Jedes Jahr warten viele Brettspielfans gespannt auf die Bekanntgabe der Nominierungslisten für das Spiel, Kennerspiel und Kinderspiel des Jahres. Wochen vorher wird spekuliert und gehofft, dass das eigene Lieblingsspiel Chancen auf die begehrte Auszeichnung hat. Welche drei Spiele in den jeweiligen Kategorien von der Jury nominiert wurden, lest ihr hier.
Inhaltsverzeichnis
Nominierungen zum Spiel des Jahres 2025
Aus einer Empfehlungsliste von insgesamt neun Spielen wurden die folgenden drei Spiele besonders hervorgehoben und haben Aussicht auf den Titel Spiel des Jahres 2025.
Bomb Busters
Bloß nicht das rote Band durchschneiden, denn sonst explodiert die Bombe und alle haben verloren. In dem kooperativen Deduktionsspiel können in sechsundsechzig verschiedenen Missionen zwei bis vier Bombenentschärfungs-Profis Kabel durchschneiden. Natürlich nur im übertragenen Sinn, kein Spielmaterial wird zerstört.
Auf “Kabelhalter”-Bänken stehen kleine Zahlenplättchen vor den Spielenden. Die “Kabel” (jeweils viermal in den Werten eins bis zwölf) werden gemeinsam mit dem roten Kabel verdeckt gemischt, gleichmäßig an alle verteilt und dann jeweils aufsteigend aufgereiht. Dann ist geschickte Kommunikation und logisches Deduzieren angesagt, denn immer zwei Kabel gleichen Werts wollen durchtrennt werden. Dabei darf nur eingeschränkt über die eigene Kabelbank kommuniziert werden, und zu viele Fehlversuche führen genauso zur Niederlage wie das Durchtrennen des roten Kabels.
In weiteren Missionen kommen zum Beispiel gelbe Kabel und andere Hilfsmittel hinzu. In der Schachtel warten außerdem fünf Überraschungsboxen mit zusätzlichem Spielmaterial.
Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Hisashi Hayashi
- Illustrator*in(nen): Dominique Ferland
- Verlag: Pegasus Spiele
- Spieler*innen-Anzahl: 2 bis 5
- Alter: ab 10 Jahren
- Spieldauer: 30 Minuten
- Preis: ca. 35 EUR
- Verfügbarkeit: Fachhandel, Amazon
- Spielregeln: Download von der Verlagsseite
Flip 7
Noch eine Karte nehmen oder doch lieber aufhören? Beim kompetitiven Push-your-Luck-Kartenspiel Flip 7 teilt eine Person reihum Karten an die Spielenden aus. Diese entscheiden jedes Mal neu, ob sie die vor ihnen liegenden Karten sichern oder doch lieber weiterzocken wollen.
Denn wer zwei gleiche Zahlenkarten vor sich ausliegen hat, fliegt aus der aktuellen Runde. Jede Karte gibt es so oft, wie ihr Wert anzeigt: Eine Eins ist also nur einmal, die Zwölf zwölfmal im Spiel. Wem eine namensgebende Flip 7 mit sieben verschiedenen Zahlen in der eigenen Auslage gelingt, erntet fünfzehn Extrapunkte.
Daneben gibt es noch ein paar besondere Karten, zum Beispiel die Aktionskarte „Freeze“, mit der andere Mitspielende in der aktuellen Runde aufgehalten werden können, weiterzuspielen. Wer zuerst zweihundert Punkte erreicht, gewinnt und beendet damit das Spiel.
Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Eric Olsen
- Illustrator*in(nen): O’Neil Mabile
- Verlag: KOSMOS
- Spieler*innen-Anzahl: 3 bis 18
- Alter: ab 8 Jahren
- Spieldauer: 20 Minuten
- Preis: ca. 15 EUR
- Verfügbarkeit: Fachhandel, Amazon
- Spielregeln: Download von der Verlagsseite
Krakel Orakel
Gekrakelt und orakelt wird im kooperativen Mal-Spiel Krakel Orakel. Dafür erhalten alle Mitspielenden jeweils eine Begriffskarte und eine Krakeltafel mit aufgedrucktem Linien-Chaos. Zwei Minuten lang dürfen alle den eigenen (leichten oder schweren) Begriff krakeln, mit dem Kniff, nur die vorgedruckten Linien nutzen zu dürfen.
Dann wird orakelt. Zu den gekrakelten Begriffskarten werden verdeckt doppelt so viele Karten gemischt, deren Begriffe nicht gemalt wurden. Alle Karten werden gemeinsam mit den bemalten Krakeltafeln offen in die Tischmitte gelegt. Ohne Worte wird gegrübelt, welche Begriffe wohl gekrakelt wurden und welche aussortiert werden können. Denn wird eine Karte aussortiert, deren Begriff gemalt wurde, gibt es einen Minuspunkt. Alle Mitspielenden entfernen nacheinander je eine Karte aus der Auslage und dürfen dabei insgesamt maximal drei Minuspunkte sammeln, um gemeinsam zu gewinnen.Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Die 7 Bazis
- Illustrator*in(nen): Eva Hook, Ramona Gaar
- Verlag: frechverlag
- Spieler*innen-Anzahl: 2 bis 8
- Alter: ab 10 Jahren
- Spieldauer: 20 bis 40 Minuten
- Preis: ca. 25 EUR
- Verfügbarkeit: Fachhandel, Amazon
Nominierungen zum Kennerspiel des Jahres 2025
Auf die Empfehlungsliste für Kenner*innnen-Spiele haben es sieben Spiele geschafft, von denen die folgenden drei auf dem Treppchen stehen.
Endeavor: Die Tiefsee
Den Ozean schützend erforschen und dabei immaterielle Dinge wie zum Beispiel Wissen entnehmen – darum geht es bei Endeavor: Die Tiefsee. In jeder der sechs Runden wird dafür ein neues Crew-Mitglied angeheuert, das jeweils mit unterschiedlichen Aktionen ausgestattet ist.
Um die fünf möglichen Aktionen ausführen zu können, brauchen die Spielenden kleine Scheibchen. Mit der Tauchen-Aktion kann zum Beispiel neues Wissen erlangt werden, das in die Meeresschutz- oder Publikation-Aktion investiert werden kann. Beim Erkunden mit der Sonar-Aktion können neue, hübsch illustrierte Ozeankacheln entdeckt werden, wodurch das Spielfeld nach und nach erweitert wird. Dabei werden, ebenso wie durch die Bewegungs-Aktion, wertvolle Boni zur Verbesserung der Eigenschaftsleiste gewonnen.
Die Eigenschaftsleiste gibt an, wie viele der wertvollen Scheibchen in jeder Runde neu dazukommen und von den Crew-Mitgliedern zurückgeholt werden dürfen. Sie bestimmt auch die Anzahl und Reichweite der eigenen eingesetzten U-Boote sowie die maximale Rekrutierungsstufe der neu anzuheuernden Crew-Mitglieder.
In zehn verschiedenen Szenarien kann der Forschung des Ozeans kompetitiv, kooperativ oder solo nachgegangen werden, je nach Szenario mit anderen Schwerpunkten und Aufgaben.Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Carl de Visser, Jarratt Gray
- Illustrator*in(nen): Fahed Alrajil
- Verlag: Frosted Games
- Spieler*innen-Anzahl: 1 bis 4
- Alter: ab 10 Jahren
- Spieldauer: 60 bis 120 Minuten
- Preis: ca. 65 EUR
- Verfügbarkeit: Fachhandel
- Spielregeln: Download von der Verlagsseite
Faraway
Beim kompetitiven Kartenspiel Faraway werden auf dem fiktiven Kontinent Alula Regions-Karten zwar von rechts nach links ausgespielt, aber von links nach rechts gewertet. Dieser Karten-Kniff erfordert vorausschauendes Spielen, denn bei der Wertung am Spielende fließen nur die offen ausliegenden Karten in die Wertung der aktuellen Karte ein. Nach der achten und letzten Runde werden dafür alle Karten umgedreht und dann nacheinander von links nach rechts aufgedeckt und gewertet.
Manche Karten sind mit Symbolen versehen, andere geben bei Spielende Punkte, aber nur dann, wenn die vorgegebene Anzahl an Symbolen zu sehen ist. Jede der Regions-Karten ist einzigartig und jeweils mit einer Zahl von eins bis achtundsechzig versehen.
Zu Rundenbeginn haben die Spielenden drei Handkarten, von denen eine verdeckt ausgespielt wird. Nachdem alle die aktuelle Karte ihrer eigenen Auslage hinzugefügt haben, wird die Zugreihenfolge in aufsteigender Reihenfolge ermittelt: Wer zuletzt die kleinste Zahl ausgespielt hat, darf zuerst aus der allgemeinen Auslage eine neue Handkarte auswählen.
Alle, die aufsteigend angelegt haben, können außerdem mit Heiligtum-Karten belohnt werden. Diese liegen dann jederzeit offen in der eigenen Auslage und bringen zum Beispiel Symbole, die für Wertungsbedingungen Punkte geben können. Wer davon am Ende die meisten hat, gewinnt.Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Johannes Goupy, Corentin Lebrat
- Illustrator*in(nen): Maxime Morin
- Verlag: KOSMOS
- Spieler*innen-Anzahl: 2 bis 6
- Alter: ab 10 Jahren
- Spieldauer: 25 Minuten
- Preis: ca. 20 EUR
- Verfügbarkeit: Fachhandel, Amazon
- Spielregeln: Download von der Verlagsseite
Neuland
Im kompetitiven Plättchen-Lege-Spiel Neuland breiten sich die Spielenden als Wikinger*innen auf dem Landschaftsplan in der Tischmitte aus und platzieren geschickt die dabei erworbenen Plättchen auf ihrem eigenen Tableau. Jedes Feld der Landschaft darf dabei nur von einer Spielfigur besetzt werden, welche angrenzend an eine eigene oder andere Spielfigur eingesetzt werden muss.
Ressourcen-Plättchen werden durch einfaches Platzieren auf dem entsprechenden Feld erworben, während Gebäude-Plättchen hingegen erobert werden müssen. Um beispielsweise ein Burg-Plättchen zu erhalten, benötigt ein*e Spieler*in angrenzend eine Gruppe aus vier Spielfiguren.
Das geschickte Puzzeln der erworbenen Plättchen ist wichtig, um Baustellen abzuschließen. Zu Spielbeginn befinden sich drei Baustellen auf dem eigenen Tableau, deren Bedingungen es im Laufe des Spiels zu erfüllen gilt. So braucht zum Beispiel die Hafen-Baustelle angrenzend ein Haus, ein Gold und eine Axt, um erfolgreich abgeschlossen zu werden. Zusätzlich können auch Aufwertungsplättchen dem eigenen Tableau hinzugefügt werden, deren Voraussetzungen ebenfalls passend gepuzzelt werden wollen.
Für weitere taktische Überlegungen haben alle Spielenden jeweils drei Schilde mit einer einmaligen Extra-Aktion, zum Beispiel das Einsetzen einer Spielfigur auf einem bereits besetzten Feld. Dreizehn Wikinger*innen stehen allen Spielenden zur Verfügung. Wurde die letzte Figur platziert, endet das Spiel, die Punkte werden gezählt und wer die meisten hat, gewinnt.
Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Charles Chevallier, Laurent Escoffier
- Illustrator*in(nen): Xavier Gueniffey Durin
- Verlag: Game Factory
- Spieler*innen-Anzahl: 2 bis 4
- Alter: ab 10 Jahren
- Spieldauer: ab 40 Minuten
- Preis: ca. 30 EUR
- Verfügbarkeit: Fachhandel, Amazon
- Spielregeln: Download von der Verlagsseite
Nominierungen zum Kinderspiel des Jahres 2025
Sechs Kinderspiele wurden von der Jury empfohlen, von denen die folgenden drei die Chance auf den Titel Kinderspiel des Jahres 2025 haben.
Die Mäusebande
Weil die Zahnfee Zahnweh hat, hilft die Mäusebande gemeinsam als Team. Im dunklen Wald, der aus neun Plättchen in einem drei-mal-drei-Raster besteht, verstecken sich Tierkinder, die allesamt ihre Milchzähne verloren haben. Wessen Zahn eingesammelt werden soll, zeigt die aktuelle Auftragskarte. Ist ein Mäusekind am Zug, stellt es die eigene Spielfigur an den Rand einer Reihe oder Spalte, in der es das Tierkind von der Auftragskarte vermutet. Wer mag, darf ohne Worte helfen und die eigene Mäusefigur ebenfalls platzieren, denn zu Spielbeginn durften alle heimlich unter ein Waldplättchen schauen.
Dann wird das entsprechende Waldplättchen aufgedeckt. Befindet sich hier das Tierkind von der Auftragskarte, darf ein Zahn in die Schachteltruhe geworfen werden. Bei einem Fehler landet dort stattdessen ein Mondplättchen. Wurden alle Zähne eingesammelt, bevor die Mondplättchen leer sind, gewinnt die Mäusebande.
Beim erweiterten Spiel ab sechs Jahren wird der Wald auf ein vier-mal-vier-Raster mit zusätzlichen Plättchen ausgeweitet, wie zum Beispiel mit dem Oger, der sich nur verscheuchen lässt, wenn zwei bestimmte Gegenstands-Plättchen im Wald aufgedeckt wurden. Andernfalls dürfen die Mäusekinder keine Tipps mehr geben. Aber auch hilfreiche Plättchen können im erweiterten Wald entdeckt werden, beispielsweise die Eulenfee, die einmalig das Einwerfen eines Mondes verhindert.
Die harten Fakten
- Autor*in(nen): Christophe Lauras
- Illustrator*in(nen): Marie Desbons
- Verlag: Game Factory
- Spieler*innen-Anzahl: 2 bis 5
- Alter: ab 4 oder 6 Jahren
- Spieldauer: 20 Minuten
- Preis: ca. 23 EUR
- Verfügbarkeit: Fachhandel, Amazon
- Spielregeln: Download von der Verlagsseite
Cascadia Junior
Möglichst viele Tannenzapfen wollen gesammelt werden, denn wer die meisten davon hat, gewinnt das kompetitive Plättchen-Lege-Spiel. Dafür bauen sich alle eine eigene kleine Cascadia-Landschaft aus Wildplättchen, die aus doppelten Hex-Plättchen mit jeweils zwei Landschafts- und zwei Tierarten bestehen.
Werden beim Anlegen drei zusammenhängende Tiere gleicher Art vereint, darf ein entsprechender Tier-Wertungsmarker ins eigene Landschafts-Tableau gelegt werden. Bei Spielende gibt es für jeweils drei bis fünf gleiche aneinander angrenzende Landschaften einen passenden Wertungsmarker, ab sechs sogar zwei. Dann werden alle Wertungsmarker umgedreht und damit die (jeweils ein bis zwei) Tannenzapfen aufgedeckt.
In der Variante mit erweiterten Wertungsregeln müssen die Tiere nach vorgegebenen Anordnungen in die eigene Cascadia-Landschaft gepuzzelt werden.Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Fertessa Allyse, Randy Flynn
- Illustrator*in(nen): Beth Sobel
- Verlag: KOSMOS
- Spieler*innen-Anzahl: 2 bis 4
- Alter: ab 6 Jahren
- Spieldauer: 30 Minuten
- Preis: ca. 27 EUR
- Verfügbarkeit: Fachhandel, Amazon
- Spielregeln: Download von der Verlagsseite
Topp die Torte!
Alle ran an die Tortenback-Kunst! Wer geschickt die Tortenböden schichtet und ein wachsames Auge beweist, kann dabei viele Zuckerwürfel sammeln und am Ende mit den meisten Punkten gewinnen.
Nach und nach wächst die Torte, denn in jeder Runde wird ein neues Tortenteil aufgeschichtet. Dabei ist ein gutes Auge gefragt, denn vor dem Anlegen darf nur geschaut werden, bevor eines von zwei doppelseitigen Tortenteilen der eigenen Torte hinzugefügt wird. Dann wird geprüft, welche Farbstreifen vertikal verbunden sind und wie viele Zuckerwürfel diese hervorbringen.
Die wertvollen Zuckerwürfel werden in Tableau-Gläsern gesammelt, wobei sich keine Farbe doppeln darf. Ist ein Glas voll, gibt es je nach Größe einen bronzenen, silbernen oder goldenen Punktechip, der bei Spielende umgedreht und gewertet wird. In der letzten Runde wird geprüft, wie viele goldene Zuckerwürfel in der eigenen Torte sind. Diese Joker können beliebig in die Gläser verteilt werden, bevor ein letztes Mal Punktechips und damit wichtige Siegpunkte gesammelt werden können.
Die harten Fakten:
- Autor*in(nen): Wolfgang Warsch
- Illustrator*in(nen): Michel Verdu
- Verlag: Schmidt Spiele
- Spieler*innen-Anzahl: 2 bis 4
- Alter: ab 6 Jahren
- Spieldauer: 20 Minuten
- Preis: ca. 28 EUR
- Verfügbarkeit: Fachhandel, Amazon
- Spielregeln: Download von der Verlagsseite
Artikelbilder: © Spiel des Jahres e.V. oder wie gekennzeichnet
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Alexa Kasparek
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