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Bald ist es wieder so weit! Die SPIEL 2024 in Essen öffnet vom 3. bis zum 6. Oktober ihre Pforten und auch in diesem Jahr findet der Educators Day, eine Fachveranstaltung für brettspielaffine Pädagog*innen, statt. Was der Educators Day ist und welche Angebote euch erwarten, möchten wir im Folgenden vorstellen.

„Die Entwicklung der Intelligenz braucht das Spiel wegen der unendlichen Vielfalt der Optionen.“ (Max Kobbert, Spieleautor und Wahrnehmungspsychologe)

Spielen und Lernen sind zwei Begriffe, die häufig als gegensätzlich wahrgenommen werden. Dem ist aber nicht so, ganz im Gegenteil. Egal ob Jung oder Alt, Menschen eignen sich im Spiel neue Kompetenzen an. Die lockere Atmosphäre, die beim Spielen herrscht, begünstigt den Zugang zu neuen Lerninhalten und sorgt dafür, dass das Gelernte nachhaltiger verinnerlicht wird. Neue Fähigkeiten können erprobt, erweitert und verfestigt werden, und in vielen pädagogischen Institutionen ist es angekommen, dass Brett- und Gesellschaftsspiele ein hervorragendes Bildungsmaterial sind.

Was läge also näher, als dem Thema Spielen und Lernen auf der weltweit größten Brettspielmesse, der SPIEL Essen, mit dem Educators Day seit 2019 eine Bühne zu geben. Pädagogische Fachkräfte können sich, mit Bestätigung ihres*ihrer Arbeitgeber*in, für diesen Event akkreditieren lassen und haben dann einen Zugang zu diversen Vorträgen und vielem mehr.

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Spaß am Spiel als Lernmotor

Das Spielen von Brett- und Gesellschaftsspielen bereitet vielen Menschen Spaß. Dabei wird leicht übersehen, dass Gesellschaftsspiele mehr als nur Spielerei sind, denn sie sind auch ein Bildungsmedium. Sie fördern beispielsweise soziale Kompetenzen, trainieren die Fähigkeit zur Problemlösung und steigern kreatives Denken im Allgemeinen.

Was macht ein Spiel zu einem guten Lernspiel?

Nicht jedes Spiel, dass mit pädagogischen Gütesiegeln voll gepflastert ist, ist automatisch pädagogisch wertvoll. Ein sehr wichtiger Aspekt, der ein Spiel zu einem guten Lernspiel macht, ist, dass es Spaß bereitet.

So verbergen sich Lerninhalte in vielen Spielen, bei denen man sie im ersten Moment nicht erwarten würde.

Durch Spiele mit einem hohen Glücksfaktor wird Frustrationstoleranz eingeübt. Wer schon einmal Mensch ärgere dich nicht oder Monopoly gespielt hat, kann ein Lied davon singen.

Mathematische Fähigkeiten werden ebenso durch viele Spiele erlernt, denn meistens werden am Ende Siegpunkte addiert. Bei Spielen mit Punktesalat muss man schon während des Spieles rechnen. Häufig muss man auch Wahrscheinlichkeiten erkennen, um diese für sich zu nutzen.

Des Weiteren können durch Rollenspiele neue Rollenbilder erprobt und natürlich die Fantasie und Kreativität gefördert werden. Zudem weiß jede*r Rollenspieler*in, dass das Hobby damit verbunden ist viel zu lesen.

Durch Spiele mit Memory-Mechanismus wird das Gedächtnis trainiert. Sie sind somit eine Spielform, die beispielsweise in der Arbeit mit Senior*innen hervorragend eingesetzt werden können.

Kooperative Spiele wie Dorfromantik können genutzt werden, um einzuüben, mit anderen zusammenzuarbeiten und erfolgreich ein Ziel zu verfolgen.

Auch die thematische Ausrichtung kann der Wissensvermittlung dienen. So ist zuletzt beispielsweise das Thema Ökologie häufig in Brettspielen aufgegriffen worden, und viele dieser Spiele vermitteln durch ihre Inhalte Wissenswertes.

Nicht zuletzt ist Lernen immer dann am schönsten, wenn es unbewusst geschieht. Die so erworbenen Inhalte werden besser und nachhaltiger verinnerlicht, da sie mit positiven Emotionen verknüpft sind. Dieses informelle Lernen durch Spielen geschieht, im Gegensatz zum formellen Lernen, bei dem Bewertung und Benotung im Vordergrund stehen, gefahrlos und ohne Druck. So ist das angstfreie Wachsen an Herausforderungen möglich.

Blick in die Halle 3 aus einem der Vortragsräume beim Educators Day 2022

Außerdem bieten Gesellschaftsspiele eine hervorragende Möglichkeit, Kompetenzen zu erkennen, zu vermitteln und zu fördern. Von Brettspiel-AGs in Schulen und Kinder- und Jugendtageseinrichtungen bis hin zur Arbeit mit Senior*innen gibt es viele Möglichkeiten, Spiele als Bildungsmaterialien einzusetzen.

All dies zeigt, wie vielfältig das Einsatzgebiet von Gesellschaftsspielen im pädagogischen Rahmen ist und wie viel didaktisches Potenzial in ihnen steckt.

Der Educators Day – Informationen, Austausch und Vernetzung

Während des Educators Day finden jedes Jahr über den gesamten Tag verteilt Vorträge zum Thema Spielen und Lernen statt. Das thematische Angebot ist weit gefächert und bietet vom Einsatz von Escape-Rooms im schulischen Rahmen bis hin zur Frage, wie Bildung mit Hilfe von Gesellschaftsspielen gelingen kann, ein breites Spektrum an Informationen zum Thema. Einen Gesamtüberblick aller Vorträge findet ihr hier.

Impressionen vom Educators Day 2023 © SPIEL Essen/Merz Verlag

Neben Vertreter*innen von großen Verlagen wie Asmodee und HABA, finden sich unter den Referierenden auch pädagogische Fachkräfte und Bildungsexpert*innen, die aus ihrem Alltag berichten und Tipps geben, wie man Spiele gekonnt pädagogisch einsetzen kann. Besonders die Vorträge von Christina Valentiner-Branth, der Leiterin der Brettspielakademie, können wir wärmstens empfehlen.

Außerdem stellen verschiedenste Institutionen und Verlage ihre Spiele und pädagogischen Konzepte vor. So ist es möglich sich, fernab vom Trubel der Messe, in aller Ruhe fachlich auszutauschen und pädagogisch wertvolle Spiele auszuprobieren. Besonders der Austausch ist sehr wertvoll, kann man doch viele der Ideen mitnehmen und gegebenenfalls umsetzen.

Das Vortragsprogramm des Educators Day 2023

Zudem bekommt man zusätzlich die Möglichkeit, die jährlich stattfindende Neuheitenschau zu besuchen. Hier kann man sich in aller Ruhe alle Neuerscheinungen ansehen, die auf der Messe vorgestellt werden. Erfahrungsgemäß läuft einem dort auch oft jemand aus der Autor*innenzunft über den Weg.

Wenn man genug vom Stöbern hat, hat man zusätzlich die Möglichkeit am Educators Day die Business Lounge, das Restaurant in der Halle 7, zu nutzen. Dorthin kann man sich zurückziehen, um sich fachlich in ruhiger Atmosphäre auszutauschen. Ein großartiges zusätzliches Angebot, wie wir finden.

Treffen der Initiative „schule und spiel“ am Messesonntag

Rund um den Spieleautor Uwe Rosenberg hat sich eine Initiative mit dem Namen schule und spiel gegründet, dessen Ziel die deutschlandweite Vernetzung all jener ist, die das Potenzial von Brettspielen im Bildungskontext nutzen möchten.

Zusätzlich zum Educators Day wird am Messesonntag ab 10:30 Uhr im Raum L ein Treffen stattfinden, dass mit verschiedenen Vorträgen bis 18 Uhr dauern wird. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird auch das Magazin schule und spiel zum ersten Mal erhältlich sein, das dann in Zukunft abonniert werden kann. Genauere Informationen zur Veranstaltung findet ihr hier.

Neuerungen rund um den Educators Day

Die Neuheitenschau

In diesem Jahr gibt es eine Neuerung bezüglich des Zugangs zum Educators Day. Hat es in den letzten Jahren gereicht, sich vom Arbeitgeber eine Bestätigung geben zu lassen, dass man als pädagogische Fachkraft tätig ist, braucht man nun ein gesondertes Ticket. Dieses kostet einen Aufpreis von fünf Euro. Ein Tagesticket plus Educators Day erhält man also für 28 Euro. Die Akkreditierung erfolgt über den Ticketshop, wo es möglich ist, die entsprechenden Unterlagen hochzuladen. Nach Prüfung der Legitimation wird das Ticket freigegeben. Dies wird voraussichtlich die Abläufe vor Ort deutlich verschlanken.

Da der Educators Day sicherlich mit einigem organisatorischem Aufwand verbunden ist, ist es ohnehin verwunderlich, dass der Zugang bis zu diesem Zeitpunkt kostenlos angeboten wurde. Unserer Ansicht nach ist jedoch der Aufpreis, gemessen an dem, was man an Informationen und Einblicke gewinnt, mehr als gerechtfertigt und sollte niemanden, der ernsthaft interessiert ist, vom Besuch des Educators Day abhalten.

Fazit

Das Foyer des Saales Rheinland beim Educators Day 2023

Der Educators Day ist für alle brettspielbegeisterten pädagogischen Fachkräfte ein hervorragendes Event, denn die gebotenen Vorträge sind perfekt, um neue Impulse zu erhalten und wertvolle Einblicke und Anregungen für den beruflichen Alltag mitzunehmen. Er ist außerdem ein interessantes Forum für den Austausch und die Vernetzung von Lehrer*innen, Pädagog*innen und Bildungsexpert*innen. Der Zugang zur Neuheitenschau, so wie die Möglichkeit, die Business Lounge zu nutzen, runden das Angebotspaket perfekt ab und bieten eine Gelegenheit, die Messe neu zu entdecken und anders zu erleben. Wer also zu der angesprochenen Zielgruppe gehört, sollte sich den Educators Day nicht entgehen lassen!

Layout und Satz: Andreas Hübner
Lektorat: Sabrina Plote
Fotografien: Andreas Memmert / Merz Verlag

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