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Die Ära der Mutanten-Nation Krakoa neigt sich dem Ende zu. Doch vorher macht Ms. Marvel noch die Erfahrung, selbst eine Mutantin zu sein. Auf dem Mars bricht um Storm herum ein Krieg gegen Apocalypses Frau Genesis aus, und Captain America versucht ein Revival des Avengers Unity Squads.

Als Jonathan Hickman die X-Men vor ungefähr 5 Jahren umkrempelte, war nichts mehr so wie zuvor: Schurk*innen und Held*innen lebten zusammen in der Nation Krakoa. Vereinigt stellten sie sich diversen Gefahren wie der Technologie-Vereinigung Orchis. Doch jede große Veränderung wird in der Welt der Superheld*innen irgendwann wieder korrigiert, um Neulesende nicht zu überfordern. Aber bevor es soweit ist, müssen alte Handlungsfäden abgeschlossen werden.

So muss auch Ms. Marvel, die in der Spider-Man-Reihe starb und wiederbelebt wurde, erkennen, dass sie nicht nur eine Inhuman, sondern auch eine Mutantin ist. Dazu geht sie auf eine verdeckte Mission an einer Universität, die von Orchis gesponsert wird, den größten Feind*innen der Mutantennation. Captain America stellt gemeinsam mit Rogue, Quicksilver und anderen ein neues Avengers-Team auf, das sich gegen einen falschen Captain Krakoa behaupten muss. Im letzten Band von X-Men Red kommt es zum Krieg zwischen Storm und Genesis, bei dem sich das Schicksal des Mars entscheidet. Doch als Apocalypses Rückkehr bevorsteht, stellt sich die Frage: Auf welche Seite wird er sich stellen?

Triggerwarnungen

Gewalt, Krieg

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Uncanny Avengers – Aus dem Untergrund

Cyclops nahm einst die Identität von Captain Krakoa an, um der Welt seinen eigenen Tod vorzutäuschen. Nachdem dieses Kostüm von einem Unbekannten gestohlen wird und in diesem terroristische Anschläge verübt werden, muss ein neues Team um Captain America das Schlimmste verhindern. Die Story folgt zum einen Cap, wie er seine Teammitglieder rekrutiert, und gleichzeitig Captain Krakoa, der eine neue Mutant Liberation Front (MLF) zusammenstellt. Dabei entsteht Spannung aus der Frage, wer sich hinter dem Kostüm verbirgt. Denn es ist klar, dass  dort eine bekannte Figur für Unheil sorgt. Des Weiteren trifft die neue Avengers Unity Squad immer wieder auf die MLF. Das sorgt für viel Action, und auch die Teammitglieder kommen sich langsam näher. Im großen Finale geht es dann um eine Atombombe.

Der Comic ist sehr unterhaltsam geschrieben. Die Zusammenstellung der Protagonist*innen und Antagonist*innen ist gut gelungen. Deadpool kann ein paar lustige Sprüche bringen, drängt sich aber nie zu sehr in den Vordergrund. Es wäre aber wünschenswert gewesen, wenn man noch ein wenig mehr in die einzelnen Charaktere vorgedrungen wäre, denn so wirken ein paar Figuren wie Psylocke nur wie Nebendarsteller*innen. Wäre aus der Reihe eine Serie geworden, hätte man sicher mehr herausholen können. Leider ist dies aber nur ein Einzelband geblieben.

Eine runde Geschichte, die aber etwas platt erzählt ist

Es ist kein Spoiler, wenn man sagt, dass sich am Ende das Team findet und die Situation rettet. Dabei müssen sie aber keine große Wandlung vornehmen, denn der Schurke an sich ist schon Grund genug, für das Gute zu kämpfen. Der Antagonist ist auch ein großes Manko, da er sehr platt als böse dargestellt wird. Am Ende zerreißt er sogar öffentlich die amerikanische Flagge. Gerade von einem amerikanischen Soldaten hätte ich etwas anderes erwartet. Diese Ebene will der Comic aber gar nicht erreichen, sondern einfach nur leicht zu konsumierende Kost für zwischendurch präsentieren.

Große Kunst gelingt auch optisch nur teilweise. Die Figuren sehen zu verkrampft aus, Bewegungen zu sehr nach Stillleben. Gefällig ist aber die Panelgestaltung, welche stets die Spannungskurve unterstreicht und das Auge leitet.

Als Gesamtwerk bleibt eine unterhaltsame Geschichte mit gut verdaulichen Inhalten, die niemals in die Tiefe geht und das auch nicht will. Man hätte viel mehr aus den Charakteren herausholen können und gerade die Teamdynamik spannender gestalten können. Fans der vorkommenden Figuren können aber dennoch einen Blick riskieren. Wem Superheld*innengeschichten zu oft zu platt vorkommen, sollte einen großen Bogen um diesen Comic machen, denn hier gibt es nichts, was wirklich lange in Erinnerung bleiben wird.

Die harten Fakten

  • Autor*in: Gerry Duggan
  • Zeichner*in: Javier Garron
  • Seitenanzahl: 144
  • Preis: 19 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, idealo, Panini Shop

 

X-Men Red #4 – Mars-Chroniken

Seit die Mutanten den Mars besiedelt haben und ihn offiziell Arrako getauft haben, ist dort einiges passiert. In der Finalausgabe von X-Men Red, der Serie, die sich um Storm und ihre Herrschaft über den Mars dreht, kommt es nun zum Krieg mit Genesis, der Frau von Apocalypse.  Apocalypse hat die Welt nach dem Ereignis X of Swords verlassen, aber es  ist  nur eine Frage der Zeit, bis er zurückkehrt und sich dem Kampf anschließt. Dieser Comic ist eine Chronik dieses Krieges, bei dem sich alles in einem finalen Duell entscheiden wird.

Wem die Mutanten-Comics in letzter Zeit zu kompliziert geworden sind, wird diesem hier nicht folgen können. Es kommen zu viele Figuren von Arrako vor, zu denen man keine große Beziehung aufbauen konnte. Man sollte nicht nur die drei Vorgänger gelesen haben, sondern auch X of Swords, A.X.E. und Sinisters Sünden, um ansatzweise zu verstehen, was hier eigentlich passiert. Doch auch mit diesen Kenntnissen hat man das Gefühl etwas zu verpassen: Der Verlauf des Krieges wird immer wieder angerissen und zusammengefasst. Vieles passiert außerhalb der gezeigten Handlung, und das, was gezeigt wird, beschränkt sich auf einzelne Duelle und Dialoge.

Ein Epos, das keines ist

Es wirkt, als ob Al Ewing die Geschichte um Arrako mit einem Epos beenden möchte, dafür aber nur sehr wenige Seiten zur Verfügung hat. Die Handlung bleibt bruchstückhaft. Sie ist nachvollziehbar, schafft es dabei aber nicht, Spannung aufzubauen. Figuren tauchen am Rand der Handlung auf, nur um dann in der Versenkung zu verschwinden. Es werden moralische Fragen aufgeworfen: zum Beispiel ob man eine Massenvernichtungswaffe einsetzen sollte oder nicht. Diese Fragen werden aber meist schnell beantwortet und nie erörtert. Es hätte der Geschichte gutgetan, einen klaren Fokus zu bekommen, der dann am Ende aufgelöst wird.

Die Zeichnungen von Çınar gefallen mir dafür aber ausgesprochen gut. Er schafft es, die Handlung episch und teilweise sogar kreativ darzustellen. Eine Szene am Ende wird  durch eine Art Collage erzählt. Hier versteht man nicht wirklich was passiert, aber es erregt Aufmerksamkeit und sticht positiv aus dem immer gleichen Einheitsbrei heraus.

Trotzdem können die Zeichnungen die konfuse Handlung nicht retten. Man benötigt viele Vorkenntnisse, um der Erzählung zu folgen. Leider lohnt sich dieser Aufwand nicht, denn die Handlung springt viel zu sehr von einem Schauplatz zum anderen und schafft es nicht, einen roten Faden zu erzeugen, der bei Lesenden den Wunsch erweckt, tiefer in diese Welt einzutauchen. Ein trauriger Abschluss für eine eigentlich ganz gute X-Men-Serie.

Die harten Fakten

  • Autor*in: Al Ewing
  • Zeichner*in: Yıldıray Çınar
  • Seitenanzahl: 128
  • Preis: 16 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, idealo, Panini Shop

 

Ms. Marvel – Mein Leben als Mutantin

Kamala Khan war lange Zeit die prominenteste Inhuman in den Marvel-Comics. In der Disney+-Serie und dem Film The Marvels hat Kamala nun mit der Darstellerin Iman Vellani den Sprung auf die große Leinwand geschafft. Eben diese war nun eine der zwei Autorinnen für diesen Comic, in dem Ms. Marvel zum ersten Mal als Mutantin erscheint.

Kamala starb im Spider-Man-Event Dark Web. Die Mutanten erkannten aber, dass sie nicht nur eine Inhuman, sondern auch eine Mutantin ist. So konnte sie von den Fähigkeiten der Fünf wiederbelebt werden. Gleichzeitig sorgte Emma Frost dafür, dass die Ereignisse von ihrem Tod gelöscht wurden. Doch ihre Mutantenfähigkeiten sind immer noch nicht zum Vorschein gekommen.

Dieser Comic geht um Kamalas erste Mission als Mutantin: Eine Gruppe von X-Men, die im Untergrund leben, geben ihr den Auftrag, die Empire State University zu infiltieren, die von Orchis gesponsert wird. Dort erwarten sie ein geheimes Labor, in das Kamala einbrechen soll. Dies sollte ihr gelingen, da sie nicht als Mutantin bekannt ist. Doch gleich am ersten Tag kommt es zum Angriff eines Chitauri, den sie in ihrem neuen Kostüm stoppt. Dabei erkennen ihre Kommiliton*innen sie aber als Mutantin und stellen den Kampf so dar, als ob sie die Student*innen angegriffen hat.

Es ist schwer, ein Mutant zu sein

Es wirkt ein wenig hanebüchen, dass sie ausgerechnet in einem X-Men-Kostüm auf Rettungsmission geht und davon ausgeht, dass Student*innen, die an einer Universität ausgebildet werden, die von den größten Feind*innen der Mutanten gesponsert wird, sie als Heldin feiern. So erlebt sie natürlich schnell die Ausgrenzung, die für Mutanten im Marvel-Universum typisch ist. Dennoch bleibt es hier, wie für Ms. Marvel-Comics üblich, stets locker leicht und harmlos.

Der Hauptfokus dieser Geschichte ist, dass sich Kamala keiner Gruppe mehr so richtig zugehörig fühlt und nicht weiß, ob sie nun ein Champion ist, ein Avenger oder ein X-Men. Es gibt einige große Momente, in denen sie sich als Fangirl zeigt. Im Kern wird der Charakter der beliebten Figur gut eingefangen. So ist auch das Ende sehr typisch für die junge Heldin.

Die Zeichnungen versprühen ebenfalls diese Leichtigkeit, durch die es Spaß macht, der Handlung zu folgen. Es gibt nichts, was optisch herausragt, aber auch nichts, was irgendwie stören würde.

Der Comic ist als Ganzes gut gemacht. Er verbindet geschickt Inhalte von X-Men-Comics mit denen von Ms. Marvel-Geschichten. Dabei fügt er der Figur oder der Erzählung nichts wirklich Neues hinzu, aber das muss er auch nicht. Wer einfach mal ein wenig abschalten und dabei eine unterhaltsame Geschichte lesen will, darf hier gerne zulangen.

Die harten Fakten

  • Autor*innen: Sabir Pirzada, Iman Vellani
  • Zeichner*innen: Adam Gorham, Carlos Gomez
  • Seitenanzahl: 104
  • Preis: 13 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, idealo, Panini Shop

 

Artikelbilder: © Panini Comics, Marvel
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Rick Davids

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