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Als Arvelle, um ihren Bruder zu retten, einen Pakt mit einem Vampir eingeht, ahnt sie nicht, dass ihr in der Kampfarena des Reiches die Begegnung mit einer alten Liebe und einem neuen Feind bevorsteht. We Who Will Die vereint die bekannten Zutaten einer guten Romantasy, doch kann der Roman überzeugen?

In einer an das alte römische Reich angelehnten Welt versucht sich die Leibwächterin Arvelle durchzuschlagen und genug Geld für die Medizin ihres kranken Bruders zu verdienen. Als sich sein Zustand verschlechtert, bekommt sie von dem Vampir Bran ein verlockendes Angebot. Wenn sie in die Leibwache des Herrschers aufgenommen wird und diesen tötet, wird ihr Bruder geheilt. Dazu muss sie nur drei Prüfungen in der Krampfarena überleben. Arvelle, selbst menschlich und nur mit wenig Magie gesegnet, willigt ein, bereut diese Entscheidung jedoch bald, als ihr dort beim Training ihre alte Liebe Tiernon wieder begegnet. Der Vampir und Ex-Freund ist alles andere als begeistert, dass sie in der Arena ihr Leben riskieren will und versucht sie um jeden Preis zur Aufgabe ihres Vorhabens zu bringen. Doch auch Rorrik, Sohn und Erbe des Herrschers, scheint Pläne mit Arvelle zu haben. Zwischen Training, Wettkämpfen und dem Aufkeimen einer Rebellion gegen die Vampirherrschaft versucht Arvelle ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, doch das ist leichter gesagt als getan.

Triggerwarnungen

Blut, Folter, Mord, Rauschmittelabhängigkeit

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Story

Die Grundidee der Geschichte in We Who Will Die ist durchaus originell. In einem an die Gladiator*innenkämpfe des alten Roms angelehnten Setting tummeln sich zusätzlich sowohl Vampire als herrschende Rasse, sowie magisch begabte Sigillengezeichnete, magische Kreaturen und normale Menschen. Einen ähnlichen Genre-Mix bot uns schon die Romantasy Blood of Hercules. Leider scheitert der gute Ansatz, ähnlich wie die erwähnte Genrekollegin, an einem unausgereiftem Worldbuilding und schlechter Erzählstruktur. Anstatt die Welt nach und nach sinnvoll und mit entsprechenden Erklärungen aufzubauen, werden neue Aspekte immer wieder überraschend in der Geschichte erwähnt, allerdings in keinen sinnvollen Zusammenhang gebracht. So gibt es zwar viele Länder, die immer mal genannt werden (und sogar durch eine wunderschön illustrierte Karte dargestellt sind), doch die Handlung spielt sich in einer einzelnen Stadt ab. Gottheiten werden mit Namen erwähnt, oftmals wird ihre Funktion aber erst später, wenn überhaupt, erläutert. So ergibt sich nie ein Gesamtbild des Pantheons. Ab der Hälfte des Buches wird eine Rebellion unter den Vampiren zum zentralen Handlungspunkt, die vorher jedoch noch nicht einmal angedeutet wurde.

Darstellung der Weltkarte © Sarah Waites
Darstellung der Weltkarte © Sarah Waites

Das Magiesystem klingt anfangs spannend und birgt viel Potenzial, wird aber nicht ausgeschöpft. Stattdessen kommen neue Fähigkeiten immer zum passenden Zeitpunkt auf, werden dann aber vergessen, bis sie wieder relevant werden. Auch die Entwicklung dieser wird sehr lange überhaupt nicht beleuchtet oder hinterfragt, obwohl Arvelle eigentlich gar keine Magie wirken können sollte.

Arvelle als Hauptcharakter ist anfangs gut ausgearbeitet, verliert aber im Verlaufe des Buches Tiefgang und wird eher zur Mitläuferin ihrer eigenen Geschichte. Statt, dass sie die Geschehnisse selbst als starke Persönlichkeit gestaltet, wird sie immer wieder zum narrativen Spielball der Handlung. Man hat selten das Gefühl, dass sie ihr Schicksal in die eigenen Hände nimmt und wenn doch, dann oftmals so stümperhaft, dass man sich fragen muss, wie sie bis dahin überlebt hat. Tiernon und Rorrik sind dafür Abziehbilder des „guten Loveinterest“ vs. „bösen Loveinterest“, Emotionen, die tiefer als eine Wasserpfütze sind, kommen selten auf. Auch andere Nebencharaktere gibt es reichlich, mitunter zu viele, sodass einfach Namensnennungen betrieben werden. Viele der Nebenpersonen werden kaum ausgearbeitet und tauchen nur für eine Szene auf, in welcher sie plötzlich hohe Wichtigkeit haben, um dann in der Versenkung zu verschwinden. Selbst relevante Nebencharaktere bleiben zumeist blass. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.

Schreibstil

We Who Will Die wird über die gesamte Länge des Romans aus der Ich-Perspektive von Arvelle beschrieben. Der Schreibstil der Autorin ist sehr sprunghaft und lässt oftmals Beschreibungen von neuen Elementen aus oder verkürzt diese. Dies führt dazu, dass es in manchen Szenen wirkt, als wären Zeilen vergessen worden und das Gesamtverständnis und die Nachvollziehbarkeiten mancher Handlungen leidet darunter. Die Dialoge, besonders zwischen Arvelle und den beiden Männern, sind oft plakativ und ohne viel Innovation und emotionalen Tiefgang geschrieben. Viele Zitate findet man eins zu eins in anderen romantischen Werken.

Der Handlungsverlauf der Geschichte und das Einweben neuer Elemente wirken häufig wie eine spontane Eingebung der Autorin. Hier hätte eine genauere Planung und ein sinnvolles aufeinander Aufbauen der Plotpunkte dem Buch wirklich gut getan. Auch ein Glossar wäre eine gute  Ergänzung gewesen, um bei den vielen Namen von handelnden Personen, Gottheiten und Kreaturen die Übersicht zu behalten.

Die Autorin

Stacia Stark ist eine ursprünglich aus Neuseeland stammende Autorin von diversen Romantasy-Büchern. Heute lebt sie in Chicago, USA. Mit der Kingdom of Lies und den Dämonenpakt-Büchern sind bereits weitere Reihen von ihr in der Vergangenheit auf Deutsch erschienen.

Erscheinungsbild

Das Cover wurde für die deutsche Verlagsausgabe komplett neu gestaltet und präsentiert den Namen der Reihe sehr prominent auf dem Titel. Das Design ist attraktiv und passend zum Inhalt gewählt.

Wwwd - Cover

Die harten Fakten:

  • Verlag: dtv
  • Autorin: Stacia Stark
  • Erscheinungsdatum: 01.03.2026
  • Sprache: Deutsch (Aus dem Englischen übersetzt von Michelle Gyo)
  • Format: Hardcover
  • Seitenanzahl: 624
  • ISBN:978-3423285469
  • Preis: 26,00 EUR (Print) + 16,99 EUR(E-Book)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon (Deutsch), Amazon (Englisch)

 

Bonus

Dem Roman vorangestellt ist eine farbige Karte der Welt, welche von Sarah Waites illustriert wurde.

Fazit

Töte den Imperator! Das ist Arvelles Aufgabe, nachdem sie sich zur Rettung ihres Bruders an einen Vampir gebunden hat. In der Kampfarena der Reichshauptstadt muss sie dazu drei Prüfungen bestehen, um in den inneren Kreis der Leibwache aufgenommen zu werden. Dabei stellen ihr nicht nur die anderen Teilnehmenden, sondern auch ihre Vergangenheit oftmals ein Bein.

We Who Will Die beinhaltet zwar ein solides Grundkonzept für eine erfolgreiche Romantasy, scheitert aber an der unterdurchschnittlichen Umsetzung. Handlungselemente und Weltenbau sind nicht gut nachvollziehbar und die Charaktere bleiben allesamt eher blass oder zu sehr in ihren Stereotypen gefangen. Genre-Liebhaber*innen könnten trotzdem einen Blick riskieren, alle anderen suchen lieber in unseren anderen Empfehlungen nach dem nächsten Highlight.

  • Interessante Grundidee und Plot
 

  • Konfuses Worldbuilding
  • Blasse Haupt- und Nebencharaktere

 

Titelbild: Depositphotos, © fxquadro
Artikelbilder: © dtv, Sarah Waites
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Giovanna Pirillo
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