Nach Skandalen, Manipulationsversuchen und wachsender Kritik stehen die Hugo Awards 2026 im Zeichen von Reformen und Aufarbeitung. Doch welche Geschichten konnten die Wähler*innen in diesem Jahr überzeugen? Wir werfen einen Blick auf die sechs nominierten Romane und auf den Titel, der am Ende den begehrten Preis gewann.
Drei Jahre nach den umstrittenen Hugo Awards 2023 in Chengdu beschäftigt die Aufarbeitung der Ereignisse die World Science Fiction Society (WSFS) noch immer. Die Hugo Awards 2026 wurden am 30. August im Rahmen der LAcon V, der 84. World Science Fiction Convention, im kalifornischen Anaheim verliehen. Doch auch in diesem Jahr ging es nicht ausschließlich darum, die besten Werke der Phantastik auszuzeichnen. Parallel zur Preisverleihung wurden weitere Konsequenzen aus den vergangenen Skandalen gezogen (siehe unseren Artikel zum Hugo Award 2024).
2025 nahm das WSFS Business Meeting den Bericht eines Untersuchungskomitees zu den Hugo Awards 2023 entgegen und beschloss anschließend die Einrichtung eines fünfköpfigen Trial Committees. Dieses sollte prüfen, ob das Verhalten einzelner Mitglieder der damaligen Administration gegen die Interessen der WSFS verstoßen hatte.
Die Ergebnisse dieses Verfahrens beschäftigten schließlich auch die Worldcon 2026. Am 9. August trat das WSFS Business Meeting vollständig unter Ausschluss der Öffentlichkeit zusammen, um den Bericht des Trial Committees entgegenzunehmen und über dessen Empfehlungen zu entscheiden. Nach Abschluss der Worldcon wurden die daraus hervorgegangenen Beschlüsse veröffentlicht. Dave McCarty, Ben Yalow, Joe Yao und Shi Chen wurden wegen ihrer Handlungen im Zusammenhang mit der Worldcon 2023 formell gerügt. Darüber hinaus fordert das Business Meeting zukünftige Worldcons dazu auf, McCarty auf unbestimmte Zeit von einer Mitgliedschaft und Mitarbeit auszuschließen. Für Yalow beträgt der empfohlene Zeitraum fünf Jahre, für Yao und Chen jeweils zwei Jahre.
Wie genau das Trial Committee zu seinen Entscheidungen gelangte, bleibt der Öffentlichkeit allerdings weitgehend verborgen. In den veröffentlichten Beschlüssen werden bewusst weder konkrete Anklagepunkte noch weitere Einzelheiten des Verfahrens genannt.
Parallel zu dieser personellen Aufarbeitung wurden 2026 mehrere Änderungen an den Regeln der Hugo Awards endgültig bestätigt. Eine davon schränkt den Ermessensspielraum der jeweiligen Administration bei Entscheidungen über die Teilnahmeberechtigung ausdrücklich auf die Möglichkeiten ein, die bereits in der WSFS-Verfassung vorgesehen sind. Damit soll verhindert werden, dass Werke aus Gründen ausgeschlossen werden, für die das Regelwerk keine Grundlage bietet. Auch die Nachvollziehbarkeit zukünftiger Entscheidungen soll verbessert werden. Von nun an müssen die veröffentlichten Abstimmungsberichte eine detaillierte Zusammenfassung aller Entscheidungen über die Teilnahmeberechtigung enthalten, darunter Disqualifikationen und Verschiebungen zwischen Kategorien. Außerdem muss speziell für die Nominierung und Abstimmung entwickelte Software unter einer anerkannten Open-Source-Lizenz stehen und der Quellcode den WSFS-Mitgliedern zugänglich gemacht werden. Gerade vor dem Hintergrund der Ereignisse von Chengdu sind diese Änderungen ein deutlicher Versuch, den Wahlvorgang stärker überprüfbar zu machen.
Der Verwaltungsbericht der Hugo Awards 2026 zeigt bereits, wie eine solche ausführlichere Dokumentation aussehen kann. Insgesamt wurden 1.488 Nominierungsstimmzettel abgegeben, aus denen 23.543 Nominierungen für 4.299 Werke und Personen hervorgingen. Die Administration erklärt ausdrücklich, dass sämtliche Nominierungsstimmen von berechtigten natürlichen Personen abgegeben wurden und keine einzige Nominierungsstimme disqualifiziert werden musste.
Im Zentrum der Preisverleihung standen dennoch wie gewohnt die nominierten Werke. Mit The River Has Roots von Amal El-Mohtar gewann eine märchenhafte Fantasy-Novelle, während H. H. Paks Never Eaten Vegetables als beste Novelette und Thomas Has In My Country als beste Kurzgeschichte ausgezeichnet wurden. In der Kategorie Best Series setzte sich mit John Scalzis Old Man’s War dagegen eine bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten bestehende Science-Fiction-Reihe durch. Den wichtigsten Literaturpreis des Abends erhielt schließlich Alix E. Harrow: Ihr Roman The Everlasting wurde als Best Novel ausgezeichnet.
keine Trigger
Die Nominierten:
A Drop of Corruption – Robert Jackson Bennett (Adrian und Wimmelbuch Verlag)
Robert Jackson Bennett ging dieses Jahr als Titelverteidiger ins Rennen: Erst im vergangenen Jahr gewann der Auftakt seiner Shadow of the Leviathan-Reihe, The Tainted Cup, den Hugo Award. Nun schafft es mit A Drop of Corruption direkt auch der zweite Band unter die Finalist*innen.

Erneut stehen die exzentrische Ermittlerin Ana Dolabra und ihr Assistent Dinios Kol im Mittelpunkt. Dieses Mal führt sie ein scheinbar unmögliches Verbrechen nach Yarrowdale, an den Rand des Imperiums: Ein Beamter des Schatzamtes ist aus einem streng bewachten Gebäude verschwunden, obwohl sämtliche Ein- und Ausgänge versiegelt waren. Bald stellt sich heraus, dass hinter dem Verschwinden ein Mord steckt. Ana merkt schnell, dass ihr*e Gegenspieler*in ihr immer einen Schritt voraus ist. Der Fall führt sie immer tiefer in die politischen und wirtschaftlichen Strukturen des Imperiums bis zum sogenannten Shroud, einer streng gesicherten Anlage, in der die Körper getöteter Leviathane verwertet werden.
Die harten Fakten:
- Verlag: Adrian und Wimmelbuch Verlag
- Autor: Robert Jackson Bennett
- Erscheinungsdatum: 22.05.2026
- Sprache: Deutsch (Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Karla Schmidt, Jakob Schmidt)
- Format: Paperback
- Seitenanzahl: 480
- ISBN: 978-3985852994
- Preis: 19,00 EUR (Print)
- Bezugsquelle Fachhandel, Amazon (deutsch, englisch)
Der Phönix und der Dämon – Emily Tesh (Heyne)
Auch Emily Tesh ist bei den Hugo Awards längst keine Unbekannte. Ihr Science-Fiction-Roman Die letzte Heldin gewann 2024 den Preis als bester Roman. Mit Der Phönix und der Dämon wechselte Tesh anschließend nicht nur von der Science-Fiction zur Gegenwartsfantasy, sondern nahm sich eines der bekanntesten Motive des Genres vor: die magische Schule.
Im Mittelpunkt steht allerdings keine Gruppe junger Zauberschüler*innen, sondern Dr. Walden, die Direktorin für Magie an der traditionsreichen Chetwood School und eine der mächtigsten Magierinnen Englands. Ihr Alltag besteht aus Besprechungen, Verwaltungsaufgaben, Unterricht für vier ebenso talentierte wie chaotische Oberstufenschüler*innen und der nicht ganz nebensächlichen Aufgabe, die Schutzbarrieren der Schule gegen Dämonen aufrechtzuerhalten. Als sich die Bedrohung durch einen mächtigen Dämon verschärft, wird jedoch zunehmend deutlich, dass die größte Gefahr für die rund sechshundert Schüler*innen möglicherweise ausgerechnet von Walden selbst ausgeht.

Damit dreht Tesh die bekannte Geschichte der magischen Internatsschule gewissermaßen um. Statt jungen Held*innen beim Entdecken ihrer Fähigkeiten zuzusehen, folgt der Roman den Erwachsenen. Magie bedeutet deshalb nicht nur Abenteuer, sondern auch Sicherheitsvorschriften, Unterrichtsplanung und Verantwortung. Tesh, die selbst unterrichtet hat, erklärte in Interviews, dass sie gerade diese alltäglichen Details bewusst in den Mittelpunkt stellen wollte. Die Schule soll trotz Dämonen und Magie wie ein tatsächlicher Arbeitsplatz wirken: inklusive Kollegium, Bürokratie und sehr langen Arbeitstagen.
Die harten Fakten:
- Verlag: Heyne
- Autorin: Emily Tesh
- Erscheinungsdatum: 13.01.2027
- Sprache: Deutsch (Aus dem Englischen übersetzt von Nina Lieke Rauch)
- Format: Taschenbuch
- Seitenanzahl: 496
- ISBN: 978-3-453-32378-0
- Preis: 18,00 EUR (Print) + 14,99 EUR (E-Book)
- Bezugsquelle Fachhandel, Amazon (englisch, deutsch)
Shroud – Adrian Tchaikovsky (Orbit US)
Adrian Tchaikovsky gehört inzwischen ebenfalls zu den regelmäßigen Namen bei den Hugo Awards. Seine Children of Time-Romane wurden 2023 als beste Serie ausgezeichnet, ein Jahr später war auch seine Final Architecture-Trilogie in derselben Kategorie nominiert. Mit Shroud steht nun wieder ein eigenständiger Science-Fiction-Roman des britischen Autors auf der Liste der besten Romane.
In ferner Zukunft hat die Menschheit die Erde ökologisch weitgehend zerstört und ihre Expansion ins All in die Hände mächtiger Konzerne gelegt. Die Besatzung der Garveneer soll deshalb ein entferntes Sonnensystem auf wirtschaftlich verwertbare Ressourcen untersuchen. Besonders interessant erscheint dabei ein Mond, den die Forschenden Shroud nennen. Für Menschen ist er denkbar lebensfeindlich: Die Schwerkraft ist deutlich höher als auf der Erde, die Atmosphäre nicht atembar und seine Oberfläche liegt in völliger Dunkelheit. Gleichzeitig sendet der Mond ungewöhnlich starke elektromagnetische Signale aus. Bevor die Crew diese Entdeckung genauer untersuchen kann, zwingt ein Unfall Juna Ceelander und Mai Ste Etienne zu einer Notlandung auf Shroud. Eingeschlossen in einem engen Fahrzeug und ohne Kontakt zu ihrem Schiff müssen sie einen Weg durch die lebensfeindliche Umgebung finden. Dabei begegnen sie immer wieder den einheimischen Lebensformen des Mondes. Nach und nach wird deutlich, dass diese keineswegs einfache Tiere sind. Während Juna und Mai versuchen zu verstehen, womit sie es zu tun haben, fragen sich die Bewohner*innen von Shroud ihrerseits, was die fremden Eindringlinge eigentlich wollen.

First-Contact-Geschichten leben häufig von der Frage, wie eine Verständigung zwischen Menschen und einer fremden Spezies möglich sein könnte. Tchaikovsky geht noch einen Schritt zurück und fragt zunächst, ob zwei vollkommen unterschiedlich entwickelte Lebensformen einander überhaupt als denkende Wesen erkennen würden. Die Bewohner*innen von Shroud nehmen ihre Umwelt vollkommen anders wahr als Menschen, haben eine fremdartige Biologie und ein ebenso fremdes Verständnis davon, was ein einzelnes Lebewesen eigentlich ist. Besonders interessant ist deshalb, dass der Roman stellenweise auch ihre Perspektive einnimmt. Lesende können dadurch Missverständnisse erkennen, die Juna und Mai selbst verborgen bleiben. Gerade die Verbindung aus Survival-Geschichte, fremdartigem Alienleben und Kritik an einer ausschließlich auf Expansion und Profit ausgerichteten Gesellschaft macht Shroud zu einem der klassischen Science-Fiction-Titel unter den diesjährigen Nominierungen.
Die harten Fakten:
- Verlag: Orbit US
- Autor: Adrian Tshaikovsky
- Erscheinungsdatum: 03. Juni 2025
- Sprache: Englisch
- Format: Hardcover
- Seitenanzahl: 464
- ISBN: 978-0316579025
- Preis: 24,99 EUR (Print) + 9,09 EUR (E-Book)
- Bezugsquelle Fachhandel, Amazon
The Raven Scholar – Antonia Hodgson (Orbit US)
Mit The Raven Scholar legt Antonia Hodgson ihr Fantasydebüt vor. Zuvor schrieb sie vier historische Kriminalromane um Thomas Hawkins. Diese Erfahrung nimmt Hodgson sichtbar mit in ihr neues Genre: The Raven Scholar verbindet einen klassischen Mordfall mit politischer Intrige, einem tödlichen Wettstreit um die Thronfolge und umfangreichem Fantasy-Worldbuilding. Neben der Nominierung für den Hugo Award for Best Novel war Hodgson 2026 deshalb auch für den Astounding Award for Best New Writer nominiert – und konnte diesen gewinnen.
Schauplatz ist das Kaiserreich Orrun, dessen Herrscher Bersun nach 24 Jahren seine Macht abgeben muss. Seine Nachfolge wird jedoch nicht vererbt. Stattdessen treten Kandidat*innen verschiedener Orden gegeneinander an, die jeweils einem heiligen Tier zugeordnet sind und unterschiedliche Werte und Fähigkeiten verkörpern. Rabe, Fuchs, Tiger, Ochse, Bär, Affe und Hund stellen jeweils eine Person für die Prüfungen; hinzu kommt eine geheimnisvolle Vertretung des Drachen. Doch noch bevor der Wettstreit richtig beginnen kann, wird eine der beteiligten Personen ermordet.
Mit den Ermittlungen wird Neema Kraa beauftragt, eine brillante, aber eigenwillige Gelehrte des Rabenordens. Neema ist sozial unbeholfen, sagt häufig das Falsche und beschäftigt sich lieber mit scheinbar unbedeutenden Volkserzählungen als mit den großen politischen Fragen des Reiches. Allerdings weiß sie sehr genau, worin sie gut ist, und macht sich selbst nicht kleiner, um den Erwartungen ihrer Umgebung zu entsprechen. Während Neema versucht, den Mord aufzuklären, wird aus dem zunächst überschaubaren Kriminalfall eine Geschichte über die politischen und religiösen Strukturen Orruns. Die Tierorden sind dabei weit mehr als unterschiedliche Fraktionen für das anstehende Turnier. Hodgson entwickelte für sie eigene Traditionen, gesellschaftliche Rollen und beschäftigte sich dafür intensiv mit der tatsächlichen Wahrnehmung und Symbolik der jeweiligen Tiere.

Das Besondere des Buches ist außerdem die ungewöhnliche Erzählinstanz. Teile der Geschichte werden aus der Sicht des Raben selbst erzählt. Dieser ist nicht nur Beobachter, sondern eine selbstbewusste Stimme mit eigener Sicht auf Figuren und Ereignisse, und dabei nicht so zuverlässig, wie er selbst glaubt. Hodgson greift bewusst die Rolle des Raben als Trickster und Geschichtenerzähler aus Mythologie und Folklore auf. Gleichzeitig erlaubt ihr diese Perspektive, sich von Neema zu lösen und durch unterschiedliche Orte und Zeiten der weitläufigen Handlung zu wechseln.
Die harten Fakten:
- Verlag: Orbit US
- Autorin: Antonia Hodgson
- Erscheinungsdatum: 15.04.2025
- Sprache: Englisch
- Format: Hardcover
- Seitenanzahl: 672
- ISBN:978-1529339901
- Preis: 21,99 EUR (Print) + 6,99 EUR (E-Book)
- Bezugsquelle Fachhandel, Amazon
Tod der Autorin – Nnedi Okorafor (Ullstein)
Nnedi Okorafor gehört schon lange zu den bekanntesten Stimmen der spekulativen Literatur. Für ihre Werke erhielt sie unter anderem mehrere Hugo, Nebula und World Fantasy Awards und prägte für ihre eigene Arbeit den Begriff des Africanfuturism. Mit Tod der Autorin bewegt sie sich nun bewusst zwischen den Grenzen von Science-Fiction und Gegenwartsliteratur.
Im Zentrum steht Zelu, eine nigerianisch-amerikanische Schriftstellerin und Dozentin aus Chicago. Seit einem Unfall in ihrer Kindheit ist sie querschnittsgelähmt und innerhalb ihrer erfolgreichen Familie ohnehin häufig die Außenseiterin. Während der Hochzeit ihrer Schwester erreicht ihr Leben einen neuen Tiefpunkt: Zelu verliert ihre Stelle an der Universität und erhält gleichzeitig eine weitere Absage für den Roman, an dem sie bereits seit Jahren arbeitet. Aus Frust beginnt sie noch in derselben Nacht eine vollkommen andere Geschichte zu schreiben: einen Science-Fiction-Roman über eine ferne Zukunft, in der die Menschheit verschwunden ist und Roboter und körperlose künstliche Intelligenzen miteinander um die Frage ringen, wie ihre Gesellschaft aussehen soll.
Ausgerechnet dieser Roman mit dem Titel „Rusted Robots“ wird zum internationalen Bestseller und verändert Zelus Leben grundlegend. Plötzlich muss sie sich nicht mehr mit Ablehnung, sondern mit Ruhm, Verfilmungsangeboten und einer Öffentlichkeit auseinandersetzen, die jedes Detail ihres Lebens und ihrer Arbeit interpretieren möchte. Gleichzeitig verändert neue Technologie ihre Möglichkeiten als Rollstuhlnutzerin und wirft weitere Fragen darüber auf, wie Zelu selbst über ihren Körper bestimmen darf und welchen Einfluss ihre Familie darauf zu haben glaubt.

Okorafor erzählt diese Geschichte auf mehreren Ebenen. Neben Zelus Handlung stehen Interviews mit Familienmitgliedern und Freund*innen, die jeweils ihre eigene Version der Autorin präsentieren. Dazwischen finden sich immer wieder längere Passagen aus Rusted Robots. Der Roman im Roman spiegelt die Konflikte zwischen körperlichen Robotern und körperlosen künstlichen Intelligenzen und damit Fragen aus Zelus eigenem Leben wider. Diese Mischung macht Tod der Autorin zu einem ungewöhnlichen Beitrag auf der diesjährigen Shortlist. Okorafor erzählt weder ausschließlich einen Science-Fiction-Roman noch ausschließlich die Geschichte einer Schriftstellerin, sondern lässt beide Formen bewusst ineinandergreifen.
Die harten Fakten:
- Verlag: Ullstein
- Autorin: Nnedi Okorafor
- Erscheinungsdatum: 02.01.2026
- Sprache: Deutsch (Aus dem Englischen übersetzt von Corinna Rodewald)
- Format: Klappenbroschur
- Seitenanzahl: 528
- ISBN: 9783550204395
- Preis: 18,99 EUR (Print) + 14,99 EUR (E-Book)
- Bezugsquelle Fachhandel, Amazon (deutsch, englisch)
Die Gewinnerin
Die Legende von Una Everlasting – Alix E. Harrow (Goldmann)
Mit Die Legende von Una Everlasting geht der diesjährige Hugo Award for Best Novel an Alix E. Harrow. Für die US-amerikanische Autorin ist es nicht der erste Hugo: Bereits 2019 wurde ihre Kurzgeschichte A Witch’s Guide to Escape: A Practical Compendium of Portal Fantasies ausgezeichnet. Nur wenige Tage vor der Verleihung der Hugo Awards erschien das Buch nun in der Übersetzung von Peter Beyer auch auf Deutsch bei Goldmann.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Owen Mallory, ein Historiker, dessen Forschung und Faszination seit Jahren einer einzigen Person gelten: Sir Una Everlasting. In seiner Heimat Dominion gilt die Ritterin als Nationalheldin, die einst an der Seite der späteren Königin Yvanne kämpfte und mit ihrem tragischen Tod selbst zur Legende wurde. Als Owen überraschend ein vermeintlich verschollenes Buch über Unas Tod erhält, führt ihn dessen Geheimnis direkt in die Vergangenheit. Dort soll er dafür sorgen, dass sich die Geschichte genauso ereignet, wie sie in seiner Gegenwart überliefert wird. Doch die tatsächliche Una hat immer weniger mit der idealisierten Ritterin aus Owens Büchern gemein. Aus der unantastbaren Heldin wird ein Mensch mit eigenen Ängsten und Fehlern und aus dem Historiker, der ihre Geschichte bewahren soll, jemand, der zunehmend daran zweifelt, ob diese Geschichte überhaupt bewahrenswert ist. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen beiden eine Liebesgeschichte, die vor einem grundlegenden Problem steht: Owen kennt Unas Schicksal bereits.
Als Jugendliche liebte Harrow nach eigener Aussage Geschichten über kämpfende Heldinnen wie The Song of the Lioness, The Blue Sword oder Sabriel. Ihr späteres Geschichtsstudium stellte diesem Ideal jedoch ein wesentlich weniger romantisches Bild gegenüber: Ritter*innen waren nicht nur heroische Figuren, sondern auch gewaltsame Werkzeuge politischer Macht, deren Bilder später wiederum für Propaganda genutzt wurden. Aus genau dieser Spannung zwischen dem Ritter*innenbild ihrer Kindheit und seinem historischen Gegenstück entstand schließlich Die Legende von Una Everlasting.
Denn Owen kennt Una zunächst ausschließlich durch Texte, Lieder und Legenden, die Jahrhunderte nach ihrem Tod noch immer erzählen, wer sie gewesen sein soll. Als er ihr tatsächlich begegnet, muss er erkennen, wie groß der Abstand zwischen einem historischen Menschen und dem Mythos sein kann, der später aus ihm gemacht wird. Damit geht es nicht nur darum, ob sich die Vergangenheit verändern lässt, sondern auch darum, wer überhaupt entscheidet, welche Version dieser Vergangenheit erinnert wird. Harrow selbst beschreibt die Zeitreise deshalb auch als überraschend optimistisches Element des Romans: Sie eröffnet zumindest die Möglichkeit, dass weder Geschichte noch Zukunft vollkommen festgeschrieben sein müssen.
Die harten Fakten:
- Verlag: Goldmann
- Autorin: Alix E. Harrow
- Erscheinungsdatum: 19.08.2026
- Sprache: Deutsch (Aus dem Englischen übersetzt von Peter Beyer)
- Format: Gebundene Ausgabe
- Seitenanzahl: 512
- ISBN: 978-3-442-30275-8
- Preis: 24,00 EUR (Print) + 19,99 EUR (E-Book)
- Bezugsquelle Fachhandel, Amazon (englisch, deutsch)
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Titelbild: © genannte Titel
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Alexa Kasparek














