Unerwarteterweise haben die Orks als Erste ihr Armeebuch erhalten. Doch nun holen die Space Marines zum Gegenschlag aus. Auch erscheinen hier neue Modelle zeitgleich und stellen sich der grünen Flut der Xenos entgegen. Doch reicht dies aus oder stehen die Space Marines nun am Rande der Vernichtung?
Normalerweise beginnt eine neue Edition mit einem Armeebuch der Space Marines. In der 11. Edition scheint dies anders zu sein. Hier haben die Orks den Anfang gemacht, was dem bisherigen Rhythmus von Games Workshop entgegensteht. Doch nun erhalten die Space Marines mehrere neue Figuren und neue Regeln. Doch reicht dies für den Anfang, oder werden die Engel des Todes ihrem eigenen Ende entgegenblicken?
Die Elite der Menschheit – Die Space Marines
Die Space Marines sind die genetisch verbesserten Supersoldaten des Imperiums der Menschheit. Durch umfangreiche Implantate, übermenschliche Stärke und ihre mächtigen Servorüstungen gehören sie zu den gefürchtetsten Kriegern der Galaxis. Jeder Space Marine wird in einem langen und harten Prozess ausgebildet und einem Orden zugeteilt, der jeder seine eigene Geschichte, Traditionen und Kampfdoktrinen besitzt.
Neben den klassischen Space Marines gibt es seit der Rückkehr von Roboute Guilliman auch die Primaris Space Marines. Diese wurden mithilfe verbesserter genetischer Verfahren durch Belesairus Cawl erschaffen und sind größer, stärker und widerstandsfähiger als ihre Vorgänger. Inzwischen haben sich Primaris Space Marines in nahezu allen Orden etabliert und bilden einen wichtigen Bestandteil der Streitkräfte des Adeptus Astartes.
Die Space Marines dienen dem Imperator und kämpfen an den gefährlichsten Fronten des 41. Jahrtausends gegen Xenos, Verräter und die Mächte des Chaos. Obwohl sie zahlenmäßig nur einen kleinen Teil der imperialen Streitkräfte ausmachen, können sie durch ihre hohe Kampfkraft und Flexibilität ganze Schlachten entscheiden. Ihre Orden folgen dabei unterschiedlichen Idealen und Kampfstilen – von den traditionsbewussten Ultramarines bis zu den wilden Space Wolves.
Der Codex Astartes bestimmt alles und gibt die Kampfdoktrin vor – Das Armeebuch und allgemeine Änderungen
Der Aufbau eines Ordens – Ein Anfang einer Sammlung
Mit der 11. Edition von Warhammer 40.000 bekommen die Space Marines einen neuen Codex, der wichtige Informationen über die Armee, ihre Geschichte und die Regeln enthält. Die Space Marines gehören zu den bekanntesten Armeen des Warhammer-40.000-Universums und bestehen aus vielen unterschiedlichen Orden. Dazu gehören beispielsweise die Ultramarines, Blood Angels, Dark Angels und Space Wolves, aber auch Orden der zweiten Gründung, wie die Black Templars. Das Armeebuch gibt einen kurzen Überblick über den Hintergrund der Space Marines und geht dann auf die verschiedenen Organisationen innerhalb der Orden ein, danach wird jede Einheit in wenigen Sätzen, maximal auf einer halben Seite, mithilfe verschiedener Bilder, kurz angerissen. Ein tieferer Hintergrund kann hier vermisst werden.
Jeder Orden besitzt eigene Traditionen, welche durch die verschiedenen Kontingente dargestellt werden, wodurch sich die Armeen voneinander unterscheiden. Neben normalen Space Marines gibt es spezialisierte Einheiten, nicht nur Infanterie, sondern auch Fahrzeuge und Dreadnoughts. Dadurch kann jeder Spieler seine Armee nach seinem eigenen Spielstil zusammenstellen.
Beim Sammeln kann man zunächst mit einer kleinen Anzahl an Modellen anfangen und die Armee anschließend nach und nach erweitern. Verschiedene Kontingente bieten dabei unterschiedliche Möglichkeiten, die Armee aufzubauen und bestimmte Schwerpunkte zu setzen. Grundsätzlich hat jede*r Spieler*in einen anderen Spielstil, dennoch ist zum Start der eigenen Armeesammlung ein Captain oder Lieutant ein solider Anfang. Auch die eine oder andere Einheit Intercessors bilden einen guten Ausgangspunkt. Für das eigentliche Spiel gibt es auch die praktischen Einheitenkarten. Auf diesen Karten stehen die wichtigsten Werte, Waffen und Fähigkeiten der jeweiligen Einheit. Dadurch hat man die wichtigsten Informationen direkt zur Hand und muss während der Partie nicht ständig im Codex nachschauen.
Der neue Codex bietet somit sowohl Hintergrundinformationen als auch Regeln für das Sammeln und Spielen der Space Marines und ermöglicht es, eine individuelle Armee nach den eigenen Vorstellungen aufzubauen.
Die Rückeroberung der Galaxis ist fest im Blick – Die neuen Regeln

Die Zeit des Schwur des Augenblicks ist vergangen. Alte Spieler*innen werden die Kampfdoktrinen als Armeeregel noch kennen, und diese kommen leicht verändert wieder. Zu Beginn einer Befehlsphase kann eine der drei verfügbaren Doktrinen gewählt werden. Die Sturm-Doktrin ermöglicht es den eigenen Einheiten, trotz einer Vorrückenbewegung einen Angriff anzusagen. Dies erhöht also das Bedrohungspotenzial immens, insbesondere für nahkampflastige Einheiten. Wer die Figuren schnell in Position bringen möchte, um gute Schusswinkel zu erhalten, kann mit der Devastor-Doktrin allen Fernkampfattacken die Sonderregel Sturm geben. Die Taktische Doktrin ist die letzte Fähigkeit. Diese ermöglicht es Einheiten, sich für die Runde aus dem Kampf zurückzuziehen und dennoch einen Angriff anzusagen oder den Feind zu beschießen.
Weiterhin gibt es die Fähigkeit Transhumaner Stratege, mit der ein Kriegsherr jeden Spielzug einen Befehlspunkt generieren. Die Möglichkeit für die Generierung von Befehlspunkten scheint in dieser Edition wieder zurückzukommen.
Doch hier macht der Codex nicht halt. Insgesamt enthält dieses Armeebuch 15 Kontingente, die Flexibilität ist gegeben. Für jeden Spielstil sollte etwas dabei sein. Es gibt allgemeine Kontingente, welche es ermöglichen, eine Doktrin ein zweites Mal einzusetzen. Aber auch spezialisierte Verbände, bei denen der Name bereits ansagt, was zu erwarten ist. Terminator-Sturmstreitmacht erhöht mit Todesstoß die Angriffswürfe bei allen Terminatoren um Eins. So lässt sich auch für Fahrzeuge etwas finden: Mit den Stählernen Champions erhalten Dreadnoughts die Möglichkeit, Trefferwürfe von Eins zu wiederholen.

Die Profilwerte aller Space Marines wurden angepasst. Bei eigentlich allen Einheiten wurde der Widerstand um Eins angehoben, außer bei Space Marines mit einer Phobos-Servorüstung. Dafür sind diese nun 8 Zoll schnell, was die Beweglichkeit verdeutlichen soll. Grundsätzlich hat sich die Stärke der Waffen ebenfalls erhöht. Diese liegt nun bei einfachen Nahkampfwaffen und Boltern bei Fünf, und auch die Anzahl der Attacken wurde erhöht.
Der Schlag wird schnell und hart geführt- Die neuen Modelle
Die Figuren zeigen grundsätzlich eine schöne Gussqualität und einen hohen Detailgrad. Bei den meisten Figuren lässt Games Workshop eine hohe Individualität zu, was zu begrüßen ist. Schade ist hier nur, dass der Land Speeder und die Heavy Eradicators mit Heavy Bolters, die nun zwar einzeln erhältlich sind, weiterhin Easy-to-Clip sind. Dementsprechend muss hier selbst einiges geändert werden, wenn mehrere davon ins Feld geführt werden sollen, damit diese sich nicht zu stark ähneln.
Der Champion von Marneus Calgar – Kaius Konorius

Als auserwählter Champion des Ordensmeisters der Ultramarines ist dieses Modell ein wahres Nahkampfmonster, welches auch noch die anderen Charaktermodelle schützt. Durch Erprobter Leibwächter erhalten andere Charaktere Verletzungen ignorieren 4+. Wenn Calgars Champion gegen feindliche Charaktermodelle kämpft, dürfen Treffer- und Verwundungswürfe von Eins wiederholt werden. Mit seiner Axt und seinem Schwert kann dieser Held präzise Attacken mit einer Stärke von 10, einem Durchschlag von 3 und einem Schadenswert von 3 führen. Gegen andere Feinde sinkt der Schadenswert auf 2 und die Stärke auf 6, dafür sind die Attacken nun mit Spalten 2 versehen. Dieses einzelne Modell ist daher für jeden Charakter und jede feindliche Einheit eine Gefahr.
Es wird von vorne geführt – Captain auf Bike
Jeder Captain hat die Sonderregel Strategischer Scharfsinn. Hierdurch erhält die Einheit dieses Modells die Möglichkeit, eine Kampfdoktrin zu wählen, die statt der aktuellen Doktrin aktiv ist, was entsprechende Flexibilität ermöglicht. Des Weiteren hat dieses Modell die Regel In den Kampf. Wenn diese Einheit in diesem Zug angegriffen hat, erhalten alle Nahkampfattacken die Regel Spalten 1. Weiterhin ist interessant, dass dies der einzige Captain mit einem Missionszielkontrollwert von 2 ist. Das Zwillingsboltgewehr kommt mit gleich drei Sonderregeln: Schnellfeuer 2, Sturm und Synchronisiert. Somit kann ein feindliches Ziel schon einmal aufgelockert werden, bevor es im Nahkampf bekämpft werden kann.
Ein schneller Schlag – Exursorsschwadron
Wie beim Captain auf Bike ist hier der Widerstand auch auf 6 gestiegen. Auch ist das Zwillingsboltgewehr auf dem Bike angebracht. Mit Angriff bei Höchstgeschwindigkeit erhalten Energiehammerwaffen +1 auf ihren Trefferwurf, andere Nahkampfwaffen erhalten nach einer Angriffsbewegung +1 auf ihren Schadenswurf. Des Weiteren erhalten alle Waffen die Sonderregel Trefferhagel 1. Dies in Kombination mit dem Captain auf Bike kann dafür sorgen, dass sich sogar schwere feindliche Infanterie in Acht nehmen muss.

Der Enthauptungsschlag aus der Luft – Expugnatorgardetrupp mit Sprungmodulen
Was der Sprungmodul-Infanterie an Aufprallschaden, wie bei den Bikes, mangelt, machen diese Krieger durch ihre Bewaffnung wieder wett. Jedes Modell hat mindestens eine Meisterhafte Energiewaffe mit einer Stärke von 5 sowie einem Durchschlag und Schaden von 2. Wenn diese Einheit einen erfolgreichen Angriff durchgeführt hat, erhalten alle Nahkampfwaffen eine weitere Attacke. Somit können 5 Modelle bereits bis zu 20 Attacken austeilen, wobei die Ehrenklinge des Sergeants noch tödlicher ist als die Energiewaffen. Weiterhin kann jedes Modell einen Parierschild erhalten, was einen Rettungswurf von 5+ gibt.

Nicht nur bloße Infanterie – Der Intercessortrupp
Die einfache Infanterie der Space Marines sind die Intercessoren, doch allein die haben es schon in sich. Durch Bolterdisziplin erhalten diese Figuren +1 auf ihren Trefferwurf, wenn sich diese Einheit auf einem Missionsziel befindet oder das Ziel der Attacken auf einem Missionsziel ist. Weiterhin kann diese Einheit durch Taktischer Eckpfeiler im Nahkampf oder trotz Erschütterung eine Aktion beginnen. Weiterhin kann diese Einheit hierdurch eine Aktion beginnen und schießen.
Die Standardbewaffnung dieser Modelle ist das Boltgewehr. Dieses hat zwei Feuermodi. Entweder im gezielten Schuss, mit Schwer und Schnellfeuer 1, wodurch ein Schuss mit Stärke 6 und Schaden 2 abgegeben wird, oder mit Streugeschossen, mit Sturm und Schnellfeuer 1. Weiterhin kann je fünf Modelle ein Granatwerfer genutzt werden, welcher im Sprengmodus einen Schuss mit Stärke 10, einem Durchschlag von 2 und Schaden 3 sowie Schnellfeuer 1 abgibt.

Die harten Fakten:
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2026
- Sprache: Deutsch
- Preis:
- Codex Space Marines 32,50 EUR [UVP]
- Kaius Konorius 38,50 EUR [UVP]
- Captain auf Bike 47,50 EUR [UVP]
- Exursorsschwadron 54,00 EUR [UVP]
- Expugnatorgardetrupp mit Sprungmodulen 53,00 EUR [UVP]
- Intercessortrupp 53,00 EUR [UVP]
- Land Speeder 52,00 EUR [UVP]
- Eradicators mit Heavy Bolters 51,00 EUR [UVP]
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Ein neues Zeitalter beginnt – Ein Fazit
Mit dem neuen Codex erhalten die Space Marines ein umfangreiches Armeebuch, das sowohl bei den Armeeregeln als auch bei den einzelnen Einheiten zahlreiche Möglichkeiten bietet. Die Rückkehr der Kampfdoktrinen sorgt für eine zusätzliche taktische Ebene, während Transhumaner Stratege und vor allem die verschiedenen Kontingente weitere Möglichkeiten eröffnen, die eigene Armee an den bevorzugten Spielstil anzupassen. Dabei reicht die Auswahl von spezialisierten Verbänden für Terminatoren und Dreadnoughts bis hin zu Formationen, die stärker auf Mobilität oder Beschuss setzen. Dadurch sollte für nahezu jede*n Spieler*in etwas Passendes dabei sein.
Auch bei den Einheiten selbst gibt es einige interessante Änderungen. Viele Space Marines wurden widerstandsfähiger und ihre Bewaffnung wurde angepasst, wodurch sich die verschiedenen Eliteeinheiten noch stärker nach schlagkräftigen Truppen anfühlen. Gerade die vorgestellten Charaktermodelle und spezialisierten Einheiten können auf dem Schlachtfeld deutliche Akzente setzen und unterstreichen den Elitecharakter der Space Marines.
Auch die neuen und überarbeiteten Modelle wissen optisch zu überzeugen. Games Workshop liefert gewohnt hohe Detailgrade und eine gute Gussqualität. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Der Land Speeder und die Heavy Eradicators mit Heavy Bolters sind trotz ihrer Einzelverfügbarkeit weiterhin Push-Fit-Modelle. Wer mehrere davon einsetzen möchte, muss daher selbst Hand anlegen, um für mehr Abwechslung innerhalb der Einheiten zu sorgen, durch Umbauten.
Im Großen und Ganzen bietet der Codex damit eine flexible Grundlage für unterschiedliche Spielstile und verbindet starke Armeeregeln mit einer vielseitigen Auswahl an Einheiten. Die Space Marines erhalten damit ein Armeebuch, das sowohl spielerisch als auch bei den Modellen einiges zu bieten hat.

- Neuer Codex mit starken Regeln
- Neue, schöne Modelle
- Push-Fit-Prinzip für zwei Einheiten
Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Hendrik Pfeifer
Fotografien: Robert Wolfes
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