Jemals davon geträumt, eine eigene Kneipe zu besitzen? Im Kartenspiel Zum Grauslichen Greif kann genau dieser Wunsch wahr werden. In diesem eher kürzeren Soloplayer-Spiel bedienen wir allerlei Gäste und bestimmen, wer ein Zimmer in der Schänke erhält. Wären da nicht die Besucher*innen, die ihren ganz eigenen Kopf haben.
Frosted Games, der Verlag, in dem Zum Grauslichen Greif 2023 erschien, ist aktuell in aller Munde mit vor allem großen Brettspielen. Dass es oft aber nur eine gute Idee und kein riesiges Brettspiel braucht, zeigt dieses kleine, aber feine Kartenspiel. Hier sind wir Betreiber*innen einer grauslichen Schänke, welche die sonderbarsten Kreaturen anlockt. Da kommen ganz schön viele unterschiedliche Wesen zusammen, die alle Hunger und/oder Durst haben. Dass sich da nicht alle gut vertragen, ist vorprogrammiert und sorgt für ein heilloses Chaos im laufenden Betrieb!
keine typischen Trigger
Spielablauf
In der Schänke Zum Grauslichen Greif geht es hoch her! Es kommen verschiedenste Wesen zu Besuch, vom feinfühligen Ork bis zum faulen Waldläufer oder auch weitaus mysteriöseren Gestalten – alle sind willkommen.

Das Spiel besteht aus zwei Phasen, in der ersten Phase zieht man immer auf vier Karten nebeneinander auf, dies stellt die Theke dar. An dieser werden die Gäste bedient, es gibt Fleisch und Bier. Die dargebotene Gastfreundschaft hat aber auch Nachteile: Alle Gäste bringen ihre jeweils eigene Unsitte mit. Doch dazu später mehr. Zunächst lässt man eine*n der Besucher*innen in ein Zimmer des Turmes der Schänke einziehen, indem man eine Karte aus der Auslage wählt und diese neben der Auslage rechts und ganz unten in einen imaginativen Turm legt. Dieses Zimmer ist nun besetzt; so weit so gut.
Jedes der Wesen hat seine eigenen Wünsche, die im Turm erfüllt sein müssen, ansonsten können die armen Wesen nicht schlafen und ziehen wieder aus, meist mit Nachteilen für die weiteren Bewohner*innen. Es kann also schon in diesem Schritt passieren, dass Gäste wieder aus dem Turm ausziehen, was nicht gut ist, da unser Spielziel ist, mindestens sieben Gäste gleichzeitig erfolgreich zu beherbergen. Um die Wünsche zu überprüfen, müssen wir von oben nach unten die Zimmer durchsehen, ob eine Bedingung eines Gastes eingetroffen ist. Wenn das der Fall ist, dann kann dieser Gast nicht schlafen und zieht gegebenenfalls wieder aus dem Turm aus (die Karte wandert auf den Ablagestapel).
Im zweiten Schritt prüfen wir, ob an der Theke drei oder mehr der oben erwähnten Unsitten herrschen: Zum Beispiel machen manche Gäste gerne Krach, manche prügeln sich gerne und wieder andere stinken! Es kann nun also sein, dass manche der Bewohner*innen diese Macken der Wesen an der Theke absolut nicht ertragen, im Turm einen Wutausbruch bekommen und ebenfalls die Schänke wieder verlassen. Die fantastischen Kreaturen und Wesen sind also sehr sensibel und es muss genau geplant werden, wann welcher Gast in ein Zimmer einzieht. Um den zweiten Schritt abzuschließen, prüft man die Gäste an der Theke auf drei oder mehr Macken, ist eines der Wesen im Turm von einer Macke gestört, dann zieht dieses Wesen aus, die betreffenden Karten wandern ebenfalls auf den Ablagestapel.

Ziel des Spieles ist, den Nachziehstapel an Gästen aufzubrauchen und zu diesem Zeitpunkt dann weniger als acht Wesen auf dem Ablagestapel (ausgezogene Kreaturen), aber mindestens sieben Gäste noch im Turm zu haben.
Und das ist gar nicht so einfach, da beide Phasen regelrechte Kettenreaktionen auslösen können.
Zum Glück gibt es durch die ausliegende Theke immer eine kleine Auswahl an möglichen Gästen, was es erleichtert, die richtige Entscheidung in puncto Zimmerbelegung zu treffen.
In diesem Solo-Spiel kommt es also ein bisschen auf Kombinationsgabe und zumindest ein wenig strategisches Denken an. Das Ganze fühlt sich sehr stimmig als Solo-Spiel an, die Spielanleitung ist schnell verstanden und die Spannung hält sich bis zuletzt, denn es kann genau die eine Macke eines Gastes entscheidend für den Ausgang des Spieles sein. Dadurch, dass man hier auch etwas puzzeln kann und somit jedes Spiel etwas anders abläuft, ist auch der Wiederspielwert definitiv gegeben.
Ausstattung
Die Bestandteile des Spieles sind soweit beurteilbar stimmig durchdacht, die Schachtel ist klein und perfekt für unterwegs oder für den Urlaub. Die Gäste-Karten könnten mehr sein, aber dafür sind zwei kleine Erweiterungen direkt im Inhalt mit enthalten (Helfende Hände und Drachen aus der Nachbarschaft). Das Prinzip der Frosted Minis sind Macro-Games mit 25 Karten, also genau die richtigen Spiele für zwischendurch. Die Anleitung ist gut verständlich und ausführlich genug erklärt.
- Verlag: Frosted Games (Button Shy)
- Autor*in(nen): Scott Almes
- Illustrator*in(nen): Ardhialh
- Erscheinungsjahr: 2023
- Sprache: deutsch
- Spieldauer: 20-30 min.
- Spieler*innen-Anzahl: 1
- Alter: ab 8 Jahren
- Preis: 12,95 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, idealo
Fazit
Dieses kleine Spiel bietet viel Witz und kluges Auslegen von Karten. Die Atmosphäre der schrecklich-scheußlichen Schänke wird durch die kurzen Beschreibungstexte, die humorvollen Illustrationen und die Spielbeschreibung auf der Schachtel und in der Anleitung sehr gut transportiert. Das Einziehen (und Ausziehen) der Gäste ist heikel, aber macht Laune und wenn man dann noch schafft, dass sich alle im Turm der Schänke vertragen, dann hat sich der ganze Aufruhr der schlimmen Gäste doch gelohnt!

- Schnell erlernt
- Tolles Solitär-Spiel
- Wiederspielwert
- keine
Titelbild: © depositphotos | nejron, Frosted Games
Artikelbilder: © Frosted Games
Layout und Satz: Kai Frederic Engelmann
Lektorat: Maximilian Düngen
Fotografien: Verena Tribensky
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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