Auch der neue Codex schickt die Black Templar auf ihre heiligen Kreuzzüge, um das Licht des Imperators in die Galaxie zu treiben. Doch wie wirkt sich die neue Ergänzung auf die Spielweise der Armee aus? Oder hat das neue Armeebuch Schande über diese rachsüchtigen Space Marines gebracht?
Keine Trigger
Der Hass ist eine heilige Inspiration – Der neue Codex
Werfen wir zunächst einen Blick auf die grundlegenden Änderungen in der Armeeausrichtung. Das frühere Kontingentssystem der Templer-Gelübde wurde überarbeitet und ist nun die zentrale Armeeregel der Black Templars. Es ersetzt den „Schwur des Augenblicks“, wie er bei den regulären Space Marines Anwendung findet. Damit verliert die Armee zwar einen starken spielmechanischen Bonus, gewinnt jedoch an Hintergrundtreue und taktischer Flexibilität. Zu Beginn jeder Schlacht wird eines von vier verfügbaren Gelübden gewählt, das dann für die gesamte Dauer des Spiels aktiv bleibt.
Das Gelübde Verabscheue die Hexe, vernichte die Hexe stellt die gezielte Jagd auf Psioniker in den Vordergrund und spiegelt die fanatische Haltung der Black Templars gegenüber Hexerei und Warpkräften wider. Scheue keine Herausforderung hingegen bietet Vorteile im Kampf gegen besonders widerstandsfähige Gegnern und stärkt damit die Rolle der Templer im direkten Nahkampf. Etwas defensiver, dafür strategisch flexibler zeigt sich Dulde nicht die Existenz der Unreinen. Dieses Gelübde erlaubt es Einheiten, Angriffe anzusagen, selbst wenn sie sich zuvor aus einem Gefecht zurückgezogen haben – ein klarer Vorteil bei der Erfüllung von Missionszielen. Schließlich gibt es noch Wahre die Ehre des Imperators, ein Gelübde, das es ermöglicht, Aktionen durchzuführen, obwohl sich Einheiten mit einer Vorrücken-Bewegung fortbewegt haben. Zusätzlich bleiben Missionsziele unter der Kontrolle der eigenen Truppen, selbst wenn diese sich aktiv weiterbewegen.
Diese Neuerungen verleihen der Armee nicht nur mehr narrative Tiefe, sondern eröffnen auch neue taktische Spielräume auf dem Schlachtfeld.
Neben dem Kontingent aus dem Grotmas-Adventskalender bietet die Codex-Ergänzung der Black Templars drei weitere, vollständig ausgearbeitete Kontingente. Eines davon ist das Kontingent Vehemente Gefährten, das der Armee die Sonderregel Rechtschaffener Eifer verleiht. Diese Regel macht ihrem Namen alle Ehre: Sie erlaubt das Wiederholen von Würfen für Angriffe und Vorrücken – ein massiver Vorteil für eine aggressiv geführte Armee. Da jeder Black Templars-Armee mindestens ein Ordenspriester angehört, passt die Verbesserung Feurige Seele hervorragend ins Konzept. Sie steigert den Durchschlagswert der Nahkampfwaffen einer ganzen Einheit um 1, wenn sie in der Nähe eines Ordenspriesters agiert – eine ideale Möglichkeit, dem Zorn des Imperators Nachdruck zu verleihen. Und sollte sich ein besonders gefährlicher Gegner hinter seinen Leibwächtern verstecken, sorgt die Verbesserung Für die Ehre des Imperators dafür, dass Nahkampfwaffen einer Einheit die Sonderregel Präzision erhalten. Selbst schwer bewachte Charaktermodelle sind dann nicht mehr sicher vor den gezielten Schlägen der Templer.
Während sich dieses erste Kontingent stark auf Ordenspriester und Judicare stützt, verfolgt das Richtspruch-Einsatzverband-Kontingent ein anderes Ziel: Es bringt die Standartenträger stärker ins Spiel, und verankert sie als wichtige Elemente innerhalb der Armee. Mit der Kontingentsregel Reinigen und Weihen erhält die Armee zwei besondere Effekte. Die erste Regel ist an einige Voraussetzungen geknüpft, kann aber die Widerstandskraft einer Einheit deutlich erhöhen: Befindet sich ein Standartenträger in der Einheit und ist diese in Reichweite eines Missionsziels, darf beim Verwundungswurf eines feindlichen Angriffs 1 abgezogen werden – vorausgesetzt, die Stärke der gegnerischen Waffe ist höher als der Widerstand der Einheit. Diese defensive Komponente ergänzt sich hervorragend mit der zweiten Regel: Führt ein Kreuzfahrertrupp eine Bewegung durch, die durch Rechtschaffener Eifer ausgelöst wurde, darf sich die Einheit näher an ein Missionsziel bewegen, statt sich an der nächsten feindlichen Einheit zu orientieren. So lassen sich gezielt Missionsziele sichern und halten.
Da bei diesem Kontingent die Verteidigung im Vordergrund steht, bietet sich die Verbesserung Weihende Aura an, die einem Modell einen Rettungswurf von 5+ verleiht. Besonders sinnvoll ist das für Standartenträger, da diese Modelle in der Regel keinen eigenen Rettungswurf besitzen und eine zentrale Rolle in der Armee einnehmen. Wer auf zusätzliche Sicherheit im Fernkampf setzen möchte, kann zudem auf die Gefechtsoption Vortrag der Verehrten zurückgreifen. Diese zwingt den Gegner, 1 vom Trefferwurf abzuziehen, wenn er eine Standartenträger-Einheit ins Visier nimmt – ein wertvoller Schutzmechanismus für diese Schlüsselmodelle.
Das letzte Kontingent der Codex-Ergänzung ist die Götterhammer-Sturmstreitmacht. Es folgt einem Muster, das sich derzeit bei vielen Armeebüchern von Games Workshop zeigt: Ein Kontingent, das sich gezielt auf Fahrzeuge konzentriert – und genau das ist auch hier der Fall. Im Mittelpunkt steht die Regel Schockwirkung, durch die eine feindliche Einheit, die von einer eigenen Einheit angegriffen wird, einen Erschütterungstest ablegen muss – vorausgesetzt, die angreifende Einheit ist im selben Zug aus einem Transportfahrzeug ausgestiegen. Zusätzlich erhalten alle Einheiten einen Bonus von +1 auf den Trefferwurf, wenn sie in diesem Zug aus einem Fahrzeug ausgestiegen sind. Das sorgt für einen schnellen, aggressiven Vorstoß – ganz im Stil der Black Templars.
Um dieses Spielkonzept weiter zu verstärken, kommt die Verbesserung Herold des heiligen Gemetzels ins Spiel. Sie erlaubt es einem Modell – das sich im Transportfahrzeug befinden muss – dem Fahrzeug die Sonderregel Kundschafter (9 Zoll) zu verleihen. Dadurch kann das Fahrzeug bereits vor Spielbeginn vorrücken, was den schnellen Zugriff auf strategisch wichtige Positionen massiv unterstützt.
Abgerundet wird das Kontingent durch die Gefechtsoption Kompromissloser Ausstieg. Sie erlaubt es, eine Einheit während der Bewegungsphase aus einem eigenen Land Raider aussteigen zu lassen – und zwar vollständig innerhalb von 6 Zoll, auch in Nahkampfreichweite zu einer feindlichen Einheit. Voraussetzung ist, dass sich der Land Raider in dieser Phase noch nicht bewegt hat. Diese Option bietet eine brutale Überraschungsmöglichkeit für den Gegner und macht den klassischen Land Raider wieder zu einer ernstzunehmenden Bedrohung auf dem Spielfeld.
Doch all diese Regeln entfalten ihren Wert natürlich erst durch die passenden Modelle auf dem Schlachtfeld. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die meisten Einheiten ihre Profilwerte beibehalten haben und nur kleinere Anpassungen vorgenommen wurden. In einigen Fällen wurden jedoch Sonderregeln komplett ersetzt oder überarbeitet.
Ein Blick auf den berühmten Helden von Askalon, Ordenspriester Grimaldus, zeigt etwa deutlich spürbare Veränderungen. Die Reliquien, die ihn begleiten, wurden angepasst: So verleiht das Banner des Siegreichen Imperators nun nur noch einen Bonus von +1 auf Vorrücken- und Angriffswürfe, gewährt aber nicht mehr die Möglichkeit, nach einem Vorrücken direkt anzugreifen. Außerdem wurde die Fähigkeit, Verletzungen auf die 5+ zu ignorieren, entfernt und durch einen höheren Widerstandswert ersetzt – was seine Überlebensfähigkeit auf andere Weise stärkt.
Auch der ikonische Champion des Imperators darf in keiner Armee der Black Templars fehlen – und er wurde noch verheerender. Durch mehrere Regelergänzungen wird seine Rolle als Duellkämpfer stärker betont. Er besitzt nun die Regel Einsamer Wolf, und sein Schwarzes Schwert erhält im Stoß-Profil die Fähigkeit Anti-Charaktermodell 5+, was ihn zur ultimativen Bedrohung für feindliche Anführer macht. Zudem erhält er durch die Regel Erbe des Sigismund einen Bonus von +2 auf den Angriffswurf, wenn er ein feindliches Charaktermodell angreift. Einmal pro Schlacht kann er sich außerdem die Fähigkeit Verheerende Verwundungen verleihen, allerdings nur im Kampf gegen Charaktere – ein mächtiges Werkzeug für gezielte Eliminierungen.
Eine bemerkenswerte Änderung betrifft den Kreuzfahrertrupp. Im Index wurde bislang noch zwischen Firstborn und Primaris unterschieden – nun sind sie zu einer einheitlichen Auswahl zusammengeführt worden. Auch ihre Sonderregel wurde überarbeitet: Anstatt fester Boni erhalten sie nun Zugriff auf eine zusätzliche Bewegung durch Rechtschaffener Eifer, wann immer ein Modell ihrer Einheit in der Fernkampfphase ausgeschaltet wird. Diese Bewegung funktioniert wie die Blutdrang-Bewegung der World Eaters-Khorn-Berserker und verleiht der Einheit deutlich mehr Mobilität und taktische Reaktionsfähigkeit.
Weniger erfreulich sind die Änderungen bei den Schwertbrüdern – hier wurde das Schadenspotenzial etwas reduziert. Sie erhalten keinen Bonus mehr auf Schaden oder Anzahl der Attacken. Dafür bekamen sie eine neue Regel mit dem Namen Schlagt Nutzen aus ihrer Feigheit: Wenn sich eine feindliche Einheit aus dem Nahkampf mit ihnen zurückzieht, dürfen sie eine normale Bewegung durchführen – solange sie nicht noch im Nahkampf gebunden sind. Dies eröffnet interessante Möglichkeiten, um den Druck auf den Gegner aufrechtzuerhalten.
Eine willkommene und thematisch passende Neuerung betrifft den Land Raider Crusader. Die klassische Sturmrampe bleibt zwar erhalten, wurde aber durch eine neue Regel ergänzt: Das Erbe von Jerulas. Wenn der Crusader eine feindliche Einheit im Beschuss getroffen hat, erhalten alle freundlichen Einheiten, die in derselben Runde aus dem Fahrzeug ausgestiegen sind, einen Wiederholungswurf von 1 für Treffer und Verwundungen im Nahkampf gegen eben jene getroffene Einheit. Diese Regel verstärkt nicht nur die Wirkung von Angriffen aus Transportern, sondern unterstreicht auch den ehrwürdigen Nachhall vergangener Kreuzzüge im aktuellen Gefecht.
Abscheu vor Hexerei – Die neuen Charaktermodelle
Das Aussehen der Schwertspitze der Black Templars.
Die beiden neuen Modelle, ein kämpferischer Ordenspriester und ein stoischer Standartenträger, sind im Sinne des Aussehens der Black Templar gestaltet worden. Der Kreuzzug-Standartenträger erinnert hier stark an eine Optik aus den mittelalterlichen Kreuzzügen, allein durch seinen Helm und den Wappenrock, und diese Art ist genau das, was diese Armee ausmacht. Weiterhin sind, im Sinne der Armee, die Waffen und die Standarte an die Arme festgekettet, auch wenn dies Sigismund vor dem großen Bruderkrieg, von einer verräterischen Legion übernommen hat. Der Execrator stürmt förmlich den Feinden entgegen und hat eine verstärkte Optik mit mehreren Symbolen der Black Templars, was sich in Reinheitssiegeln und mehreren Kreuzen ausdrückt. Des Weiteren kann dieses Modell ein typisches Schwert für die Black Templar erhalten und komplettiert sein Aussehen. So lässt sich sagen, dass beide Figuren sich geradezu für das klassische Aussehen aufwerten.
Die geballte Faust des Glaubens – Der Execrator.
Der Execrator ist ein Ordenspriester, der dort kämpft, wo das Schlachtgetümmel am dichtesten ist – und genau das spiegelt sich auch in seinem Datenblatt wider. Klassisch verfügt das Modell über einen Rettungswurf von 4+, doch bereits bei der Waffenwahl steht der Spieler vor der ersten Herausforderung: Möchte man die Ketzer lieber in den reinigenden Flammen der Pyropistole verbrennen oder sich doch für eine Bolt- oder Plasmapistole entscheiden?

Im kompetitiven Spiel, vor allem bei einer Armee wie den Black Templars, die stark auf Nahkampf ausgelegt ist, wird die Entscheidung meist zugunsten der klassischen Pistolenvariante ausfallen. Der Grund liegt im Nahkampffokus des Execrators: Neben dem ikonischen Crozius Arcanum führt er eine meisterhafte Energiewaffe mit der Sonderregel Tödliche Treffer sowie zusätzlichen Attacken – eine gefährliche Kombination im Nahkampf.
Doch seine Stärke liegt nicht nur in den Waffen. Mit der Fähigkeit Gnadenlose Verfolgung erlaubt der Execrator einem Kreuzfahrertrupp oder Schwertbrudertrupp, auch dann einen Angriff zu starten, wenn sie in derselben Runde vorgerückt sind. Dies gibt aggressiven Spielzügen zusätzlichen Schwung und sorgt für überraschende Nahkampfangriffe.
Eine weitere zentrale Sonderregel ist Verurteilt und vernichtet: Wenn eine freundliche Einheit im Nahkampf eine gegnerische Einheit vollständig auslöscht, muss jede feindliche Einheit in der Nähe des Execrators einen Erschütterungstest ablegen. Das erzeugt Druck auf umliegende feindliche Truppen und macht ihn zu einem gefährlichen Zentrum auf dem Schlachtfeld, das psychologisch wie regeltechnisch Wirkung entfaltet.
Ein unerschütterlicher Glaube an den Imperator – Der Kreuzzug-Standartenträger.
Das neue Modell des Kreuzzug-Standartenträgers bringt nicht nur visuell imposante Präsenz auf das Schlachtfeld, sondern auch interessante taktische Optionen mit sich. Es kann sich – wie auch der Execrator – ausschließlich einem Kreuzfahrertrupp oder Schwertbrudertrupp anschließen. Im Gegensatz zum Execrator erlaubt es das Regelwerk jedoch, dass sich der Standartenträger auch dann einer Einheit anschließt, wenn diese bereits von einem anderen Charaktermodell – wie eben einem Execrator – begleitet wird. Dadurch kann ein Trupp gleich von zwei wichtigen Unterstützungseinheiten profitieren.

Ausgestattet mit einer meisterhaften Energiewaffe ist die offensive Rolle des Standartenträgers damit weitgehend definiert. Doch seine wahre Stärke liegt nicht im direkten Schaden, sondern in seinen unterstützenden Sonderregeln, die sowohl defensive als auch strategische Vorteile mit sich bringen.
Die erste Regel, Mahnruf der Vergeltung, erlaubt es getöteten Modellen der eigenen Einheit, im Nahkampf dennoch zurückzuschlagen – und zwar auf die 4+, sofern sie noch nicht zuvor angegriffen haben. Diese Fähigkeit kann in kritischen Nahkämpfen den Unterschied zwischen einem gebrochenen Angriff und einem erfolgreichen Durchbruch ausmachen.
Die zweite Regel, Ehre des Kriegers, verleiht dem Standartenträger einen dauerhaften Bonus auf seine Missionszielkontrollfähigkeit: Wird im Nahkampf ein feindliches Modell ausgeschaltet, erhöht sich sein Kontrollwert für den Rest des Spiels um 5. Damit dieser mächtige Bonus allerdings zur Geltung kommt, darf die begleitete Einheit nicht erschüttert sein – eine klare Einladung zu aggressivem, aber gezieltem Spiel mit hoher Disziplin.
Die harten Fakten:
Verlag: Games Workshop- Erscheinungsjahr: 2025
- Sprache: Deutsch
- Preise:
- Codex: Black Templar 26,00 EUR
- Execrator 32,50 EUR
- Kreuzzug-Standartenträger 34,00 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Immer weiter ohne Pause – Ein Fazit
Insgesamt lässt sich sagen, dass die neue Codex-Ergänzung der Black Templars rundum gelungen ist. Die neuen Kontingente eröffnen vielseitige taktische Möglichkeiten und erlauben es, die Armee stärker auf bestimmte Spielstile auszurichten – sei es aggressiv, standhafte oder doch eher fahrzeuglastig. Besonders erfreulich: Die Änderungen greifen nicht zu tief in bestehende Strukturen ein, sondern entwickeln die Fraktion größtenteils stimmig und spielerisch sinnvoll weiter. So fühlen sich die Regeln stimmig an, und es kommt das Gefühl auf, dass die Fraktion bereits vorher gut ausbalanciert war und nun minimale Änderungen vorgenommen wurden.
Die beiden neuen Figuren fügen sich optisch nahtlos in bestehende Armeen ein, bringen aber durch ihre Sonderregeln frischen Wind in die Listenplanung
Die Codex-Ergänzung der Black Templars trifft genau den richtigen Ton zwischen bewährtem Konzept und sinnvoller Weiterentwicklung. Sowohl Veteran*innen als auch Neueinsteiger*innen können hier bedenkenlos zugreifen – für Fans der loyalistischen Kreuzzüge ist dieses Update ein klarer Gewinn.

- Schöne neue Modelle
- Neue stimmungsvolle Spielweisen
- Das neue Armeebuch ist ausbalanciert
- Elite-Truppen sind schwächer geworden
Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Sabrina Plote
Fotografien: Robert Wolfes
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