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Die Welt liegt in Trümmern. Der Zweite Weltkrieg dauert nun schon acht Jahre an und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Kriegsparteien entwickeln immer neue und noch zerstörerischere Waffen und die Entdeckung der Rift-Technologie macht die Sache auch nicht besser. Willkommen in der Welt von Konflikt 47.

Konflikt 47 von Warlord Games spinnt die Geschichte des Zweiten Weltkrieges weiter und erweitert ihn um neue Technologien und allerlei wundersame Dinge. Als Basis dient das erfolgreiche System Bolt Action von Alessio Cavatore und Rick Priestley aus gleichem Hause. Um ein System gut zu integrieren, bieten sich Starter-Sets für zwei Spieler*innen an und seit letztem Jahr ist auch für Konflikt 47 ein solches erhältlich. Wir haben den Inhalt begutachtet und sagen euch, ob die Box einen guten Einstieg in das System liefert. Wenn ihr mehr zum Hintergrund und den Regeln erfahren wollt, schaut euch gern die Systemvorstellung

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Schwere Box

Das Konflikt 47 Starter Set wird in einer in Vollfarbe bedruckten Box aus dünner Pappe geliefert. Das Cover ziert ein stimmungsvolles Artwork einer düsteren Kampfszene. Auf der Rückseite gibt es einen kurzen Einführungstext und eine Auflistung des Inhalts auf Englisch. Die enthaltenen Miniaturen sind in zusammengebautem und bemaltem Zustand abgebildet. Auf der Seite gibt es die Auflistung außerdem noch auf Deutsch, Italienisch, Französisch und Spanisch.

Öffnet man den Deckel, sieht man, dass die Box bis zum Rand gefüllt ist. Enthalten sind das vollwertige Softcover-Regelbuch auf Englisch im DIN-A5-Format, Miniaturen aus Kunststoff und Resin für die United States und die Axis mit Bases, Wasserschiebebilder, Gelände aus Kunststoff, ein doppelseitig bedrucktes Poster als Spielfeld, Marker und Schablonen aus Kunststoff, die benötigten Würfel und ein Würfelbeutel. Außerdem liegen für die Bausätze in Hochglanz gedruckte Bauanleitungen in Heftform bei.

Die Miniaturen

Der Großteil der Miniaturen ist aus Kunststoff und macht einen soliden Eindruck. Die Detailschärfe ist gut und es sind keine übermäßigen Gussnähte zu entdecken. Für beide Fraktionen sind jeweils zwei Einheiten Infanterie, ein Kampfläufer und ein Anführer aus Resin enthalten. Alle Miniaturen werden mit den zugehörigen Bases geliefert.

Die United States

Bereit zum Sprung.
Bereit zum Sprung.

Für die United States sind zwei Gussrahmen Fireflies als Grundstock enthalten. Sie liefern genug Teile, um daraus zwölf Modelle zu bauen, die in zwei Einheiten aufgestellt werden können. Mit neun verschiedenen Beinoptionen ist einiges an Varianz möglich und auch bei den Waffen und Köpfen gibt es genug Auswahl. Eine Menge kleiner Zusatzteile wie Taschen, Granaten oder Magazine ermöglichen weitere Individualisierungen. Die Passgenauigkeit ist ordentlich, bei den Waffen mit zwei Armen muss aber teilweise ein wenig festgehalten werden, um eine saubere Verbindung zu erzielen. Mit Plastikkleber ist dies aber kein großes Problem. Wären mehr Oberkörper, Jump Packs und Schulterpads enthalten, könnten sogar problemlos drei weitere Modelle pro Gussrahmen gebaut werden. Von allen wesentlichen Waffenoptionen sind genug Teile enthalten, um eine Einheit regelkonform auszurüsten. Es fehlen aber die SMG.

Als Anführer kommt ein Held der Firefly zum Einsatz. Er kann beispielsweise als Firefly Platoon Commander oder als Firefly Company Commander genutzt werden. Das Modell ist aus Resin und steht auf einer Kunststoffbase. Der Zusammenbau war auch hier unkompliziert und die Gussqualität ist gut. Das Resin ist relativ weich und nicht spröde, sodass sich Angüsse gut entfernen lassen.

Mit Magnetisierung sind alle Waffenoptionen darstellbar.
Mit Magnetisierung sind alle Waffenoptionen darstellbar.

Abgerundet werden die United States durch einen Linebacker Jump Walker. Hier gestaltet sich der Zusammenbau schon etwas anspruchsvoller, aber die Anleitung führt gut durch den Ablauf. Es empfiehlt sich trotzdem, vorher alle Teile einmal ohne Kleber anzupassen, um keine Flüchtigkeitsfehler zu machen. Für den Linebacker liegen alle Waffenoptionen bei und diese lassen sich mit etwas Geschick auch magnetisieren. Die Pilotenkanzel des Läufers ist mit einer Kuppel aus durchsichtigem Acryl versehen. Will man diese für die Sicht auf den Piloten unbemalt lassen, muss dies beim Zusammenbau berücksichtigt werden und die Streben der Kanzel sollten nicht verklebt werden. Die Base, die mitgeliefert wird, ist aus MDF, sodass kein Plastikkleber genutzt werden kann. Hier kann über das Setzen von Stiften nachgedacht werden, damit das Modell optimal auf der Base hält.

Die Axis

Schwere Truppen im Anmarsch.
Schwere Truppen im Anmarsch.

Bei den Axis bilden zwei Gussrahmen Stahltruppen den Kern. Auch hier gibt es wieder mehrere Beinoptionen und viele Einzelteile für Varianz. Insgesamt lassen sich so zwei Trupps zu je drei Stahltruppen bauen, wobei genug Teile übrigbleiben, um vier weitere zu bauen, würden nicht die Oberkörper dazu fehlen. Es sind alle nutzbaren Waffenoptionen in ausreichender Menge vorhanden. Der Zusammenbau gelingt ohne Probleme und die Passgenauigkeit ist sehr gut.

Als Anführer ist ein Offizier der Stahltruppen aus Resin mit dabei. Der Zusammenbau gelingt ähnlich einfach wie bei den Kunststoffmodellen und es muss nur wenig nachgearbeitet werden. Dank des weichen Materials gelingt dies mit einem Bastelmesser sehr gut.

Die Vogelspinne kommt mit mehreren Türmen.
Die Vogelspinne kommt mit mehreren Türmen.

Als Unterstützung kommt bei den Axis eine Vogelspinne aufs Spielfeld. Dabei handelt es sich um einen sechsbeinigen Läufer mit diversen Waffenoptionen. Der Zusammenbau ist auch hier anspruchsvoller und besonders die Positionierung der Beine erfordert etwas Geduld. Da die vier möglichen Hauptbewaffnungen in drei verschiedenen Türmen genutzt werden, ist ein Austausch hier sehr leicht möglich. Abstriche muss man nur bei an der Wanne angeklebten Teilen machen. Magnetisieren wäre hier zwar möglich, aber der Aufwand lohnt sich eigentlich nicht. Setzt man bei einem der Türme noch einen Magneten ein, können alle vier Waffenoptionen an einem Modell dargestellt werden.

Das Regelbuch

Das Buch im handlichen DIN-A5-Format umfasst die vollwertigen Regeln und den Hintergrund zu Konflikt 47 in englischer Sprache. Am Spieltisch nimmt es nur wenig Raum ein und die Seiten aus dickem Papier werden sich nicht schnell abnutzen. Allerdings kann man das Softcover-Buch nicht offen liegen lassen. Man ist also gegebenenfalls auf ein oder mehrere Lesezeichen angewiesen.

Die Regeln werden in gut voneinander getrennten Abschnitten Stück für Stück erklärt und ein Inhaltsverzeichnis und ein Index helfen bei der Suche von Inhalten. Alle Regeln werden anschaulich erklärt und Skizzen und Bilder von Spielszenen lockern das Buch angenehm auf.

Das Gelände

Das Gelände ist in vier Gussrahmen, die alle identisch sind, untergebracht. Aus den Einzelteilen lassen sich insgesamt acht Ruinenteile bauen, wobei es nur zwei Designs gibt, mit wenig Möglichkeiten der Variation. Für erste Spiele und zur Kombination mit weiteren Geländestücken, wie den WW2 Ostfront Stalingrad Gebäuden, sind sie aber gut geeignet. Auch wenn die Teile einfach gehalten sind, weisen sie doch viele Strukturen wie Mauersteine, Einschusslöcher und Ähnliches auf, um nicht zu langweilig zu wirken. Zumindest in unserer Box war keine Bauanleitung enthalten. Es gibt sie aber als Download auf der offiziellen Internetseite für Konflikt 47.

Das Spielfeld-Poster hat eine Größe von etwa 57 mal 76 Zentimetern und ist somit nur etwa ein Viertel der normalen Spielfeldgröße. Eine Seite zeigt ein schlammiges Niemandsland, die andere eine Ruinenlandschaft. Für das Erlernen der Regeln ist dies in jedem Fall ausreichend. Langfristig hat sie aber wohl wenig Nutzen.

Das Spielmaterial

Ein weiterer Kunststoffgussrahmen beinhaltet die Schablonen für Explosivwaffen und 28 Marker für verschiedene Zustände im Spiel. Die Marker sind hierbei recht schlicht und zweckdienlich gehalten. Die Explosionsschablonen bestehen aus einem großen und einem kleinen Kreis, die eine Acht bilden. Durch das Nutzen von Innen- und Außendurchmesser können so vier verschiedene Radien abgemessen werden.

Bis auf ein Maßband ist alles dabei.
Bis auf ein Maßband ist alles dabei.

Auch die aus Bolt Action bekannten Pin-Marker sind im Konflikt 47 Starter Set. Aus dem Gussrahmen aus rotem Acryl können zwölf Pin-Marker gebaut werden. Die wie eine Explosion geformten Teile werden in den Ring mit einer Skala geklippt und markieren dann durch entsprechendes Drehen eine Zahl.

Das letzte Spielmaterial sind die Würfel. Es sind zehn kleine, weiße, sechsseitige Würfel für die notwendigen Würfelproben enthalten. Dazu kommen jeweils ein Befehlswürfel in Fraktionsfarbe pro Einheit, also in der Summe sechs. Für jede Rift-Einheit liegt außerdem ein Rift-Würfel in für die Fraktionen unterschiedlichen Farben bei, also insgesamt acht.

Das Einzige, was zum Spielen zusätzlich benötigt wird, ist ein Zoll-Maßband.

Die Möglichkeiten

Wie schon bei Bolt Action können auch bei Konflikt 47 Einheiten in unterschiedlichen Erfahrungsstufen eingesetzt werden, wobei erfahrenere Einheiten mehr Punkte kosten. Je nach Erfahrung und Bewaffnung kommen die United States mit den Einheiten in der Box auf zwischen 535 und maximal 875 Punkte. Es sind also etwa ein Drittel bis die Hälfte eines Standardspiels möglich, wobei die Höchstpunktzahl natürlich nur durch maximale Steigerung möglich und eher keine gute Idee ist. Die Wahrheit liegt also im Bereich dazwischen. Die Armee kann regulär als Assault Platoon, bestehend aus dem Firefly Platoon Commander und zwei Trupps Fireflies und dem Linebacker als Armoured Walker Platoon, aufgestellt werden. Alternativ ist aber auch die Aufstellung als das für die Fraktion spezielle Firefly Platoon mit allen Einheiten in einem Platoon möglich. Dies empfiehlt sich auch, da es zusätzliche Sonderregeln bietet.

Das Firefly Platoon lohnt sich.
Das Firefly Platoon lohnt sich.

Die Fireflies sind, solange ein aktiver Rift-Würfel auf ihnen liegt, sehr mobil und schnell am Gegner oder an Missionszielen. Ihre Thompson M1X1/2 hat zwar nur eine mittlere Reichweite, dafür aber zwei Feuermodi und Durchschlag. Diese gegen andere Waffenoptionen zu tauschen, ist eigentlich nicht sinnvoll. Ein Flammenwerfer jedoch kann zusätzliche Optionen liefern, wenn auch nicht ohne Risiko. Wer noch mehr Feuerkraft gegen Fahrzeuge einsetzen möchte, kann die Einheit mit ATRDs aufwerten.

Der Linebacker ist ebenfalls sehr beweglich und mit seiner M21 Light Tesla Cannon und mit Heavy und Medium Machine Guns gut gegen Infanterie ausgestattet. Wer zusätzlich gegen Fahrzeuge gerüstet sein will, kann die HMG gegen Super Bazookas tauschen. Auch das Tauschen des MMG gegen einen Flammenwerfer ist eine Option, die abgewogen werden kann.

Die Axis kommen ja nach Erfahrung und Ausrüstung auf zwischen 381 und 525 Punkte. Wir sehen also ein deutliches Defizit bei der Armeeauswahl. Auch die Axis verfügen über ein spezielles Platoon. Dieses benötigt aber andere Einheiten, als in der Box enthalten sind. Somit kommt nur die Aufstellung als Assault Platoon und Armoured Walker Platoon in Frage.

Das Punktedefizit erfordert die teuersten Auswahlen.
Das Punktedefizit erfordert die teuersten Auswahlen.

Um das Punktedefizit wenigstens etwas anzugleichen, müssen sie eigentlich schon mit Light Anti Tank Gun und LMG ausgerüstet werden. Da sie Augmented sind, dürfen sie diese aber auch in der Bewegung und ohne ein weiteres Modell als Lader einsetzen. Um den Durchschlag gegen Fahrzeuge weiter zu erhöhen, können noch Panzerfäuste ausgerüstet werden.

Die Vogelspinne muss als Veteranen-Auswahl gekauft werden, um die Punkte zu steigern. Mit der Standardbewaffnung ist sie schon recht gut auf leichtere Fahrzeuge und Infanterie vorbereitet. Mit der Maschinen Schwere kann sie durch den Einsatz eines Rift-Würfels Flächenschaden mit gleichzeitig ordentlichem Durchschlag gegen Fahrzeuge aufwarten.

Die harten Fakten:

  • Hersteller: Warlord Games Ltd
  • Autoren: Andy Chambers, Roger Gerrish, Dan Hewritson, Bill King, Cam Rogers, Gav Thorpe, Marcus Vine, Ady Wood
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Englisch
  • Spieler*innen-Anzahl: 2
  • Alter: 14+ Jahre
  • Preis: 114 EUR (UVP)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, KuTaMi

 

Bonus/Downloadcontent

Die Armeelisten sind online verfügbar und werden laufend aktualisiert.
Die Armeelisten sind online verfügbar und werden laufend aktualisiert.

Auf der offiziellen Internetseite für Konflikt 47 können die Bauanleitungen für die Einheiten und das Gelände aus der Starter Box heruntergeladen werden. Außerdem gibt es dort die Armeelisten aller Fraktionen, die laufend aktualisiert werden. Zusätzlich gibt es dort Schnellreferenzbögen, Malanleitungen und mehr.

Fazit

Das Konflikt 47 Starter Set liefert in einer prall gefüllten Box alles, was zwei Spieler*innen für den Anfang benötigen. Die Modelle aus Kunststoff und Resin sind von ordentlicher Qualität und dank beiliegender Bauanleitungen gelingt auch der Zusammenbau recht problemlos. Die beiden Läufer sind aber etwas herausfordernder. Leider gibt es bei den Einheiten der Axis und der United States ein deutliche Punktedefizit, welches sich mit den im Set enthaltenen Modellen nur schwer angleichen lässt.

Das Softcover-Regelbuch in Vollfarbe in englischer Sprache ist im DIN-A5-Format gedruckt und beinhaltet das vollwertige Regelwerk. Es ist handlich und lässt sich gut transportieren. Am Spieltisch bleibt es aber nicht offen liegen.

Das Gelände aus Kunststoff ist für erste Spiele zum Erlernen der Regeln ausreichend und ergänzt auch später andere Geländestücke. Leider liegt keine Bauanleitung für das Gelände bei, sie kann aber aus dem Internet geladen werden. Das beidseitige Poster als Spielfeld ist zweckdienlich, wird aber langfristig nicht zum Einsatz kommen. Auch das Spielmaterial wie Würfel, Marker und Schablonen macht einen guten Eindruck und wird Spielenden lange Freude bereiten. Zu einem fairen Preis gelingt hier der Einstieg ins System.

  • Solide Modelle
  • Alles, was zum Spielen benötigt wird
  • Vollwertiges Regelbuch
 

  • Großes Punktedefizit zwischen den Fraktionen

 

Artikelbilder: © Warlord Games Ltd
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Gloria Puscher
Fotografien: Dennis Rexin
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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