Gerade in der internationalen Szene geht die Tendenz zu immer größeren und professioneller durchdesignten Larps. Ein Larp zu organisieren, ist ein riesiger Aufwand für Orgas, der mit langer Vorbereitung verbunden ist. Doch was, wenn man das komplette Spiel, Setting und alle Charaktere erst vor Ort erfindet? Wie kann das funktionieren?
Als die Welt nach der Corona-Pandemie wieder in Bewegung kam, wollten wir, wie viele andere, uns wieder treffen und gemeinsam larpen. Als man sich endlich wieder in kleineren Gruppen treffen durfte, standen wir jedoch vor einem Problem: Niemand hatte ein Larp geschrieben und organsiert, das wir spielen könnten. Viele der Prä-Covid-Veranstaltungen waren abgesagt worden und Orgas erschöpft von der Unsicherheit möglicher erneuter Lockdowns.
Also beschlossen wir zu improvisieren: Ein komplettes Wochenende Larp, aber Charaktere, Plot, Setting – alles wird spontan und vor Ort erfunden. Was nach einer wilden Idee klingt, funktionierte besser als erwartet.
Seither fanden elf verschiedene Improlarps in verschiedenen Ländern statt, weitere sind geplant. Doch was genau soll ein Improlarp sein und warum solltest du selbst eines organisieren oder spielen?
Wer sind wir? Gijs ist ein Larper aus den Niederlanden, hatte vor vier Jahren die Idee eines Improlarps und hat in den letzten Jahren viele davon organisiert und gespielt. Rumo schreibt für die Teilzeithelden, war bei einer der internationalen Veranstaltungen dabei und hat diesen Artikel initiiert.
Keine
Inhaltsverzeichnis
- 1 Was ist ein Improlarp?
- 2 Wie organisiert man ein Improlarp?
- 3 Schritt 1: Leute für dein Larp einladen
- 4 Schritt 2: Vorbereitung
- 5 Schritt 3: Vorabtreffen
- 6 Schritt 4: Setting festlegen
- 7 Schritt 5: Spielmechaniken & Sicherheit
- 8 Schritt 6: Charaktere erfinden
- 9 Schritt 7: Charakterverknüpfungen
- 10 Schritt 8: Kostüme anziehen und das Spiel beginnt!
- 11 Schritt 9: Halbzeitkalibrierung
- 12 Schritt 10: Das Ende
Was ist ein Improlarp?
Ein Improlarp ist eine Liverollenspiel-Veranstaltung, die am selben Wochenende konzipiert und gespielt wird. Es gibt keine monatelange Vorplanung, keine ausgefeilte Hintergrundwelten und keine im Voraus geschriebenen Charakterbögen. Alles entsteht spontan und vor Ort.
Das Ziel dieser Methode ist, den Organisationsaufwand so klein wie möglich zu halten und den Druck langfristiger Vorbereitung zu entfernen. Ein Improlarp ist eine kollaborative Veranstaltung, die gemeinschaftlich von allen Teilnehmenden organisiert wird.
Obwohl es darum geht, den Aufwand so klein wie möglich zu halten, bringt das natürliche einige Kompromisse mit sich: Larp ist ein weit gefächertes Hobby, an welches alle unterschiedliche Erwartungen haben. Entsprechend ist Erwartungsmanagement für diese Art von Liverollenspiel besonders wichtig. Da es kein vorgeschriebenes Konzept gibt, besteht das Risiko, dass das Larp scheitert. Die Spontanität kann zu wundervollen Erlebnissen führen voller unerwarteter Larp-Magie, es gibt jedoch keine Garantie dafür, und die Dinge laufen nicht immer wie geplant.
Mit dem Trend zu immer größeren, ausgefeilteren Designs und der zunehmenden Professionalisierung der Larp-Organisation, versuchen wir bewusst in die entgegengesetzte Richtung zu gehen (und möglicherweise weg vom Orga-Burnout): minimaler Aufwand, keine Drehbücher, keine große Logistik – nur eine Gruppe von Menschen mit dem gemeinsamen Wunsch, zu spielen. Zwar muss die Logistik von jemandem angeleitet werden, vor Ort sind jedoch alle gleichberechtigt und sobald das Larp beginnt, gibt es keine klassische Orgarolle mehr.

Wie organisiert man ein Improlarp?
Die bisherigen Veranstaltungen liefen immer etwa nach dem gleichen Schema ab. Das Folgende ist ein Vorschlag, wie für uns das Format bisher gut funktioniert hat, hat aber keineswegs den Anspruch auf Einzigartigkeit oder absoluter Richtigkeit.
Damit das Larp funktioniert, sind Vertrauen und Zusammenarbeit wichtig. Ein Improlarp ist ein kollaborativer Prozess. Das gesamte Spiel wird gemeinsam erschaffen, und viele Entscheidungen basieren auf Kompromissen. Damit dies funktioniert, braucht es Vertrauen zwischen den Spieler*innen. Sie müssen sich nicht unbedingt vorher kennen, aber es ist wichtig, von Anfang an eine vertrauensvolle Gruppenatmosphäre zuschaffen.
Es ist hilfreich, eine gemeinsame Vision der Art von Larp zu haben, das ihr spielen wollt und diese frühzeitig zu kommunizieren oder gemeinsam zu entwickeln.
|
Schritt-für-Schritt-Anleitung |
Zeit |
|
Schritt 1: Leute für dein Larp einladen |
2-6 Monate zuvor |
|
Schritt 2: Vorbereitung |
1 Monat zuvor |
|
Schritt 3: Vorabtreffen |
2 Wochen zuvor |
|
Schritt 4: Setting festlegen |
Tag 1, 16:00 Uhr |
|
Schritt 5: Spielmechaniken und Sicherheit |
Tag 1, 21:00 Uhr |
|
Schritt 6: Charaktere erfinden |
Tag 1, 23:00 Uhr |
|
Schritt 7: Charakterverknüpfungen |
Tag 2, 10:00 Uhr |
|
Schritt 8: Kostüme anziehen und das Spiel beginnt! |
Tag 2, 13:00 Uhr |
|
Schritt 9: Halbzeitkalibrierung |
Tag 3, 10:00 Uhr |
|
Schritt 10: Das Ende |
Tag 3, 19:00 Uhr |
Schritt 1: Leute für dein Larp einladen
Ein Improlarp funktioniert am besten mit acht bis zwölf Personen. Das ist groß genug, damit mehrere Geschichten gleichzeitig stattfinden können, aber klein genug, um mit allen gemeinsam gut brainstormen und auf individuelle Bedürfnisse eingehen zu können.
Du solltest Leute einladen, die die gleiche Art von Spiel mögen. Du entscheidest, ob es ein Modern Larp in einer luxuriösen Villa oder ein Fantasy-Setting in Zelten sein soll. Allerdings funktioniert das Format am besten, wenn die Dynamik innerhalb der Gruppe genug Spiel ergibt. Ein Improlarp, bei welchem die Probleme von „außen“ kommen (zum Beispiel eine Horde Orks, die ein Dorf überfällt), wird nicht so gut funktionieren.
Settings und Larparten, die viel Führung durch eine Spielleitung brauchen, wie Rätselplots oder Rituale, sind in der Theorie natürlich möglich, wir haben die beste Erfahrung ohne eine klare Spielleitung gemacht. Diese müsste aufgrund der Spontanität der Veranstaltung sehr schnell und kurzfristig Dinge erfinden können.
Außerdem hilft es, Spieler*innen einzuladen, die schon etwas Erfahrung haben mit Dingen wie „Play to Lift“ (Vejdemo, 2018), für andere Spiel generieren oder was eine Geschichte oder eine Szene braucht. Das müssen nicht alle sein, aber hilft der Gruppe, sich in einen gemeinsamen Spielfluss zu finden.
Schritt 2: Vorbereitung
Die Logistik für die Veranstaltung – Datum, Location, Essen, Kostüme, Requisiten – wird so weit wie möglich gemeinsam als Gruppe übernommen.

Als erstes suchst du mit den Menschen, die du in Schritt 1 ausgewählt hast, ein gemeinsames Datum. Dann entscheidet ihr euch zusammen für eine Location, die den finanziellen und geographischen Bedürfnissen der Teilnehmenden am besten entspricht. Aufgrund der kleinen Gruppengröße bieten sich viele kleinere Unterkünfte oder Ferienhäuser an. Achtet dabei darauf, dass eine gute Larplocation etwas Privatsphäre von Nicht-Larpenden braucht (wie zum Beispiel Nachbar*innen).
Die OT-Verantwortlichkeiten für das Wochenende werden aufgeteilt: Ein oder zwei Leute übernehmen jeweils das Kochen einer Mahlzeit, jemand geht einkaufen, der Rest übernimmt Aufgaben wie Abwaschen oder Putzen. Kochen und Spülen kann sowohl IT als Teil des Spieles als auch OT stattfinden – je nach Setting und Charakteren.
Alle bringen so viele Kostüme und Requisiten mit, wie sie Platz haben – besonders diejenigen, die mit dem Auto anreisen. Am besten einigt ihr euch vorher auf eine grobe Zeitperiode, in welcher gespielt wird, dass entsprechende Kostümteile mitgebracht werden können.
Schritt 3: Vorabtreffen
Falls sich die Menschen noch nicht gut kennen, lohnt sich ein (online) Vorbereitungstreffen. Alle können sich vorstellen und gemeinsame Wünsche und Erwartungen teilen. Falls diese zu sehr auseinandergehen, kannst du dich schon im Vorfeld für eine Richtung entscheiden und die Spieler*innen können sich darauf einlassen – oder allenfalls entscheiden, doch nicht teilzunehmen.
Hier kann beispielsweise über die Grundstimmung – eher düster (Nordic Larp Wiki, 2023) oder eher heiter – oder mögliche Zeitepochen (siehe Kostüme) gesprochen werden. Entscheidet euch jedoch noch für kein konkretes Setting, das passiert am Wochenende selbst.
Falls an dem Termin selbst genug Zeit ist, kann dieses Treffen auch am ersten Tag stattfinden, wir fanden es jedoch hilfreich, wenn sich die Gruppe schon im Vorfeld kennenlernen kann.
Schritt 4: Setting festlegen
Nehmt euch genug Zeit, damit alle am ersten Tag ankommen können, ihre Sachen eingerichtet haben und sich begrüßen konnten. Dann startet das Brainstorming, um gemeinsam ein Setting zu entwickeln.
Macht als erstes eine kurze Runde mit Wünschen und Grenzen: Welche Art von Spiel möchtet ihr, was möchtet ihr auf keinen Fall?
Mit diesen Aussagen im Hinterkopf werden nun Ideen gesammelt. Das Ziel sind kurze, Ein-Satz-Beschreibungen von möglichen Szenarien, wie zum Beispiel: „Eine Gruppe von Terrorist*innen trifft sich nach einem gescheiterten Anschlag.“, „Hippies versuchen, eine gemeinsame Kommune aufzubauen und scheitern.“ oder „Astronaut*innen sind zusammen auf einem Raumschiff gestrandet.“
Eine Technik, die sich für eine solche Ideensammlung gut eignet, ist das „Brainwriting“: Alle schreiben für ein paar Minuten verschiedene Ideen für ein Setting auf ein Blatt Papier. Dann wird das Papier weitergegeben, damit man die Vorschläge einer anderen Person lesen kann und daraus neue Ideen entwickelt. Das wird wiederholt, bis Blätter einmal herumgereicht wurden. Diese Technik funktioniert gut, weil die meisten Ideen schon gelesen wurden und es nicht darauf ankommt, dass alle Teilnehmenden verbal schnell und spontan sind.

Ihr könnt natürlich auch andere Methoden verwenden, um noch mehr Ideen zu sammeln. Stimmt dann über die Ideen ab (z. B. mit Klebepunkten), in diesem Schritt können auch Vetos eingelegt werden. Wählt die drei beliebtesten Ideen aus und lasst drei kleinere Gruppen jeweils die Details einer dieser Ideen weiterentwickeln, um sie in ein längeres Format auszuarbeiten, das beschreibt, wie das Larp aussehen könnte. Dies sollte beinhalten:
- Wer sind die Charaktere?
- Wo findet das Spiel statt?
- Was ist der zentrale Konflikt des Larps?
Präsentiert euch gegenseitig diese längeren Settings und wählt eines aus. Versucht Elemente aus den anderen beiden Vorschlägen einzuarbeiten, um auf das endgültige Szenario zu kommen.
Dieser Prozess kann um die zwei Stunden dauern und wird auf den ein oder anderen Frustmoment treffen. Bleibt offen füreinander und Ideen, die ihr vielleicht nicht auf Anhieb versteht. Es hilft, eine Person zu haben, die diesen Prozess moderiert, ein Auge auf Zeit und Gruppendynamiken hat und im Zweifel Entscheidungen trifft.
Schritt 5: Spielmechaniken & Sicherheit
Nachdem ihr das Setting ausgewählt habt, könnt ihr es detaillierter ausarbeiten und über Spielmechaniken nachdenken. Für Improlarps sind Methoden besonders wichtig, die einem die Möglichkeit geben, während des Spiels mehr Input zu geben. Das kann alles sein, was zu eurem Spiel passt, z. B. ein Flipchart auf der Toilette für OT-Ideen oder Gerüchte, ein Laptop mit Nachrichten im Spiel, die darüber informieren, wie nah die Polizei den Terrorist*innen gekommen ist, oder welche E-Mails vom Investor hinter dem Start-up eingetroffen sind. Ihr könnt alles verwenden, was ihr aus zuvor gespielten Larps kennt, oder neue Mechaniken entwickeln. Diese werden während des Spiels von allen Teilnehmenden bedient, um das gegenseitige Spiel zu fördern, da es meist keine Spielleitung gibt.
Zusätzlich ist die Sicherheit in der Gruppe sehr wichtig. Ihr seid viel mehr auf eure Mitspielenden angewiesen als in einem vorgefertigten Larp, da sich die Geschichte im Moment ergibt. Und während es in einer größeren Gruppe einfacher ist, anderen Spielenden aus dem Weg zu gehen, ist das in einem kleineren Spiel viel schwieriger.
Glücklicherweise ist Sicherheit in einer kleineren Gruppe auch leichter zu erreichen, besonders wenn ihr im Voraus vereinbart, welche Art von Spiel ihr haben wollt. Sprecht darüber, welche Sicherheitsmechanismen ihr in eurem Spiel verwenden möchtet, und passt sie entsprechend an; wie bei anderen Techniken ist es am einfachsten, Mechaniken aus anderen Larps zu verwenden, die die meisten schon kennen.
Es ist wichtig, die emotionale und physische Intensität, die ihr anstrebt, abzustimmen und persönliche Grenzen innerhalb der Gruppe zu teilen. Sprecht darüber, wie intim das Larp werden soll – besonders in Bezug auf Sexualität und Gewalt – und welche Techniken ihr verwenden möchtet, um dies im Spiel zu lenken. Für uns boten die Sicherheitsgespräche auch den Raum, intensiver zu spielen, als es in vielen anderen Larps möglich ist.
Schritt 6: Charaktere erfinden

Nachdem ihr den Rahmen für das Spiel habt, geht es nun daran, die Charaktere zu erschaffen. Es ist wahrscheinlich schon später am Abend und einige werden ins Bett gehen wollen, während andere noch wach sind. Alle können individuell darüber nachdenken, wen sie in dem Setting spielen wollen. Ob allein oder gemeinsam darüber nachgedacht wird – wichtig ist nur, dass noch keine Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren erfunden werden, bevor die ganze Gruppe am nächsten Morgen wieder zusammen ist.
Schritt 7: Charakterverknüpfungen
Nach dem Frühstück am zweiten Tag kommen alle zusammen und beschreiben reihum ihre Charakteridee. Danach könnt ihr entweder eine unstrukturierte Zeit einplanen, in der die Teilnehmenden ihre gegenseitigen Beziehungen in Gruppen von zwei oder drei entwickeln, oder ihr macht eine strukturierte Übung. Wichtig ist vor allem, dass alle eine ähnliche Anzahl an Beziehungen zu anderen Charakteren haben.
Ein Beispiel, das wir verwenden, basiert auf „systemischen Aufstellungen“ oder „Familienaufstellungen“, inspiriert von der Arbeit von Sandy Stiles Andersen (2023), bei der wir ohne Worte eine visuelle Darstellung der Beziehungen zwischen den Charakteren im Raum erstellen:
- Alle stehen an der Seite des Raums.
- Eine Person tritt in die Mitte des Raums. Möglicherweise ein Charakter, der zentral für die Gruppe sein könnte, wie „die Mutter“ oder „die Führungsperson“.
- Die nächste Person tritt dazu und bestimmt, wie sie sich in Bezug auf die erste Person positionieren wird. Wie nahe steht sie zu der Person in der Mitte? Blickt sie die andere Person an oder hat sie den Rücken zu ihr? Werden sie sich berühren oder nicht? Stehen sie oder sitzen sie?
- Nach jeder neuen Person haben diejenigen, die bereits in der Mitte des Raumes stehen, die Möglichkeit, sich leicht zu bewegen, wenn sie möchten.
- Dieser Vorgang wird wiederholt, bis alle sich im Raum positioniert haben. In der ursprünglichen „systemischen Aufstellung“ basiert die Bewegung auf Intuition („Fühle ich, dass ich mich bewegen möchte?“), aber das kann auch auf Gedanken basieren wie „Wo würde mein Charakter im Verhältnis zu den anderen stehen?“.
- Nachdem alle in der Mitte stehen, erklärt jede*r, warum man sich an dieser spezifischen Position befindet und was die Hauptbeziehungen sind.
- Danach geht es weiter mit Gesprächen in Zweier- und Dreiergruppen, um diese Beziehungen weiter auszuarbeiten.
Schritt 8: Kostüme anziehen und das Spiel beginnt!
Ihr legt alle Kostüme, die ihr mitgebracht habt, in den Raum und verwendet sie, um die passende Kleidung für euren Charakter zu finden. Wenn alle etwas mitbringen, entsteht ein großer Fundus an Dingen, durch die die Leute stöbern können. Normalerweise führt das zu einem lustigen, gemeinschaftlichen Verkleidungsaktion, bei welcher sich alle gegenseitig helfen und die Charaktere sich weiter festigen.
Und dann? Dann spielt ihr! Lasst eurer Fantasie freien Lauf, geht mit dem Fluss und vor allem: habt Spaß!

Schritt 9: Halbzeitkalibrierung
Nehmt euch in der Hälfte des Spiels – in unserem Zeitplan nach dem Frühstück an Tag drei – einen Moment für eine OT-Kalibrierung. Pausiert das Spiel und macht eine schnelle Runde: Wie geht es dir mit dem Larp? Was brauchst du noch für dein Spiel?
Während dieser Pause ist auch ein guter Moment, um zu entscheiden, wie das Spiel enden soll – z. B. vor oder nach dem Abendessen – und wie ihr es ankündigen werdet. Wir haben meist Musik verwendet, die etwa eine halbe Stunde spielt und in einem Crescendo endet, damit alle wissen, dass die letzte Phase des Larps begonnen hat.
Wenn all diese Dinge geklärt sind, geht das Spiel weiter.
Schritt 10: Das Ende
Endet das Spiel so, wir ihr es in Schritt 9 ausgemacht habt. Nehmt euch Zeit, um vom Erlebten herunterzukommen, esst etwas. Bei Bedarf könnt ihr eine Debriefing-Runde machen – je nach dem, was ihr gerade braucht. Habt einen schönen OT-Abend und putzt die Location gemeinsam, bevor alle am nächsten Tag abreisen.
Referenzen
Nordic Larp Wiki. 2023. „Type 2 Fun.” January 26.
Vejdemo, Susanne. 2018. „Play to Lift, not Just to Lose.” In Shuffling the Deck: The Knutpunkt 2018 Color Printed Companion, edited by Annika Waern and Johannes Axner, 143-146. Pittsburgh, PA: Carnegie Mellon University: ETC Press.
Stiles Andersen, Sandy. 2023. „Storyweave Workshop“ Knudepunkt 2023
Dieser Artikel wird auch auf Englisch auf nordiclarp.org and auf Niederländisch auf larpplatform.nl veröffentlicht.
Artikelbilder: © Gijs van Bilsen (außer anders angegeben)
Titelbild: depositphotos | © BRIA
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Saskia Harendt




















Wie schön, das im Grunde das klassische und von so manchem „echten“ LARPer (gen. Maskulinum) häufig belächelte Vampire-LARP Einzug in weitere Bereiche des großen Hobbys findet.
Den – abseits von den ersten LARP-gehversuchen Anfang/Mitte der 90er – daher stammt die Grundidee, auch mal ohne Plot zu spielen; aus den Charakteren heraus das Spiel zu entwickeln und zu sehen, wo es genau wann und wie hinführt (auch wenn es oft natürlich trotzdem einen Plot (und gelegentlich den Metaplot der WoD) im Hintergrund gab.
Man kann sich wohl ungeniert bei Jurassic Park bedienen und das Fazit ziehen: „LARP findet seinen Weg.“
Und das ist auch gut so.