Fans japanischer Horrorspiele können sich im ersten Quartal des Jahres nicht nur über ein neues Resident Evil freuen: Seit dem 12.03.2026 lädt das Remake von Fatal Frame II: Crimson Butterfly zu einer Gruselerfahrung der besonderen Art ein. Dabei präsentiert sich das Spiel moderner als je zuvor.
Fatal Frame ist eine japanische Videospielreihe, die seit 2001 Fans in ihren Bann zieht. Die insgesamt fünf Spiele erschienen im europäischen Raum unter dem Titel Project Zero. Inhaltlich ist die Reihe dem Survival Horror zuzuordnen, wobei sie ein besonderes Augenmerk auf japanische Mythologie und Folklore legt. Im März erschien der zweite Serienteil, Fatal Frame II: Crimson Butterfly, im neuen Gewand für die aktuelle Konsolengeneration und auf PC (Steam).
Horror, Bodyhorror, Blut, Mord, ritueller Mord, Tod, Gewalt gegen Kinder, Kulte
Inhaltsverzeichnis
Das verfluchte Dorf und die Zwillingsschwestern
Bei Crimson Butterfly handelt es sich um den zweiten Teil der Fatal Frame-Reihe. Die einzelnen Veröffentlichungen sind lose miteinander verbunden, können aber problemlos für sich alleinstehend gespielt und genossen werden. Im Mittelpunkt des zweiten Teils stehen die Zwillingsschwestern Mio und Mayu, die sich in ein mysteriöses Dorf verirren, aus dem sie nicht entkommen können. Hier müssen sie sich gegen gefährliche Geister zur Wehr setzen und die jahrhundertealte Geschichte des Ortes enthüllen. Mio muss dabei besonders auf ihre Schwester Mayu aufpassen, denn diese fühlt sich stark zu dem Dorf hingezogen und wird so manches Mal im Spielverlauf aus der Nähe ihrer Schwester weggelockt.

Im Verlauf der Handlung treffen die Zwillinge auf unterschiedliche Geister, die jeweils eine eigene Geschichte haben. Nicht alle sind unmittelbar mit der Vergangenheit des Dorfes verknüpft. Gleich zu Beginn des Spiels treffen die Mädchen beispielsweise auf den Geist von Miyako Sudo, die sich auf der Suche nach ihrem Liebhaber in das Dorf verirrte und dort von seinem Geist ermordet wurde. Wie diese erste Geschichte sind viele der Inhalte, die durch das Finden von Tage- oder Notizbüchern erschlossen werden können, düsterer und tragischer Natur. Die gesamte Atmosphäre innerhalb des Dorfes ist finster und bedrückend; nicht einmal im Licht der Papierlaternen, die zum Speichern genutzt werden, entsteht ein Gefühl von Sicherheit.

Das Spiel weist sechs verschiedene Enden auf, wovon eines mit dem Remake neu hinzukam. Zusammen mit den ebenfalls neu eingefügten Nebengeschichten, die ein tieferes Einsteigen in die Hintergründe besonderer Geister ermöglichen, ist das Remake deswegen auch für alteingesessene Fans interessant. Zudem ist ein erhöhter Wiederspielwert gegeben.
Kamera, Licht und… Action?
Das Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake verbindet den ursprünglichen Charme des Gruselspiels mit modernen Neuerungen. Damit ist der Titel nicht nur für alte Fans interessant, sondern dürfte auch ein neues Publikum ansprechen. Vor allem die wundervolle Grafik des Remakes sowie die hochwertige Vertonung machen die etwa zehn Spielstunden, die für einen Durchlauf einzuplanen sind, zu einer positiven Erfahrung. Es kam im Zuge des Spieltests, für den die Steam-Version von Fatal Frame II zur Verfügung stand, zu keinen Abstürzen oder Performance-Problemen. Es wird empfohlen, das Spiel mit einem Kontroller zu spielen. Zu Zwecken dieser Rezension wurde ein Xbox-Kontroller verwendet, der direkt vom Spiel erkannt wurde.
Das Kampfsystem – altbekannte und neue Funktionen
Die Kernelemente des klassischen Kampfsystems von Fatal Frame II sind im Remake erhalten geblieben: Spielende müssen mithilfe der Kamera gezielt Fotos von Geistern machen, um diesen Schaden zuzufügen. Dabei sollten sie auf ihre Positionierung achten, damit sie nicht Opfer eines Angriffs werden und Lebenspunkte einbüßen. Im Remake muss nicht nur auf die Lebensleiste achtgegeben werden, denn Mio ist nun auch mit einer Willenskraftleiste ausgestattet. Diese leert sich, wenn ein Geist eine erfolgreiche Attacke durchführt, aber auch wenn Mio läuft oder ausweicht. Ist keine Willenskraft mehr übrig, landet Mio auf dem Boden und droht, von den feindlichen Spukgestalten schwer verwundet zu werden. Nur ein gezieltes Foto kann jetzt noch helfen.

Das Ausweichen stellt ebenfalls eine neue Funktion dar, die den Kampf dynamischer macht. Das Wegducken ist vor allem deshalb nützlich, weil die Cooldown-Zeiten nach jedem gemachten Foto recht lang ausfallen. Hinzu kommt, dass einige zu bekämpfende Geister die Chance haben, verärgert zu werden. Sie nehmen dann eine verstärkte Form an, die ihre Lebenspunkte stark erhöht. Zur Veröffentlichung des Spiels sorgte diese Neuerung für aufgeblähte und frustrierende Kämpfe. Mit dem Update vom 16.03.2026 wurde das Problem abgemildert – die Geister sind nunmehr seltener verärgert und der Status ist schwächer als zuvor. Dennoch ist hier Frustrationspotenzial gegeben.
Mios treuer Begleiter, ihre Kamera, weist im Remake eine Reihe von Verbesserungen auf. Spielende können dank der Zoom- und Fokus-Funktionen entscheiden, aus welcher Entfernung sie angreifen und Fotos schießen möchten. Es gibt außerdem die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Filtern zu wechseln, um beispielsweise Geister beim Schießen eines Fotos wegzustoßen oder zu blenden. Auch werden unterschiedliche Filter benötigt, um verborgene Gegenstände aufzudecken oder verschlossene Türen zu öffnen. Zu diesem Zweck ist jeweils der korrekte Filter zu wählen und dann ein Foto von dem jeweiligen Objekt anzufertigen. Das Ausprobieren der verschiedenen Funktionen in Verbindung mit den Upgrade-Möglichkeiten der Kamera bringt Abwechslung ins Spiel und ist unterhaltsam.

Erkundung auf leisen Sohlen
Neben den Kämpfen steht der Erkundungsaspekt im Mittelpunkt des Spiels. Mio und ihre Schwester können etliche Aufzeichnungen im Dorf finden, die ihnen von unheimlichen Geschehnissen und Ritualen berichten. Bewaffnet mit einer Taschenlampe und der Möglichkeit, sich an gefährlichen Geistern vorbeizuschleichen, können sich die beiden in Minakami umsehen. Dabei lassen sich die zuvor beschriebenen Nebengeschichten ausfindig machen, die unabhängig von der primären Handlung untersucht werden können. Auf der einen Seite sind diese neuen Inhalte spannend und bieten mehr Spielzeit an. Auf der anderen Seite jedoch nehmen sie der Haupthandlung des Spiels die Dringlichkeit. Der eigenen Neugier nachzugehen, wenn sie selbst oder ihre Zwillingsschwester in Gefahr ist, scheint leider keine authentische Handlungsweise für die Protagonistin zu sein.
Eine weitere Neuerung ist die Option, Mayus Hand halten zu können, um Lebenspunkte und Willenskraft zu regenerieren. Auch kann Mio ihre Schwester, die aufgrund einer alten Beinverletzung langsam zu Fuß ist, von gefährlichen Geistern fortziehen. Darüber hinaus bietet das Remake einen Fotomodus an, mit dem sich schöne Aufnahmen herstellen lassen.

Die harten Fakten:
- Entwicklerstudio: Team Ninja
- Publisher: KOEI TECMO GAMES CO., LTD.
- Plattform: PC (Steam), PlayStation 5, Xbox Series S, Xbox Series X, Nintendo Switch 2
- Sprache:
- Audio: Englisch, Japanisch
- Text: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch
- Mindestanforderungen:
- Betriebssystem: Windows 11 (64-bit)*
- Prozessor: Intel Core i5-8400 oder AMD Ryzen 5 3400G
- Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
- Grafik: GeForce RTX 1050 Ti 4GB oder Radeon R9 380X 4GB
- Speicherplatz: 30 GB
- Sonstiges: Es wird eine SSD benötigt.
- Genre: Survival Horror, Action, Adventure
- Releasedatum: 12.03.2026
- Spielstunden: 10 Stunden
- Spieler*innen-Anzahl: 1
- Altersfreigabe: ab 16 Jahren
- Preis: 49,99 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon (PS5, Nintendo Switch 2, Xbox Series X und S)
*Das Spiel konnte entgegen der Empfehlung, Windows 11 zu nutzen, auch auf einem Windows 10-Rechner gespielt werden. Hierfür kann jedoch keine Garantie ausgesprochen werden.
Fazit
Der zweite Teil der Erfolgsreihe Fatal Frame, deren Teile früher in Europa unter dem Titel Projekt Zero veröffentlicht wurden, gilt als Fan-Favorit. Schon 2003/2004 begeisterte die Geschichte der Zwillingsschwestern Mio und Mayu Spielende weltweit. Der beklemmende Nischenhorror, gepaart mit japanischer Mythologie und Folklore, überzeugt auch im neuen Gewand: Das Remake ist mit einer stimmungsvollen Grafik und passendem Soundtrack ausgestattet. Die Grundlagen der Handlung bleiben unberührt, allerdings gibt es neue, erkundbare Nebengeschichten sowie ein zusätzliches Ende des Spiels.
Das Remake von Fatal Frame II: Crimson Butterfly bringt eine Reihe von Neuerungen mit, von denen nicht alle überzeugen: Die Willenskraftleiste und Ausweich-Mechanik verlagern den Fokus des Spiels auf die Kämpfe, die aufgrund möglicher spontaner Verstärkungen der Geister künstlich in die Länge gezogen werden. Glücklicherweise bleibt der Erkundungsaspekt so spannend wie in der ursprünglichen Veröffentlichung, und die Atmosphäre profitiert von den modernen grafischen Möglichkeiten.

Das Spiel ist lose mit anderen Teilen der Reihe verknüpft, kann aber problemlos für sich alleinstehend gespielt werden. Durch die moderne Aufarbeitung ist es nicht nur für Fans, sondern auch für Neulinge interessant. Somit laden Koei Tecmo und Team Ninja eine ganze Reihe von Spielenden in das mysteriöse Dorf Minakami ein, um dessen schaurige Bewohner*innen kennenzulernen und an dem ein oder anderen grauenerregenden Ritual teilzunehmen.

- Erhaltung des ursprünglichen Charmes
- Grafisch sehr ansprechend
- Neue Inhalte
- Fokus auf den Kampf
- Risiko aufgeblähter Kämpfe
Artikelbilder: © Team Ninja, KOEI TECMO GAMES CO., LTD.
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Alexa Kasparek
Screenshots: Yola Tödt
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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