Die imperiale Armee baut auf ein Fundament schwerer Waffen, um sich auf dem Schlachtfeld behaupten zu können. Hält der neue Rogal Dorn Kampfpanzer das, was er verspricht, oder greift man doch lieber auf den altbekannten Leman Russ zurück? Wie sieht es mit den bewährten Waffenteams aus?
Wer an die imperiale Armee denkt, hat normalerweise Reihen an Infanterie und Panzer, welche vor mächtigen Waffen nur so strotzen, im Kopf. Diese Armee hat sich meistens auch noch eingegraben und gibt einen zähen Gegner ab, der jeden Zentimeter Land blutig verteidigt.
Das Astra Militarum hat mit den neuen Infanteriemodellen auch eine neue Box für die altbekannten, schweren Unterstützungswaffentrupps erhalten, die ein neues Aussehen mit sich bringt. Zwar ist der Rogal Dorn Kampfpanzer ein festes Kettenglied der imperialen Maschinerie, doch im Tabletop erblickt diese Maschine nun das erste Mal das Schlachtfeld. Was ist genau über diesen neuen Panzertyp bekannt? Hat er eine andere Aufgabe als die anderen Kampfpanzer? Oder ist dieser Panzer am Ende nur ein Übergangsmodell zwischen dem Leman Russ und dem Baneblade-Chassis? Wir haben uns die Figuren angeschaut, wie diese sich zusammenbauen lassen und ordnen diese auch kurz ein.
Inhaltsverzeichnis
Holt die schweren Waffen! – Der Hintergrund der Unterstützungseinheiten
Wo der Einsatz konzentrierter Infanterie den Feind überrollen kann, dort benötigt es auch Truppen, die den letzten Schlag, den Todesstoß, ausführen. Diese Aufgabe fällt üblicherweise den Waffenteams zu. Die Unterstützungswaffentrupps sind mobil genug, um ihre mächtigen, durchschlagenden Waffen zur Geltung zu bringen. Somit verstärken sie die Kampflinien und geben mit den unterschiedlichsten Waffen ein unterdrückendes, präzises und tödliches Feuer auf kurze Entfernungen ab.
Der Rogal Dorn Kampfpanzer ist größer und schwerfälliger als sein kleiner Bruder, der Leman Russ. Dies bringt ihn in die komfortable Position, eine Kampflinie zu verstärken und einen Punkt zu bieten, woran sich die restlichen Einheiten orientieren können. Er strotzt nur vor mächtigen Waffenarten und hat keine Probleme damit riesige Löcher in der gegnerischen Schlachtlinie zu hinterlassen, welche dann von den eigenen Einheiten vergrößert werden können. Hierbei sind seine Waffen für jede Situation ausgelegt, sei es ein widerstandsfähiges Fahrzeug oder mehrere Fußsoldaten, die sich dem Panzer in den Weg stellen.
Der Rogal Dorn Kampfpanzer ist das Spiegelbild zum Leman Russ Kampfpanzer. Der altbekannte Panzer nutzt viele verschiedene Waffengattungen und ist auf bestimmte Situationen zugeschnitten, wie zum Beispiel das Ausführen oder auch Abwehren eines Sturmangriffes. Der neue Kampfpanzer hingegen hat die Aufgabe, wichtige Punkte zu verteidigen oder die eigene Schlachtlinie zu stabilisieren. Die Bewaffnung des Rogal Dorn Kampfpanzers ist vernichtend, so trägt er mehrere Waffengattungen mit sich, die bei anderen Panzern als einzelne Hauptbewaffnung geführt werden würde. So bieten die Waffen nicht dieselbe Abwechslung wie die des Leman Russ, sind aber noch durchschlagender. Somit sollte jeder Feind auf der Hut sein, sobald er die Umrisse dieses Panzers in den Reihen der imperialen Garde ausmacht und hoffen, dass er nicht das Ziel seiner tödlichen Waffen wird.
Werkzeuge des Krieges – Der Zusammenbau
Wie gewohnt kann man drauf los basteln und seine Figuren ohne Probleme zusammenbauen. Hierbei unterstützt die leicht verständliche Bauanleitung von Games Workshop und die gute Konzeption der Gussrahmen.
Wie bei den neuen cadianischen Sturmtruppen setzt Games Workshop den Trend fort, jede Waffenoption dreimal in ein Set einzubauen. Dies ist zu begrüßen, da Spieler*innen viele der Waffengattungen öfter verwenden wollen. Dementsprechend lohnt es sich, sich bei den schweren Unterstützungswaffentrupps die Bauanleitung sehr genau anzuschauen, da sich so jede*r Bastler*in beim Bau viele Möglichkeiten offenhalten und die beste Option wählen kann. Wer vorausschauend nicht alles zusammenklebt, bekommt am Ende für jedes Waffenteam vier von den fünf verschiedenen Waffenoptionen. Somit ist es möglich, seine Unterstützungstrupps für jedes Spiel anzupassen. Dementsprechend muss der*die Bastler*in nur wissen, ob man die Raketenwerfer oder die Granatwerfer bevorzugt, da diese die gleichen Bauteile verwenden.

Auch beim Rogal Dorn stellt der Zusammenbau kein Problem dar, wieder lassen sich viele Nebenwaffensysteme leicht austauschen. Dementsprechend ist für die Seitenbewaffnung die Möglichkeit gegeben, sich zwischen den schweren Boltern oder den Multimeltern zu entscheiden, beziehungsweise zwischen den Kämpfen umzustecken. Gleiches gilt auch für die anderen Bewaffnungen des Kampfpanzers, so lässt es sich leicht zwischen dem Zwillingskampfgeschütz und der Oppressor-Kanone mit der koaxialen Maschinenkanone wechseln, oder der Castigator-Gatlingkanone und der Pulverisato-Kanone.
Beim Zusammenbau fällt auf, dass der Boden des Panzers nicht geschlossen wird und es ist somit der erste Panzer der loyalen Kräfte, der im Bauset keinen geschlossenen Boden hat. Dies mag für die ein oder andere Person verstörend sein, da einige Spieler*innen auch den Boden ihrer Panzer bemalen.
Das allgemeine Design des Panzers entspricht nicht dem von vorher veröffentlichten imperialen Panzern, sondern ist runder. Dadurch kann dies als optischer Störfaktor wahrgenommen werden, wenn der Rogal Dorn Kampfpanzer in einer Reihe mit anderen Panzern steht.
Vernichtet den Feind! – Der Rogal Dorn Kampfpanzer und das Waffenteam im Einsatz
Die Waffenteams kommen mit 55 Punkten als ein Trupp aus drei Modellen aufs Schlachtfeld und führen mächtige schwere Waffen mit sich, die ihr vernichtendes Feuer auf den Feind mit Leichtigkeit eröffnen. Dennoch haben sie ihre große Schwäche weiterhin behalten, da sie den klassischen Widerstandswert und Rüstungswert der Menschen haben und keine weiteren ablativen Lebenspunkte. Somit wird die Einheit sehr leicht aufgerieben werden, sobald der Feind schon einfache Waffen auf sie richtet. Somit lohnt es sich eher die Einheit mit Mörsern auszurüsten und sie irgendwo zu verstecken und mit indirektem Feuer einzusetzen. Der andere Einsatzort des Waffenteams kann ein Infanterietrupp sein, wo zwei Infanteriemodelle gegen ein Waffenteam ausgetauscht werden können. Der*die Spieler*in erhält somit genug ablative Lebenspunkte, um die schwere Waffe des Trupps zu schützen. Doch eine der vorrangigen Aufgaben der Infanterietrupps ist es, die Missionsziele zu sichern, wodurch das Waffenteam, da es sich dafür bewegen muss, einen Malus zum Treffen erleidet. Dennoch lohnt sich eine Investition in die Waffenteams, da sie eine günstige Punkteoption sind, um durchschlagende Waffen auf das Schlachtfeld zu bringen. Als letzter Punkt sei angemerkt, dass die Modelle nun weniger Platz einnehmen, da die Base sich von 60 auf 50 mm verkleinert hat, wodurch sie nicht so schnell gesehen werden können, wenn die Einheit als Unterstützungswaffentrupp aufgestellt wird.
Der neuste Kampfpanzer ist dank neun Widerstand und mehr Lebenspunkten widerstandsfähiger als ein Leman Russ. Somit sollte die Wahrscheinlichkeit nicht so hoch sein, dass dieser Panzer direkt in der ersten Schlachtrunde ausgeschaltet wird. Des Weiteren kann er von einem Fahrzeug-Offizier befehligt werden, was den Rogal Dorn noch tödlicher macht, als dieser so schon ist. Es gibt noch einige Aufrüstungen, damit der Panzer noch widerstandsfähiger wird oder sich selbst Befehle erteilen kann.
Ob der Rogal Dorn Kampfpanzer den Leman Russ komplett ablösen wird, bleibt abzuwarten, da seine Fähigkeiten entsprechend hohe Punktkosten mit sich bringen.
Die Hauptwaffen dieses Panzers erhalten immer den Bonus um eins besser zu treffen, durch die neue Sonderregel Turmwaffe. Der*die Spieler*in hat die Wahl als Hauptwaffe entweder das Zwillingsgeschütz oder die Opressor-Kanone mit einer koaxialen Maschinenkanone zu verwenden. Auch wenn die mögliche Maximalanzahl der Schüsse des Zwillingskampfgeschützes verlockend aussehen mag, so ist die andere Waffenoption die weitaus bessere Wahl, vor allem weil es keinen Punktunterschied gibt. Die anderen Waffenoptionen, die zur Auswahl stehen, sind situativ. So besteht die Möglichkeit den Rogal Dorn Kampfpanzer auf die Vernichtung von Infanterie oder von Fahrzeugen auszulegen. Jede Option ist gerechtfertigt und hängt dann von der jeweiligen Armeezusammenstellung ab. Dennoch sind die Waffenoptionen gegen Fahrzeuge und schwere Infanterie möglicherweise die bessere Wahl, da der Rogal Dorn Kampfpanzer wahrscheinlich lang genug auf seinem höchsten oder mittleren Profil agieren wird, wodurch diese fahrzeugdurchschlagenden Waffen ihre Wirkung voll entfalten können. Hinzu kommt der hohe Bewegungswert, welcher anfangs zehn Zoll beträgt. Somit ist dieser Panzer sehr beweglich und kann sich entsprechend gut positionieren, damit er seine tödlichen Waffen in Position bringen kann.
Die harten Fakten:
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2022
- Sprache: Deutsch
- Preis: UVP 40,00 bzw. 70,00 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Eröffnet das Feuer und vernichtet den Feind! – Ein Fazit
Beide Boxen bieten dem*der Spieler*in schöne Modelle, welche dem neuen Design der imperialen Armee entsprechen. Vor allem beim Rogal Dorn Kampfpanzer macht sich das abgerundete Design bemerkbar und kann zu den eckigen und bulligen älteren Panzern konträr wirken. Wie zuvor erwähnt, kann es alteingesessene Spieler*innen stören, dass die Unterseite des Panzers offen ist, was aber in der derzeitigen Edition keine weiteren Auswirkungen hat.
Beide Einheiten bringen ihre schweren Waffen zur Geltung und bieten alle Waffenoptionen, die möglich sind. Hier ist vor allem die Box der Waffenteams hervorzuheben, da hier fast alle Waffenoptionen gebaut werden können. Daher erhält man eine tatkräftige Unterstützung für die eigene Armee und eine Investition in beide Boxen lohnt sich.

- Schön gestaltete Modelle
- Starker Panzer
- Viele verschiedene Waffenoptionen
- Neues Panzer-Design hebt sich von früheren ab
- Unterseite des Panzers ist offen
Titelbild: © Games Workshop, depositphotos © zeferli@gmail.com
Fotografien: © Robert Wolfes
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Giovanna Pirillo
Diese Produkte wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.


















