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„Sie stehlen es von den Reichen und behalten es für sich selbst.“ Getreu diesem Motto versuchen sich zwei Goblinbanden unter Hauen und Stechen, den Schatz der jeweils anderen unter den Nagel zu reißen. Aber Vorsicht: Auf dem Weg zur Schatzkammer findet sich die eine oder andere Falle.

In unserem Vorbericht zur SPIEL Essen 25 zum Thema Zwei-Personen-Spiele haben wir bereits kurz über Roblins! berichtet. Auf der Messe waren wir am Stand von Baroque Games, um einen Blick auf das Erstlingswerk von Peter Tillisch zu werfen.

Bei Roblins! handelt es sich um ein Tower-Defense-Spiel mit viel Handkartenmanagement und einer gewaltigen Prise Push-Your-Luck, bei dem zwei verfeindete Goblinstämme versuchen, die Schatzkammer der Gegenseite zu plündern. Wer dabei besonders strategisch geschickt seine Hexfeld-Karten auslegt, trägt am Ende, im wahrsten Sinne des Wortes, den Sieg davon.

Triggerwarnungen

keine besonderen Trigger

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Spielablauf

Den Spielenden stehen zu Beginn des Spiels ein Stapel mit Schatzkarten, eine Straßenkarte und zwei Verteidiger-Goblins zur Verfügung. Von den Schatzkarten werden die ersten Handkarten gezogen.

Nun zieht man in beliebiger Kombination drei Karten aus der Auslage. So können neue Truppen, Wegekarten und Spezialeinheiten erworben werden. Diese kommen jedoch erst ins Spiel, wenn sie mit Gold gekauft wurden.

Spielaufbau
Spielaufbau

Neue Truppen werden zunächst in die eigene Reserve gelegt und können im weiteren Verlauf des Zuges als Verteidiger oder als Angreifer eingesetzt werden. Die Wegenetzkarten werden sofort nach Erwerb verbaut. Dadurch entsteht vor der eigenen Schatzkammer ein stetig wachsendes Wegenetz. So verlängert sich der Weg der Angreifenden, die je nach Gelände bei dessen Durchquerung Schaden erleiden. Am Ende der Wege können zudem aus der eigenen Reserve Verteidiger platziert werden, um es den Gegner*innen noch schwerer zu machen.

Greift man an, legt man die Reihenfolge und den Weg der Goblins, die zur Schatzkammer stürmen, fest. Entlang des Weges wird nun geschaut, wie viele der angreifenden Goblins nach und nach ausgeknockt werden. Gelingt es, die Schatzkammer zu erreichen, werden bis zu drei Schatzkarten entwendet. Diese gehen dann als Einkommen auf die Hand des Angreifenden und können in der nächsten Runde als eigene Ressource verwendet werden.

Ein ausgebautes Wegenetz mit Verteidigern
Ein ausgebautes Wegenetz mit Verteidigern

Eine Besonderheit ist, dass es unter den Goblins Spezialisten gibt. Diese erhalten beispielsweise auf Geländefeldern weniger Schaden. Auf anderen Wegfeldern muss Zoll in Form von abgeworfenen Goldkarten gezahlt werden. Gut, dass es einen Schottischen Goblin gibt, der schlicht und ergreifend durch die Zollstation rauscht, ohne zu zahlen. Hier bedient sich das Spiel einer Stein-Schere-Papier-Mechanik, die zur strategischen Tiefe beiträgt.

Zudem können Spezialeinheiten rekrutiert werden, von denen drei an die eigene Schatzkammer angelegt werden können. Diese bieten dauerhafte Boni. So stehen beispielsweise Bogenschützen zur Verfügung, die auf allen Feldern, die an die Schatzkammer angrenzen, einen Punkt Schaden extra verursachen.

Am Ende des Zuges darf man dann bis zu drei Karten vom eigenen Schatzstapel als neue Geldressource ziehen. Hier wird es knifflig. Ist die eigene Schatzkammer nämlich leer, verliert man das Spiel. Es will also gut überlegt sein, wie viele Karten man zieht.

Der Schottische Goblin und andere Spezialisten
Der Schottische Goblin und andere Spezialisten

Besonders hat uns bei Roblins! gefallen, dass schnell losgespielt werden kann, auch wenn die Ikonografie, vor allem auf den Wegkarten, in den ersten Runden etwas unübersichtlich ist. Mit einer Spielzeit von rund 20 Minuten ist es ein perfektes Spiel für zwischendurch. Da fällt es auch nicht sonderlich ins Gewicht, dass das Spiel recht glückslastig ist. Besonders wenn man durch Raubüberfälle wertvolle Schatzkarten verliert, die dann obendrein dem*der Mitspielenden als Ressource zur Verfügung stehen, ist der Ausgang der Partie recht schnell klar. Da braucht es etwas Frustrationstoleranz, um an Roblins! seine Freude zu haben.

Ebenso das Abwägen zwischen guter Verteidigung und Angriff, der Einsatz von Spezialisten zum Auskontern der gegnerischen Verteidigung und der Einsatz der Spezialeinheiten für dauerhafte Boni sind gut umgesetzt und stellen die Spielenden vor taktische Herausforderungen. Nicht zuletzt geben die tollen Illustrationen von Jan Roth dem Spiel einen besonderen Flair.

Die Übersichtskarten
Die Übersichtskarten

Ausstattung:

Die im Spiel enthaltenen Hexfeldkarten haben eine gute Qualität. Die bereits erwähnten Illustrationen von Jan Roth sind hervorragend gelungen und tragen zum Spielspaß bei.

Die Regeln sind, hat man die Ikonografie des Spiels erst einmal verinnerlicht, gut verständlich geschrieben. Zudem sind die Übersichtskarten sehr hilfreich.

Roblins - PackungDie harten Fakten:

  • Verlag: Baroque Games
  • Autor*in(nen): Peter Tillisch
  • Illustrator*in(nen): Jan Roth
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Deutsch
  • Spieldauer: 20 – 45 Minuten
  • Spieler*innen-Anzahl: 2
  • Alter: 10 Jahre
  • Preis: ca. 30 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel

 

Bonus / Download-Content:

Eine Regelübersicht befindet sich auf der Gamefound-Seite zum Spiel.

Fazit:

Roblins! ist ein schnelles, taktisches Spiel, das sich um den Raub des gegnerischen Schatzes dreht. Das Spiel überzeugt mit einem schnellen Einstieg, den charmanten Illustrationen und einer überschaubaren Spieldauer.

Da kann leicht verziehen werden, dass mitunter das Glück über den Ausgang der Partie entscheidet. Dieser steht leider oft recht früh fest.

Nichtsdestotrotz bietet Roblins! durch den Ausbau des Wegenetzes, die Überwindung von Hindernissen mit Spezialisten, besonderen Verteidigern und Spezialeinheiten zum Ausgleich genug taktische Tiefe.

Für uns ist Roblins! ein gutes Spiel für ein Duell zwischendurch.

Wir vergeben 4 von 5 Goldschätzen.

  • Kurze Spieldauer
  • Schneller Einstieg ins Spiel
  • Taktieren zwischen Angriff und Verteidigung
 

  • Mitunter glückslastig
  • Sieg steht unter Umständen früh fest

 

Artikelbilder: © Baroque Games
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Giovanna Pirillo
Fotografien: Andreas Memmert

Das Spiel wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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