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Zahlreiche Gefahren, eine High-Fantasy-Welt und ein riesiger Schatz: In The Hoard of Ghaundal gilt es einen sagenumwobenen Drachenhort zu finden. Die Kampagne von Mammoth Factory fügt dafür unterschiedliche Schauplätze und Monster zusammen. Was der bunte Mix für die Haupthandlung bereithält, erfahrt ihr hier.

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Einmal unermesslichen Reichtum in den Händen halten, das ist der innere Antrieb für einige Charaktere im Fantasy-Genre. Zwischen den glänzenden Goldbergen lauern in vielen Geschichten jedoch nicht selten furchteinflößende Drachen, die ihren Hort mit Krallen und Feuerodem verteidigen. Dieses bekannte Handlungsmotiv hat sich das Team von Mammoth Factory geschnappt, um daraus eine umfangreiche Kampagne zu schaffen. In The Hoard of Ghaundal begeben sich tapfere Held*innen auf eine Reise durch abwechslungsreiche Schauplätze. Ihr Ziel: Die Einzelteile eines mysteriösen Artefakts finden, welches als Schlüssel für den Schatz des mächtigen Drachen Ghaundal dient. Die Kampagne wurde über Kickstarter finanziert.

Triggerwarnungen

Gewalt, Tod, Monster, Spinnen

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Die Spielwelt

Die Kampagne spielt weitestgehend in der Welt von Eora, welche einst von mächtigen Drachen kontrolliert wurde. Nach internen Machtkämpfen erlangten die anderen sterblichen Völker für einige Zeit die Oberhand. Doch eine schreckliche Katastrophe löschte auch diese Reiche fast vollständig aus. Erst in den jüngsten 100 Jahren hat die Welt begonnen, sich langsam wieder zu erholen. Abseits von verstreuten Zufluchtsorten lauern jedoch noch Gefahren auf unvorsichtige Seelen.

In der beinahe vollständigen Zerstörung der Zivilisation ist viel Wissen verlorengegangen. Auch große Reichtümer gelten als verschwunden. Dazu zählt beispielsweise der Hort von Ghaundal, einem uralten und mächtigen Drachen. Diesen verwunschenen Schatz soll die Gruppe in der Haupthandlung finden – oder bei dem Versuch sterben, wie die Unterüberschrift auf dem Titelband andeutet (Get rich or die trying). Die Spielleitung erhält einige Vorschläge, wie sie den Gruppenmitgliedern eine intrinsische Motivation für die Suche nach dem Hort geben kann. Alternativ ist der Wunsch nach Reichtum ebenfalls valide. Während die Charaktere unterwegs sind, lauert im Hintergrund jedoch eine unerkannte Gefahr. Diese wartet nur auf den richtigen Moment, um zuzuschlagen …

Einen zentralen Punkt in der Story nimmt die Stadt Myrillium ein. In dieser lebt ein einflussreicher Fürst, welcher in der Haupthandlung als Auftraggeber fungiert. Die Charaktere kehren entsprechend zwischen den Abenteuern immer wieder in die Stadt zurück. Hierfür werden im System eine Reihe an Karten, NSC und Hintergrundinformationen geliefert. Wer Metropolen-Beschreibungen vom Detailgrad eines Baldurs Gate oder Port Nyanzaru erwartet, könnte enttäuscht werden. Die Informationen reichen dennoch aus, um die Stadt für die eigene Kampagne mit Leben zu füllen.

Die Kampagne setzt sich aus mehreren Abenteuern zusammen, die auch einzeln erwerblich sind.
Die Kampagne setzt sich aus mehreren Abenteuern zusammen, die auch einzeln erwerblich sind.

Die Handlung: Zusammengesetzt wie ein Megazord

Auch wenn der Vergleich vielleicht ungerecht klingt, erinnert The Hoard of Ghaundal in der Entstehungsgeschichte ein wenig an Masters of the Universe. Zuerst war He-Man eine Actionfigur, dann bekam der Charakter eine Serie zur weiteren Vermarktung. Mammoth Factory veröffentlicht regelmäßig neue Miniaturen, Umgebungen und Materialien für Virtual TableTop (VTT). Was liegt da näher, als passend dazu Abenteuer bereitzustellen, in denen diese Materialien zum Einsatz kommen? Dementsprechend besteht The Hoard of Ghaundal aus acht Szenarien, die mit einer Story miteinander verknüpft werden. Auf ihrer Reise durch die Wälder der Fey, die Savanne der Katzenvölker oder das astralen Meer begegnet die Gruppe allerlei Kreaturen. Nachdem das „Missionsziel“ erreicht wurde, geht es weiter zum neuen Schauplatz. Simpel und effektiv. Ähnliche Sprünge von Ort zu Ort gibt es auch in der Kampagne Vecna: Eve of Ruin.

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Der tatsächliche Antagonist des Abenteuers ist kein Drache, sondern ein vom Untod zerfressenes Wesen: Jarex Varr. Dieser hat eine persönliche Verbindung zu Duke Arnulf Sollunder, dem Auftraggeber der Gruppe. Varr wurde bei einer Mission von Sollunder zurückgelassen und fiel daraufhin dem Ferrovex zum Opfer. Dabei handelt es sich um einen uralten Krankheitserreger mit metallischen und nekrotischen Eigenschaften. Das Ferrovex erlangte Kontrolle über Varr und verwandelte ihn in einen untoten Gestaltwandler mit einigen übermenschlichen Fähigkeiten.

Varr hat zunächst ein Interesse daran, dass die Charaktere den Hort finden, da darin eine größere Menge an Ferrovex schlummert. Dieses braucht er, um noch mehr Macht zu erlangen. Dann beginnt der zweite Teil seines Plans: Die Rache am Duke Sollunder und die Herrschaft über Eora. In den Kapiteln 6 und 7 müssen die Charaktere Wissen sammeln, was Varr beziehungsweise das Ferrovex vorhat und ihre Erkenntnisse einsetzen, um anschließend die Stadt Myrillium vor einer untoten Horde zu verteidigen.

Die Spielleitung erhält in jedem Kapitel relevante Informationen darüber, wie das Abenteuer mit dem Plan von Jarex Varr zusammenhängt und wie dieser möglichst passend auf die Geschehnisse reagiert.

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Anpassungen zum 5e-Regelwerk

Alle Abenteuer im Kampagnenband sind mit den 5e- beziehungsweise aktualisierten 5.5e-Regeln für Dungeons & Dragons spielbar. Eine genauere Erklärung für das System wird jedoch nicht geliefert. Ob und welche Klassen aus dem Grundregelwerk sowie den weiteren Bänden aus der Feder von Wizards of the Coast verwendet werden dürfen, bleibt der Gruppe überlassen. Auch sonst wird ein Grundregelwerk zusätzlich benötigt. Aus den Texten wird nur ersichtlich, dass die Macher*innen von 5e als Standard-Rollenspielbasis ausgehen. Das bedeutet beispielsweise: Für die meisten Würfe wird ein W20 verwendet, wobei eine 20 das beste und eine 1 das schlechteste Ergebnis ist.

Im letzten Kapitel werden weitere Anpassungen vorgegeben, die für eine Kampagne genutzt werden können. Spielende können bei der Charaktererschaffung eine Reihe an Custom Lineage-Hintergründen nutzen, die teilweise bekannte Völker ins Setting bringen. Dazu gehören beispielsweise löwenhafte Leonin, reptiloide Saurianer oder Slyvoth, die wie Satyrn aussehen. An einigen Stellen lassen sich zusätzliche kleinere Abweichungen zu den bekannten Dungeons & Dragons-Regeln erkennen. So wird beispielsweise der Grad an Erschöpfung durch einen wachsenden Malus auf alle Würfe abgebildet statt Nachteilen auf verschiedene Eigenschaften je nach Level. Eine Übersicht zu diesen Anpassungen gibt es aber nicht und sie müssen auch nicht genutzt werden.

Ein Spielschirm für alle Fälle

Ein echter Hingucker für die Sitzung vor Ort ist der vier DIN A4-Seiten große Spielleitungsschirm. Auf der Vorderseite werden verschiedene Monster aus der Kampagne aufgegriffen, was womöglich einige Erlebnisse in der Handlung verraten kann. Mittig platziert ist der sagenumwobene Drache Ghaundal, der über einem riesigen Goldschatz thront. Sehr wertvoll für die Spielleitung ist die Rückseite des Schirms. Dort finden sich etwa eine Regelübersicht für das Kampfgeschehen und Spielmechaniken ebenso wie Tabellen für die spontane Erschaffung von NSC oder magischen Gegenständen. Auf der oberen Leiste lässt sich mit den Zahlen von 1 bis 30 zudem die Initiative bei einem Gefecht festhalten. Schnell wird klar, dass Mammoth Factory den Schirm mit viel Liebe zum Detail gestaltet hat.

Erscheinungsbild

Wenn etwas The Hoard of Ghaundal auszeichnet, dann sind es Struktur und Übersichtlichkeit. Jedes Kapitel ist nach dem gleichen Schema aufgebaut: Nach einer Beschreibung zum allgemeinen Hintergrund des Kapitels findet die Spielleitung eine grobe Übersicht an Orten und Aktionen, die im jeweiligen Abschnitt vorkommen können. Diese sind praktischerweise sogar mit einer zeitlichen Angabe versehen. Unten auf der Seite wird außerdem eine Liste mit allen Monstern aufgeführt, die relevant sein können.

Weiter geht es mit der eigentlichen Handlung, die in kurze lesbare Blöcke, Tabellen und Informationen aufgebrochen wird. Mit einer eigenen Seite werden Erläuterungen gegeben, wie das einzelne Abenteuer als Teil der übergeordneten Kampagne eingebunden werden kann. Am Ende des Kapitels folgen noch Handouts sowie eine Übersicht über alle NSC, magischen Gegenstände, Monsterhintergründe sowie Werte für die jeweiligen Kreaturen. Spielleitungen werden mit genug Vorbereitungszeit sicherlich eine Freude daran haben, auf diese Informationen bei der Sitzung zurückgreifen zu können. Das tröstet auch über den fehlenden Index hinweg.

Für die Rezension wurde eine PDF kostenlos zur Verfügung gestellt. Über Größe, Qualität des Papiers und andere Dinge können daher keine Aussagen getroffen werden. Das tut dem Durchblättern im 336 Seiten langen Werk aber keinen Abbruch. Optisch überzeugt der Kampagnenband mit zahlreichen Illustrationen von Monstern, NSC, und Karten der Landschaften. Häufig werden für die bildliche Darstellung die realistischen 3D-Modelle von Kreaturen präsentiert. Das soll wahrscheinlich Lust darauf machen, sich die Miniaturen für die Kampagne direkt mitzuholen. Zwingend nötig ist das aber nicht.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Mammoth Factory
  • Autor*in(nen): Nadav Brand, Daniel Smith
  • Illustrator*in(nen): Callum Dare, Karina Taran, Cagdas Demiralp, Beto Lima
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Sprache: Englisch
  • Format: PDF
  • Seitenanzahl: 336
  • Preis: 50 USD
  • Bezugsquelle: Fachhandel

 

Bonus/Downloadcontent

Mammoth Factory hat auch beim Download-Content die Hausaufgaben erledigt. Zu Beginn jedes Kapitels findet die Spielleitung eine Seite mit einem QR-Code darauf. Alle Tokens können in Papierform oder für Virtual Tabletop kostenlos heruntergeladen werden, genauso wie Kartenmaterial. Das schont den Geldbeutel, wenn doch keine Wagenladung an neuen Figürchen ins Haus geliefert werden soll.

Fazit

Aus acht Abenteuern wird eine Kampagne! Das dachte sich zumindest das Team von Mammoth Factory. In The Hoard of Ghaundal begeben sich die Charaktere auf die Suche nach dem legendären Hort eines einst mächtigen Drachens in der phantastischen Welt von Eora. Um den Eingang zur Schatzkammer zu finden, müssen zuvor die Einzelteile eines magischen Artefakts zusammengefügt werden. Alle Kapitel können jedoch von der Haupthandlung losgelöst als eigenständige Oneshots für die entsprechende Levelstufe von 3 bis 10 geleitet werden.

Die Monster in der Kampagne werden detailliert vorgestellt und beschrieben.
Die Monster in der Kampagne werden detailliert vorgestellt und beschrieben.

Der Abenteuerband besticht durch eine sehr geradlinige Strukturierung mit Informationen für die Spielleitung, damit sie die einzelnen Sitzungen gut vorbereiten kann. Dazu zählt eine Übersicht an Storypunkten mit jeweiligen Zeitangaben zu Beginn des Kapitels, eine Liste an NSC, magischen Gegenständen und Monstern am Ende und die Aufteilung der Handlung in jeweils drei Unterkapitel. Optisch wird der Text immer wieder durch Bilder und Szenerien aufgelockert.

Hervorzuheben ist ebenfalls der verfügbare Spielleitungsschirm, auf dem eine Reihe an Kreaturen zu sehen ist, die im Abenteuer auftauchen, darunter auch der namensgebende Drache Ghaundal.

Insgesamt bleibt festzuhalten: Wer auf der Suche nach kurzweiligen Oneshots ist oder eine klassische Fantasy-Kampagne leiten möchte, kann ruhig einen Blick in The Hoard of Ghaundal werfen. Die Kapitel sind nämlich einzeln erwerblich. Für einige Gruppen können die Sprünge in der Handlung jedoch sehr groß sein. Schließlich führt die Kampagne von Goblinhorden über Fey-Wälder und Savannen beherrscht von Katzenwesen schließlich auch bis in den Kosmos.

Ein Spieltest ist vorerst nicht geplant.

  • Sehr genau strukturierte Abenteuer
  • Kapitel auch als Oneshots nutzbar
  • Hübscher Spielleitungsschirm
 

  • Große Sprünge in der Handlung

 

Artikelbilder : © Mammoth Factory
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Maximilian Düngen
Fotografien: Andreas Schellenberg

Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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