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Die meisten Bilder der Horus-Häresie zeigen Servorüstungen, die sich im Nahkampf bekämpfen. Doch was ist mit den schweren Unterstützungsauswahlen der Armeen? Games Workshop bringt hierfür neue Regeln und Plastikmodelle für die Fraktionen der Space Marines und der Solar Auxilia in der dritten Edition von Warhammer 30.000 heraus.

Im Zeitalter der Horus-Häresie entscheiden nicht nur Space Marines über Sieg oder Niederlage. Auch die Streitkräfte der Solar Auxilia und die schweren Panzerverbände spielen auf den gewaltigen Schlachtfeldern eine entscheidende Rolle. Besonders spezialisierte Unterstützungseinheiten und schwere Fahrzeuge sorgen dafür, dass ganze Frontlinien durchbrochen oder gehalten werden können.

Mitte des letzten Jahres haben wir die dritte Edition von Warhammer 30.000 vorgestellt. Im ersten Quartal dieses Jahres erhielten daraufhin die Leibwächter des Imperators, die Custodes, neue Modelle und Regeln. Nun bekommen auch die Solar Auxilia, in Form von Feuerbatterien und Ogryns, neue Modelle und Regeln. Gleichzeitig erhalten die Space Marines neue Panzer und damit neu aufgelegte Modelle für ihre Unterstützungsauswahlen.

Wir werfen daher einen Blick auf den Zusammenbau der neuen Plastikmodelle sowie auf die neuen Waffenoptionen und die eine oder andere neue Aufrüstungsoption beziehungsweise Regeländerung.

Keine Trigger, abseits bekannter Tabletop/Wargaming-Merkmale

Aus dem Gussrahmen auf das Schlachtfeld – Der Zusammenbau

Wie so oft überzeugt Games Workshop mit der hohen Gussqualität der neuen Plastikfiguren, und es lassen sich keine Gussfehler feststellen. Zudem ist der Detailgrad in gewohnt hohem Maße ausgearbeitet. Größtenteils gibt es klare Vorgaben dafür, an welchen Stellen die einzelnen Teile angebracht werden müssen, sodass beim Zusammenbau kaum Probleme auftreten, sofern die Gussgrate zuvor entfernt wurden.

Doch auch bei Games Workshop hält weiterhin gelegentlich der Fehlerteufel Einzug. Wer die Nahkampfwaffen der Solar Auxilia Charonite Ogryn Section zusammenbauen möchte, stößt kurzzeitig auf Verwirrung: Bei der Option Charonite Claw B sowie beim Charonite Shredder wird in der Bauanleitung zweimal das Bauteil 95 angegeben. Da die Abbildung jedoch eindeutig genug ist, fällt die falsche Nummerierung schnell auf und das richtige Bauteil lässt sich problemlos finden.

Darüber hinaus sollte man bei diesen Modellen besonders sorgfältig arbeiten und vorab prüfen, wie beispielsweise die Arme ausgerichtet sind. Andernfalls passen die Energieschläuche später nicht korrekt. Da diese zudem sehr filigran gestaltet sind, können sie leicht brechen, wenn versucht wird, sie nachträglich passend zu biegen.

Beim Zusammenbau der neuen Waffenoption der Auxilia Rapier Fire Support Battery weist die Bauanleitung darauf hin, dass diese beweglich gebaut werden kann. Nach Abschluss des Zusammenbaus hat dies jedoch keinen praktischen Einfluss mehr, da die Beweglichkeit letztlich nicht erhalten bleibt. Dadurch wirkt diese zusätzliche Option leider etwas wie vergeudete Liebesmüh.

Ein großer Panzer benötigt viele Gussrahmenteile.

Haltet das Sperrfeuer aufrecht – Solar Auxilia Batterien

Zuvor boten die Solar Auxilia Rapier Fire Support und Direct Fire Batteries bereits gute Unterstützungsoptionen für die einfachen Soldaten der Solar Auxilia. Dies bleibt weiterhin der Fall, insbesondere um leicht gepanzerte Ziele und Infanterie unter Beschuss zu nehmen. Mit dem neuen Mole Mortar kommt jedoch eine interessante Waffenoption hinzu, die sich durch den Boden gräbt und ihre Ziele von unten angreift. Dies wird durch die neue Sonderregel Subterranean dargestellt. Dadurch können weder fliegende Einheiten noch Modelle auf höheren Ebenen eines Gebäudes getroffen werden, da die Detonation direkt am Boden stattfindet.

Zusätzlich dürfen gegen diese Waffe lediglich Rettungs- und Rüstungswürfe verwendet werden, da Deckung hier keinen Einfluss hat. Dank Barrage (0) trifft der Mole Mortar seine Ziele relativ präzise, während Heavy (D) beim stationären Feuern den verursachten Schaden auf 2 erhöht. Mit den Sonderregeln Pinning (1) und Armourbane eignet sich die Waffe sowohl gegen Infanterie als auch gegen Fahrzeuge. Insgesamt stellt diese neue Waffenoption eine sinnvolle Ergänzung für die Solar Auxilia dar.

Sturmangriff mit physischer Masse führen – Charonite Ogryns

Die Charonite Ogryns galten bereits zuvor als brutale Nahkampfschocktruppen und waren bislang ausschließlich mit ihren Charonite Claws ausgerüstet. Nun erhalten sie jedoch mehrere neue Waffenoptionen, während ihre übrigen Profilwerte unverändert bleiben.

Die Charonite Blades wirken dabei zunächst eher unspektakulär. Zwar ist ein DS-Wert von 3 solide, doch die Charonite Claws bleiben durch Breaching (5+) effektiver, da sie häufiger kritische Treffer verursachen. Die Blades verfügen zusätzlich über Reaping Blow (2), wodurch die Ogryns in Unterzahl zwei zusätzliche Attackenwürfel erhalten. Aufgrund der Sonderregel Bulky (4), nach der ein Ogryn als vier Modelle zählt, werden sie sich jedoch häufig ohnehin in der Überzahl befinden.

Der Charonite Shredder bringt die Regeln Shred (4+) und Rending (4+) mit sich, bleibt mit seinem Rüstungsdurchschlag von 4 und Schaden 2 jedoch eher situativ. Gegen andere Ogryns kann diese Waffenoption effektiv sein, gegen viele andere Ziele wirkt sie jedoch weniger überzeugend.

Am interessantesten erscheinen daher die Charonite Crusher. Diese besitzen die neue Sonderregel Armourbreaker (4+). Bei jedem Penetrating Hit wird ein zusätzlicher Würfel geworfen; bei einer 4+ erhöht sich der Schaden der Waffe um 1, wodurch bis zu 3 Schaden möglich sind. In Kombination mit Armourbane und einem Stärke-Modifikator von 10 stellen die Charonite Crusher eine ernsthafte Bedrohung für nahezu jedes Fahrzeug dar.

Die Titanen des Feindes zu Fall bringen – Falchion Super-Heavy Tank Destroyer

Wer hingegen nach einer wirklich schweren Unterstützungsauswahl sucht, ist beim Falchion Super-Heavy Tank Destroyer gut aufgehoben. Dieses Modell verdient bereits seit Jahren den Titel „Panzerjäger“. Mit dem Journal Tactica: Mailed Fist erhält der Panzer nun eine interessante Neuerung. Sowohl Falchions als auch Fellblades können die Aufrüstung „Decurion Magna“ für 60 Punkte erhalten. Dadurch bekommt das Modell ein „Incursor Pattern Command Array“.

Diese Verbesserung erlaubt es dem Fahrzeug, die Reaktionen Overwatch und Return Fire auszuführen. Zusätzlich erhält der Panzer die Sonderregel Auto-repair (4+), sofern er unter den Status Suppressed oder Stunned leidet. Dadurch wird die ohnehin hohe Widerstandsfähigkeit des Fahrzeugs nochmals gesteigert.

Dieser gewaltige Panzer nimmt die Fläche von etwas mehr als vier Rhinos ein.

Die Truppen in das Herz des Feindes bringen – Spartan Prometheus Assault Tank

Wer mit seinen Space Marines lieber direkt in den Angriff übergehen möchte, kann stattdessen den bekannten Spartan Prometheus Assault Tank wählen. Durch das neue Journal fungiert dieser Panzer nun als Kommando-Fahrzeug. Dafür steigt seine ballistische Fähigkeit von 4 auf 5, allerdings darf er als Seitenwaffen nur noch schwere Bolter einsetzen. Zusätzlich erhöhen sich die Hüllenpunkte auf 12, während die Transportkapazität auf 8 sinkt.

Dank der Sonderregel Tank Commander (2) kann dieses Modell eine High-Command- oder Command-Auswahl innerhalb eines Kontingents einnehmen und zusätzlich bis zu zwei Auxiliary-Kontingente unterstützen, die ausschließlich Fahrzeuge enthalten dürfen. Als Command Transport und Command Vehicle (9) darf der Panzer zudem nur entsprechende Anführermodelle transportieren und seinen Kommandowert für nahegelegene Tests bereitstellen. Insgesamt handelt es sich um eine kostspielige, aber durchaus nützliche Unterstützungseinheit.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Sprache: Deutsch
  • Preis:
  • Solar Auxilia Rapier Fire Support Battery 57,50 EUR [UVP]
  • Solar Auxilia Rapier Direct Fire Battery 57,50 EUR [UVP]
  • Solar Auxilia Charonite Ogryn Section 57,50 EUR [UVP]
  • Falchion Super-Heavy Tank Destroyer 160,00 EUR [UVP]
  • Whirlwind Missile Tank 58,50 EUR [UVP]
  • Spartan Prometheus Assault Tank 93,00 EUR [UVP]
  • Journal Tactica: The Battle of Tallarn 22,00 EUR [UVP]
  • Journal Tactica: Mailed Fist 22,00 EUR [UVP]
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Die Meister der Kriegsführung – Ein Fazit

Games Workshop hat erneut eine gelungene Neuauflage seiner hochwertigen Plastikmodelle veröffentlicht, die größtenteils überzeugen kann, auch wenn es kleinere Fehler in der Bauanleitung der Ogryns gibt.

Grundsätzlich führen die aktuellen Veröffentlichungen keine vollständig neuen Einheiten ein, sondern moderne Neuauflagen bereits bekannter Modelle. Besonders bei der Solar Auxilia fallen dabei die neuen und interessanten Waffenprofile auf, die erheblichen Schaden verursachen können und sich flexibel gegen unterschiedlichste Gegner einsetzen lassen.

Diese taktische Flexibilität zeigt sich auch bei den kleineren Änderungen der Space-Marine-Fahrzeuge, wenn auch nicht in derselben Tiefe wie bei den Einheiten der Solar Auxilia. Dies liegt unter anderem daran, dass die Panzer der Space Marines deutlich stärker auf klar definierte Aufgaben spezialisiert sind.

Insgesamt bieten die neuen Modelle und Regeln eine sinnvolle Erweiterung der schweren Unterstützungsauswahlen. Sie erweitern das taktische Spektrum des Spiels spürbar und sorgen für abwechslungsreiche sowie thematisch passende Schlachten.

  • Alte Resinmodelle sind nun in Plastik

  • Neue, detailreiche Figuren bei den Solar Auxilia

  • Gute Regeln für die neuen Figuren

 

  • Kleiner Beschriftungsfehler bei den Ogryns

  • Sehr zerbrechliche Teile und genaue Bauweise bei den Ogryns

 

Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Alexa Kasparek
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