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Paradox Interactive hat für sein Science-Fiction-Flaggschiff Stellaris ein neues DLC herausgebracht. Galaktische Stürme sollen frischen Wind ins Spiel bringen. Ob das DLC Cosmic Storms hält, was es verspricht, und ob es seinen Preis wert ist, schauen wir uns hier an.

Mit Cosmic Storms bringt Paradox Interactive sein nächstes DLC für Stellaris auf den Markt. Nachdem sich der Vorgänger fokussiert hat, bringt Cosmic Storms große Veränderungen für alles, was die Geografie der Galaxis und die Interaktion unserer Spezies mit dieser angeht. Ob das DLC den Erwartungen gerecht wird, haben wir uns im Folgenden für Euch angeschaut.

Triggerwarnungen

keine

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Kern des DLC sind Weltraumstürme, die das galaktische Terrain beeinflussen und Wirtschaft und Kriegsführung neue strategische Tiefe geben sollen.
Insgesamt acht Varianten dieser Stürme gibt es, die Planeten, Systeme und Flotten auf unterschiedliche Art und Weise beeinflussen.
Passend dazu gibt es auch einen neuen Ursprung und neue Staatselemente, mit denen wir unser Reich an die Stürme anpassen und mit ihnen besser interagieren können. Dazu kommen noch ein weiterer Aufstiegsvorteil, der uns teilweise Kontrolle über die Stürme ermöglicht und zwei weitere Vorläuferspezies, die von den Stürmen beeinflusst wurden. Abgerundet wird das Ganze mit mehreren neuen thematisch passenden Technologien, Anomalien und Events.

Was aber sind Weltraumstürme überhaupt? Das Konzept von Stürmen, die zufällig auftreten und die galaktische Geografie beeinflussen können, gab es bei Stellaris schon länger. Seit dem Mid-Game traten seit einige Zeit immer wieder Weltraumstürme auf, die Schiffe in den betroffenen Systemen beeinflussen. Sie lösten sich irgendwann von selbst auf und hatten keine Nachwirkungen. Auch während sie tobten, war ihr Einfluss marginal, so dass sie wenig mehr als ein nettes Hintergrundwerk waren, das ein bisschen zur Atmosphäre beitrug.
Auf dieser Basis baut das DLC nun auf, und will das Hintergrundwerk etwas mehr in den Vordergrund rücken.

Die Stürme

Aus eins mach acht: Gab es bisher nur einen Weltraumsturm, kommen nun acht neue Varianten dazu, die die Systeme, in denen sie wüten, auf unterschiedliche Art beeinflussen. Jeder Sturm entspringt dabei einem anderen Element des Weltraums. Gemeinsam haben alle, dass sie in einem System entstehen und sich ihren Weg in ein anderes System bahnen, in dem sie sich wieder auflösen. Wobei alles, was zwischen diesen beiden Systemen liegt, ebenfalls Pech gehabt hat.
Es können mehrere Stürme gleichzeitig in der Galaxis toben. Wie viele genau, kann bei Spielbeginn, wie so ziemlich alle anderen Faktoren der galaktischen Geografie, eingestellt werden. Wer es also stürmisch mag, kommt genauso auf seine Kosten wie jemand, der es eher ruhig bevorzugt.
Zusätzlich zu den natürlich auftretenden Stürmen besteht im späteren Spielverlauf auch die Möglichkeit, Stürme künstlich zu erzeugen. Sei es, um ihre Vorteile für uns zu nutzen oder um unsere Rivalen zu schädigen.

Stichwort Schaden – Grundsätzlich reduziert jeder der neuen Stürme die Chance eines Schiffs, das im Gefecht steht, sich mittels Notfallsprung zu retten. Schicken wir unsere Flotten zum Kampf in einen Sturm, müssen wir mit wesentlich höheren Verlusten rechnen. Bei uns, wie auf der anderen Seite. Wenn wir mehr Reserven haben, kann sich der Kampf also lohnen.
Ebenso richten die Stürme Verwüstungen auf allen bewohnten Planeten im betroffenen System an, wie man es von galaktischen Naturkatastrophen erwarten kann.
Wie es sich für echte Katastrophen gehört, verschwindet ihre Auswirkung auch nicht mehr sofort, sondern alle Stürme hinterlassen Nachwehen, die teilweise heftig sein können. Ob die teils positiven Auswirkungen also die negativen wert sind, muss sich zeigen, und hängt davon ab, wie gut wir uns auf die Stürme vorbereiten.
Elektrische Stürme etwa steigern die Ressourcenproduktion und die Sublichtgeschwindigkeit von Schiffen, erhöhen aber auch das Risiko von Notsprüngen und schädigen Schilde.
Partikelstürme hingegen schädigen nicht nur die Planetenoberfläche und die Schiffsschilde. Diesmal trifft es auch gleich Panzerung und Hülle. Dafür befeuert jedes Schiff, das wir diesem Malstrom aussetzen, unseren Nationalstolz und bringt uns somit Einigkeit. Eine wertvolle Ressource, die es uns im Spielverlauf ermöglicht, starke Boni freizuschalten.
Gravitationsstürme wiederum bringen uns höhere Unterhaltskosten in der Agrarindustrie und reduzieren die Effektivität unserer Waffen. Schließlich fliegen Raketen und Geschosse nicht so gut, wenn sie durch unsichtbare Kräfte hin- und hergeworfen werden. Dafür bieten diese Naturkräfte des Universums aber unserer Unterhaltungsindustrie ganz neue künstlerische Ansätze.
Damit bieten sie mehr Vorteile als Magnetstürme. Diese reduzieren schlicht unsere Baugeschwindigkeit in allen Bereichen und erhöhen den Schiffsunterhalt drastisch.
Boni für Bergbau- und Forschungsstationen bringen uns Strahlenstürme, dafür sinkt aber in den betroffenen Systemen das Bevölkerungswachstum. Ab einer bestimmten Menge an Strahlung kapituliert eben unsere fortschrittliche Medizin, die ansonsten sogar die sexuelle Kompatibilität von Leichen und Steinen möglich macht.
Das heimliche Überqueren von Grenzen ermöglichen uns Staubstürme. Sie blenden feindliche Sensoren und verstärken ebenfalls unsere Tarnfelder. Zusätzlich zu ungebeten Gästen dürfen sich die von Staubstürmen heimgesuchten Systeme noch mit stark beeinträchtigter Lebensmittelproduktion herumschlagen. Denn selbst die genetisch am besten optimierte Feldfrucht wächst eher suboptimal, wenn sich der Himmel vor Staub verdunkelt.
Neben diesen halbwegs normalen Sturmarten, gibt es noch zwei weitere, außergewöhnlichere Stürme.
Wenn das Gefüge von Zeit und Raum reißt, sind Staub und Strahlung noch die geringsten unserer Probleme. Wenn Energie aus dem Schleier, einer psionischen Dimension voller Dämonen und Monster, in unsere Realität flutet, entstehen mächtige Schleierstürme. Sie verzerren die Realität und können die Systeme, auf die sie treffen, grundlegend verändern und für immer verwandeln.
Noch eine Kategorie schlimmer sind Nexusstürme. Diese Megastürme sind regelrechte Tsunamis des Weltraums. Sie richten gewaltige Zerstörung an. Also so richtig gewaltige Zerstörung.

Katastrophenschutz, Sturmjägerursprung, Staatselemente und Aufstiegsvorteile

Stürme stellen uns also vor neue Herausforderungen, und sind mal lästige, mal bedrohliche Hürden bei unserem Weg zur galaktischen Hegemonie. Doch glücklicherweise sind wir ihnen nicht komplett hilflos ausgeliefert. Technologien ermöglichen uns Schutzmaßnahmen zu errichten, die die Wirkung von Stürmen nicht nur abmildern, sondern uns auch stärker davon profitieren lassen. Wir können Stürmen besser widerstehen oder sogar ihre Bahn verändern und sie in andere Systeme umlenken. Hier kommen etwa unsere planetaren Schildgeneratoren zum Einsatz, die bisher eher eine Nebenrolle gespielt haben.

Neben diesen normalen Interaktionen aller Reiche mit den Stürmen bietet uns das DLC auch eine Art Sturmreich an. Eine Nation, die sich von Anfang an den Weltraumstürmen verschrieben und sie in ihre Identität aufgenommen hat. Mit dem entsprechenden Reichsursprung stehen uns besondere Herausforderungen und die entsprechenden Technologien bevor. Dieser Ursprung ist quasi die Erlebnisoption des DLC. Wer die Stürme nicht nur als Hintergrund mitlaufen, sondern eine dazu passende spannende Geschichte erleben will, ist hier gut aufgehoben.
Dazu gehört nicht nur der entsprechende Ursprung, sondern auch die allen anderen Reichen zur Verfügung stehenden Staatselemente namens Planetenformer, Astrometeorologie und Sturmanbetung. Astrometeorologie ermöglicht uns Forschungsboni durch das Erforschen von Stürmen, ist also der wissenschaftliche Ansatz. Sturmanbetung ermöglicht es uns, Stürme anzulocken und von ihnen zu profitieren.
Davon unabhängig ist das dritte Staatselement. Planetenformer bestraft uns für natürlich erhaltene Heimatplaneten voller natürlicher Baublocker. Es belohnt uns für komplett erschlossene Planeten, auf denen jedes bisschen Restnatur eingehegt und kontrolliert ist mit Boni und Mali auf Ressourcenproduktion, Bevölkerungswachstum und Bevölkerungsunterhalt.
Wer bis zum Ende mit dem Sturm reitet, kann zudem durch den Aufstiegsvorteil Wetterkontrolle selbst Weltraumstürme heraufbeschwören und somit die galaktische Geografie selbst formen.

Die harten Fakten:

  • Entwicklerstudio: Paradox Interactive
  • Publisher: Paradox Interactive
  • Plattform: PC
  • Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, brasilianisches Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Englisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch
  • Mindestanforderungen:
    • Betriebssystem: Betriebssystem: Windows® 10 Home 64 Bit
    • Prozessor: Intel® iCore™ i3-530 oder AMD® FX-6350 oder besser
    • Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
    • Grafik: Nvidia® GeForce™ GTX 460, AMD® ATI Radeon™ HD 5870 (1GB VRAM), AMD® Radeon™ RX Vega 11 oder Intel® HD Graphics 4600
    • Soundkarte: Direct X 9.0c- compatible sound card
      Speicherplatz: 10 GB verfügbarer Speicherplatz
    • Netzwerk: Breitband-Internetverbindung
  • Genre: Strategie
  • Releasedatum: 10.9.2024
  • Spieler*innen-Anzahl: Singleplayer und Multiplayer
  • Altersfreigabe: 6+
  • Preis: 12,99 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Steam

 

Fazit

Alles an diesem DLC wirkt schlüssig und gut durchdacht. Paradox Interactive schafft hier eine vielversprechende Nische, die ein neues Spielerlebnis ermöglicht. Dieses DLC ist nicht grundlegend revolutionär, es stellt das Spiel nicht vom Kopf auf die Füße oder eröffnet komplett neue Spielstile. Cosmic Storms macht nichts kaputt, das funktioniert oder erfindet das Rad neu. Es bietet dafür aber einen interessanten neuen Aspekt für alle, die etwas Neues ausprobieren wollen, und haucht der Galaxis selbst mehr Leben ein. Denn die Stürme betonen, die in den meisten Science-Fiction-Genres verwendete optische und regeltechnische Assoziation des Weltraums mit der irdischen See, die es zu erkunden gilt. Nach Megafauna, Nebeln und Weltraummonstern kommen nun Stürme als neues nautisches Thema dazu.
Cosmic Storms ist daher für mich nichts, das ich unbedingt haben muss. Ohne das DLC geht kein Spielspaß verloren. Es ist eindeutig kein „Must-have“, dafür aber eindeutig ein „nice to have“. Wer etwas mit der Thematik als wilder Wellenreiter anfangen kann, macht hier nichts falsch. Die Stürme selbst bieten strategische Optionen, die aber beim großen Umfang von Kriegen in Stellaris, wie vieles andere auch, leicht hinter der Materialschlacht zurücktreten müssen.
Insgesamt richtet sich das DLC meiner Meinung nach eher an erfahrene Spieler*innen, die Neues suchen als an Neulinge, die grundsätzlich vom Spiel überzeugt werden möchten.
In sich ist das DLC gut durchdacht und fällt in die Kategorie „klein, aber fein.“
Mit einem Preis von 12,99 EUR ist es nicht so teuer, wie andere, größere DLC. Sollte dann mal wieder eins der zahlreichen Sonderangebote anstehen, kann man das DLC als Schnäppchen nur empfehlen.

  • Neues Spielerlebnis

  • Galaktische Geografie wird bunter und abwechslungsreicher

  • Angemessener Preis

 

  • Wenig wirklich Neues

Artikelbilder: @ Paradox Interactive
Layout und Satz: Konstantin Paessler
Lektorat: Sabrina Plote

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