Mit der Legiones Astartes Maximus Battle Group kehrt die MkIV-Rüstung in neuem Plastikgewand auf die Schlachtfelder von Warhammer: The Horus Heresy zurück. Die Box verbindet 30 neue Infanteriemodelle mit bekannten Schwergewichten wie Sicaran und Contemptor. Doch ist sie ein guter Einstieg, eine sinnvolle Verstärkung oder ein reines Dekoelement?
Die Horus Heresy lebt nicht nur von Primarchen, Verrat und dramatischen Bruderkriegen, sondern auch von einer Vielzahl unterschiedlicher Rüstungsmarken. Leidenschaftliche Stildebatten entzünden sich regelmäßig an der Frage, welche Servorüstung eine Legion im 31. Jahrtausend tragen sollte. Wer dabei nur „Space Marine ist Space Marine“ sagt, hat vermutlich noch nie einer Diskussion über Kniepanzer, Helme und Nietenbesatz beigewohnt.
Mit der Legiones Astartes Maximus Battle Group rückt Games Workshop nun die MkIV-Rüstung in den Mittelpunkt. Die Box bringt neue Kunststoffmodelle für Tactical Legionaries und Assault Legionaries und ergänzt sie um zwei bereits bekannte Bausätze: einen Sicaran Battle Tank und einen Contemptor Dreadnought. Die Zusammenstellung wirkt auf den ersten Blick wie ein solider Startpunkt für eine neue Legiones-Astartes-Streitmacht oder als kräftige Erweiterung für bestehende Armeen.
Gleichzeitig ist die Box kein vollständig rundes Armeepaket, das alle taktischen Fragen von allein beantwortet. Gerade gegen schwere Ziele muss gut geplant und teilweise nachgerüstet werden. Wir werfen deshalb einen Blick auf Hintergrund, Inhalt, Modelle und Spielwert der Maximus Battle Group.
Die Maximus Battle Group – Nomen est omen
Die Maximus Battle Group trägt ihren Namen von der MkIV-Servorüstung. Die Rüstung entstand in der Hochphase des Großen Kreuzzugs, also zu einer Zeit, in der das Imperium technisch und militärisch auf einem Höhepunkt stand. Dies sollte sich auch im Namen der neu entwickelten Rüstung widerspiegeln.

Viele ältere Rüstungen der Legionen waren zu diesem Zeitpunkt bereits lange im Einsatz. MkII und MkIII hatten den Großen Kreuzzug getragen, waren aber wartungsintensiv und zeigten Verschleiß. Die MkIV sollte eine modernere Antwort darauf sein: leichter, effizienter und mit fortschrittlicheren Systemen ausgestattet.
Auffällig war dabei vor allem der Helm. Bei der MkIV bewegte er sich mit dem Kopf des Trägers, ohne die Versiegelung der Rüstung aufzugeben. Dazu kamen außenliegende, gepanzerte Energiekabel auf der Brust. Beides sind keine riesigen optischen Revolutionen, aber klare Schritte hin zu dem Look, den spätere Servorüstungen weiterführen sollten.
Für den Kriegsherrn! – Der Inhalt der Box
Die Maximus Battle Group kommt in einer hohen Box aus dünner, flexibler Pappe. Auf der Vorderseite zeigt ein Artwork die enthaltenen Truppen im Kampf, auf der Rückseite folgt der übliche Überblick über die Modelle, bemalt in den Farben der Sons of Horus.
In der Box enthalten sind Gussrahmen für 20 Tactical Legionaries und 10 Assault Legionaries in MkIV-Rüstung. Zudem liegen ein Sicaran Battle Tank und ein Contemptor Dreadnought bei.
Die neuen MkIV Tactical Legionaries verteilen sich auf vier identische Gussrahmen mit je fünf Marines. Außerdem sind zwei Infaterie-Upgradesets enthalten, wie sie bereits von den MKVI-Rüstungen bekannt sind. Mit diesen lassen sich unter anderem der Helm des Sergeants, Bajonette, Granaten und weitere Ausrüstungsdetails darstellen lassen. Wer bereits MkIII oder MkVI gebaut hat, wird sich im grundsätzlichen Aufbau schnell zurechtfinden.
Die Assault Legionaries kommen in zwei neuen Gussrahmen à fünf Modellen und einem Gussrahmen mit ebenfalls von den MkVI-Rüstungen schon bekannten Sprungmodulen und Erweiterungen für einen Sergeant. Die Modelle bringen zudem die Option mit, als Assault Veterans mit Power Lances gebaut zu werden. Da die Power Lances überwiegend in zwei Händen gehalten werden, ist beim Zusammenbau teilweise etwas Fingerspitzengefühl notwendig.
Sicaran und Contemptor sind keine neuen Bausätze, sondern bekannte Kunststoffkits. Dies ist aber kein Nachteil, da die Box die Waffenoptionen der Einzelbausätze enthält.
MKIV im neuen Gewand – die neuen Modelle
Die 20 Tactical Legionaries bilden den Kern der Box. Sie sind nicht überbordend abwechslungsreich aufgebaut: Pro fünf Modelle gibt es fünf festgelegte Posen. Der Bau bleibt dadurch aber angenehm übersichtlich und geht schnell von der Hand.
Optionen entstehen vor allem über die bekannten Infanterie-Upgradesets. Bajonette können aufgepflanzt, Granaten und andere Ausrüstungsdetails angeklebt und einzelne Modelle mit Vexilla oder Nuncio-Vox versehen werden. Komplex wird der Bausatz dadurch nicht, aber er bietet genug Varianz, damit die Einheit nicht völlig gleichförmig wirkt. Positiv ist, dass laut Hersteller die MkIV Tactical Legionaries mit den bisherigen Upgradesets für schwere Waffen kompatibel sind.
Die 10 Assault Legionaries sind der zweite neue Infanteriebausatz der Box. Sie können klassisch mit Sprungmodul, Boltpistole und Kettenschwert gebaut werden oder als Assault Veterans mit Power Lances. Damit bringt der Bausatz etwas mehr Auswahl mit als die Tactical Legionaries.
Einige Posen vermitteln jedoch den Eindruck, als würden die Marines die Last ihrer Sprungmodule tatsächlich spüren. Das ist nicht zwingend negativ, nimmt den Modellen aber etwas von der erwarteten Eleganz eines schnellen Sturmtrupps.
Die Power Lances werden überwiegend in zwei Händen gehalten, sodass die Hände mit den Boltpistolen der regulären Assault Legionaries nicht verwendet werden können. Das ist insofern schade, als sonst nur leere Boltpistolen-Holster beiliegen. Gerade bei Assault Veterans wäre die zusätzliche Boltpistole am Modell stimmig gewesen. Wer Horus Heresy spielt, ist Umbauten allerdings gewohnt. Auch in der aktuellen Edition bleibt Umbauarbeit also Teil des Hobbys.
Der Contemptor Dreadnought besteht aus vielen Einzelteilen und fühlt sich beim Bau stellenweise wie ein kleiner Puzzlespaß an. Das erfordert Aufmerksamkeit, damit Pose und Waffen später so sitzen, wie sie sollen.
Gerade beim Contemptor lohnt sich Magnetisieren. Die große Waffenauswahl macht das Modell spielerisch sehr flexibel, und der Bausatz kommt dem Umbau entgegen. Wer nicht dauerhaft entscheiden möchte, welche Bewaffnung der Dreadnought für die nächsten Jahre tragen soll, greift hier direkt zu Magneten.
Beim Sicaran Battle Tank ist die Wahl des Hauptgeschützes bereits getroffen: In der Box liegt die Variante mit Accelerator Autocannons. Dafür bietet der Bausatz bei den Sekundärwaffen noch Auswahl. Diese werden über Stifte am Modell gehalten. Wer hier nicht alles direkt verklebt, kann sich einen Teil der Flexibilität erhalten.
Der Bau ist insgesamt geradliniger als beim Contemptor, verlangt aber, wie bei vielen Panzermodellen, sauberes Arbeiten an den großen Flächen. Gerade Seitenpanzerung und Kettensektionen sollten vor dem Kleben einmal trocken angepasst werden.
Taktische Einschätzung – guter Start, aber kein Selbstläufer
Auf dem Tisch bildet die Maximus Battle Group eine solide Grundlage für eine Legiones-Astartes-Armee, aber keine eigenständige Streitmacht. Das zeigt schon das Fehlen einer HQ-Einheit.
20 Tactical Legionaries sind selten verkehrt. Sie liefern Missionsspiel, Standardslots und eine Basis, die sich mit passenden Zusatzgussrahmen auch in andere Rollen entwickeln lässt. Wer neu in Warhammer: The Horus Heresy einsteigt, bekommt hier also keinen exotischen Spezialtrupp, sondern etwas, das tatsächlich gebraucht wird.
Die Assault Legionaries bringen Geschwindigkeit in die Box. Als reguläre Sturmtruppen können sie Druck aufbauen, Missionsziele bedrohen und schwächere Einheiten angehen. Als Assault Veterans mit Power Lances werden sie deutlich spezieller. Durch Precision 6+ können sie einzelne Treffer gezielt auf wichtige Modelle legen, sind aber keine verlässlichen Charakterkiller. Als Veteranen kosten sie entsprechend viel und wollen daher mit Bedacht eingesetzt werden.
Gegen schwere Ziele muss die Box gezielt gebaut und ergänzt werden. Die Tactical Legionaries bringen ohne zusätzliche Waffenoptionen wenig gegen Panzer oder besonders widerstandsfähige Einheiten mit. Der Sicaran mit Accelerator Autocannons liefert viele Schüsse und kann gegen leichte bis mittlere Ziele überzeugen, ist aber nicht die universelle Antwort auf alles mit dicker Panzerung. Zudem bleibt seine schwächere Seitenpanzerung ein Punkt, den das gegnerische Heer ausnutzen kann.
Der Contemptor Dreadnought kann helfen, diese Lücke je nach Bewaffnung zu schließen. Mit passender Ausrüstung, etwa Lascannons, wird er zu einer sinnvollen Anti-Tank-Option und bleibt durch seine Waffenvielfalt flexibel. Gleichzeitig sollte man ihn nicht überschätzen. Er ist stark, aber nicht unsterblich, und wer ihn ohne Plan vorschiebt, spendiert der Gegenseite im Zweifel ein sehr dekoratives Wrack.
Insgesamt ist die Maximus Battle Group damit keine perfekt alleinstehende Armeebox. Sie liefert einen guten Kern, braucht aber Ergänzungen und klare Entscheidungen beim Bau. Als Einstieg funktioniert sie gut, wenn man bereit ist, die Armee danach gezielt auszubauen. Für bestehende Sammlungen ist sie vor allem dann spannend, wenn MkIV-Infanterie ohnehin auf der Wunschliste steht.
Die harten Fakten:
- Verlag: Games Workshop Ltd.

- Erscheinungsjahr: 2026
- Sprache: Deutsch/Englisch
- Alter: ab 12
- Preis: 175,00 EUR [UVP]
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Bonus/Downloadcontent
Auf der Warhammer-Community-Website finden sich ergänzende Downloads und Artikel zu The Horus Heresy. Die Regeln für die enthaltenen Legiones-Astartes-Einheiten werden jedoch über die entsprechenden Armeebücher wie Liber Astartes beziehungsweise Liber Hereticus abgedeckt.
Fazit
Die Legiones Astartes Maximus Battle Group ist keine perfekte Armeebox, aber eine gute Grundlage. Ihr stärkstes Argument sind die neuen MkIV-Modelle, die lange gefehlt haben und nun als solide, gut baubare Kunststoffkits vorliegen. Tactical und Assault Legionaries bilden einen brauchbaren Kern, Sicaran und Contemptor ergänzen die Box sinnvoll, auch wenn beide Bausätze bereits bekannt sind.
Als alleinstehende Streitmacht bleibt die Zusammenstellung etwas unausgewogen. Es fehlt an einer HQ-Einheit. Gegen schwere Ziele braucht sie klare Bauentscheidungen oder weitere Zukäufe, und nicht jede Modelloption ist so elegant gelöst, wie sie sein könnte. Wer aber eine Horus Heresy-Armee beginnen oder bestehende Legionen um MkIV-Infanterie erweitern möchte, bekommt hier eine starke Grundlage. Kein Pflichtkauf für alle, aber für viele Heresy-Spieler*innen ein sehr verlockender Griff ins Arsenal.

- Neue MkIV-Infanterie
- Solide Grundlage für Astartes-Armee
- Contemptor und Sicaran bringen zusätzliche spielerische Breite
- Begrenzte Posenvielfalt bei Tactical Legionaries
- Power-Lance-Option nicht ganz rund
- Keine vollständige Armeebox ohne HQ
Artikelbilder: © Games Workshop Ltd.
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Maximilian Düngen
Fotografien: Geoffrey Förste
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