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Was geschieht, wenn die Schattenseiten der menschlichen Seele Gestalt annehmen und die Gesellschaft in Chaos stürzen? Der Manga Jagaaan von Muneyuki Kaneshiro und Kensuke Nishida nimmt die Leser*innen mit auf eine brutale Reise voller Gewalt, Wahnsinn und Selbstfindung – nichts für schwache Nerven, aber ein Muss für Fans von düsteren Psychothrillern.

Jagaan ist ein Manga, der sich mutig an die tiefsten Abgründe der menschlichen Natur wagt. Seit seiner Veröffentlichung in Japan im Jahr 2017 hat der Titel durch seine ungeschönte Darstellung von Gewalt und menschlichen Begierden viele Leser*innen fasziniert und verstört. Doch was steckt hinter diesem Werk, und lohnt sich ein Blick in die Geschichte von Shintaro Jagasaki?

Triggerwarnungen

explizite Gewalt

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Handlung

Im ersten Band lernen wir den Protagonisten Shintaro Jagasaki kennen, einen Nachbarschafts-Polizisten. Shintaro steckt in einer existenziellen Krise: Er verabscheut seinen monotonen Alltag, die öden Streitereien, die er täglich schlichten muss, und die Zukunft, die ihn in einer spießigen Ehe gefangen sieht. Er sehnt sich nach einem spannenderen Leben – und wird schneller erhört, als ihm lieb ist.

© Panini

Eines Nachts wird er Zeuge, wie ein mysteriöses Phänomen die Stadt heimsucht. Menschen, die von inneren Konflikten oder unerfüllten Begierden zerfressen sind, mutieren zu Monstern, den sogenannten Kaijin (kaputte Menschen). Diese Kreaturen sind groteske Verkörperungen ihrer tiefsten Sehnsüchte. Während eines plötzlichen Angriffs entdeckt Shintaro, dass er selbst nicht ganz normal ist: Seine rechte Hand kann sich in eine mächtige Waffe verwandeln, mit der er Kaijin bekämpfen kann.

Band 1 konzentriert sich darauf, Shintaros Transformation einzuleiten. Wir erleben seinen ersten Kampf gegen ein Monster und die Einführung der rätselhaften Eule Doku-Chan, der Shintaro leitet und ihn in die neue Welt der Kaijin einführt. Zudem produziert Doku-Chan Kügelchen, die verhindern, dass Shintaro gänzlich zu einem Kaijin wird.

Shintaro ist somit ein Halb-Kaijin, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, sämtliche Kaijin auszulöschen, womit er sich in den typischen Shōnen-Kanon á la Devilman, Tokyo Ghoul, Attack on Titan, und so fort, einreiht.

Charaktere

© Panini

Shintaro Jagasaki ist der zentrale Charakter, ein Antiheld, dessen innere Zerrissenheit die Leser*innen von Anfang an in seinen Bann zieht. Er ist nicht der typische aufopferungsvolle Held, sondern ein Mann voller Wut, Frustration und Unsicherheit, der versucht, seinen Platz in der Welt zu finden. Diese komplexe Charakterzeichnung ist nicht unüblich für dieses Genre.

Die sprechende Eule Doku-Chan bietet eine Mischung aus Erklärungen und kryptischen Andeutungen, während er Shintaro in die Welt der Kaijin einführt. Trotz seiner kleinen Rolle im ersten Band könnte er ein vielversprechender Charakter mit einer entscheidenden Funktion sein.

Im ersten Band treten eine Reihe von Nebenfiguren auf, wie Shintaros Freundin. Diese Nebencharaktere wirken im ersten Band noch blass, dienen aber dazu, seine Frustrationen und den Kontrast zu seinem neuen Leben zu verdeutlichen.

Zeichenstil und Erscheinungsbild

Der Zeichenstil von Kensuke Nishida ist schlichtweg beeindruckend. Die Charakterdesigns sind detailliert und schaffen es, die Emotionen und inneren Konflikte der Figuren überzeugend zu vermitteln. Besonders hervorzuheben sind die grotesken Designs der Kaijin. Diese Monstrositäten sind kreativ und schockierend, eine perfekte Darstellung der dunklen Wünsche, die sie verkörpern.

Die Kampfszenen sind dynamisch und flüssig gezeichnet, wodurch die Actionszenen die Leser*innen förmlich mitreißen. Gleichzeitig gelingt es Nishida, die düstere Atmosphäre durch den geschickten Einsatz von Schatten und Perspektiven zu verstärken. Die Kontraste zwischen Shintaros „normalem“ Alltag und der bizarren Monsterwelt könnten nicht stärker sein – ein visuelles Erlebnis, das die Leser*innen in die Handlung hineinzieht.

© Panini

Die harten Fakten:

  • Verlag: Panini
  • Autor: Muneyuki Kaneshiro
  • Zeichner: Kensuke Nishida
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Sprache: Deutsch
  • Format: Softcover 183 mm (Höhe) x 130 mm (Breite)
  • Seitenanzahl: 196
  • Preis: 8,99 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Verlagseite, Amazon, idealo

 

Fazit

Jagaaan ist ein Manga, der mit seiner brutalen Gewalt und psychologischen Tiefe überzeugt. Der erste Band legt einen soliden Grundstein, indem er die düstere Welt, den komplexen Charakter Shintaros und die moralischen Konflikte einführt. Fans von Titeln wie Tokyo Ghoul oder Parasyte werden sich hier sofort zu Hause fühlen, doch Vorsicht: Die rohe Gewalt und der nihilistische Unterton sind nichts für zartbesaitete Leser*innen.

Für diejenigen, die sich auf diese Reise einlassen, bietet Jagaaan eine faszinierende Mischung aus Horror, Action und Gesellschaftskritik, die in den Folgebänden weiter vertieft wird. Ein Manga, der seinen Leser*innen noch lange nach der Lektüre im Kopf bleibt – im guten wie im verstörenden Sinne.

  • Ein Protagonist, in den man sich hineinversetzen kann
  • Ausdrucksstarke und actiongeladene Zeichnungen
 

  • Grundprämisse ist nichts Neues


Artikelbilder: © Panini

Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Nina Horbelt
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