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Das späte Mittelalter ist eine Zeit, durchzogen von kleinen und großen Konflikten. Es geht um Thronfolgen, Ländereien, Macht und Einfluss. Kämpfende sind mittlerweile stark gerüstet und erfordern den Einsatz immer durchschlagskräftigerer Waffen. SAGA – Ära der Ritter ermöglicht nun Schlachten in dieser bewegten Epoche auf Basis des beliebten Tabletop-Systems.

Der wohl bekannteste und auch langwierigste Konflikt aus dem Spätmittelalter ist der Hundertjährige Krieg. Begann er als Krieg zwischen England und Frankreich im Streit um die Thronfolge in Frankreich, mischen sich bald noch weitere Fraktionen mit eigenen Interessen ins Geschehen. Eigentlich handelte es sich nicht um einen einzelnen langen Konflikt, sondern um viele in mehreren Phasen geführte Kriege, welche historisch aber zusammengefasst wurden. Aber auch die schottischen Unabhängigkeitskriege und die Rosenkriege fallen in diese Epoche. Bereits Anfang des Jahres erschien die in diesem Zeitalter angesiedelte SAGA-Erweiterung Age of Chivalry von Studio Tomahawk. Nun ist auch die deutsche Übersetzung Ära der Ritter von Stronghold Terrain erhältlich. Also Rüstung angelegt und auf in die Schlacht.

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Was gibt es Neues?

Pavesen, Piken und schwere Rüstungen.
Pavesen, Piken und schwere Rüstungen.

Natürlich bringt Ära der Ritter auch spezielle Ausrüstungsgegenstände mit. Der Rossharnisch gewährt auch gegen Fernkampfangriffe die volle Rüstung, reduziert aber die Bewegungsreichweite der Kavallerie. Pavesen sind große Schilde, die gegen feindlichen Beschuss zum Einsatz kommen. Infanterie mit Pavesen gilt gegen Fernkampfangriffe immer als in leichter Deckung befindlich. Dafür reduzieren sich Bewegungs- und Angriffsreichweite. Piken sind lange Speere und reduzieren die Bewegungsreichweite einer mit ihnen ausgerüsteten Einheit. Dafür dürfen sie einmal pro Spielzug einen kostenlosen Fernkampf mit einer Reichweite von K durchführen, der keine Ermüdung verursacht. Außerdem erhält eine Einheit mit Piken einen Bonus von +1 auf ihre Angriffswürfel gegen Einheiten mit der Sonderregel Reittiere, sofern sie keine Ermüdungsmarker haben. Piken könne nicht eingesetzt werden, wenn die Einheit sich ganz oder teilweise in schwierigem oder gefährlichem Gelände befindet. In schwierigem oder gefährlichem Gelände können Einheiten mit Piken außerdem nicht die Reihen schließen.

Wie schon in Ära des Alexander gibt es auch bei Ära der Ritter keine Banner. Außerdem wurde auf schwere Waffen verzichtet, da in dieser Epoche der Effekt schwerer Waffen durch schwere Rüstungen negiert wurde.

Bei Ära der Ritter gibt es natürlich auch wieder einen passenden Satz SAGA-Würfel, der für alle Fraktionen eingesetzt wird. Auf diesen ist der Turm dreimal, der Löwe zweimal und die Krone einmal abgebildet.

Die Fraktionen

Ära der Ritter enthält zwölf spielbare Fraktionen des spätmittelalterlichen Kontinentaleuropas und von den Britischen Inseln. Hinzu kommen zwei leicht modifizierte Schlachtpläne für die Rosenkriege. Das Buch liefert über eine Tabelle eine Einstufung der einzelnen Fraktionen nach der Schwierigkeit, sie zu spielen. So können Anfänger*innen und auch Fortgeschrittene sich im Vorfeld gut orientieren. Anders als in anderen Erweiterungsbüchern stehen alle Söldnereinheiten und Legenden allen Fraktionen zur Verfügung.

Die Engländer

Die Engländer spielten nicht nur im Hundertjährigen Krieg eine der Hauptrollen. Auch in viele weitere Konflikte waren sie verwickelt. Sie sind als eine der am leichtesten zu spielenden Fraktionen eingruppiert und somit durchaus einstiegsfreundlich. Auch die überschaubare Varianz bei den einsetzbaren Einheiten macht sie zu einer guten Fraktion für Anfänger*innen. Auf Bauern verzichten die Engländer komplett. Krieger können wahlweise ohne Ausrüstung oder mit Bögen eingesetzt werden. Außerdem kann maximal eine Einheit aus acht Kriegern beritten sein. Veteranen und der Kriegsherr werden ohne Ausrüstungsoptionen aufgestellt.

Engländer setzen auf Bögen.
Engländer setzen auf Bögen.

Der Schlachtplan der Engländer hat einen besonderen Fokus auf Fernkampfangriffe, weswegen mehrere Einheiten mit Bögen eigentlich Pflicht sein sollten. Da die Engländer keine Bauern besitzen, nimmt Wall aus Pfeilen den Platz der Aktivierung von Bauern ein. Mit den Symbolen Löwe oder Krone dürfen bis zu zwei Nicht-Söldnereinheiten für einen Fernkampf auf unterschiedliche Ziele aktiviert werden. Darüber hinaus ermöglicht die Sonderfähigkeit Schießt! das Aktivieren von bis zu zwei Einheiten mit Bögen für einen Fernkampf mit einer Reichweite von 2 L mit dem Einsatz eines Turmsymbols.

Mit dem Schlachtplan der Engländer können wahlweise auch Waliser gespielt werden. Dann ändern sich aber die Ausrüstungsoptionen. Kriegsherr und Veteranen müssen beritten sein und auch Krieger sind beritten, sofern sie nicht mit Bögen ausgerüstet sind. Außerdem stehen als Söldner nur ausländische Waffenknechte zur Verfügung.

Die Franzosen

Die zweite große Fraktion bilden die Franzosen. Auch sie sind als einfach zu spielen eingestuft. Allerdings steht ihnen mehr Auswahl bei der Zusammenstellung einer Armee zur Verfügung. So können für die Zeit des Hundertjährigen Krieges Kriegsherr, Veteranen und Krieger wahlweise zu Fuß ohne besondere Ausrüstung aufgestellt werden oder auch beritten sein. Maximal einer Einheit Krieger stehen außerdem Pavesen als Ausrüstung zur Verfügung. Anders als die Engländer verfügen die Franzosen über Bauern, die mit Bögen oder Armbrüsten ausgestattet sein können. Durch viel Reiterei sind die Franzosen sehr mobil und schlagkräftig.

Die Franzosen haben viel Reiterei.
Die Franzosen haben viel Reiterei.

Für Franzosen ab 1445 ändert sich die Einheitenauswahl. Bei den Ordonnanzkompanien stehen Kriegsherr und Veteranen neben normalen Pferden auch Pferde mit Rossharnisch zur Verfügung. Die Pavesen als Option für die Krieger fallen weg, dafür dürfen Krieger nun Bögen erhalten. Bauern hingegen werden komplett gestrichen.

Der Schlachtplan der Franzosen ist deutlich nahkampforientiert. Mit der Sonderfähigkeit Keilformation dürfen beispielsweise bis zu drei Einheiten für einen Angriff aktiviert werden. Diese erhalten für den folgenden Nahkampf jeweils drei Angriffswürfel hinzu. Mit viel Kavallerie eine mächtige Fähigkeit. Auch sollte nicht an Veteranen gespart werden. Mit der Sonderfähigkeit Vollharnisch bekommen alle Veteraneneinheiten bis zum Beginn des nächsten Spielzuges im Nahkampf Zähigkeit (1) und im Fernkampf Zähigkeit (2). Dafür reduziert sich allerdings Bewegungs- und Angriffsreichweite.

Die Freikompanien

Auch die Freikompanien sind mobil.
Auch die Freikompanien sind mobil.

Die Freikompanien stellen Söldnergruppen dar, die nach einer Anstellung ohne Aufgabe sind und alternative Wege suchen, um an Geld zu kommen. Ihre Einheitenauswahlen sind deckungsgleich mit denen der Franzosen aus dem Hundertjährigen Krieg, sie werden aber als mittelschwer spielbar geführt. Sie unterscheiden sich selbstverständlich auch durch den Schlachtplan.

Der Schlachtplan der Freikompanien zeichnet sich durch Hinterhältigkeit und Manipulation aus. So können beispielsweise ausgeschaltete Gegner*innen einer eigenen Einheit hinzugefügt, eigene Ermüdungsmarken auf eine feindliche Einheit übertragen und Feinde zu einer Bewegung von der Aufstellungszone der Freikompanien weg gezwungen werden.

Die Burgunder

Mit den Burgundern enthält Ära der Ritter eine weitere Fraktion, welche bei der Einheitenauswahl den Franzosen gleicht. Mehr noch verfügen auch die Burgunder über Ordonnanzkompanien, welche sie sich historisch bei den Franzosen abgeschaut haben. Diese decken sich ebenfalls von der Auswahl mit der der Franzosen, nur dass deren Kriegern zusätzlich Armbrüste als Ausrüstung wählen können. Anders als die Franzosen sind sie aber schwer zu spielen.

Die Burgunder kombinieren Nah- und Fernkampf.
Die Burgunder kombinieren Nah- und Fernkampf.

Der Schlachtplan kombiniert häufig Fern- mit Nahkampf. So kann zum Beispiel nach einem Nahkampf eine weitere Einheit für einen Fernkampf aktiviert werden oder umgekehrt. Außerdem können durch Sonderfähigkeiten Fernkampfangriffe negative Auswirkungen auf folgende Nahkämpfe für Feinde haben oder Effekte werden verstärkt, wenn das Ziel bereits im Fernkampf angegriffen wurde.

Die Schotten

Die Schotten sind eine weitere Fraktion mit zwei möglichen Varianten und zählen als einfach zu spielen. Die erste sind die normalen Armeen auf den Britischen Inseln. Ihre Auswahlmöglichkeiten sind überschaubar. Kriegsherr und Veteranen sind immer zu Fuß unterwegs und haben auch sonst keine Ausrüstungsoptionen. Krieger sind mit den neu eingeführten Piken ausgerüstet; zusätzlich kann eine einzige Einheit mit bis zu acht Kriegern beritten sein. Bauern stehen ausschließlich Bögen zur Verfügung.

Die Piken der Schotten sind effektiv gegen Kavallerie.
Die Piken der Schotten sind effektiv gegen Kavallerie.

Die zweite Variante sind die auf dem europäischen Festland auf der Seite Frankreichs kämpfenden Berufsheere. Bei diesen können sowohl Kriegsherr als auch Veteranen und Krieger beritten sein. Piken gibt es keine und die Bauern sind wieder mit Bögen dabei.

Der Schlachtplan der Schotten zielt auf die Zusammenarbeit von Veteranen und Kriegern ab. Mehrere Fähigkeiten erfordern die beide Einheitentypen in unmittelbarer Nähe zueinander. Insgesamt ist die Gewichtung bei offensiven und defensiven Fähigkeiten stark auf den Nahkampf ausgerichtet. Einige Fähigkeiten verleihen zusätzliche Sonderboni für Einheiten mit Piken. Da die erste Variante beinahe ausschließlich zu Fuß unterwegs ist und Krieger dazu noch mit Piken bewaffnet sind, ist sie recht langsam und muss somit lange gegnerischem Beschuss standhalten können. Entsprechend groß sollten darum die aufgestellten Einheiten sein. Variante zwei ist mit viel Reiterei deutlich mobiler.

Die Flamen

Bauern mit Piken sind kostengünstig.
Bauern mit Piken sind kostengünstig.

Der Kriegsherr, Veteranen und Krieger der Grafschaft Flandern können entweder als Infanterie oder Kavallerie eingesetzt werden. Krieger-Infanterie ist immer mit Armbrüsten ausgerüstet. Die Bauern der Flamen werden mit Piken aufgestellt, was sie langsam macht. Durch ihre Einheitengröße können sie dies aber gut verkraften und durch die Piken sind sie sehr effektiv gegen Kavallerie.

Eine besondere Einheit der Flamen ist der Trosswagen. Im Tausch gegen zwei Veteranen, vier Krieger oder sechs Bauern kann maximal ein Trosswagen aufgestellt werden. Dieser gilt für die Anwendung von Fähigkeiten und Regeln als Einheit berittener Bauern mit einer Bewegung von K und zählt außerdem als Söldner. Er darf sich nur in gerader Linie bewegen und nur am Anfang oder am Ende der Bewegung um die eigene Achse drehen. Da der Trosswagen ein lohnendes Ziel ist, müssen gegnerische Einheiten ihn als Angriffsziel wählen, falls er als gültiges Ziel in Frage kommt.

Die Flamen besitzen außerdem die Sonderregel ermutigen. Eine Einheit gilt als ermutigt, wenn sie sich in K zu einem Trosswagen oder einer Einheit aus mindestens vier Bauern mit Piken befindet. Dieser Zustand hat Einfluss auf einige Fähigkeiten des Schlachtplanes.

Eine flämische Armee wird immer viele Bauern enthalten, welche durch Armbrustschützen gedeckt werden. Durch ihre Besonderheiten gehören sie zu den schwer zu meisternden Fraktionen.

Die Bretonen

Bretonen sind wachsam.
Bretonen sind wachsam.

Auch die Bretagne war ein eher autonomer Teil des französischen Königreiches. Doch ein Erbfolgekrieg führte dazu, dass sich auch hier England und Frankreich aktiv einmischten.

Eine bretonische Armee besteht aus Kriegsherr, Veteranen und Kriegern ohne besondere Ausrüstungsoptionen, die aber wahlweise beritten sein können. Bauern der Bretonen sind mit Bögen bewaffnet. Die Fraktion hat einen mittleren Schwierigkeitsgrad.

Der bretonische Schlachtplan nimmt viel Bezug auf die Schlüsselwörter wachsam und überrascht. Eine bretonische Armee gilt als wachsam, wenn sich mindestens ein SAGA-Würfel auf ihrem Schlachtplan befindet. Umgekehrt gilt eine gegnerische Armee als überrascht, wenn sich kein SAGA-Würfel auf ihrem Schlachtplan befindet.

Die Kastilier

Die Kastilier setzen auf Pferde.
Die Kastilier setzen auf Pferde.

Die Kastilier von der iberischen Halbinsel gehören zu den Fraktionen mit durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad und setzen auf Kavallerie. Somit sind Kriegsherr und Veteranen immer beritten. Krieger können wahlweise beritten oder zu Fuß eingesetzt werden. Bauern sind immer mit Armbrüsten bewaffnet.

Wie zu erwarten, handelt es sich um eine sehr mobile Fraktion. Dies wird durch die Grundfähigkeit Schwer zu fassen unterstrichen. Sie erlaubt es einer Kavallerie-Einheit nach einem Nah- oder Fernkampf eine Bewegung von M durchzuführen, die keine Ermüdung verursacht. Auch der übrige Schlachtplan ist sehr auf Kavallerie fokussiert.

Die Schweizer

Schweizer haben keinen Kriegsherren.
Schweizer haben keinen Kriegsherren.

Die Eidgenossen bilden eine besondere Fraktion in Ära der Ritter, denn sie stellen keinen Kriegsherren und keine Veteranen auf. Die Führung der Armee übernimmt eine zum Gewalthaufen bestimmte Einheit Krieger aus mindestens acht Modellen. Für Szenariobedingungen zählt die Einheit als Kriegsherr, sie verleiht immer einen SAGA-Würfel mehr als die reguläre Einheit und sie erhält die Sonderregeln Entschlossenheit, Folgt mir! und Zähigkeit (1). Krieger der Schweizer dürfen mit Piken ausgestattet sein, auch wenn sie der Gewalthaufen sind. Bauern der Schweizer werden immer mit Armbrüsten aufgestellt.

Der Schlachtplan der Schweizer verleiht ihnen Vorteile im Angriff, aber auch in der Verteidigung. Einige Fähigkeiten dürfen nicht für den Gewalthaufen genutzt werden. Dafür steht diesem die Grundfähigkeit Gewalthaufen exklusiv zu und erhöht dessen Rüstung bis zu einem Maximum von fünf. Der Gewaltmarsch hebt die Bewegungseinschränkung von Einheiten mit Piken auf, wodurch die Armee etwas mobiler wird. Trotz ihrer sehr besonderen Spielweise werden sie im mittleren Schwierigkeitsgrad eingestuft.

Die Deutschen

Die Deutschen sind zäh, aber brauchen Geduld beim Spielen.
Die Deutschen sind zäh, aber brauchen Geduld beim Spielen.

Die Deutschen beziehungsweise das Heilige Römische Reich Deutscher Nation war ein großer Flickenteppich einzelner Herzogtümer, Grafschaften, Städte und ähnlichem. Dies bot auch immer viel Potenzial für innere Konflikte. Doch dennoch war sie eine mächtige Fraktion ihrer Zeit.

Die Deutschen können Kriegsherr, Veteranen und Krieger als Infanterie oder Reiterei einsetzen. Veteranen und der Kriegsherr haben außerdem auch Zugriff auf den Rossharnisch, was sie sehr stabil macht. Krieger als Infanterie dürfen Pavesen erhalten, was auch sie solide macht. Bauern der Deutschen haben Armbrüste und sorgen somit für den Fernkampf.

Der Schlachtplan der Deutschen setzt auf Zähigkeit statt auf Durchschlagskraft. Es geht vielmehr darum, die Gegenseite dazu zu nötigen, ihre Einheiten selbst zu ermüden und die Ermüdungsmarker so für den eigenen Vorteil zu nutzen. Nicht umsonst zählen die Deutschen als eine schwer zu spielende Fraktion.

Die Hussiten

Die Hussiten-Wagen sind eine Besonderheit der Fraktion.
Die Hussiten-Wagen sind eine Besonderheit der Fraktion.

Eine weitere besondere Fraktion sind die Hussiten. Die Anhänger des Reformisten Jan Hus können Kriegsherr und Veteranen wahlweise beritten einsetzen und Krieger dürfen Pavesen erhalten. Bauern stehen ohne Ausrüstung oder mit Armbrüsten zur Verfügung. Eine besondere Einheit der Hussiten ist der Hussiten-Wagen. Dieses Gefährt zählt als beritten und Einheit von zwölf Bauern. Jeder Wagen kostet einen SAGA-Punkt, wobei nur die Hälfte der Armee aus Hussiten-Wagen bestehen darf. Er unterliegt den gleichen Bewegungsregeln wie der Tross-Wagen der Flamen und darf nie für einen Angriff aktiviert werden. Sein Trumpf ist der Fernkampf. Fernkämpfe mit dem Hussiten-Wagen verursachen keine Ermüdung, es dürfen aber keine zwei Fernkampfaktivierungen hintereinander ausgeführt werden. Eine Bauern-Einheit der Hussiten darf außerdem zu Taboriten aufgewertet werden. Die Einheit darf keine besondere Ausrüstung erhalten, wird aber wie Veteranen aktiviert. Einmal pro Spielzug dürfen Taboriten eine kostenlose Angriffsaktivierung durchführen.

Der Schlachtplan der Hussiten bezieht für die Defensive die Hussiten-Wagen mit ein, weswegen die Spielweise etwas Geduld und Ausdauer erfordert.

Die Condottieri

Unter den Condottieri werden die italienischen Stadt-Staaten zusammengefasst.
Unter den Condottieri werden die italienischen Stadt-Staaten zusammengefasst.

Die Condottieri bilden die italienischen Stadtstaaten ab. Florenz, der Kirchenstaat, Mailand, Neapel und Venedig verfügen über leicht abweichende Einheitenoptionen. Allen gemein sind aber ein berittener Kriegsherr und Veteranen mit Zugriff auf den Rossharnisch und, mit Ausnahme von Neapel, wo Krieger diese Funktion übernehmen, Bauern mit Armbrüsten. Mit der gemeinsamen Sonderregel Disziplin können die Condottieri Disziplin-Marker sammeln, die dann Einfluss auf angewendete SAGA-Fähigkeiten haben. Jede der Unterfraktionen bringt außerdem eine zusätzliche Sonderregel mit. Die Fraktion hat einen mittleren Schwierigkeitsgrad.

Die Rosenkriege

Mit zwei speziellen Schlachtplänen lassen sich die Rosenkriege nachstellen.
Mit zwei speziellen Schlachtplänen lassen sich die Rosenkriege nachstellen.

Die Rosenkriege bilden einen gesonderten Abschnitt in Ära der Ritter. Die beiden Fraktionen der Lancastrianer und der Yorkisten haben Zugriff auf die gleiche Auswahl von Einheiten. Kriegsherr, Veteranen und Krieger können wahlweise beritten sein und Bauern sind mit Bögen ausgerüstet. Als Schlachtpläne dienen ein leicht abgewandelter Schlachtplan der Engländer für die Lancastrianer und ein ebenfalls leicht modifizierter Schlachtplan der Burgunder für die Yorkisten. Das Buch liefert außerdem Vorschläge für eine möglichst historisch korrekte Auswahl für Söldnereinheiten der Kontrahenten.

Das Buch und die Ausstattung

Ära der Ritter wird als Hardcover-Buch im DIN-A4-Format geliefert. Wie bei SAGA-Büchern üblich ist der Einband so gestaltet, dass er an ein Lederbuch mit Metallbeschlägen erinnert. Auf der Vorderseite sind ein passendes Artwork und das SAGA-Logo hochglänzend abgebildet und heben sich damit gut ab. Auf der Rückseite erhält man eine kurze Einführung in die Ära und eine Zusammenfassung des Inhalts. Das Buch ist in Vollfarbe gedruckt und umfasst 96 Seiten. Wie gewohnt werden Lesende zunächst in den Hintergrund eingeführt. Durch das Buch führt Hope, Herold der Waffen im Dienst des Königs von Frankreich. Zu jeder Fraktion gibt er eine sehr informative Einführung in die historischen Ereignisse. Hope erläutert am Ende des Abschnitts zu jeder Fraktion ihrer Besonderheiten und beantwortet wichtige Fragen.

Das Buch ist gut strukturiert und alle Bereiche deutlich voneinander abgetrennt. Tabellen und Textkästen helfen beim Erlernen der Regeln und beim schnellen Nachschlagen. Fotos von in Szene gesetzten Miniaturen und Artworks lockern das Ganze angenehm auf.

Dem Buch liegen die zwölf Schlachtpläne und zwei weitere, leicht abgeänderte Schlachtpläne für die Rosenkriege bei. Außerdem erhält man beim Kauf eine 3D-gedruckte Miniatur von Jean d’Arc. Diese ist äußerst detailreich und schön gestaltet.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Studio Tomahawk, Stronghold Terrain
  • Autor*innen: Julie Plagès, Fabien Delpu, Alex Buchel
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Deutsch
  • Spieldauer: 90+
  • Spieler*innen-Anzahl: 2-4
  • Alter: 12+
  • Preis: 42,90 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel

 

Fazit

Mit Ära der Ritter erhält SAGA erneut eine sehr schön gestaltete und hochwertige Erweiterung. Das Hardcoverbuch ist gut gegliedert und deutlich voneinander abgesetzte Abschnitte erleichtern die Übersicht. Lesende erhalten eine gute Einführung in das späte Mittelalter in Europa und auch jede der zwölf Fraktionen wird mit historischen Fakten vorgestellt. Besonders der große Umfang von Fraktionen und Unterfraktionen in Kombination mit der freien Modellwahl sind ein großes Plus der Erweiterung. Durch ein großes Angebot auf dem Markt für historische Modelle und auch den 3D-Druck haben Spielende somit Zugriff auf eine Vielzahl von Modellen.

Zusammen mit dem Buch werden die insgesamt vierzehn Schlachtpläne geliefert und mit Jean d’Arc liegt ein passendes Modell für die Ära bei. Wer sich für den hundertjährigen Krieg und weitere Konflikte des späten Mittelalters begeistert und vielleicht auch schon Erfahrung mit dem Grundsystem von SAGA gemacht hat, wird mit Ära der Ritter seine Freude haben. Aber auch Neueinsteiger können dank der Einstufung nach Schwierigkeitsgrad der Fraktionen hier nichts falsch machen.

  • Gut strukturiertes Buch
  • Viele spielbare Fraktionen
  • Freie Modellwahl
 

  • Effektives Nutzen der Schlachtpläne erfordert etwas Übung

Artikelbilder: © Studio Tomahawk, Stronghold Terrain
Layout und Satz: Mika Eisenstern
Lektorat: Giovanna Pirillo
Fotografien: Dennis Rexin
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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