Auch in der Welt von HeXXen 1733 gilt der Petersdom als Wahrzeichen Roms. Allerdings wurde er bei der Eroberung der Dämonenhorden in ein infernalisches Feuer gehüllt, welches auch im Jahre 1733 noch brennt. Es fühlen sich dort immer noch Dämonen und anderes höllisches Gezücht heimisch.
Das Mini-PDF Petersdom – Hort in Flammen ist eine kurze, aber durchaus interessante Ergänzung zu dem Quellenband Im Herzen der Ewigen Stadt – Regionalia Rom. Es erläutert kurz die Entstehung der monumentalen Kirche und die Eroberung durch Shaitan und seine Dämonenhorden. Eine Zufallstabelle für Begegnungen, eine Abenteueridee und eine spannende Kurzgeschichte runden die Ergänzung ab.
keine typischen Trigger
„Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“Matthäus 16,18
Inhalt
Der Ergänzungsband zu HeXXen 1733, der nur als digitales Medium erschienen ist, umfasst 17 Seiten, rechnet man den Titel und das Impressum mit ein. Davon sind neun Seiten eine Ergänzung zum Quellenband Im Herzen der Ewigen Stadt – Regionalia Rom mit Hintergrund zum Petersdom in der Welt von HeXXen 1733, einigen Antagonist*innen und Optionen, was die Spielenden in der Papstbasilika erwarten könnte. Dazu gibt es noch eine Idee für ein Abenteuer, das beschreibt, warum überhaupt irgendein Charakter die Kathedrale betreten wollen würde. Auf den anderen Seiten findet man eine Kurzgeschichte, die die Stimmung in Rom einfängt und in Szene setzt, was es für eine Schwierigkeit darstellen kann, den Petersdom überhaupt zu betreten.

San Pietro di Vaticano, im Deutschen oft als Petersdom bekannt, ist auch in der Welt von HeXXen 1733 das Herz des Vatikans und somit innerhalb der Stadt Rom. Bis zu der Eroberung Roms durch Shaitans Dämonenarmee gleichen sich die Historie im Spiel und der Realität. In der Spielwelt wurde im Jahr 1640 das Höllentor geöffnet, kurz danach nahm die Armee der Dämonen die Stadt Rom ein. Informationen dazu findet man allerdings im Quellenband Im Herzen der Ewigen Stadt – Regionalia Rom.
Es wird kurz und bündig die Entstehung der päpstlichen Basilika erläutert und welche Bedeutung sie hatte. Einst wurde eine Kirche auf den (vermuteten) Gebeinen des Apostels Simon Petrus erbaut, der im Jahre 64 von Kaiser Nero im Zuge der Christenverfolgungen im Circus Gai et Neronis gekreuzigt wurde. Da der Apostel nicht auf dieselbe Art wie Jesus Christus sterben wollte, bat er darum, kopfüber ans Kreuz geschlagen zu werden.

Fast 300 Jahre später ließ Kaiser Konstantin dort den ersten Petersdom errichten. Dieser war im Mittelalter ein sehr bedeutender Wallfahrtsort der westlichen Welt, doch die Zeit forderte ihren Tribut, ebenso wie Plünderer. Es war Papst Julius II., der im Jahre 1505 beschloss, die 1200 Jahre alte Basilika abzureißen und neu zu bauen. Er und seine Nachfolger hatten die Vision, den neuen Petersdom zur prächtigsten und bekanntesten Kirche werden zu lassen und so wurde sie eines der eindrucksvollsten Gebäude der Renaissance, an der Berühmtheiten wie der Baumeister Donato di Pascuccio d’Antonio, der Künstler Michelangelo und der Bildhauer Gian Lorenzo Bernini mitarbeiteten.
Als Leuchtfeuer des christlichen Glaubens wurde der Petersdom im Jahre 1626 feierlich eröffnet, nur um keine zwei Jahrzehnte später zu fallen, als Shaitan mit seiner Armee anrückte, um die Basilika erfolgreich zu erobern und die Kirchenleute samt Papst Urban VIII. abzuschlachten und ein Mahnmal dämonischer Herrschaft entstehen zu lassen.

Zahllose Gläubige wurden von ihm hingerichtet und der Petersdom in dämonisches Feuer gehüllt, er selbst errichtete seinen Thron auf Petrus‘ Grab in der alten Nekropole unter dem Petersdom. Dort war er ungestört, denn er wusste, dass sich niemand dort herunterwagen würde. Im Laufe der Jahre sickerte seine Essenz immer weiter in das Gemäuer und erschuf so das unvorhersehbare Labyrinth, was es heute ist. Im Jahre 1672 wurde Shaitan dann doch unter der Führung von Papst Lucius IV. erschlagen und sein Körper verschüttet. Bis heute allerdings ist der Petersdom weiterhin in dämonische Flammen gehüllt und für das Christentum verloren.
Die Kunstwerke und Reliquien sind von den Flammen unangetastet, sofern sie nicht geplündert wurden. Trotz des Verbotes von Papst Lucius IV., den Petersdom zu betreten, bevor die Flammen gelöscht sind, wagen sich immer mal wieder einige Wagemutige in die Basilika, wo Dämonen, sich stetig ändernde Räume und der Wahnsinn sie erwartet. Manchmal erhalten Jäger*innen sogar die Erlaubnis der Kirche, den Petersdom zu betreten, um das Reliquiar zu retten.

Dank der Tabelle, die im PDF enthalten ist, kann der*die HeXXenmeister*in, wie die Spielleitung in diesem Pen-and-Paper genannt wird, auf einem zwölfseitigen Würfel auswürfeln, wie der Raum aussieht, den die Charaktere als nächstes betreten werden. Passend dazu hat jeder Raum eine zusätzliche Beschreibung, beziehungsweise Regel.
Folgend ist eine kleine Abenteueridee, die man der Spielgruppe anbieten kann. Dazu erhält man die wehrhaften Schrecken des Petersdoms, ein Liste mit Charakteristika und Werten für Dämonen, die in der Basilika hausen und ihr Unwesen treiben. Man erhält eine Auswahl von zart bis hart, also relativ leichte Bandengegner bis hin zu einem Riesen. Zu guter Letzt enthält die Regelsektion des Mini-PDFs noch einen neuen Schadenszusatz namens „Bewegungsentzug“.
Quocumque tu nos ducis – Wohin du uns auch führst
Die zweite Hälfte des PDFs enthält eine Kurzgeschichte mit dem Namen „Quocumque tu nos ducis“, was mit „Wohin du uns auch führst“ zu übersetzen ist. Dort geht es primär um einen Inquisitor namens Vincente, der mit seiner Gruppe einen Weg in den Petersdom sucht. Diese kurze Geschichte fängt sehr gut die Stimmung ein, die in der Spielgruppe und der Stadt herrscht. Leise Zweifel schleichen sich ein, der Mangel an Ressourcen wird verdeutlicht und es gibt eine mysteriöse Fraktion, die der Gruppe helfen könnte.

Es stellt sich die Frage, ob die Hilfe von Freund*in oder Feind*in kommt. Ist es legitim, die Hilfe von unmenschlichen Geschöpfen anzunehmen oder sollten sie lieber auf der Stelle vernichtet werden? Es wird verdeutlicht, dass es schwierig sein wird, die Basilika zu betreten. Es ist alles andere als ein Kinderspiel. Auch stellt Vincente seinen Glauben in Frage. Im Gegensatz zu seinem Freund und Begleiter kann er nicht mehr so Zwiesprache mit Gott halten wie früher.
Diese Kurzgeschichte ist absolut lesenswert, nicht nur für HeXXenmeister*innen, sondern auch für die Spieler*innenschaft, um sich der Atmosphäre Roms im Jahre 1733 bewusst zu werden.
Erscheinungsbild
Das Mini-PDF ist vollfarbig, mit Illustrationen zu den Antagonist*innen und ein paar Bildern des Petersdoms auf der letzten Seite. Der Teil mit den Ergänzungen zum Spiel ist passend zu den anderen Werken der HeXXen 1733-Reihe gestaltet. Der Teil mit der Kurzgeschichte hebt sich davon ab, denn der Text ist mit einem antik wirkenden Papier unterlegt. Obwohl die Ergänzung zum Petersdom nur als PDF erschienen ist, wirkt es so, als ob der Text für ein Printmedium gesetzt wurde. Dies heißt, dass der Text zwischendurch von Infokästchen unterbrochen ist, teilweise auch mitten im Satz, was in einem gedruckten Buch nicht stören würde. Je nachdem, wie aber das Programm zum Lesen des PDFs eingestellt ist, kann es durchaus etwas lästig sein. Stellt man das Programm so ein, dass die Seiten als Fließtext aneinandergereiht sind, liest es sich deutlich besser.
Die harten Fakten:

- Verlag: Ulisses Spiele
- Autorinnen: Pia Kasper, Nina Schwenzl
- Illustrator*innen: Carlos Diaz, Guillaume Ducos, Michael Gladigau, Maze Tan
- Erscheinungsjahr: 2024
- Sprache: Deutsch
- Format: PDF
- Seitenanzahl: 17
- ISBN: –
- Preis: EUR 4,99
- Bezugsquelle: DriveThruRPG
Fazit
Das Mini-PDF zum Petersdom ist kurz und informativ. Es gibt einige historische Informationen, auf den Angriff von Shaitans Dämonenhorden wird kurz eingegangen, man erhält aber auch an einigen Stellen den Verweis auf den Quellenband Im Herzen der Ewigen Stadt – Regionalia Rom, wo man zusätzliche Informationen findet. Darauf wird allerdings auch schon bei der Beschreibung hingewiesen, daher ist es nicht überraschend.
Dank der Zufallstabelle kann man als HeXXenmeister*in, wie die Spielleitung in diesem System genannt wird, ein spannendes Abenteuer anbieten. Dabei liegt die Entscheidung bei der Spielleitung, ob die Räume vorher festgelegt sind oder aber, mit Hilfe eines zwölfseitigen Würfels, improvisiert werden. Auch die Werte für passende Gegner werden mitgeliefert.
Die Kurzgeschichte fängt gut die Atmosphäre der Szenerie ein und zeigt Probleme und Schwierigkeiten auf, überhaupt die Basilika betreten zu können.
Das kurze Ergänzungswerk bietet also einiges, wenn man bedenkt, dass es nur 15 Seiten (ohne Titel und Impressum) umfasst.

- Kurze, informative Quellensektion
- Etabliertes Spielsystem
- Kurzgeschichte für eine gute Stimmung
- Infokästen teilweise unglücklich gesetzt
Artikelbilder: © Ulisses Spiele
Layout und Satz: Kai Frederic Engelmann
Lektorat: Saskia Harendt
Fotografie: © depositphotos | TTstudio
Das Spiel wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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