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Die kalte Jahreszeit passt manchmal besser zu Sets mit dunklerem Einschlag. Wie gut, dass der Januar uns dann mit Innistrad Remastered ein Set bringt, das genau dieses Gefühl bedienen kann. Kommt mit uns in ein Set voller Gothic Horror und einer gewaltigen Bedrohung von außerhalb der Ebene.

Triggerwarnungen

Fantasy-Gewalt

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Spürt ihr Anfang des Jahres so ein bisschen Nostalgie? Habt ihr Lust, alte Karten, die es schon in anderen Sets gab, nochmal aus Packs zu ziehen? Dann könnte sich der Blick in Richtung Innistrad Remastered Wie bereits in den letzten Jahren beschert uns der Januar nach Dominaria Remastered und Ravnica Remastered nun das dritte Set in Papierform dieser Art.

Hier finden sich nicht nur Karten aus Innistrad Mitternachtsjagd und Innistrad Blutroter Bund, sondern auch aus den älteren Sets wie beispielsweise Schatten über Innistrad oder Düstermond. Doch für wen ist ein solches Set geeignet? Und macht es in einer Limited-Umgebung Spaß, zu spielen? Wir haben das Set für euch ausgiebig getestet.

Interview mit einem Markov – Der Hintergrund des Sets

Wie andere Remastered Sets bietet Innistrad Remastered keinen dezidiert neuen Hintergrund. Stattdessen bekommen wir über die Artworks ein wildes Potpourri verschiedener berühmter Momente und Persönlichkeiten aus . Von Edgar Markov, dem Obersten der Vampire, über Liliana, die Planeswalkerin bis hin zu Emrakul, dem gefährlichen Eldrazi, finden sich unterschiedlichste ikonische Figuren in dem Set.

Doch nicht nur die Charaktere erzählen die Geschichte, sondern auch verschiedene Karten zeigen besondere Momente aus dem Hintergrund. Beispielhaft seien hier Gefangen im Mond, das die Einkerkerung Emrakuls im Mond zeigt oder Hochzeitsankündigung genannt, bei dem es um die große Vampir-Hochzeit in Blutroter Bund geht.

Wer Interesse hat, kann sich hier gut in bereits bestehende Geschichten einlesen und erlebt, nicht zuletzt mit den alten Sets, eine tolle Geschichte voller dunkler Ränke und bösartiger Monstrositäten. Die Geschichte von Innistrad gilt als eine der großen Erzählungen des Magic: The Gathering Hintergrunds, ein Blick hier lohnt sich also.

From Dusk till Booster – Produkte des Sets

Innistrad Remastered bietet zwei verschiedene Produkte: Play- und Collector-Booster. Wie bei den vorherigen Remastered-Sets gibt es keine weiteren Produkte; weder Bundles noch Commander-Decks sind hier enthalten. Wer klassische Booster zum Spielen benötigt oder einfach nur für überschaubares Geld Päckchen aufreißen möchte, greift natürlich zu Play-Boostern. Hier findet sich neben der inzwischen gewohnten Verteilung von gewöhnlichen, ungewöhnlichen und seltenen Karten auch immer eine Karte im sogenannten Retro-Frame. Die Seltenheit ist dabei beliebig, wobei naturgemäß häufige Karten deutlich öfter vorkommen als seltene. Jedoch lohnt sich der zweite Blick auch bei gewöhnlichen und ungewöhnlichen Retro-Frame Karten, wenn diese Foil sein sollten. Vor allem spielbare Karten wie Blutkünstler oder Geheimnisstöberer sind dann plötzlich ganz schön teuer. Neben den genannten Varianten finden sich auch Fullart-Karten in den entsprechenden Boostern.

Collector-Booster richten sich gezielt an Sammler*innen, die besondere Artworks sammeln möchten. Hier gibt es eine ganze Reihe von Karten im Stil alter Horrorfilm-Plakate, die uns persönlich sehr gut gefallen. Warum also nicht einen Kreuzzug der Catharer im entsprechenden Artwork spielen? Die meistgesuchte Karte des Sets ist der Obervampir selbst. Edgar Markov gibt es in einer nummerierten Variante, von der weltweit nur 500 Stück existieren. Die Wahrscheinlichkeit, diesen aus einem Collector-Booster zu ziehen, liegt dabei unter 1 %. Wie viel genau darunter teilt Wizards of the Coast dabei nicht mit. Diese nummerierten Karten kann man dabei durchaus mit gemischten Gefühlen betrachten. Im Netz gab es im Vorfeld schon wieder große Diskussionen, da ein Teil dieser Karten schon vor dem offiziellen Release-Termin geöffnet wurden da einige Läden displayweise Material öffnen, um am Erscheinungstag Einzelkarten anzubieten. Darüber hinaus begrenzen solche nummerierten Karten automatisch den Print-Run. Gäbe es diese nicht, könnte Wizards of the Coast theoretisch unendlich Collector-Booster nachdrucken. So gibt es schlicht eine endliche Anzahl, muss doch die Wahrscheinlichkeit, eine nummerierte Karte zu ziehen, immer gleich bleiben.

Für Sammelwütige normaler Karten ist dieser ganze Vorgang am Ende jedoch schlicht von Vorteil. Dadurch, da viele Personen auf der Jagd nach den nummerierten Karten sind, werden Unmengen an Karten mit normalen Artworks geöffnet, die so dann den Markt fluten. Das drückt natürlich merklich die Preise. Abschließend sei noch erwähnt, dass diese Collector-Booster, im Gegensatz zu vielen vorherigen Ausführungen, nur vier seltene oder sagenhaft seltene Karten enthalten, statt fünf. Dies liegt schlicht daran, dass es keine Commander-Decks gibt und die fünfte Karte ansonsten eine solche Karte aus den Commander-Decks ist.

Insgesamt bleiben wir bei unserer allgemeinen Einschätzung. Wer Booster zum Spielen haben möchte, greift zum Play-Booster. Wer jedoch auf der Jagd nach speziellen Artworks ist oder sogar sein Glück bei der Suche nach einer nummerierten Karte versuchen möchte, wird sich für Collector-Booster interessieren.

Eine Symphonie der Reprints – Karten des Sets

Insgesamt enthält Innistrad Remastered ganze 297 Karten, Varianten der Karten werden dabei nicht mitgezählt. Die Karten behalten dabei ihre aktuelle Legalität und werden nicht in neuen Formaten legal. Die Ausnahme bilden dabei Karten, die nun die Seltenheit gewöhnlich aufweisen und somit im Pauper-Format gespielt werden dürfen. Wie schon zuvor angemerkt finden sich hier Klassiker aus den unterschiedlichen Sets und so lässt sich vielleicht die ein oder andere Karte günstig abstauben oder sogar neu entdecken, wenn man sie bisher nicht auf dem Schirm hatte.

Das Fleischhaken-Massaker war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung so stark, dass es schließlich im Standard-Format gebannt wurde. Hier bekommt es nun eine späte Renaissance inklusive eines neuen Artworks.

Auch diverse Vampire haben Reprints erhalten.

Blutlinien-Bewahrer, Blutkünstler, Blutzehnt-Eintreiber und Hinreißender Vampir sind fantastische Ergänzungen für diverse Decks.

Wo Schatten ist, ist auch Licht und so finden sich auch diverse Engel im Set. Avacyn, Engel der Hoffnung gewinnt einem das Spiel im Zweifelsfall allein. Bruna, das schwindende Licht und Sela, das gebrochene Schwert sind ebenfalls mit von der Partie.

Doch auch abseits dieser beiden Kreaturen-Typen gibt es eine ganze Reihe verschiedener interessanter Karten zu entdecken.

Das Gitrog-Monster, Sieg über die Horde, Schnellzauberer oder Kraterhuf-Behemoth sind solche Karten, die man gerne wieder als Reprints sieht.

Ein Teil davon findet sich, wie die beiden hier letztgenannten, leider nur im Retro-Frame wieder, was die Ziehwahrscheinlichkeit merklich reduziert.

Insgesamt macht das Set an dieser Stelle aber eine extrem gute Figur. Unter den Karten sind natürlich nicht alle teuer, aber viele spielbare Karten finden sich darunter. Viele Karten erhalten so dringend nötige Reprints, die für alle Spieler*innen deutlich erschwinglicher werden. Eine Sache, die Magic: The Gathering eigentlich nicht oft genug passieren kann.

Das kleine Kartenformat – Limited Erfahrungen

Ein solches Set kann natürlich auch im Draft- oder Sealed-Format gespielt werden. Und auch hier zeigt sich Innistrad Remastered von einer durchaus tauglichen Seite. Die klassischen zehn Farbkombinationen sind alle mehr oder minder spielbar und bieten schon fast klassische Archetypen. Seien es beispielsweise blau-weiße Flieger oder rot-weiße schnelle Kreaturen. In allen Varianten machen die Spielzüge Spaß und fördern spannende Duelle. Einzig die Tribal-Konzepte können schwierig werden. Vor allem bei den Vampiren gibt es zahlreiche Karten, die davon profitieren, wenn mehr Vampire gespielt werden. Zumindest im Sealed-Format kann das durchaus schwierig werden, eine ausreichende Anzahl aufzumachen. Auch zeigt sich in den Play-Boostern schon seit Längerem eine ungleichmäßige Verteilung der Farben. So kann es vorkommen, dass einzelne Farben deutlich stärker vertreten sind als andere Farben. Das mag einen schnell in die ein oder andere Farbe drängen. Das ist aber ein grundsätzliches Playbooster-Problem und keins, das explizit durch Innistrad Remastered entstanden ist. Trotz dieser Einschränkung lohnt sich das Ausprobieren des Limited-Formats, auch wenn die Booster etwas teurer ausfallen als bei Standard-Produkten.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Wizards of the Coast
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Deutsch/Englisch und weitere
  • Spieldauer: 30min+
  • Spieler*innen-Anzahl: 2+
  • Bezugsquelle: Fachhandel

 

Biss zum Displayende – Ein Fazit

Innistrad Remastered ist ein wirklich ordentliches Produkt geworden. Die Auswahl an Reprints erscheint sinnvoll, viele spielbare Karten können so vergleichsweise günstig den Weg in die Hände der Spielenden finden. Auch das Limited Format kann hier überzeugen, bietet es doch recht ausgeglichene Archetypen. Wer neue Geschichten sucht, wird hier leider wieder enttäuscht und auch das ein oder andere Special Artwork hätte gern seinen Weg in die Playbooster finden können. Abseits davon ist Innistrad Remastered aber eine gute Spielerfahrung, die man sich vor allem anschauen kann, wenn man Lust auf Gothic-Horror hat. Wer also Vampire und Engel mag, große Eldrazi liebt und alte Momente nochmal erleben will, kann beherzt zugreifen.

  • Gute Nachdrucke
  • Bessere Zugänglichkeit vieler Karten durch Nachdrucke
  • Ordentliches Sealed- und Draft-Gefühl
 

  • Keine neuen Story-Elemente
  • Spezielle Artworks wieder nur in Collector-Boostern

 

Artikelbilder: © Wizards of the Coast
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Lidia Strauch
Fotografien: Markus Kastell

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