbuch mit Grundregeln, eine 24-seitige Schlachtensammlung mit den Regeln und Werten von Stadt der Asche, ein doppelseitiges Spielfeld mit zwei unterschiedlichen Szenarien, passendes Stadtgelände, Missionsziele in Form von Relikten und ein Kartendeck für das Spearhead-Format.
Ratten, Tod, Krieg
Inhaltsverzeichnis
Kampf in den Ruinen von Glutwacht – der Hintergrund
Glutwacht ist keine Stadt mehr. Es ist ein Ort, an dem einmal eine Stadt war. Asche liegt in den Straßen, aus Mauern wurden Ruinen und was nicht verbrannt ist, wirkt, als hätte es sich selbst aufgegeben. Die Rattendämmerung hat hier nicht nur Gebäude zerstört, sondern eine ganze Region in den Abgrund gezogen. Übrig geblieben ist ein Flickenteppich aus Verteidigern, Ruinen und ewigen Scharmützeln der nagezahnbewehrten Jünger der gehörnten Ratte.
Die Skaven waren nie dafür bekannt, offen in den Krieg zu ziehen. Sie warten. Sie beobachten. Und wenn sie zuschlagen, dann dort, wo es wehtut. Kein Skaven-Clan hat das so perfektioniert wie der Clan Eshin und der Meisterassassine Crixxit geht in dieser Art der Kriegsführung auf. Ein Attentäter, der seine eigene Legende pflegt, der aus dem Nichts kommt und genauso wieder verschwindet.

Die Skaven seines Jagdrudels bilden keine Armee der offenen Feldschlacht. Sie sind die Klingen im Dunkeln. Schattenläufer, die in den Gassen verschwinden, Gossenläufer, die aus Winkeln angreifen, die man für sicher hielt. Und irgendwo dazwischen: Der Moment, in dem die Klinge trifft.
Auf der anderen Seite stehen die Streitkräfte der Cities of Sigmar oder genauer: Das, was von ihnen übrig ist. Ihr Anführer Jorvan Kreel ist kein Held im strahlenden Sinne. Er ist ein Überlebender. Einer, der gelernt hat, dass Rückzug manchmal der bessere Angriff ist und dass man einen Kampf nicht gewinnt, indem man ihn frontal sucht. Seine Truppe besteht aus Veteran*innen, aus Menschen, die schon zu viel gesehen haben, um noch an einfache Siege zu glauben. Sie halten, was zu halten ist. Sie weichen aus, wenn es nötig wird. Und sie schlagen zurück, wenn sich eine Gelegenheit bietet.
Und so entspinnt sich ein tödlicher Tanz zwischen Angriff, Rückzug und Hinterhalt, der die versehrten Straßen von Glutwacht mit Blut tränkt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Edelmütige Ritter und vergiftete Klingen – die Spearheads der Stadt der Asche
Wer bei den enthaltenen Truppen eine Wiedererzählung des Schemas klassische Massearmee gegen defensive Festung erwartet, könnte positiv überrascht werden. Stimmungsvolle Eigenschaften und effektive Bewegungsmechanismen sorgen für ein spannendes Stellungsspiel auf dem Schlachtfeld.
Crixxits Jagdrudel – Spearhead Skaven

Die Skaven in Stadt der Asche spielen sich genau so, wie man es sich von Clans Eshin erhofft. Hier geht es nicht darum, eine Linie zu halten oder langsam vorzurücken. Mit List und Tücke tauchen die Skaven vielmehr zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf. Oder besser: dort auftauchen, wo das Gegenüber gerade nicht hinsieht.
Eine zentrale Fähigkeit ist die Kampfeigenschaft In Schatten gehüllt. Helden können scheinbar aus dem Nichts direkt in laufende Kämpfe gebracht werden. Was auf dem Papier wie ein einfacher Positionswechsel klingt, fühlt sich auf dem Spielfeld eher wie ein Hinterhalt an, der zu spät bemerkt wird. Ein aussichtsreicher Kampf gegen zerbrechliche Rattenkämpfer, kippt plötzlich, weil ein absolut tödlicher Skavenassassine der Einheit in den Rücken fällt.
Größte Schwäche der Skaven ist ihre Widerstandskraft. Mit gerade einmal einem Lebenspunkt und einem Rüstungswurf von 6+ sind selbst schlecht bewaffnete Gegner ein ernstes Problem. Selbst die Helden sind mit ihren 5 bis 6 Lebenspunkten und der Rüstung von 5+ äußerst zerbrechlich.
Dafür besitzen sie neben der Kampfeigenschaft noch eine ganze Reihe weiterer Bewegungsfähigkeiten. Einheiten können von einer zur anderen Schlachtfeldkante bewegt werden oder sich, wie die Schattenläufer, mitten im Nahkampf aus diesem zurückziehen. Die explodierenden Spreng-Ratten der Gossenläufer, vergiftete Klingen aller Skaven-Einheiten und die mächtige Eigenschaft des zweiten Meisterassassinen nur auf 5 oder 6 getroffen zu werden, sorgen für unangenehme Überraschungen
Der eigentliche Schaden kommt über die Helden. Crixxit selbst hat mit 13 gut treffenden Attacken das Potenzial ganze Einheiten zu vernichten. Der Meisterassassine ist mit Anti-Held (+1 Wucht) besonders für Helden ein Ärgernis.
Das Ergebnis ist eine Armee, die sich selten wie eine geschlossene Front anfühlt. Stattdessen zerfällt sie in einzelne Aktionen und kleine Überraschungsmomente, die zusammengenommen das Spiel entscheiden.
Crixxits Jagdrudel
Stärken
Extreme Flexibilität: Kaum eine Einheit steht lange dort, wo sie begonnen hat.
Überraschungsmomente: Kämpfe kippen oft ohne Vorwarnung.
Hoher Druck auf Schlüsselziele und Charaktermodelle.
Schwächen
Fragile Einheiten: Was angreift, hält selten lange durch.
Fehleranfällig: Ein schlecht gesetzter Angriff kann sofort ins Leere laufen.
Abhängigkeit von Timing: Zu früh oder zu spät und der Plan zerfällt.
Wächter von Glutwacht – Spearhead Cities of Sigmar

Die Cities of Sigmar wirken im direkten Vergleich zunächst wie der Gegenpol: standhaft, kontrolliert, berechenbar. Doch dieser Eindruck hält nicht lange, denn auch hier geht es um Bewegung.
Die Wächter von Glutwacht spielen sich wie ein Abnutzungskampf mit eingebautem Rückzugsplan.
Von einem ehemaligen Wilderkorps angeführt, besitzen sie starke Bewegungsmechanismen. Die Kampfeigenschaft Kundschafterlehren erlaubt es Einheiten, sich direkt nach einem Kampf neu zu positionieren. Eine Einheit innerhalb von 12 Zoll um den General kann so potenziell tödlichen Gegenschlägen entfliehen und taucht plötzlich in der Nähe des Generals wieder auf. Zudem bietet die Verbesserung Erfahrener Kundschafter, gleich der Fähigkeit der Skaven, eine Bewegung von einer Schlachtfeldkante zur anderen. Die Wächter von Glutwacht können mit einer guten Bandbreite an Fähigkeiten aufwarten. Nahbeschuss, erhöhter Kontrollwert, verdoppelte Zahl an Angriffen werten die Truppen auf.
Jorvan Kreel selbst ist ein Katalysator. Der passable Frontkämpfer verbessert den Bewegungswert seiner Truppen. Zudem kann sein Aschepanther Thexa einmal pro Runde tödlichen Schaden an eine Einheit geben.
Der Mallus Forgepriest macht aus bestimmten Punkten auf dem Spielfeld kleine Festungen. Das von ihm gewählte Ziel verleiht Truppen in der Nähe Rettung 5+. Wer ihm zu nahe kommt, dem bläut er mit seinem Sigmarit-Kriegshammer die Lehren Sigmars ein.
Die Junker stehen dort, wo es weh tut. Sie halten mit einem Schutz von 3+ und 2 Lebenspunkten einiges aus. Wenn sie keine Angriffsbewegung ausführen, können sie den Wuchtwert von Gegnern senken. Grenadiere sorgen für Druck auf dem Spielfeld. Zwar sind sie nicht die schnellsten und treffsichersten, jedoch können sie mit jeweils 2 Schadenspunkten ordentliche Lücken in gegnerische Reihen reißen.
Die Wächter von Glutwacht bilden fast eine klassische Infanterie-Armee. Ein widerstandsfähiger Block in der Mitte, mobilere Einheiten an den Flanken, begleitet und unterstützt von Helden. Jedoch sind es die Bewegungsmechanismen, welche aus dem klassischen Setup eine etwas andere menschliche Armee machen.
Wächter von Glutwacht
Stärken
Hohe Widerstandskraft an wichtigen Punkten
Gute Synergien zwischen den Einheiten
Kontrolle über den Spielfluss durch gezielte Bewegung
Schwächen
Weniger explosive Schadensspitzen
Abhängig von sauberer Positionierung
Kann überfordert werden, wenn zu viele Fronten gleichzeitig entstehen
Kampf in den Ruinen – die neuen Spielmechaniken in Glutwacht
Die Spielfelder von Stadt der Asche erweitern das bekannte Spearhead-Format um einige neue Elemente, ohne das Grundprinzip zu verändern. Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten Relikte.
Relikte gelangen über Wendungskarten ins Spiel und erfüllen gleich zwei Funktionen. Zum einen zählen sie als klassische Missionsziele und bringen Siegespunkte. Zum anderen besitzen sie eigene Fähigkeiten, die direkt Einfluss auf das Spiel nehmen. Eine zerstörte Barrikade kann Einheiten im Nahkampf schützen. Ein Glimmsteinfass verbessert die Verwundungschancen in der Nähe. Die Ulguaner Stahlkrähenfüße verursachen tödlichen Schaden, wenn man ihnen zu nahe kommt. Ein unscheinbarer Kanaldeckel erlaubt es, Einheiten an anderer Stelle wieder auftauchen zu lassen.
Auch zwei neue Geländestücke sind enthalten. Die beiden Hausruinen werden auf dem Spielfeld platziert und sorgen für Deckungsmöglichkeiten. Dazu kommen die Straßen von Glutwacht, die sich durch das Spielfeld ziehen. Mit der richtigen Wendungskarte können sie eine Angriffsbewegung trotz vorherigem Rennen-Manöver ermöglichen.
Die taktischen Vorhaben bleiben nah am bekannten Spearhead-Standard. Ziele wie das Ausschalten des gegnerischen Generals oder das Halten bestimmter Punkte sind Veteran*innen des Formats vertraut. Interessanter sind die dazugehörigen Befehle. Improvisierte Bombe verursacht tödlichen Schaden, Wettrennen um die Beute erlaubt eine Angriffsbewegung auf ein Relikt, um dieses einzunehmen. Dazu kommen Effekte, die Einheiten oder sogar Relikte neu positionieren.
Insgesamt verändert Stadt der Asche das Spearhead-Format nicht radikal, führt aber einige erfrischende Neuerungen ein. In Verbindung mit dem neuen Gelände schafft die Box so ein neues und sehr atmosphärisches Spielgefühl der inzwischen gut etablierten Spielart.
Die harten Fakten:
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2026
- Sprache: Deutsch/Englisch
- Spieldauer: 90-120 Minuten
- Spieler*innen-Anzahl: 2
- Alter: ab 12
- Preis: 175 EUR [UVP]
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Bonus/Downloadcontent
Im Downloadbereich der Warhammer Community-Seite finden sich neben den Grundregeln auch die Spielwerte und Fähigkeiten aller Spearheads. Wer neugierig ist oder die neuen Spearheads schon einmal regeltechnisch ausprobieren will, kann diese im pdf-Format kostenfrei herunterladen.
Fazit
Spearhead: Stadt der Asche macht genau das, was man sich von einer solchen Box erhofft – und ein kleines bisschen mehr.
Die beiden enthaltenen Spearheads spielen sich nicht nur unterschiedlich, sie fühlen sich auch unterschiedlich an. Die Skaven setzen auf Bewegung, Druck und gezielte Nadelstiche, während die Cities of Sigmar das Spielfeld kontrollieren, aushalten und im richtigen Moment zurückschlagen. Das sorgt für spannende Partien, in denen Fehler schnell bestraft werden, gute Züge sich aber sofort auszahlen. Die mächtigen Bewegungsmechanismen auf beiden Seiten könnten jedoch im Kampf gegen andere Armeen schwer zu kontern sein.
Besonders gelungen ist die Verzahnung von Spielmechanik und Thema. Die Kämpfe in den Ruinen von Glutwacht wirken nicht wie ein generisches Szenario, sondern wie ein echter Stadtkampf. Relikte, Gelände und Bewegungsoptionen greifen ineinander und sorgen dafür, dass sich jede Partie ein Stück anders entwickelt.
Die neuen Mechaniken sind dabei keine Revolution, sondern eine sinnvolle Erweiterung. Wer Spearhead kennt, findet sich sofort zurecht, bekommt aber genug neue Werkzeuge an die Hand, um bekannte Abläufe aufzubrechen.
Kritisch bleibt vor allem die geringe Fehlertoleranz, insbesondere auf Seiten der fragilen Skaven. Wer hier ungenau spielt, verliert schnell den Zugriff aufs Spiel.
Unterm Strich ist Stadt der Asche ein starkes Gesamtpaket. Für Einsteiger*innen bietet es einen vollständigen Zugang zu Spearhead, für erfahrene Spieler*innen vor allem neue taktische Möglichkeiten und ein gelungenes Stadtszenario.

- Zwei sehr unterschiedlich spielbare Spearheads
- Gelungene Verzahnung von Hintergrund und Mechanik
- Spielfeld und Gelände unterstützen das Szenario spürbar
- Skaven sehr fehleranfällig und fragil
- Teilweise schwer zu konternde Bewegungsmechaniken
Artikelbilder: © Games Workshop Ltd.
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Nina Horbelt
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Durch einen Einkauf unterstützt ihr Teilzeithelden, euer Preis steigt dadurch nicht.


















