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Ein wahres Highlight sowohl für Tolkien- als auch für Jansson-Fans bringt Hobbit Presse heraus: eine Neuauflage des Kinderbuchklassikers Der Hobbit, illustriert von der weltberühmten Autorin der Mumin-Geschichten, Tove Jansson. Gelingt es, ein für den deutschen Markt neues Bild der bekannten Geschichte zu präsentieren?

Die Geschichte um den Hobbit Bilbo Beutlin, der vom Zauberer Gandalf aus dem idyllischen Bühl auf ein Abenteuer gelockt wird und sich gemeinsam mit den Zwergen verschiedenen Gefahren, nicht zuletzt dem mächtigen Drachen Smaug, entgegenstellen muss, ist zu Recht weltbekannt und geliebt. Astrid Lindgren bezeichnete Der Hobbit als das Kinderbuch des Jahrhunderts, das noch lange nach ihrem Tod weiterleben würde. Sie sollte schlussendlich recht behalten.

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Eine bemerkenswerte Zusammenarbeit

Neben ihrer Tätigkeit als Kinderbuchautorin, die Astrid Lindgren weltberühmt machte, war sie als Verlegerin beim schwedischen Verlag Rabén & Sjögren tätig. Da sie von Der Hobbit überzeugt und begeistert war, suchte sie nach einer Person, die die schwedische Ausgabe illustrieren sollte. Fündig wurde sie in der Finnin Tove Jansson, die bereits neben ihren eigenen Werken auch weitere weltbekannte Bücher illustriert hatte, etwa Die Jagd nach dem Snark von Lewis Carroll.

So begann Jansson ihre Arbeit an der schwedischen Ausgabe des Klassikers im Jahr 1960 und wollte dazu einen gänzlich anderen Stil als den, der die Mumin-Geschichten bis heute auszeichnet, nutzen. Sie ließ sich von dem inneren Erleben des Werks inspirieren, von den Landschaften und ihrer eigenen Interpretation der Figuren. Diese überarbeitete sie teils bis zu sechzig Mal, bevor sie gänzlich zufrieden mit ihrer Arbeit war. Außerdem nutzte sie neuartige Techniken, wie etwa das Zusammenkleben von ganzen Landschaftssequenzen. Ihre Zufriedenheit mit dem Ergebnis kommt auch in der Zusammenfassung ihrer Arbeit zum Ausdruck, die sie gegenüber der finnischen Tolkien-Gesellschaft im Jahr 1992 äußerte: „Für mich war es ein Abenteuer, die Gelegenheit zu bekommen, den Hobbit zu illustrieren.“

Rezeption bei Erscheinen der schwedischen Ausgabe

Der Hobbit - Seitenillu

So begeistert sowohl die Illustratorin Tove als auch die Herausgeberin Astrid Lindgren von dem Werk waren, so verhalten waren anfangs die Reaktionen. Es wurde kritisiert, dass in den Illustrationen eher Jansson als Tolkien zum Vorschein kommt, was sicherlich daran liegt, dass Jansson den Fokus auf ihr Erleben gelegt hatte. Außerdem schimmert der Mumin-typische Illustrationsstil trotz mannigfaltiger Überarbeitung durch die Illustratorin weiterhin durch.

Sogar auf den Text des Buches hätten die Illustrationen laut eines Sachbuches über das Schaffen von Tove Jansson Auswirkungen: Jansson stellt Gollum als riesiges, monströses Wesen dar. Dies führte dazu, dass Tolkien auffiel, dass er selbst nie die Größe der Kreatur beschrieben hatte. In der zweiten Ausgabe von Der Hobbit wurde deshalb die Ergänzung „kleines, schleimiges Wesen“ eingefügt.

Alles in allem blieb der Erfolg der schwedischen Ausgabe hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem wurden die Illustrationen auch für die finnische Ausgabe im Jahr 1973 ausgewählt.

Lohnt sich der Kauf der Neuausgabe?

Im Gegensatz zum damaligen Publikum, das zum ersten Mal mit dem Kinderbuchklassiker von Tolkien in Berührung kam, haben die meisten Erwachsenen bereits Bilder in ihren Köpfen, wenn sie die Worte Der Hobbit hören. Ob durch verschiedene Filme, durch Rollenspiel oder auch schlicht durch das Buch, welches in der Kindheit gelesen wurde: Es müssen nicht mehr die Illustrationen sein, die detailgetreu alles abbilden, was Tolkien beschreibt. Deshalb ergänzt Der Hobbit illustriert von Tove Jansson jede Bibliothek, denn diese besondere Ausgabe liefert eine andere Perspektive auf die Handlung.

Doch auch für Kinder lohnt sich der Kinderbuchklassiker immer, denn die Geschichte ist es nach wie vor wert, vor- oder selbst gelesen zu werden. Ihr Status als Klassiker der Kinderliteratur ist immer noch hochverdient und gerade Der Hobbit ist ein perfekter früher Einstieg in phantastische Welten. Die Illustrationen von Tove Jansson setzen einen poetischen und märchenhaften Akzent, sodass sie sich für erste Reisen in Mittelerde geradezu anbieten.

Hobbit Presse greift für den Text der deutschen Ausgabe auf die Neuübersetzung von Wolfgang Krege aus dem Jahr 1997 zurück. Ausgestattet ist die vorliegende Ausgabe mit in Halbleinen gebundenen Seiten, mit bronzefarbener Prägung auf dem Buchrücken und Lesebändchen. Sie ist damit sehr hochwertig und liefert eine gute Wahl für den Gabentisch für alle Tolkien-Fans, Jansson-Fans und solche, die es noch werden wollen oder sollen.

Der Hobbit - Umschlag

Die harten Fakten:

  • Verlag: Hobbit Presse Klett Cotta
  • Autor: J.R.R. Tolkien
  • Illustratorin: Tove Jansson
  • Erscheinungsdatum: 13.09.2025
  • Sprache: Deutsch (Aus dem Englischen übersetzt von Wolfgang Krege)
  • Format: Hardcover
  • Seitenanzahl: 376
  • ISBN: 978-3-608-98888-8
  • Preis: 35 EUR (Print)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon

 

Fazit

Eine Neuausgabe eines Klassikers, die durch ihre Illustrationen den Blick auf das innere Erleben der Geschichte rund um Bilbo Beutlin lenkt. In ihrem ganz eigenen, poetischen Stil setzte Tove Jansson den Kinderbuchklassiker für die schwedische Originalausgabe um und Hobbit Presse hat sich erfreulicherweise entschieden, diese wunderbare Ausgabe in deutscher Übersetzung zu verlegen. In diesem Bücherwinter ist Der Hobbit illustriert von Tove Jansson ein echtes Highlight und lohnt sich aufgrund der hochwertigen Ausstattung als Geschenk für alte und neue Mittelerde-Fans.

  • Klassiker der Kinderliteratur
  • Ausgezeichnete Illustration
  • Hochwertige Ausstattung
 

 

Artikelbilder: © Hobbit Presse Klett Cotta
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Lidia Strauch

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