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Die sieben Wunder im Kleinformat: Im neuen 7 Wonders Dice können zwei bis sieben Spielende eine Zivilisation errichten, die die Jahrtausende überdauern und als einflussreichste Macht in die Geschichte der Menschheit eingehen soll. In der Roll-and-Write-Variante des beliebten Klassikers kommen jedoch Würfel statt Karten zum Einsatz.

7 Wonders dürfte den meisten Spielenden bekannt sein. Es gilt laut Verlag als das „meistprämierte Spiel der Welt“ und ist seit 15 Jahren aus der Brettspiellandschaft kaum wegzudenken. Nach einigen Erweiterungen und zusätzlichen Varianten, wie der Duell-Version, hat Brettspiel-Autor Antoine Bauza nun mit 7 Wonders Dice nachgelegt und eine kompakte Würfelversion des erfolgreichen Spiels erdacht.

In dieser Variante spielen zwei bis sieben Spielende Zivilisationen, die an bekannte Mächte aus der Antike erinnern, und versuchen, mithilfe der zur Verfügung stehenden Ressourcen ihren Einfluss auszubauen und letztlich die meisten Siegpunkte zu erringen. Im Fall von 7 Wonders Dice werden hier allerdings Würfel genutzt, die vorgeben, welche Gebäude gebaut und welche Rohstoffe erwirtschaftet werden können. Ähnliche Roll-and-Write-Mechaniken kommen auch im deutlich komplexeren Twilight Inscription zum Einsatz.

Triggerwarnungen

keine typischen Trigger

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Spielablauf

Vorbereitung

Zu Beginn wählen alle Spielenden ein zufälliges Spieltableau und einen Stift, mit dem sie auf ihrem Tableau Ressourcen und Errungenschaften während der Partie markieren können. Die beiliegende Würfelbox, das Forum, wird mit sieben Startwürfeln bestückt und in die Tischmitte gestellt. Mehr Vorbereitung ist nicht notwendig.

Der Spielaufbau für vier Spielende.
Der Spielaufbau für vier Spielende.

Spielablauf

7 Wonders Dice wird über eine variable Anzahl an Zügen gespielt, die aus jeweils zwei Phasen bestehen. In der ersten Phase deckt eine beliebige Person das Forum ab, würfelt die darin befindlichen Würfel verdeckt und öffnet das Forum wieder, sodass die Würfel wieder sichtbar werden. Je nach Position innerhalb des Forums kostet der Einsatz der Würfel eine bestimmte Anzahl an Goldmünzen, von denen zu Beginn einer Partie alle Spielenden sieben besitzen. Um einen Würfel einzusetzen, müssen die Kosten bezahlt werden, außerdem muss der Würfel das passende Symbol, korrespondierend mit dem richtigen Gebäude auf dem eigenen Tableau, zeigen.

Im Forum liegen die Würfel, die in dieser Runde eingesetzt werden können.
Im Forum liegen die Würfel, die in dieser Runde eingesetzt werden können.

In der zweiten Phase wählen nun alle Spielenden gleichzeitig eine von drei möglichen Aktionen: Gebäude bauen, Weltwunder errichten oder Passen.

Ein Gebäude kann dann gebaut oder erweitert werden, wenn die Kosten des dazugehörigen Würfels bezahlt werden. Die Spielenden wählen einen passenden Würfel und bezahlen zusätzlich die Baukosten, die in dem gewünschten Feld auf dem eigenen Tableau angegeben sind. Diese Kosten können mit Rohstoffen oder Goldmünzen beglichen werden. Die Art der Rohstoffe ist irrelevant, lediglich die Anzahl spielt für den Bau von Gebäuden eine Rolle. Die meisten Gebäude bieten zusätzliche Effekte, die sofort bei Fertigstellung angewendet werden können. Das können Siegpunkte, zusätzliche Würfel oder andere Effekte sein.

Die Gebäude bieten unterschiedliche zusätzliche Effekte und Boni. Einige stärken die eigenen Möglichkeiten und können sogar dafür sorgen, dass dem Forum zusätzliche Würfel mit besonderen Effekten hinzugefügt werden, von denen nur die Spielenden mit dem passenden Gebäude profitieren können, andere beeinflussen die Nachbarstädte direkt oder indirekt.

Auf den Tableaus sind die Gebäude und ihre Kosten dargestellt.
Auf den Tableaus sind die Gebäude und ihre Kosten dargestellt.

Die zweite Möglichkeit, Weltwunder errichten, kann ohne Würfel durchgeführt werden. Hier müssen lediglich die Rohstoffkosten bezahlt werden. Jedes Weltwunder hat drei Bauabschnitte, die nacheinander bezahlt werden müssen.

Können oder möchten die Spielenden keine Gebäude oder Weltwunder errichten, können sie passen. Dann tun sie in dieser Runde nichts, erhalten aber drei Münzen.

Diese beiden Phasen wechseln sich ab, bis eine Person drei Boni errungen hat, also drei Gebäude komplett ausgebaut hat, damit endet das Spiel.

Dann zählen die Spielenden ihre Siegpunkte zusammen, und die Person mit den meisten Punkten gewinnt die Partie.

Ausstattung

Das Material ist zweckmäßig, robust und angenehm reduziert. Die Box ist deshalb sehr handlich und benötigt nicht viel Platz. Die Artworks sind stimmig und passen zum üblichen 7 Wonders-Stil.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Asmodee
  • Autor*in(nen): Antoine Bauza
  • Illustrator*in(nen): Agnès Ripoche
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Deutsch
  • Spieldauer: 30 Minuten
  • Spieler*innen-Anzahl: 2 – 7
  • Alter: 10+
  • Preis: Ab 29 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon

 

Bonus/Downloadcontent

Die Anleitung gibt es hier zum Download.

Fazit

7 Wonders Dice ist eine mechanisch stark reduzierte Version des bekannten 7 Wonders. Die spielerischen Interaktionsmöglichkeiten sind noch geringer, die Komplexität der Entscheidungen stark zurückgefahren. Das sorgt auf der einen Seite für weniger taktische und strategische Tiefe, auf der anderen aber auch für mehr Einsteigerfreundlichkeit und einen höheren Spielfluss. Weiterhin gilt, dass alle Spielenden ihre Phasen gleichzeitig durchlaufen und es keine Wartezeiten zwischen den Zügen gibt. Das Spielprinzip funktioniert, die Funktionen der einzelnen Gebäude sind unterschiedlich genug, um verschiedene Strategien zu ermöglichen.

Die ohnehin schon eher geringe Interaktion zwischen den Spielenden wird hier allerdings auf ein Mindestmaß verringert. Selbst die Würfel können gleichzeitig von mehreren Spielenden verwendet werden, was dazu führt, dass es kaum Möglichkeiten gibt, den anderen Spielenden in die Parade zu fahren.

Als einfacheres 7 Wonders funktioniert die neue Version gut, bietet aber wenig Innovation, sodass wir drei von fünf Lorbeerkränzen vergeben.

  • Auf Wesentliches reduziert, nicht überladen
  • Bekanntes, tragfähiges Spielprinzip
 

  • Wenig Innovation

 

Artikelbilder: © Asmodee
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Sabrina Plote
Fotografien: Maximilian Lentes

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