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Fantasy mit Autofahren? Geht das gut zusammen? Das neueste Standard-Set für Magic: The Gathering Ätherdrift schickt uns auf ein wildes Autorennen durch verschiedene Reiche des Spiels. Ob das Spaß macht und ob man hier gute Karten öffnen kann, haben wir uns für euch angeschaut.

Und schon geht es weiter. Im rasenden Tempo prasseln im Augenblick neue Sets auf Enthusiast*innen von Magic: The Gathering ein. Haben wir uns im Januar noch mit Vampiren in Innistrad: Remastered auseinandergesetzt und im Dezember versucht, etwas Ruhe und Anfänger*innenfreundlichkeit mit Grundstein zu bekommen, kommt es jetzt schon wieder ganz dicke. Mit Ätherdrift erscheint das erste Standard-Set des Jahres 2025 und wirft uns in ein merklich ungewohntes Setting: ein Autorennen durch die verschiedenen Planes des Hintergrundes. Unsere Rennfahrer*innen sind dabei ebenfalls wild zusammengewürfelt. Warum nicht Haie gegen Insektenmenschen antreten lassen? Doch gibt das überhaupt Sinn? Und macht das Spaß? Wir haben für euch bei dem Set mal unter die Haube geschaut und berichten, was dort schlummert.

Triggerwarnungen

Fantasy-Gewalt

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Magic: The Gathering – Amonkhet Drift – Der Hintergrund

Wie schon angedeutet, geht es bei dem Hintergrund um ein interplanares Autorennen, das uns durch gleich drei Ebenen führt: Amonkhet, Avishkar und Muraganda. Amonkhet dürfte diversen Spieler*innen noch bekannt sein, während die anderen beiden vermutlich neu klingen. Kaladesh als Ebene hat sich im Hintergrund nach diversen Revolutionen und Aufruhren in Avishkar umbenannt. Muraganda wiederum ist eine völlig neue Ebene, die auf den ersten Blick an Ixalan erinnert, gibt es doch auch hier Dinosaurier und Dschungel, dafür aber weniger Vampire und weltkontrollierende Pilzwesen.

Mit den in der Story geöffneten Omenpfaden findet dieses Rennen nun durch die unterschiedlichen Ebenen statt, mit mehr oder weniger großer Begeisterung bei den Bewohner*innen. Mit von der Partie: Loot und Chandra, wobei letztere den Hauptpreis gewinnen will: den Ätherspark. Dieses nach der phyrexianischen Invasion erzeugte Artefakt ermöglicht einer Person, die Ebenen zu wechseln, auch wenn die genaue Funktion nicht erklärt wird. Und genau das erhofft Chandra damit für Nissa zu erreichen, die im Nachgang des Marsches der Maschinen ihren Planeswalker-Funken verloren hat. Doch nicht nur dieses Team ist am Start. Winter, einer der Bösewichte aus Duskmourn, versucht ebenfalls, den Spark für finstere Zwecke zu erlangen. Und darüber hinaus mischen noch Jayce und Vraska mit, die aber eigentlich hinter Loot her sind, um den großen Plan im Hintergrund zu erreichen.

Nach einem wilden Rennen und diversen Schwierigkeiten auf dem Weg kommt es zum großen Clash kurz vor dem Ende des Rennens, bei dem sich auch noch ein Drachensturm öffnet und eine der der gewaltigen Bestien aus Tarkir hervorbricht. Nur das Eingreifen des Erzengels Elsbeth verhindert hier Schlimmeres. Zum Ende ziehen Jayce, Vraska und Loot weiter nach Tarkir, wo sie wohl das nächste Abenteuer erwartet.

Man kann dem neuen Set nicht vorwerfen, dass nichts los wäre. Der Hintergrund ist vollgepackt mit unterschiedlichsten Charakteren, Ereignissen und weltumspannenden Veränderungen. Ein Drachensturm? Der Erzengel kehrt zurück? Es geht nach Tarkir? Leider wirkt der Hintergrund dadurch wie ein viel zu schnell geschnittener Trailer. Die eigentliche Handlung, das Rennen, tritt unter all den besonderen Ereignissen völlig in den Hintergrund. Gewonnen hat übrigens das Team aus Amonkhet, das nach den Verwüstungen durch Nicol Bolas endlich Frieden findet und mit einem kombinierten Team aus Lebenden und Toten gefunden hat – eine Geschichte, die eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient als die völlig wilde Ansammlung von Explosionen und Charakteren.

Wer abseits der Haupthandlung mehr über Amonkhet erfahren möchte, kann dies auf eine eher ungewohnte Weise tun: Beide Commander-Decks erzählen durch neue Flavour-Texte unter den Karten den Hintergrund von Amonkhet und Avishkar weiter, sodass wir dort durch kleine Erzählungs-Schnipsel neue Einblicke erhalten. Eine Schatzsuche, die sich durchaus lohnt.

Vollgas in das Abenteuer! – Neue Fähigkeiten

Ätherdrift bringt zwei neue Fähigkeiten ins Spiel: Starte die Motoren! und Überstrapazieren. Sobald Starte die Motoren! zum ersten Mal unter eigener Kontrolle das Spielfeld betreten hat, beginnt man seine Geschwindigkeit zu verfolgen. Diese startet bei eins und kann maximal auf vier steigen. Die Geschwindigkeit erhöht sich, indem man einem Mitspielenden im eigenen Spielzug Schaden zufügt, wobei die Geschwindigkeit maximal um eine Stufe pro Zug steigt. Selbst wenn man somit schon im ersten Zug eine solche Karte ins Spiel gebracht hat, erreicht man frühestens im dritten Spielzug die Maximalgeschwindigkeit. Die meisten Karten, die mit dieser Fähigkeit interagieren, lösen ihren Effekt dabei nur bei Maximalgeschwindigkeit aus. Samut, treibende Kraft und Der Karacho-Dämon sind dabei einige der wenigen Ausnahmen. Das sorgt dafür, dass diese Fähigkeit nicht völlig außer Kontrolle gerät.

Überstrapazieren wiederum erlaubt einen einmaligen Effekt einer Karte zu aktivieren, solange diese nicht das Spielfeld verlässt. Sollte eine Karte, wie beispielsweise Loot der Pfadfinder, gleich mehrere dieser Fähigkeiten besitzen, kann man jede davon jeweils einmal auslösen. Überstrapazieren erweist sich oft nützlicher als Starte die Motoren!, da die Fähigkeiten modularer genutzt werden können, was es ermöglicht, den optimalen Zeitpunkt abzupassen.

Beide Fähigkeiten müssen aber dauerhaft auf dem Spielfeld nachverfolgt werden, was am Ende Magic: The Gathering noch unübersichtlicher und damit weniger einsteigerfreundlich macht. Dies ist ein Umstand, dem man vielen der aktuellen Sets vorwerfen kann.

Das ist alles für die Planeswalker-Familie! – Produkte und Varianten

Ätherdrift setzt auf die klassischen Produkte moderner Standard-Sets: Play Booster, Collector Booster und Commander-Decks. Darüber hinaus gibt es noch das normale Bundle mit 9 Play Boostern und das Finish Line Bundle mit sechs Play Boostern, zwei Collector Boostern, einem Box-Topper und einigen zusätzlichen Gimmicks.

Seit längerer Zeit bietet uns Ätherdrift wieder die Möglichkeit, Box-Topper zu erhalten. Diese kleinen Zusatzbooster sind jeweils in einem Play Booster Display, einem Collector Display und dem Finish Line Bundle enthalten. Jeder Box Topper enthält nur zwei Karten. Die erste ist dabei entweder eines der Fullart-Standardländer oder in 25% der Fälle ein Standardland mit einem speziellen Artwork, das nur hier zu finden ist. Beide Kartenvarianten haben dabei ein spezielles Foiling, was nur hier zu finden ist. Diese First Place Foils glänzen auffällig golden. Die zweite Karte des Boxtoppers ist eine zufällig ausgewählte Rare oder Mythic aus dem kompletten Set, ebenfalls in der goldenen Variante. Das Foiling ist natürlich eine Stilfrage, aber wir können hier wenigstens mit etwas Glück etwas Sinnvolles ziehen. Bei Dominarias Bund gab es beispielsweise leider nur wertlose Karten als Boxtopper.

Collector Booster bieten wieder die extravagante Erfahrung, mehr seltene und mystisch seltene Karten in speziellen Artworks erhalten zu können. In jedem Booster befinden sich fünf Karten, darunter eine neu gedruckte Karte aus den Commander-Decks. Wie schon bei Innistrad: Remastered gibt es auch hier wieder eine serialisierte Karte im speziellen Artwork. Dieses Mal ist es der schon genannte Ätherfunke. Die Suche nach diesem speziellen Artwork gestaltet sich jedoch wieder einmal wie die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen, da die Wahrscheinlichkeit, ihn zu ziehen, merklich im Promille-Bereich liegt.

Wie alle Sets bietet Ätherdrift unterschiedliche Kartenstile an. Hier hat man versucht, den Stil von gesprayter Werbung und Graffitis rund um Autorennen zu imitieren. Die Schönheit liegt in den Augen des Betrachtenden, jedoch ist die Lesbarkeit der Karten teilweise ein ernstes Problem. Besonders die Farbidentität unterschiedlicher Karten ist manchmal schwer erkennbar. Dadurch wirken die Karten weniger aus einem Guss, was ebenfalls nicht allen gefallen wird.

Wer sich über die scheinbar reduzierten Preise der aktuellen Play Booster Displays gefreut hat, wird leider beim Auspacken enttäuscht: Ab Ätherdrift enthalten diese hier nicht mehr 36 Booster, sondern stattdessen 30 Booster. Ob die Preise hier stabil bleiben, wird erst die Zukunft zeigen. Zumindest Tarkir: Drachensturm orientiert sich an der aktuellen Preisstruktur von Ätherdrift. Final Fantasy als erstes standardlegale Jenseits des Universums Produkt ruft jedoch bei den Großhändlern bereits unangenehm höhere Preise ab – eine Preissteigerung, die wir schon Anfang des Jahres befürchtet haben.

Zuletzt bietet Ätherdrift auch zwei neue Commander-Decks: Ewige Macht und Lebendige Energie. Ewige Macht bietet uns einen dreifarbigen Zombie-Commander mit durchaus interessanten Mechaniken. Der wahre Star des Decks ist jedoch der sekundäre Commander: Hashaton, Faust des Skarabäus. Diese erlaubt es uns, abgeworfene Kreaturen-Karten als Zombie-Tokens ins Spiel zu bringen. Hier gibt es schon viele interessante Ideen, die vor allem darauf abzielen, starke Effekte zu nutzen, wenn die Kreatur ins Spiel kommt. Da die entsprechende Kreatur so nicht gewirkt wird, wird es auch deutlich schwieriger, sie zu verhindern, da normale Gegenzauber nicht funktionieren.

Lebende Energie ist das dritte Commander-Deck in kurzer Zeit, das sich mit Energie-Marken befasst. Wer einen solchen Commander sucht und die letzten zwei verpasst hat, kann hier vielleicht einen Blick riskieren.

Insgesamt ist die Produktauswahl die gewohnte Mischung. Die Box-Topper sind ein schönes Schmankerl, wenn man sich für ein ganzes Display oder das entsprechende Bundle entschieden hat.

Ätherdrift Most Wanted – Neue Karten und Nachdrucke

Jedes neue Set braucht Karten, denen man nachjagen kann, und Ätherdrift ist da keine Ausnahme.

Am meisten Interesse hat bisher Ketramose, der neue Morgen ausgelöst. Dieser schwarz-weiße Gott kann zwar lange nicht angreifen, zieht einem aber einen ganzen Haufen Karten. Unterschiedlichste Formate testen derzeit die Einsetzbarkeit der Karte.

Darüber hinaus wird der Ätherfunke unterschiedlichsten Tests unterzogen. Hier handelt es sich um einen Ausrüstungs-Planeswalker, der an jede Kreatur angelegt wird. Die ungewohnte Konzeption lässt Spielende interessante Combos damit ausprobieren, ohne dass sich schon die eine Kombination abzeichnet.

Gleißglas-Mechakoloss kombiniert eine gute Kreatur mit der Möglichkeit, die eigene Bibliothek nach Karten zu durchsuchen und diese direkt ins Spiel zu bringen. Auch in vier weiteren Farbkombinationen gibt es neue Mechakolosse – diese bekommen zumindest bisher aber nicht so viel Aufmerksamkeit wie das genannte Exemplar.

Zuletzt gibt es fünf weitere Ausläufer-Länder. Diese haben eine immer nutzbare Primärfarbe und können für die zweite Farbe getappt werden, wenn eine Karte mit dem entsprechenden Standardland-Typ der Farbkombination im Spiel ist.

Monument der Beständigkeit schließlich bietet zusätzliche positive Effekte, wenn man Karten abwirft.

Darüber hinaus enthält das Set eine Vielzahl spannender Kreaturen und vor allem Fahrzeuge, die gerade bei verschiedensten Gelegenheiten und Turnieren ausprobiert werden. Man kann fest damit rechnen, dass sich noch die ein oder andere besondere Kombination zeigen wird.

Zu schnell, zu verrückt? – Ein Fazit

Zugegeben: Ich habe mich doch nach anfänglichen Zweifeln ordentlich auf das Set gefreut. Ich mag Fahrzeuge als Mechaniken und fühle mich auch von absurderen Artworks nicht gestört. Trotzdem bleibt ein etwas gemischtes Gefühl zurück. Klar, der verrückte Hintergrund muss mir nicht zwanghaft gefallen, aber irgendwie wirkt es nicht aus einem Guss. Haie und Insekten fahren um die Wette, plötzlich taucht ein Drache auf, und dann geht es schon weiter zum nächsten Set? Die neuen Fähigkeiten gefallen mir ganz gut, sind aber auch schon wieder der nächste Sonderzustand, der dauerhaft auf dem Spielfeld beobachtet werden muss. Wer sich davon überzeugen lassen kann, bekommt hier ein interessantes Produkt, vor allem für eine spannende Limited-Erfahrung. Wer sich dafür nicht begeistern kann, muss aber auf der anderen Seite nicht lange warten, denn schon Anfang April erwartet uns das nächste Set von Magic: The Gathering. Und dann geht es um Drachen. Man darf gespannt sein.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Wizards of the Coast
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Deutsch/Englisch und weitere
  • Spieldauer: 30min+
  • Spieler*innen-Anzahl: 2+
  • Bezugsquelle: Fachhandel

 

  • Spannende neue Artefakte
  • Endlich wieder neuer Hintergrund
  • Gute Box-Topper als zusätzliches Gimmick

 

  • Karten-Stil wirkt nicht aus einem Guss
  • Geschichte wirkt gehetzt

Artikelbilder: © Wizards of the Coast
Layout und Satz: Mika Eisenstern
Lektorat: Alexa Kasparek

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