Eine von Katastrophen gezeichnete und fast vergessene Welt voller Gefahren wartet darauf, erkundet zu werden. In Fatekeeper wechseln sich die Schönheit detailverliebter Regionen mit der Tödlichkeit des Kampfes ab. Seit dem 02.06.2026 können Spieler*innen sich im Early Access des Spiels einen ersten Eindruck verschaffen.
Mit Fatekeeper feiert das deutsche Studio Paraglacial sein Debüt. Die insgesamt 13 Entwickler*innen wollen den Early Access nutzen, um den weiteren Entstehungsprozess gemeinsam mit den Spieler*innen zu gestalten. Die bisher veröffentlichten Inhalte bieten etwa zwei Stunden Spielzeit und die Möglichkeit, die düstere Fantasy-Spielwelt und das vielfältige Kampfsystem kennenzulernen. Dieser Spieltest befasst sich mit der Frage, ob die erste Kostprobe zu wenig zum Sättigen ist oder aber Lust auf mehr macht. Getestet haben sowohl die untenstehende Redakteurin als auch Teilzeitheldin Ayleen, sodass gleich zwei Meinungen zum Early Access wiedergegeben werden.
Tod, Gewalt, Blut, Krieg
Eine Welt in Ruinen
In Fatekeeper schlüpfen Spieler*innen in die Rolle eines druidischen Kriegers und erkunden in der Ego-Perspektive eine von Zerstörung heimgesuchte Welt, genauer gesagt ein Archipel namens Solace. Es handelt sich um ein Dark-Fantasy-Setting mit postapokalyptischen Nuancen, in dem sich zerfallene Ruinen, sonnenbeschienene Gipfel und tief in der Erde verborgene Verliese erkunden lassen. Die linear aufgebaute Spielwelt präsentiert sich dabei nicht nur atemberaubend schön, sie ist auch mit liebevollen Details angereichert, die Paraglacial in kleinteiliger Handarbeit integriert hat. Es lohnt sich, ab und an stehenzubleiben und die Aussicht in die Ferne zu genießen oder aber die unmittelbare Flora und Fauna genauer zu betrachten. Auch ein Blick auf das Lagerfeuer, an dem eben gerastet und somit gespeichert wurde, wird belohnt: Tatsächlich sieht die Örtlichkeit nunmehr benutzt aus; klare Hinweise auf die vorangegangene Ruhezeit sind auszumachen.
Die Welt von Fatekeeper ist wunderschön und voller liebevoller Details.
Durch das Voranschreiten im Spiel und im Ladebildschirm eingeblendete Texte werden Bruchstücke der Geschichte hinter Fatekeeper offenbart. Zudem hält der rattenartige, sprechende Begleiter, des Protagonisten einige Informationen bereit. Im Early Access erfahren Spieler*innen, dass einst hoch entwickelte Reiche unter und über der Erde existierten, die jedoch großen Katastrophen zum Opfer fielen. Außerdem werden besuchte Regionen wie beispielsweise der eindrucksvolle Tempel Mar Guran näher vorgestellt. Eine umfassende Hintergrundgeschichte steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus. Auf mehr und vor allem zusammenhängende Informationen im Rahmen zukünftiger Updates oder aber zur finalen Veröffentlichung des Spiels ist zu hoffen.
Dynamische Kämpfe und nützliche Alchemie
Die Herzstücke von Fatekeeper sind neben der fantastischen Spielwelt das Kampfsystem und die damit unmittelbar verknüpfte Charakterentwicklung. Spieler*innen können sich mit ein- oder zweihändigen Nahkampfwaffen und Elementarmagie ausrüsten und ins Gefecht stürzen. Sie können ihre Feinde mit roher Gewalt ausschalten, geschickte Kampfmanöver nutzen, ihre telepathischen Talente zum Einsatz bringen oder einen Feuerzauber wirken. Die Möglichkeiten im Kampf sind vielseitig und laden zum Ausprobieren ein. Zudem können sie Angriffe parieren und ihnen ausweichen, den Gegner mit einem gezielten Fußtritt aus dem Gleichgewicht bringen und seine Blockhaltung brechen oder die Umgebung zum eigenen Vorteil nutzen. Beispielsweise kann ausgekipptes Öl auf dem Boden entflammt und Angreifer*innen mit Tritten in Abgründe befördert werden. Spieler*innen sollten stets ihre Möglichkeiten im Blick behalten, denn die Auseinandersetzungen in Fatekeeper sind alles andere als einfach.
Leider lässt die Intelligenz beziehungsweise die Wegfindung der Kontrahenten zu wünschen übrig: Die bösartigen Kreaturen laufen von selbst in Stachelfallen oder stellen sich so vor ein tiefes Loch im Boden, dass anstelle eines Kampfes ein einfacher Tritt erfolgt. Darüber hinaus sollten Spieler*innen sich mit der Tastenbelegung auseinandersetzen, denn diese ist standardmäßig etwas ungewöhnlich (z. B. liegt das Blocken auf der R-Raste).

Damit es zu keinen bösen Überraschungen in den sowieso herausfordernden Kämpfen kommt, muss während einer Auseinandersetzung die Ausdauerleiste im Blick behalten werden. Während die Ausdauer beim Erkunden selbst dann ausreicht, wenn weite Strecken gelaufen werden, ist sie im Kampf eine wertvolle Ressource, die bei Unachtsamkeit ausgeht. In der Folge können Spieler*innen dann nicht im richtigen Moment ausweichen und müssen einen Treffer einstecken. Damit ist allerdings noch nicht alles verloren, denn dank der Möglichkeit, Heilkräuter zu verzehren oder aber sie mithilfe von Alchemiestationen zu Heiltränken zu verarbeiten, kann die Lebensenergie schnell wiederhergestellt werden. Das Alchemiesystem ist angenehm einfach gehalten – alle Eigenschaften der verwendeten Zutaten werden in das gebraute Endprodukt mitaufgenommen. Sowohl für die Grundlagen des Kampfes als auch für das Herstellen von Tränken gibt es hilfreiche Tutorials, sodass Spieler*innen sich mit den Mechaniken vertraut machen können.

Fatekeeper bringt keinen integrierten Charaktereditor mit, sodass Spieler*innen keine Möglichkeit haben, das Äußere des Protagonisten zu verändern. Dafür glänzt der Titel in Sachen Individualisierung an anderer Stelle: dem riesigen Talentbaum. Dank etlicher Optionen können sich Spielende ihr eigenes Set an Fähigkeiten zusammenstellen und somit ihren ganz eigenen Kampfstil erschaffen. Wichtig ist hierbei, sich nicht von der enormen Größe des Talentbaums einschüchtern zu lassen, sondern sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Technische Details
Fatekeeper beeindruckt durch grafische Detaildichte und realitätsnahe Lichteffekte. Die Bewegungen – zumindest außerhalb des Kampfes – sind fließend gehalten, wohingegen die Abläufe im Kampf manchmal etwas steif wirken. Dies kann der frühen Entwicklungsphase des Spiels oder der verwendeten Unreal Engine 5 geschuldet sein, die für Performance-Probleme bekannt ist. Zu größeren Rucklern oder zu Abstürzen während des Spieltests kam es allerdings nicht; auch auf höchsten Grafikeinstellungen konnte Solace problemlos bereist werden.
Die musikalische Untermalung sowie die Toneffekte, zum Beispiel im Kampf, tragen zur dichten Atmosphäre des Spiels bei. Ein Schwerthieb in den Körper eines Feindes wird mit einem saftigen Geräusch belohnt, sodass sich die erfolgreiche Attacke gut anfühlt. Die Synchronisation des Protagonisten und seines Begleiters ist stimmig gehalten. Die vorgelesenen Textpassagen, die im Rahmen von Ladebildschirmen eingeblendet werden, haben Hörbuch-Charakter und geben Spieler*innen einen Vorgeschmack darauf, was in der nunmehr besuchten Region zu erwarten ist.

Wer mehrere Monitore verwendet, sollte den Vollbild- und nicht den Fenstermodus nutzen, denn der Mauspfeil gerät ansonsten immer wieder auf den zweiten Bildschirm und das Spiel verkleinert sich oder wird in den Hintergrund verschoben. Es fiel außerdem auf, dass der Untertitel manchmal deutlich langsamer als der gesprochene Dialog angezeigt wurde. Eine Möglichkeit, Bugs oder Feedback aus dem Spiel heraus (beispielsweise über ein integriertes Formular oder einen Button) zu übermitteln, gibt es bislang leider nicht. Nichtsdestotrotz reagieren die Entwickler*innen auf das erhaltene Feedback und nehmen Anpassungen mithilfe von Updates vor. Bereits vier Tage nach der Veröffentlichung von Fatekeeper wurde der erste Patch eingespielt. Es ist demnach davon auszugehen, dass unter anderem der zum jetzigen Stand leere Accessibility-Reiter im Spielmenü mit entsprechenden Optionen gefüllt wird.
Die harten Fakten:
- Entwicklerstudio: Paraglacial
- Publisher: THQ Nordic
- Plattform: PC (Steam)
- Sprache: Englisch
- Mindestanforderungen:
- Betriebssystem: Windows 10 (64-bit) oder Windows 11
- Prozessor: Intel Core i7-10700K oder Amd Ryzen 5 3600X
- Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
- Grafik: NVIDIA GeForce RTX 3070 oder AMD Radeon RX6800 XT (8 GB VRAM)
- Speicherplatz: 45 GB
- Genre: Action RPG, Hack and Slash
- Releasedatum: 02.06.2026 (Early Access)
- Spielstunden: 2 Stunden im Early Access, ca. 15 Stunden im fertigen Spiel
- Spieler*innen-Anzahl: 1
- Altersfreigabe: ab 18 Jahren
- Preis: 9,99 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel (Steam)
Fazit

Seit dem 02.06.2026 ist Fatekeeper im Early Access erhältlich. Das Spiel wird von dem deutschen Studio Paraglacial entwickelt und von THQ Nordic veröffentlicht. Der Publisher war unter anderem für die Publizierung von Expeditions: Rome und Biomutant verantwortlich. Das Action-RPG in Ego-Perspektive setzt zwei Schwerpunkte: eine wunderschöne, in Handarbeit erstellte Spielwelt und ein herausforderndes Kampfsystem, das Spieler*innen viele Optionen zur Individualisierung lässt. Obwohl es sich bei Fatekeeper nicht um ein Open-World-Spiel handelt, erinnert es doch an entsprechende Titel, beispielsweise aus dem Hause Bethesda. Es ist darüber hinaus erfrischend, ohne langen Vorspann ins Geschehen geworfen zu werden. Nach und nach erfahren Spieler*innen, worum es in Fatekeeper eigentlich geht – und wie sie sich gegen die fiesen Kreaturen, die in dem Archipel auf den Protagonisten warten, zur Wehr setzen.
Obwohl der Early Access nur etwa zwei Stunden Spielzeit bereithält, vermittelt er einen umfassenden Ersteindruck des Spiels. Es soll nach Fertigstellung laut dem Studio etwa 15 Stunden Spielzeit beinhalten und wird einen höheren Preis aufweisen als jetzt, sodass Spieler*innen, die sich früher für einen Kauf entscheiden, sparen. Aktuell ist Fatekeeper für 9,99 EUR erhältlich. Trotz einiger Baustellen wie der seltsamen Wegfindung der Gegner handelt es sich bei Paraglacials Debüt-Titel um ein beeindruckendes Werk. Fatekeeper sieht fantastisch aus, ist herausfordernd gestaltet und bringt viel Potenzial für die zukünftige Entwicklung mit. Es ist mit Spannung zu erwarten, womit Paraglacial zum vollen Release des Titels aufwarten wird.

- Wunderschöne Spielwelt
- Dynamisches Kampfsystem mit nutzbarer Umgebung
- Talentbaum mit etlichen Optionen
- Intelligenz der Gegner niedrig
- Kleinere technische Mängel
Artikelbilder: © Paraglacial/THQ Nordic
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Lidia Strauch
Screenshots: Yola Tödt
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.



















